Japan

Warum sich eine Reise nach Japan lohnt?

Nach Wochen im Trubel Südostasiens haben wir in Osaka erstmal etwas gemacht, das uns fast fremd vorkam: durchatmen. Schon am Flughafen Kansai ging alles so schnell und geordnet ab, dass wir uns fragten, ob wir irgendwo einen Ausgang übersehen hatten.

Kein Hupen, kein Feilschen, keine Roller, die sich im Zickzack durch die Gassen schlängeln. Stattdessen Menschen, die brav in einer Reihe auf die U-Bahn warten, Gehwege, von denen man im Zweifel essen könnte, und eine Ruhe, die uns in den ersten Stunden fast unwirklich vorkam. Wir waren im Mai 2023 zwei Wochen in Japan unterwegs, unsere erste richtige Reise durch das Land. Die Route hielten wir bewusst simpel: fünf Tage Osaka, vier Tage Kyoto, vier Tage Tokyo. Kein Mietwagen, kein Camper – nur Züge, die auf die Minute pünktlich fuhren, und einmal ein Bus Richtung Fuji.

Osaka hat uns mit Dotonbori gleich am ersten Abend gezeigt, dass Japan auch laut und schrill kann: riesige Leuchtreklamen, Streetfood an jeder Ecke, Menschenmassen. Am Kanal haben wir uns durch Takoyaki und Okonomiyaki probiert und dafür teilweise zwanzig Minuten angestanden – für Straßenessen erstaunlich durchorganisiert, mit eigenem Warteschlangen-System. Ein paar Straßen weiter dann wieder diese typische Ruhe, etwa auf dem Gelände von Osaka Castle. Diesen Wechsel zwischen Trubel und Stille haben wir während der ganzen Reise immer wieder erlebt. In Nara sind wir zwischen zahmen Rehen spazieren gegangen, die einem Kekse aus der Hand ziehen, ohne zu fragen. Bei einer Wanderung von Minoh zum Katsuo-ji-Tempel wurden die Wege mit jedem Kilometer leerer, bis wir zum Schluss fast allein zwischen tausenden kleiner Daruma-Figuren standen.

Kyoto war dann der Teil der Reise, wegen dem viele überhaupt nach Japan fliegen, und zurecht. Der Bambuswald in Arashiyama, der Fushimi Inari-Schrein mit seinen endlosen Torii-Toren, der goldene Kinkaku-ji – wir haben verstanden, warum diese Stadt so oft fotografiert wird. Gleichzeitig war uns tagsüber an einigen Tempeln auch klar: Hier sind wir definitiv nicht die einzigen, die das sehen wollen. Wer sich am Fushimi Inari bis zum oberen Teil des Bergs durchkämpft, wird aber auch tagsüber mit spürbar weniger Menschen belohnt. Abends dort, fast ohne andere Besucher, war es einer der ruhigsten Momente der ganzen Reise.

In Tokyo hat uns direkt in der ersten Nacht ein Erdbebenalarm um 4 Uhr morgens geweckt – kurz geschüttelt, dann war es vorbei, und wir konnten weiterschlafen, als wäre nichts gewesen. Genau diese Gelassenheit hat uns an Japan immer wieder überrascht. Der Nahverkehr hat uns anfangs überfordert, so viele Linien, so viele Umstiege, aber nach zwei Tagen liefen wir schon routiniert durch die U-Bahnhöfe. Das Ghibli-Museum, für das wir länger nach Tickets suchen mussten als geplant, TeamLab Planets mit seinen Lichtinstallationen, ein Tagesausflug zum Fuji, der sich hartnäckig hinter Wolken versteckte – Tokyo hat uns nach den ruhigeren Tagen in Kyoto nochmal richtig gefordert.

Was uns überrascht hat: wie einfach vieles war. Das Essen war überall gut, oft auch günstig, wenn man auf Ramen-Läden und Convenience Stores statt teure Restaurants setzt. Auch Einkaufen hat Spaß gemacht – Elektronik in Akihabara, Souvenirs auf dem Nishiki-Markt. Am Ende der zwei Wochen war klar: Wir kommen wieder, auch wenn wir noch nicht wissen, wann.

💚 Unsere 3 Highlights aus Japan
  • Das Ghibli Museum in Tokyo
  • Nara Park mit den zahmen Rehen
  • Die Wanderung zum Katsuo-ji-Tempel über den Minoh-Wasserfall

Alle Reiseziele auf unserer Japan Karte

Auf dieser Karte findest du alle Orte, die wir besucht haben und zu denen wir einen ausführlichen Reiseguide veröffentlicht haben. Klicke auf einen Ort in der Liste und gelange direkt zum passenden Artikel.

Direkt zum passenden Guide:
📍Osaka
📍Nara
📍Kyoto
📍Tokyo
📍Mount Fuji

Warum wir Japan lieben?

Nur 14 Tage lang haben wir Japan bereist und dabei nur einen Bruchteil des Landes kennengelernt.

Japan ist für uns die Kombination, die uns bisher am längsten gefehlt hat: Ruhe und Sauberkeit auf der einen Seite, Neonlichter und Technik-Spielereien auf der anderen. Nach dem Trubel Südostasiens war das ein echter Reset. Gutes Essen fast überall, ein Verkehrssystem, das einfach funktioniert, und Sehenswürdigkeiten, die ihrem Ruf gerecht werden – dazu Shopping-Möglichkeiten, bei denen man leicht den Überblick über die Zeit verliert. Kein Wunder, dass wir jetzt schon wieder hinwollen.

Anzeige*
Die besten Unterkünfte in Japan – hier haben wir übernachtet:
Righa Place Higobashi* in Osaka 
Travelodge* in Kyoto 
Takadanobaba Appartement* in Tokyo

Anzeige*
Baedeker Reiseführer Japan
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über die Insel selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder aus 2022 sozusagen.

Japan – zwischen Kirschblüten und Sushi: Praktischer Reiseführer
Dieses Buch ist gespickt mit vielen Informationen rund um das Land, die Kultur und die Sehenswürdigkeiten. Eine Alternative zum herkömmlichen Reiseführer und mit 163 Seiten kurz und knackig. Aktuell von 2023.

Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald 
Eigentlich ist es völlig unmöglich, nach Japan zu reisen, ohne sich dabei unsäglich zu blamieren. In 50 humoristischen und auf Augenhöhe erzählten Episoden berichten die Autoren über Stolpersteine der japanischen Etikette. Auf witzige und spannende Art erfährt man im Fettnäpfchenführer auch viel über das Land.

Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan
Sumo, Sony und Sashimi: So viel Japan kennt jeder. Mangas, Karaoke und andere Importe gehören längst auch bei uns dazu – und doch ist uns ihre Heimat fremd. Wer Lust auf unterhaltsame Lektüre hat und mal etwas anderes lesen möchte als den klassischen Reiseführer der ist hier richtig.


Häufige Fragen zur Japan Reise

Wie viele Tage braucht man für Japan?

Für Osaka, Kyoto und Tokyo solltest du mindestens 10 Tage einplanen, 14 Tage geben dir mehr Luft für Tagesausflüge wie Nara oder den Fuji. Wer merh vom Land sehen will, sollte mindestens 4 Wochen einplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Japan?

Die beliebtesten Reisezeiten sind März bis Mai wegen der Kirschblüte und Oktober/November wegen des Herbstlaubs. Wir waren im Mai dort und hatten größtenteils angenehmes Wetter.

Ist Japan teuer?

Teurer als Südostasien, aber nicht so teuer wie sein Ruf. Mit rund 110–160 € pro Tag für zwei Personen (ohne Flug) kommt man gut zurecht, wenn man nicht ausschließlich in Sushi-Restaurants isst.

Braucht man ein Visum für Japan?

Als EU-Bürger reist du für touristische Aufenthalte bis 90 Tage visumsfrei ein. Ein gültiger Reisepass reicht.

Lohnt sich der Japan Rail Pass?

Das hängt von deiner Route ab. Für unsere Strecke Osaka–Kyoto–Tokyo mit nur einer Shinkansen-Fahrt hat sich der Pass für uns nicht gerechnet, bei mehr Zugfahrten innerhalb kürzerer Zeit kann das anders aussehen.

Kommt man in Japan mit Englisch zurecht?

In den großen Städten meistens ja, viele Schilder sind zweisprachig. Abseits der Touristenrouten und in kleinen Restaurants hilft eine Übersetzungs-App aber deutlich.

Braucht man in Japan Bargeld?

Ja, auf jeden Fall. Viele kleine Restaurants, Tempel und Läden akzeptieren nur Bargeld, auch wenn Kartenzahlung in großen Städten zunimmt.

Ist Japan sicher zum Reisen?

Wir haben uns während der gesamten Reise sehr sicher gefühlt, auch nachts in den großen Städten. Kriminalität gegenüber Touristen ist selten.

Was sollte man bei der Etikette beachten?

Schuhe ausziehen in bestimmten Innenräumen, kein lautes Telefonieren in Zügen und leises Verhalten in der Öffentlichkeit gehören zu den Grundregeln, die einem am schnellsten auffallen.

Wie kommt man am besten zwischen den Städten voran?

Der Shinkansen ist schnell und komfortabel, aber nicht billig. Innerhalb der Städte kommt man mit U-Bahn und Bus und einer aufladbaren IC-Karte (Suica/Pasmo) überall problemlos hin.