Osaka in Japan

Osaka war die erste Stadt, die wir in Japan betreten haben – nach 5,5 Stunden Flug aus Hanoi mitten in der Nacht. Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Aus dem lauten, hektischen Vietnam landeten wir in einem Land, in dem selbst der Verkehr an einer belebten Kreuzung fast lautlos vorbeizieht. Autos halten an, sobald die Ampel für Fußgänger grün wird. Niemand hupt. Alles ist sauber, ordentlich, ruhig.

Osaka ist Japans zweitgrößte Stadt und gleichzeitig sein kulinarisches Zentrum, ein Handelsknotenpunkt mit jahrhundertealter Geschichte und eine der besten Basen für Tagesausflüge nach Kyoto, Nara oder Himeji. Wir haben vier Tage hier verbracht, bevor wir weiter nach Kyoto gezogen sind, und in diesem Artikel nehmen wir dich mit zu den Orten, die uns am meisten beeindruckt haben – inklusive der Dinge, die wir vorher gerne gewusst hätten.

Wir am Osaka Castle

Osaka auf einen Blick

📍 Region: Kansai, Insel Honshu, Japan
🏛️ Perfekt für: Kulinarik-Fans, Erstbesucher Japans, Städtereisende, Familien
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 3–4 Tage
🚗 Fortbewegung/Anreise: Kansai International Airport (KIX), Shinkansen ab Tokio/Kyoto/Hiroshima, innerhalb der Stadt U-Bahn und JR Loop Line
💰 Preisniveau: Mittel – günstiger als Tokio, Restaurants und Cafés ähnlich teuer wie in Deutschland
☀️ Beste Reisezeit: März bis Mai (Kirschblüte und Rosengärten) sowie Oktober bis November (Herbstlaub)

1. Die Stadt Osaka – zwischen Tradition und Moderne

Die Geschichte Osakas reicht bis in die Frühzeit Japans zurück, wichtig wurde die Region aber erst während der Asuka-Periode im 6. und 7. Jahrhundert. Begünstigt durch die Lage an der Küste und an mehreren Flüssen entwickelte sich Osaka über die Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten Handelszentren des Landes.

Ihren Ruf als „Küche Japans“ verdankt die Stadt der Edo-Periode (17. bis 19. Jahrhundert), als Osaka als Handelsstadt aufblühte und einen Großteil des Landes mit Lebensmitteln versorgte. Gleichzeitig entwickelten sich hier Kabuki-Theater und andere Kunstformen, die bis heute Teil der Stadtkultur sind.

Im 19. Jahrhundert brachten westliche Einflüsse Industrie und Modernisierung nach Osaka. Der Zweite Weltkrieg hinterließ schwere Zerstörungen, von denen sich die Stadt aber wirtschaftlich schnell erholte und sich zu einem zentralen Knotenpunkt für Handel und Industrie entwickelte.

Heute ist Osaka eine der wichtigsten Wirtschaftsmetropolen Japans, bekannt für Finanzwesen, Transport und eine wachsende Kreativ- und Unterhaltungsbranche. Am Abend zeigt sich das in vollem Umfang: im neonbeleuchteten Dotonbori, in Theatern mit traditionellem Kabuki und Bunraku, und natürlich in den unzähligen Straßenküchen, die Okonomiyaki und Takoyaki brutzeln.

Abbiegen in den kleinen Straßen von Osaka lohnt sich

Anzeige*
Die besten Unterkünfte in Japan – hier haben wir übernachtet:
Righa Place Higobashi* in Osaka 
Travelodge* in Kyoto 
Takadanobaba Appartement* in Tokyo


2. Wie kommst du nach Osaka?

Mit dem Flugzeug

Der Kansai International Airport (KIX) liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Osaka und wird von zahlreichen internationalen Airlines direkt angeflogen. Vom Flughafen aus bringen dich Züge und Busse bequem ins Stadtzentrum.

Mit dem Zug

Über das Shinkansen-Netz ist Osaka eng mit Tokio, Kyoto und Hiroshima verbunden. Der Tokaido Shinkansen hält in Shin-Osaka, von wo aus du mit U-Bahn oder Regionalzug in jeden anderen Stadtteil weiterkommst.

Mit dem Bus

Fernbusse verbinden Osaka mit den meisten größeren Städten Japans und sind meist die günstigste Option. Dafür sind viele Verbindungen Nachtbusse mit entsprechend längerer Fahrzeit.

Mit dem Auto

Japan hat ein gut ausgebautes Autobahnnetz, in der Stadt selbst wird es aber schnell eng: Der Verkehr in Osaka ist dicht und Parkplätze sind rar und teuer. Für die Stadt selbst brauchst du kein Auto, für Ausflüge aufs Land kann sich ein Mietwagen aber lohnen.


3. Wo übernachten in Osaka?

Die Wahl des richtigen Viertels hängt vor allem davon ab, ob du mitten im Trubel wohnen oder es lieber etwas ruhiger haben möchtest. Überall findest du eine große Auswahl an Hotels und Hostels für jedes Budget.

Namba* – Eines der lebendigsten Viertel Osakas mit unzähligen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Nachtleben direkt vor der Tür. Hier liegt auch der belebte Dotonbori-Bereich mit seinen Neonlichtern und Straßenküchen. Ideal, wenn du mitten im Geschehen wohnen möchtest.

Umeda* – Osakas Geschäftsviertel und zugleich wichtigster Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Rund um den Osaka Station City Komplex reihen sich Einkaufszentren, Wolkenkratzer und Restaurants aneinander. Praktisch, wenn dir eine gute Anbindung an Zug und U-Bahn wichtig ist.

Shinsaibashi – Ein beliebtes Einkaufs- und Ausgehviertel mit der Shinsaibashi Shopping Arcade und dem für Vintage-Mode bekannten Amerikamura direkt nebenan.

Minami-Horie* – Ruhiger als Namba und Shinsaibashi, aber nur wenige Gehminuten entfernt: punktet mit trendigen Boutiquen, kleinen Kunstgalerien und gemütlichen Cafés.

Tennoji* – Rund um den Tennoji Park mit Zoo und das Shitenno-ji Tempelgelände hat sich ein vielseitiges Viertel entwickelt, ergänzt durch das Einkaufszentrum Abeno Harukas und eine sehr gute Verkehrsanbindung.

Kitahama* und Nakanoshima – Kitahama ist Osakas gehobeneres Geschäftsviertel mit eleganten Bürogebäuden und stilvollen Cafés – ruhiger als die Partymeilen im Süden. Direkt angrenzend liegt Nakanoshima, die Flussinsel zwischen Dojima- und Tosabori-Fluss mit ihren Parks und Museen.

Wir haben in diesem Bereich übernachtet, im RIHGA Place Higobashi*, einem Business-Hotel mitten im ruhigen Bankenviertel zwischen Nakanoshima, Yodoyabashi und Kitahama. Die Lage war ein guter Kompromiss: kein Trubel direkt vor der Tür, aber mit der U-Bahn in wenigen Minuten in Namba oder Umeda. Nach dem Nachtflug aus Hanoi kamen wir schon morgens um 8 Uhr an, konnten aber wie fast überall in Japan erst ab 13 Uhr einchecken – Gepäck lässt sich an der Rezeption problemlos zwischenlagern.


Anzeige*


4. Fortbewegung innerhalb der Stadt Osaka

Osakas öffentliches Verkehrsnetz ist dicht, pünktlich und übersichtlich. Google Maps zeigt dir für jede Strecke die passende Linie, die genaue Abfahrtszeit und gleich den Fahrpreis mit an.

  • U-Bahn – Acht Linien mit klarem Farbleitsystem decken die meisten Stadtteile ab. Sauber, zuverlässig, meist die schnellste Verbindung.
  • Züge – Die JR Osaka Loop Line führt als Ring um die Innenstadt und verbindet viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
  • Straßenbahn – Deutlich kleiner als das U-Bahn-Netz, dafür eine charmante, etwas langsamere Art, einzelne Viertel zu erkunden.
  • Busse – Sinnvoll, wenn dein Ziel abseits der U-Bahn- und Zugstrecken liegt.
  • Taxi – Verfügbar, aber teurer als Bahn oder Bus – praktisch für die späte Heimfahrt nach einem langen Abend in Dotonbori.
  • Fahrrad – In einigen Vierteln lässt sich die Stadt auch gemütlich per Leihrad erkunden.

Vor der ersten Fahrt lohnt sich eine ICOCA-Karte, die IC-Karte des öffentlichen Nahverkehrs in der Kansai-Region. Anders als Tokios Suica- und Pasmo-Karten, deren Verkauf wegen eines weltweiten Chipmangels zeitweise ausgesetzt war, war ICOCA davon kaum betroffen und ist normalerweise problemlos erhältlich. Mit ihr wechselst du nahtlos zwischen U-Bahn, Zug und Bus – und sie funktioniert dank gemeinsamer Standards auch in den meisten anderen Regionen Japans.


Anzeige*
Baedeker Reiseführer Japan
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über die Insel selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder aus 2022 sozusagen.

Japan – zwischen Kirschblüten und Sushi: Praktischer Reiseführer
Dieses Buch ist gespickt mit vielen Informationen rund um das Land, die Kultur und die Sehenswürdigkeiten. Eine Alternative zum herkömmlichen Reiseführer und mit 163 Seiten kurz und knackig. Aktuell von 2023.

Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald 
Eigentlich ist es völlig unmöglich, nach Japan zu reisen, ohne sich dabei unsäglich zu blamieren. In 50 humoristischen und auf Augenhöhe erzählten Episoden berichten die Autoren über Stolpersteine der japanischen Etikette. Auf witzige und spannende Art erfährt man im Fettnäpfchenführer auch viel über das Land.

Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan
Sumo, Sony und Sashimi: So viel Japan kennt jeder. Mangas, Karaoke und andere Importe gehören längst auch bei uns dazu – und doch ist uns ihre Heimat fremd. Wer Lust auf unterhaltsame Lektüre hat und mal etwas anderes lesen möchte als den klassischen Reiseführer der ist hier richtig.


5. Essen in Osaka: Von Straßenküche bis Ramen

Osaka gilt zu Recht als kulinarische Hauptstadt Japans. Die Stadt lebt von ihren Straßenküchen, Märkten und kleinen, günstigen Restaurants.

Okonomiyaki – Ein herzhafter Pfannkuchen mit Kohl, Fleisch oder Meeresfrüchten. Probieren kannst du ihn zum Beispiel im „Okonomiyaki-Mura“ in Namba oder in einem der vielen kleinen Läden in der ganzen Stadt.

Takoyaki – Knusprige Teigbällchen mit einem Stück Oktopus im Kern, serviert mit Sauce, Bonitoflocken und Algen. In Dotonbori reiht sich ein Stand an den nächsten. Der Teig bleibt innen bewusst weich und fast flüssig – für uns gewöhnungsbedürftig, für viele genau der Punkt.

Kushikatsu – Frittierte Spieße mit Fleisch, Gemüse oder Meeresfrüchten, die du in eine gemeinsame Soße tunkst. Empfehlenswert ist zum Beispiel „Daruma“, eine bekannte Kette mit mehreren Filialen in der Stadt.

Ramen – Osaka bietet die ganze Bandbreite, von kräftiger Tonkotsu- bis würziger Miso-Ramen. Unsere klare Empfehlung: „Kamukura“ – wir sind dort während unserer Japan-Reise gleich viermal gelandet. Bestellt wird über einen Automaten am Eingang: Menü auswählen, Zettel ziehen, drinnen dem Personal geben. Auch ohne Japanischkenntnisse funktioniert das dank Fotos auf den Automaten erstaunlich gut.

Märkte und Straßenküchen – Der Kuromon Ichiba Market ist die erste Adresse für frische Meeresfrüchte und regionale Spezialitäten, der Dotonbori-Bereich für Straßenküche und Restaurants aller Art. Wer günstig essen will, ist bei kleinen Lokalen und Marktständen meist besser aufgehoben als in den touristischen Hauptstraßen.

Konbini – dein bester Freund für unterwegs – Cafés und Restaurants sind in Osaka ähnlich teuer wie in Deutschland oder Singapur. Wir haben deshalb schnell die Convenience Stores wie 7-Eleven, Lawson oder FamilyMart für uns entdeckt: rund um die Uhr gibt es dort günstige Nudelsuppen, Onigiri und süßes Gebäck. Eine Sache solltest du dabei beachten: In Japan isst und trinkt man ungern im Gehen. Kauf dir dein Essen und such dir eine Bank oder einen Park zum Sitzen – davon gibt es in Osaka mehr als genug.

Lecker Ramen gibt es bei Kamukura

Für noch mehr Insidertipps zu Osaka, schau dir diesen Artikel mit den Top 10 Highlights der Stadt an – perfekt für alle, die budgetfreundlich reisen möchten: Vegannomads Osaka-Guide.


6. Die besten Sehenswürdigkeiten in Osaka

Osaka Castle

Das Wahrzeichen der Stadt diente im 16. Jahrhundert als Residenz von Toyotomi Hideyoshi, einem der einflussreichsten Feudalherren Japans. Mehrfach durch Brände und Kriege zerstört, steht heute ein originalgetreuer Nachbau, der trotzdem beeindruckt. Im Inneren erwartet dich ein Museum zur Burg-Geschichte und der berühmten Schlacht von Osaka – die Beschriftungen sind größtenteils auf Japanisch, ein Audioguide auf Englisch hilft weiter. Ganz oben lohnt sich die Aussichtsplattform: Von hier bekommst du zum ersten Mal ein Gefühl dafür, wie groß Osaka wirklich ist. Die weitläufige Parkanlage rundherum ist ein schöner Ort für eine Pause mit Eis.

  • Öffnungszeiten Museum: täglich 9–17 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr), geschlossen vom 28.12. bis 1.1.
  • Eintritt: 1.200 Yen (ca. 7 Euro), bis 15 Jahre kostenlos, der Park selbst ist frei zugänglich
Cenote Escondido

Dotonbori

Osakas pulsierendes Herz seit dem 17. Jahrhundert. Über dem Kanal thront das riesige „Glico Man“-Leuchtschild, drumherum reihen sich überdimensionale Leuchtreklamen in Form von Oktopussen, Krabben und Gyoza aneinander. Bei Dunkelheit wird noch einmal alles beleuchtet. Beim Essen kann die Auswahl gerade für Nicht-Fans von Meeresfrüchten überfordernd sein, viele Speisekarten sind zudem nur auf Japanisch. Halt Ausschau nach kleinen Lokalen mit Bestellautomaten vor der Tür – meist gibt es Fotos der Gerichte, sodass du auch ohne Sprachkenntnisse weißt, was du bestellst.

Kuromon Ichiba Market

Seit über 170 Jahren fester Bestandteil von Osakas Essenskultur, nicht ohne Grund „Gastronomie-Allee“ genannt. Vom Fugu bis zur frischen Sushi-Rolle findest du hier einen guten Querschnitt durch die japanische Küche.
Öffnungszeiten: variieren je nach Stand, zwischen 9 und 17 Uhr haben aber alle geöffnet

Umeda Sky Building

Zwei Türme, verbunden durch eine schwebende Brückenkonstruktion in 173 Metern Höhe. Die „Floating Garden Observatory“ erreichst du über eine verglaste Rolltreppe und bietet dir einen 360-Grad-Blick auf die Stadt – tagsüber wie nachts.

  • Öffnungszeiten: 9:30–22:30 Uhr (letzter Einlass 22 Uhr)
  • Eintritt: 1.500 Yen (ca. 8 Euro)

Shitenno-ji Temple

Gilt als ältester buddhistischer Tempel Japans, gegründet im Jahr 593 von Prinz Shotoku. Ein anschauliches Beispiel für die Architektur der Asuka-Periode, das trotz der Lage mitten in der Stadt eine überraschende Ruhe ausstrahlt.
Öffnungszeiten: April bis September 8:30–16:30 Uhr, Oktober bis März 8:30–16 Uhr
Eintritt: Innerer Tempelbereich 300 Yen, Garten 300 Yen, Schatzhaus 500 Yen (je ca. 1,50–3 Euro), äußere Anlagen frei zugänglich

Sumiyoshi Taisha Shrine

Einer der ältesten Shinto-Schreine Japans, bewusst ohne chinesische Stileinflüsse gebaut. Die markanten roten Bogenbrücken (Taiko-bashi) und die Torii-Tore machen ihn zu einem der fotogensten Schreine der Stadt.
Öffnungszeiten: 6–17 Uhr (Oktober bis März ab 6:30 Uhr)
Eintritt: frei

Osaka Aquarium Kaiyukan

Zählt zu den größten Aquarien der Welt und bildet die Lebensräume des Pazifiks nach, vom Walhai bis zum verspielten Otter. Ein Rundgang führt spiralförmig von oben nach unten durch die verschiedenen Tiefen.

  • Öffnungszeiten: 10–20 Uhr (letzter Einlass 19 Uhr)
  • Eintritt: dynamisch gestaffelt zwischen 2.400 und 2.700 Yen (ca. 13–15 Euro), günstiger an ruhigen Wochentagen

Shinsekai District

Entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Vision einer „Welt von morgen“ und hat sich seinen eigenwilligen Charme bewahrt. Wahrzeichen ist der Tsutenkaku Tower, drumherum reihen sich Kushikatsu-Restaurants.

Osaka Museum of History

Direkt neben dem Schloss gelegen, führt dich das Museum mit interaktiven Ausstellungen durch die Stadtgeschichte von den Anfängen bis heute. Auch von hier hast du einen guten Blick über die Stadt.

  • Öffnungszeiten: 9–17 Uhr
  • Eintritt: 600 Yen (ca. 3,50 Euro)

Universal Studios Japan

Einer der besten Vergnügungsparks Asiens und ein Pflichttermin, wenn du Harry Potter oder Nintendo magst. Die Harry-Potter-Welt und die 2023 eröffnete Super Nintendo World mit begehbarem Mario-Kart-Rennen sind die eindeutigen Highlights. Wenn du selbst durch ein Warp-Rohr steigst oder auf einem Yoshi sitzt, ist die Freude schnell wieder da, die man eigentlich nur aus der Kindheit kennt. Wir waren zur Golden Week dort, der großen japanischen Ferienwoche, in der praktisch das ganze Land verreist. Von dieser Woche wird häufig abgeraten, und an den Ticketschaltern haben wir gemerkt, warum: Karten für bestimmte Attraktionen waren schon Wochen vorher ausverkauft. Zeitlich ließ es sich bei uns aber nicht anders einrichten, und abgesehen vom Ticketstress war der Besuch trotzdem ein voller Erfolg. Unseren ausführlichen Artikel zu den Universal Studios findest du hier.

  • Öffnungszeiten: meist 9–19 bzw. 21 Uhr, je nach Saison
    Eintritt: Tagesticket zwischen 8.900 und 10.400 Yen (ca. 49–57 Euro), Express-Pässe mit Warteschlangen-Umgehung für 4 oder 7 Attraktionen kosten deutlich mehr. Über Osaka-Tickets bekommst du einen Überblick über alle Ticketvarianten. In der Hochsaison solltest du frühzeitig buchen.
  • Für die Super Nintendo World brauchst du zusätzlich ein kostenloses Zeitfenster-Ticket – entweder automatisch mit einem Express-Pass, über die Universal-Studios-App oder an einem der Automaten mitten im Park. Geh am besten direkt nach der Ankunft dorthin – die Zeitfenster sind oft schon am Vormittag ausgebucht.

teamLab Botanical Garden

Verwandelt den Nagai Botanical Garden nach Einbruch der Dunkelheit in eine interaktive Licht- und Klanginstallation. Berührungen und Bewegungen lösen Animationen aus, dazu kommen Musik und wechselnde Farben zwischen den echten Pflanzen. Wir haben unseren ersten Abend in Osaka genau hier verbracht, und es war einer der schönsten Abschlüsse eines Reisetages überhaupt. Zwischen den Lichtinstallationen zu wandern, während im Hintergrund Musik läuft, hat eine fast meditative Wirkung – ein schöner Kontrast zum trubeligen Dotonbori am Tag zuvor.

  • Öffnungszeiten: variieren stark nach Saison, im August etwa 19:15–21:30 Uhr (letzter Einlass 20:30 Uhr), geschlossen am 2. und 4. Montag im Monat
  • Eintritt: ab 1.800 Yen online im Voraus, an der Tageskasse 2.000 Yen (ca. 10–11 Euro). Tickets gibt es nur online – am besten über die offizielle Website buchen.

Nagai Botanical Garden

Tagsüber zeigt sich derselbe Ort von einer ganz anderen Seite: Pflanzen aus aller Welt, aufgeteilt in Themenbereiche wie Rosengarten, Wassergarten und japanischen Garten. Ein ruhiger Ort, um dem Stadttrubel für ein paar Stunden zu entkommen.

  • Öffnungszeiten: März bis Oktober 9:30–17 Uhr, November bis Februar 9:30–16:30 Uhr, montags geschlossen
  • Eintritt: 300 Yen (ca. 1,50–2 Euro)

Maishima Island

Künstliche Insel in der Bucht von Osaka, heute ein Freizeit- und Veranstaltungsgelände mit Sportanlagen, Wassersport und Minigolf. Regelmäßig finden hier größere Festivals statt.

Utsubo Park

Liegt mitten zwischen Osakas Wolkenkratzern und ist mit gepflegten Rasenflächen, Teichen und Blumenbeeten ein beliebter Rückzugsort für ein Picknick.

Nakanoshima Park

Zwischen Dojima- und Tosabori-Fluss erstreckt sich dieser Park, dessen Rosengärten uns komplett überrascht haben. Da wir die Kirschblüte um einen Monat verpasst hatten, rechneten wir eigentlich mit nichts Besonderem – stattdessen standen im Mai Hunderte Rosen in allen Farben in voller Blüte, und wir waren nicht die Einzigen, die begeistert Fotos machten: Auch die Osakaer selbst zieht es mit großen Kameras genau hierher. Direkt im Park findest du außerdem das Osaka Science Museum und die Osaka Public Nakanoshima Library.

Yasaka-jinja (Abeno) – der Löwenkopf-Schrein

Vor allem für das jährliche Tenjin-Matsuri bekannt, eines der größten und ältesten Feste Japans mit Bootsparade und Prozession. Das eigentliche Fotomotiv ist aber nicht der Tempel selbst, sondern die Bühne auf dem Gelände in Form eines gewaltigen Löwenkopfes.

  • Öffnungszeiten: täglich 6:30–17 Uhr
  • Eintritt: frei

Anzeige*


7. Die besten Tagesausflüge ab Osaka

Kyoto

Nur eine kurze Zugfahrt entfernt und allein schon einen eigenen Aufenthalt wert. Kiyomizu-dera, der Fushimi-Inari-Schrein mit seinen endlosen Torii-Toren und der goldene Kinkaku-ji zählen zu den Höhepunkten – wer die Zeit hat, sollte hier ruhig ein paar Tage einplanen statt nur einen. Hier findest du unseren Artikel zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Kyoto.

Tempel in Kyoto

Nara

Ein Klassiker als Tagesausflug, vor allem wegen der frei umherlaufenden Hirsche im Nara Park. An speziellen Ständen kaufst du Hirsch-Kekse, deren Erlös auch dem Schutz der Tiere zugutekommt – manche Hirsche verbeugen sich mittlerweile regelrecht, um an ihren Keks zu kommen. Wir waren zur Golden Week dort, entsprechend voll war es, inklusive eines kleinen Food-Festivals mitten im Park. So viele Besucher haben die Hirsche offenbar auch schnell satt gemacht: Am Nachmittag liefen uns die meisten Tiere schon davon, wenn wir mit einem Keks ankamen, und wir mussten in ruhigere Ecken des Parks ausweichen, um überhaupt noch hungrige Hirsche zu finden. Neben den Tieren lohnt sich auch der Todai-ji-Tempel mit der größten Bronze-Buddha-Statue Japans – zusammen einer der schönsten Tagesausflüge, die wir in Japan gemacht haben. Alle Infos und Tipps für deinen Ausflug nach Nara gibt es hier.

Rehe füttern in Nara

Minoh-Nationalpark und Katsuo-ji-Tempel

Der Minoh-Nationalpark liegt etwa 30 Minuten mit der Bahn nördlich von Osaka. Ein gut ausgebauter Weg führt entlang eines Flusses zum Minoh-Wasserfall, gesäumt von dichtem Grün. Die meisten Ausflügler drehen am Wasserfall um, wir sind noch rund 7 Kilometer weiter zum Katsuo-ji-Tempel gewandert. Je weiter wir kamen, desto ruhiger wurde der Weg – aber auch desto schöner, mit viel Wald und kaum jemandem sonst unterwegs. Der Tempel ist übersät mit unzähligen Daruma-Figuren: Glücksbringer mit zwei leeren Augen, von denen man beim Kauf eines wünscht und eines ausmalt. Geht der Wunsch in Erfüllung, malt man auch das zweite Auge aus und bringt die Figur zurück zum Tempel. Wir haben uns natürlich auch einen eigenen Daruma mit nach Hause genommen. Ausführliche Infos findest du in unserem Artikel zum Minoh-Wasserfall und Nationalpark.

Himeji

Etwa eine Stunde mit dem Shinkansen entfernt, beherbergt das gleichnamige Schloss, auch als „Weiße Reiherburg“ bekannt. Eine der am besten erhaltenen Burgen Japans und UNESCO-Weltkulturerbe.

Himeji Castle

Kobe

Liegt direkt am Meer und ist vor allem für das gleichnamige Rindfleisch bekannt. Ein Spaziergang durch den Hafen und die Aussicht vom Mount Rokko lohnen sich zusätzlich.

Kobe ist berühmt für sein Rindfleisch

Wakayama und Koyasan

Ruhige Landschaften und der heilige Berg Koyasan mit zahlreichen Tempeln. Ein guter Ort, wenn du tiefer in die spirituelle Seite Japans eintauchen möchtest.


FAQ zu Osaka

Wie viele Tage sollte man für Osaka einplanen?

Für die Stadt selbst reichen 3 bis 4 Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und einen Tag Universal Studios unterzubringen. Rechnest du Tagesausflüge nach Kyoto oder Nara mit ein, sind 5 bis 6 Tage realistischer.

Ist Osaka teurer als Tokio?

Nein, Osaka gilt allgemein als etwas günstiger, vor allem bei Unterkünften. Restaurantpreise und Eintrittsgelder liegen auf ähnlichem Niveau.

Brauche ich in Osaka Bargeld?

Für den öffentlichen Nahverkehr und viele Convenience Stores reicht eine IC-Karte wie ICOCA, in kleinen Restaurants und auf Märkten wird aber oft noch bar bezahlt. Etwas Bargeld solltest du deshalb immer dabeihaben.

Lohnt sich die Golden Week für einen Osaka-Besuch?

Die Golden Week Ende April/Anfang Mai ist Japans größte Reisewoche, entsprechend voll sind Sehenswürdigkeiten und teils ausverkauft die Tickets für Universal Studios. Machbar ist ein Besuch trotzdem, du solltest Tickets aber möglichst früh buchen.

Was ist die beste Verbindung zwischen den Sehenswürdigkeiten in Osaka?

Die U-Bahn und die JR Osaka Loop Line decken die meisten Ziele ab. Mit einer ICOCA-Karte und Google Maps für die Streckenplanung kommst du unkompliziert von A nach B.


☕ Hat dir dieser Artikel geholfen?

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps bei deiner Reiseplanung weiterhelfen.

Alle Inhalte auf In X Tagen um die Welt entstehen aus unseren eigenen Reisen und unserer persönlichen Erfahrung. Wir investieren viel Zeit in Recherche, Fotografie, Videos und das Schreiben unserer Reiseberichte – damit du kostenlos von unseren Erfahrungen profitieren kannst.

Wenn dir unsere Arbeit gefällt und du unseren Reiseblog unterstützen möchtest, freuen wir uns über einen virtuellen Kaffee. 💚

Jeder Beitrag hilft uns dabei, auch in Zukunft unabhängige Reiseberichte, praktische Tipps und neue Reiseziele mit dir zu teilen.

👉 Zur Kaffeekasse

Vielen Dank für deine Unterstützung!
Nico & Katja


WEITERE INTERESSANTE BEITRÄGE FINDEST DU HIER