Die schönsten Erlebnisse in Japan
„Ob Tempel, Großstadt oder Ausflug in die Natur – hier findest du unsere schönsten Erlebnisse und Aktivitäten in Japan“
Zwei Wochen Japan klangen für uns vorher nach einem eng getakteten Sightseeing-Marathon: Tempel abhaken, Fotos machen, weiter zum nächsten Bahnhof. So haben wir uns die Reise auch ein Stück weit vorgestellt, bevor wir losgeflogen sind. Herausgekommen ist etwas anderes. Die Momente, an die wir uns am längsten erinnern werden, hatten selten etwas mit der berühmtesten Sehenswürdigkeit auf der Liste zu tun, sondern mit dem, was um sie herum passiert ist.
Japan ist auf eine Art fremd, die man vorher nur schwer einschätzen kann. Die Schrift lässt sich nicht erraten, viele Abläufe – vom Mülltrennen bis zum Ticketkauf am Automaten – folgen einer eigenen Logik, und trotzdem läuft im Alltag fast alles ruhiger und geordneter ab, als wir es aus Europa kannten. Genau dieser Kontrast hat unsere Erlebnisse geprägt. Ein Tempelbesuch in Kyoto fühlt sich anders an als einer in Thailand oder Kambodscha, weil drumherum niemand hupt, drängelt oder laut telefoniert. Ein Wanderweg im Wald bei Minoh wirkt gepflegter als mancher Stadtpark bei uns zu Hause.
Wir sind mit der Erwartung losgefahren, dass Kyoto der kulturelle Höhepunkt der Reise werden würde, mit seinen unzähligen Tempeln und Schreinen. Das hat sich zum Teil bestätigt, zum Teil aber auch nicht. Manche der bekannten Tempel waren so überlaufen, dass vom eigentlichen Erlebnis wenig übrig blieb – dazu später mehr. Überrascht hat uns dagegen, wie sehr uns die kleinen, weniger geplanten Momente gepackt haben: die Rehe im Nara-Park, die einem buchstäblich aus der Hand fressen, ein Wasserfall-Wanderweg in Minoh, von dem vorher kaum jemand aus unserem Umfeld gehört hatte, oder ein Nachmittag bei teamLab in Tokio, der sich eher wie ein Museum der Zukunft anfühlte als wie eine klassische Attraktion.
Am meisten beeindruckt hat uns am Ende keine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern die Vielfalt der Erlebnisse an sich. Innerhalb weniger Tage konnten wir zwischen Jahrhunderte alten Schreinen, dichtem Bambuswald, digitaler Kunst und Streetfood-Ständen in Osaka wechseln, ohne dass sich das gehetzt angefühlt hat. Das liegt auch am japanischen Bahnsystem, mit dem selbst weitere Strecken erstaunlich entspannt zu bewältigen sind.
In diesem Artikel fassen wir die Erlebnisse zusammen, die uns aus unseren zwei Wochen Japan am meisten in Erinnerung geblieben sind. Wir haben sie in vier Kategorien sortiert: Tempel und Schreine, Natur und Tierbegegnungen, moderne Kunst und Popkultur sowie Städte und Streetfood. Zu jedem Bereich verlinken wir unsere ausführlichen Artikel, falls du tiefer einsteigen möchtest.
Entdecke Japan auf unserem Reiseblog:
Tempel und Schreine in Kyoto
Kyoto war für uns der Ort, an dem sich zeigt, wie unterschiedlich sich „Tempel besuchen“ anfühlen kann. Manche Orte waren um sieben Uhr morgens fast menschenleer und still, andere am Mittag so voll, dass wir kaum mehr als die Rücken der Menschen vor uns gesehen haben.
Unsere Erfahrungen: Fushimi Inari war für uns der Ort mit dem größten Unterschied zwischen früh morgens und Vormittag. Die ersten tausend Torii-Tore sind meistens überlaufen, aber wer weiter nach oben läuft, verliert nach und nach die Reisegruppen und hat irgendwann fast den ganzen Weg für sich. Der Aufstieg dauert je nach Tempo zwei bis drei Stunden hin und zurück, ist aber keine anspruchsvolle Wanderung, eher ein stetiges Bergauf über Treppen. Besonders interessant wird es, wenn du den Tempel am Abend noch einmal besuchst. Kiyomizu-dera dagegen war für uns wegen der Aussicht über Kyoto interessant, aber auch der Tempel mit dem meisten Trubel – Souvenirläden und Reisegruppen inklusive. Der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon, ist von allen dreien am schnellsten „abgehakt“: Man läuft einmal um den Teich, macht ein Foto und geht wieder. Sehenswert, aber kein Ort zum Verweilen. Wenn du nur Zeit für einen der drei hast, würden wir zu Fushimi Inari raten – vorausgesetzt, du gehst früh los. Wer Kyoto insgesamt planen will, findet in unserem Überblick alle Tempel, die wir uns angesehen haben, mit Einschätzung, wie viel Zeit sich wofür lohnt.
Natur, Wandern und Tierbegegnungen
Dieser Bereich hat uns am Ende der Reise am meisten überrascht. Wir hatten Japan vor allem als Stadt- und Kulturreiseziel im Kopf, nicht als Ort für Wanderungen oder Tierbeobachtungen – dabei gehören genau diese Tage zu unseren stärksten Erinnerungen.
Unsere Erfahrungen: Der Bambuswald in Arashiyama ist optisch beeindruckend, aber auch der am dichtesten bevölkerte Ort auf dieser Liste. Wer dort ruhige Fotos ohne fremde Menschen im Bild möchte, muss vor acht Uhr morgens da sein, danach wird es schnell eng. Ganz anders lief es beim Minoh-Wasserfall und Nationalpark, nur eine gute halbe Stunde von Osaka entfernt: ein knapp einstündiger Wanderweg entlang eines Flusses, kaum Touristen, dafür Ahornbäume und am Ende ein Wasserfall. Für uns war das die entspanntere und ehrlichere Naturerfahrung der beiden. Der Nara-Park war noch einmal etwas komplett anderes: Hunderte frei laufende Hirsche, die sich mit einer Verbeugung um spezielle Kekse „bedanken“ – kurios, manchmal auch etwas anstrengend, wenn mehrere Tiere gleichzeitig an der Jacke zupfen, aber auf eine Weise, die wir so noch nirgends erlebt hatten. Von den dreien würden wir Minoh am ehesten unterschätzt nennen. Nara ist der Ort für alle, die Tiere hautnah erleben wollen, Arashiyama eher etwas für frühe Morgenstunden und gute Fotos.
Moderne Kunst, Anime und Popkultur
Japan ist nicht nur alte Tempel und Natur, sondern auch ein Land, in dem sich Kunst, Technik und Popkultur auf eine Weise mischen, die wir so vorher nicht kannten. Dieser Bereich war für uns der überraschendste Teil der Reise, weil wir vorher am wenigsten davon erwartet hatten.
Unsere Erfahrungen: teamLab Planets in Tokio war für uns das Erlebnis, über das wir noch Wochen später gesprochen haben – man läuft barfuß durch Wasser und Lichtinstallationen, die auf Bewegung reagieren. Kein Ort für trockene Kleidung, aber genau deshalb auch keiner, den man einfach nur durchgeht. Das Ghibli-Museum dagegen ist kleiner und persönlicher, fast wie ein Besuch in Miyazakis Kopf – wer die Filme kennt, wird hier viele Details wiedererkennen, wer nicht, für den bleibt es ein nettes, aber austauschbares Museum. Nintendo World in den Universal Studios Japan war der kommerziellste der drei Orte: aufwendig gestaltet, mit Mario-Kart-Fahrgeschäft und Lebensgröße-Kulissen, aber auch mit den längsten Wartezeiten und höchsten Eintrittspreisen. Wenn du dich entscheiden musst, würden wir teamLab Planets und das Ghibli Museum für alle Fans empfehlen. Tickets sind dort oft Wochen im Voraus ausverkauft, plane das entsprechend früh ein.
Städte erleben und Streetfood
Neben Tempeln und Natur haben uns die Städte selbst geprägt – vor allem durch das Essen unterwegs, das für uns oft mehr über Japan erzählt hat als jede Sehenswürdigkeit.
Unsere Erfahrungen: Osaka ist aus unserer Sicht die bessere Streetfood-Stadt im Vergleich zu Tokio. Rund um Dotonbori reiht sich ein Stand an den nächsten, Takoyaki, Okonomiyaki, Kushikatsu – hier lohnt es sich, einfach loszulaufen und dorthin zu gehen, wo Schlangen stehen. Tokio dagegen hat uns eher mit seiner Größe und den Kontrasten zwischen einzelnen Vierteln beeindruckt, von ruhigen Wohnstraßen bis zu den überfüllten Kreuzungen in Shibuya. Eine eigene Erwähnung verdient der Shinkansen: Die Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug war für uns kein reiner Transportweg, sondern selbst schon Teil des Erlebnisses – pünktlich bis auf die Minute, ruhig, mit Blick auf den Fuji, wenn man auf der richtigen Seite sitzt.

Welche Erlebnisse würden wir wieder machen?
Alle vier Bereiche haben uns überzeugt, keiner davon war Zeitverschwendung. Wenn wir aus unseren zwei Wochen die Erlebnisse herauspicken müssten, die uns am meisten geblieben sind, sieht unsere persönliche Rangliste so aus:
- 🥇 Nara-Park mit den frei laufenden Rehen
- 🥈 Wanderung durch das Stadtviertel Arashiyama
- 🥉 teamLab Planets und das Ghibli Museum in Tokio
- 4️⃣ Aufstieg durch die Torii-Tore von Fushimi Inari
- 5️⃣ Minoh Nationalpark und der Katsuo Ji Tempel
Die wichtigsten Fragen zu Japan kurz und knapp beantwortet
Welche Erlebnisse sollte man in Japan nicht verpassen?
Aus unserer Erfahrung gehören ein früher Besuch und ein Besuch am Abend bei Fushimi Inari, eine Wanderung in Minoh oder Arashiyama sowie ein Nachmittag bei teamLab Planets zu den Dingen, die den größten Unterschied gemacht haben. Auch der Nara-Park mit seinen zahmen Rehen ist ein Erlebnis, das sich so kaum woanders wiederholen lässt. Wichtiger als eine lange Liste an Orten ist aus unserer Sicht aber die Tageszeit: Dieselbe Sehenswürdigkeit kann sich um sieben Uhr morgens völlig anders anfühlen als um zwölf Uhr mittags. Wer nur eine begrenzte Anzahl an Erlebnissen einplanen kann, sollte eher auf einzelne Orte in Ruhe setzen als zu versuchen, alles in kurzer Zeit unterzubringen. Gerade in Kyoto lohnt es sich, den Tag um die überlaufenen Tempel herum zu planen und diese entweder sehr früh oder gegen späten Nachmittag zu besuchen.
Welche Aktivität lohnt sich am meisten?
Das hängt stark davon ab, worauf du stehst. Für Naturmomente war für uns die Wanderung zum Minoh-Wasserfall das stärkste Preis-Leistungs-Verhältnis: kostenlos, wenig überlaufen, landschaftlich schön. Für kulturelle Erlebnisse würden wir Fushimi Inari nennen, weil sich der Aufwand – früh aufstehen, hochlaufen – direkt in der Erfahrung widerspiegelt. Für moderne, andersartige Eindrücke ist teamLab Planets unser Favorit, auch wenn der Eintritt mit rund 30 bis 40 Euro pro Person nicht günstig ist. Der Nara-Park wiederum kostet nichts außer den Futterkeksen für die Rehe und bietet trotzdem ein Erlebnis, das man so kaum vergisst. Wenn du dich für nur eine Aktivität entscheiden müsstest, würden wir nach unseren eigenen Vorlieben zu Fushimi Inari oder teamLab Planets raten.
Was kostet ein typisches Erlebnis in Japan?
Die Preisspanne ist groß. Manche Erlebnisse wie der Nara-Park, der Bambuswald in Arashiyama oder die Wanderung in Minoh kosten nichts außer der Anfahrt. Tempel wie Kiyomizu-dera oder der Kinkaku-ji verlangen kleinere Eintrittsgebühren zwischen 400 und 500 Yen, umgerechnet etwa 2,50 bis 3 Euro. Teurer wird es bei Erlebnissen wie teamLab Planets oder Nintendo World in den Universal Studios, wo mit 30 bis 90 Euro pro Person zu rechnen ist, je nach Ticketart. Streetfood in Osaka lässt sich dagegen schon mit 15 bis 20 Euro pro Person für einen ganzen Abend bestreiten. Eine detaillierte Aufschlüsselung unserer Gesamtkosten für zwei Wochen Japan, inklusive Unterkunft und Transport, findest du in unserem Kostenartikel zur Japan-Reise.
Braucht man für Tempelbesuche einen Guide?
Nein, das ist aus unserer Erfahrung nicht notwendig. Die bekannten Tempel und Schreine in Kyoto sind gut ausgeschildert, oft auch auf Englisch, und lassen sich problemlos auf eigene Faust besuchen. Ein Guide kann sinnvoll sein, wenn du mehr über die religiöse und historische Bedeutung der einzelnen Orte erfahren möchtest, da sich das aus den Infotafeln vor Ort nicht immer erschließt. Für die reine Besichtigung reicht aber eine gute Vorbereitung, etwa über Reiseblogs oder eine offline verfügbare Karte. Wir sind alle Tempel ohne Guide angegangen und haben uns vorher jeweils kurz eingelesen, was den jeweiligen Ort besonders macht. Das hat völlig ausgereicht, um die wichtigsten Punkte nicht zu verpassen und die Zeit vor Ort sinnvoll zu nutzen.
Welche Aktivitäten sind kostenlos?
Einige der Erlebnisse, die uns am meisten gegeben haben, waren kostenlos oder nahezu kostenlos. Dazu zählen der Spaziergang durch Arashiyama, die Wanderung zum Minoh-Wasserfall im gleichnamigen Nationalpark und der Besuch des Nara-Parks, bei dem nur die Rehkekse für wenige hundert Yen extra kosten. Auch der Fushimi-Inari-Schrein verlangt keinen Eintritt, obwohl der Aufstieg durch die Torii-Tore zu den meistfotografierten Erlebnissen des Landes gehört. Selbst in den Städten lässt sich viel ohne Eintritt erleben, etwa ein Abendspaziergang durch Dotonbori in Osaka oder durch Shibuya in Tokio. Gerade wer das Budget im Blick behalten möchte, kann in Japan also eine ganze Reihe an starken Erlebnissen einplanen, ohne dafür Eintritt zu bezahlen.
Welche Erlebnisse eignen sich für Familien?
Der Nara-Park war für uns der Ort, an dem wir uns am ehesten vorstellen konnten, dass er auch mit Kindern gut funktioniert – die Rehe füttern und streicheln kommt bei den meisten gut an. Auch Nintendo World in den Universal Studios ist klar auf Familien mit Kindern ausgelegt, mit Fahrgeschäften und interaktiven Stationen im Mario-Design. TeamLab Planets eignet sich eher für etwas ältere Kinder, da man teilweise durch tiefes Wasser läuft und sich in dunklen Räumen orientieren muss. Wanderungen wie in Minoh oder Arashiyama sind kurz und flach genug, dass sie auch mit Kindern machbar sind, ohne dass es anstrengend wird. Tempelbesuche wiederum sind je nach Alter der Kinder eher etwas für kürzere Stopps zwischendurch als für einen ganzen Tagesausflug.
Welche Tour war ihr Geld wert?
Von allen kostenpflichtigen Erlebnissen hat sich teamLab Planets für uns am meisten gelohnt. Trotz des vergleichsweise hohen Eintrittspreises war es das Erlebnis, über das wir im Nachhinein am meisten gesprochen haben, und keines, das sich in wenigen Minuten „erledigen“ lässt. Nintendo World fanden wir dagegen gut gemacht, aber im Verhältnis zu Wartezeiten und Eintrittspreis nicht auf demselben Niveau. Bei kostenlosen Erlebnissen würden wir die Wanderung zum Minoh-Wasserfall hervorheben, weil sie zeitlich überschaubar ist und trotzdem ein echtes Naturerlebnis bietet, ohne die Menschenmassen anderer Orte in der Region Kyoto und Osaka.
Wie viele Aktivitäten sollte man für eine ein- bis zweiwöchige Reise einplanen?
Aus unserer Erfahrung lohnt es sich, pro Tag nicht mehr als zwei größere Erlebnisse einzuplanen, vor allem wenn dazwischen noch Zugfahrten liegen. Bei zwei Wochen Gesamtreisezeit kamen wir so auf etwa 15 bis 18 größere Erlebnisse, ohne dass sich die Reise gehetzt angefühlt hat. Wer weniger Zeit hat, sollte eher weniger Orte auswählen und diese dafür in Ruhe erleben, statt zu versuchen, jede Sehenswürdigkeit aus jeder Liste unterzubringen. Pufferzeit für spontane Entdeckungen hat sich bei uns fast immer ausgezahlt.

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