Regionen in Japan

Zwei Wochen Japan klingen erstmal nach viel Zeit. Als wir unsere Route geplant haben, ist uns aber schnell klar geworden: Das Land ist größer und vielfältiger, als es auf der Karte wirkt. Am Ende sind wir mit dem Zug quer durch den Kansai gefahren, haben in Kyoto und Osaka gewohnt und die letzten Tage in Tokyo verbracht. Drei Städte, drei völlig unterschiedliche Regionen.

Wir hatten vorher gelesen, Japan sei überall gleich durchorganisiert, gleich sauber, gleich pünktlich. Stimmt zum Teil. Aber Kyoto und Osaka liegen keine halbe Stunde mit dem Shinkansen auseinander und fühlen sich trotzdem an wie zwei verschiedene Länder. In Kyoto haben wir morgens vor Sonnenaufgang zwischen Tempeln gestanden, in Osaka abends in vollen Straßen nach Streetfood gesucht. Tokyo kam dann noch mal als eigene Kategorie dazu – lauter, größer, schneller getaktet als beides zusammen.

Gereist sind wir durchgehend mit dem Zug, größtenteils mit den öffentlcihen Bussen und einmal mit dem Shinkansen. Wer mehr zu unserer Zuganreise wissen will, findet Details in unserem Artikel zum Shinkansen in Japan.

Überrascht hat uns vor allem, wie unterschiedlich das Tempo in den einzelnen Städten ist. Kyoto wirkt trotz der Touristenmassen an den bekannten Tempeln erstaunlich ruhig, sobald man sich ein paar Straßen von den Hauptattraktionen entfernt. Osaka dagegen hat uns von der ersten Minute an mit Neonlicht, Garküchen und Menschenmengen empfangen. Tokyo wiederum hat uns gezeigt, wie leise und normal eine Stadt mit über 13 Millionen Einwohnern trotzdem funktionieren kann.

Wenn wir eine Region herausheben müssten, wäre es der Kansai mit Kyoto und Osaka. Die Tempeldichte, die Nähe zu Nara und die kurzen Strecken zwischen den Städten haben uns die Planung leicht gemacht und gleichzeitig für Abwechslung gesorgt. Tokyo war für uns eher der große Abschluss der Reise – beeindruckend, aber auch anstrengender, weil die Stadt so viel Fläche hat.

Auf dieser Seite geben wir dir einen Überblick über die drei Regionen, die wir selbst bereist haben, und verlinken dich zu unseren ausführlichen Artikeln zu einzelnen Orten und Sehenswürdigkeiten. Am Ende beantworten wir noch die Fragen, die uns bei der eigenen Planung am meisten beschäftigt haben.


Die Regionen in Japan im Überblick

Wir konzentrieren uns hier auf drei Regionen, die für die meisten Erstbesucher auch den Kern einer Japan-Reise bilden: Kyoto, Osaka und Tokyo. Alle drei lassen sich gut mit dem Zug verbinden und decken zusammen ein breites Spektrum ab – von historischen Tempelanlagen über Streetfood-Kultur bis zur modernen Millionenmetropole.

  • Osaka – Japans Küchenmetropole, direkter, lauter und mit kürzeren Wegen zu Freizeitattraktionen wie den Universal Studios
  • Kyoto – ehemalige Kaiserstadt mit der höchsten Tempeldichte Japans, ruhiger und traditioneller als Osaka
  • Tokyo – die Hauptstadt als eigene Welt, Ausgangspunkt für moderne Kunst, Popkultur und riesige Stadtviertel
Osaka
Kyoto
Tokyo

Osaka

Osaka gilt in Japan als Stadt der Küche, und die Skyline aus Leuchtreklamen im Dotonbori-Viertel ist wahrscheinlich das bekannteste Bild der Stadt. Neben dem Essen hat Osaka auch Freizeitattraktionen zu bieten, allen voran die Universal Studios Japan mit dem Super Nintendo World-Bereich. Etwas außerhalb der Stadt liegt zudem der Minoh-Nationalpark mit seinem Wasserfall, der als Gegenpol zur Innenstadt dient.

Unsere Erfahrungen

In Osaka selbst haben wir vor allem Zeit im Dotonbori-Viertel verbracht, zwischen Takoyaki-Ständen und den überdimensionalen 3D-Werbeschildern über den Kanälen. Die Stadt wirkt weniger auf Sehenswürdigkeiten ausgelegt als Kyoto, dafür mehr auf Alltag und Essen. Unseren gesamten Eindruck von der Stadt haben wir im Artikel über Osaka zusammengefasst.

Einen ganzen Tag haben wir in den Universal Studios verbracht, hauptsächlich wegen Super Nintendo World. Die Wartezeiten dort waren länger, als wir eingeplant hatten – wer die Attraktion ernsthaft mitnehmen will, sollte früh am Eingang stehen oder ein Express-Ticket einplanen. Mehr dazu steht in unserem Artikel zu Nintendo World in den Universal Studios Japan.

Als Ausgleich zur Stadt sind wir an einem Tag in den Minoh-Nationalpark gefahren. Der Wanderweg zum Wasserfall führt durch Wald, ist gut ausgeschildert und dauert in etwa eine Stunde pro Strecke. Verglichen mit der Dichte an Sehenswürdigkeiten in Kyoto war das ein bewusst ruhigerer Tag – nicht spektakulär, aber eine gute Abwechslung zum Stadttrubel. Unsere Erfahrungen dazu findest du im Artikel zum Minoh Wasserfall und Nationalpark.

Von Osaka aus haben wir außerdem einen Tagesausflug nach Nara gemacht, um die frei laufenden Rehe im Nara-Park zu sehen. Die Zugverbindung dauert je nach Linie 45 bis 75 Minuten, was den Ausflug gut in einen Tag packen lässt. Wie der Besuch bei uns gelaufen ist, beschreiben wir im Artikel zum Nara Park.

Für wen lohnt sich Osaka?

Osaka eignet sich vor allem für alle, die kulinarisch reisen und Streetfood mögen. Auch für Familien mit Kindern ist die Stadt wegen der Universal Studios eine gute Wahl. Wer ausschließlich Ruhe und historische Architektur sucht, ist in Kyoto besser aufgehoben – wer dagegen abends noch draußen unterwegs sein möchte, findet in Osaka mehr Leben auf der Straße als in Kyoto.


Kyoto

Kyoto war bis 1868 Kaiserstadt, und das merkt man an praktisch jeder Ecke. Über 1.600 buddhistische Tempel und mehr als 400 Shinto-Schreine verteilen sich über die Stadt, viele davon in den Hügeln am Stadtrand. Dazwischen liegen traditionelle Holzhäuser, schmale Gassen im Gion-Viertel und der Bambuswald von Arashiyama. Kyoto hat auch eine Innenstadt mit Einkaufsstraßen und Restaurants, aber die Stadt lebt eindeutig von ihrer Geschichte, nicht von Hochhäusern.

Unsere Erfahrungen

Fushimi Inari war für uns der Ort, an dem die Fotos aus Reiseführern plötzlich real wurden – Tausende orangerote Torii-Tore, die sich den Berg hinaufziehen. Was in keinem Foto zu sehen ist: Wie voll es dort ab neun Uhr morgens wird. Wir waren um sechs Uhr dort und hatten für gut eine Stunde weite Teile des Wegs fast für uns allein. Unsere Erfahrungen dazu und einen Zeitplan für den Besuch haben wir im Artikel über Fushimi Inari festgehalten.

Auch der Goldene Pavillon, Kiyomizu-dera und Arashiyama standen bei uns auf dem Programm. Kiyomizu-dera mit seiner Holzterrasse über dem Hang hat uns am längsten beschäftigt, weil der gesamte Tempelbezirk drumherum genauso viel zu bieten hat wie der Haupttempel selbst. In Arashiyama war der Bambuswald selbst kürzer als gedacht – die Strecke durch die hohen Stämme dauert keine zehn Minuten. Gelohnt hat sich der Ausflug trotzdem, weil rundherum noch Tempel und ein Affenpark liegen. Details dazu findest du in unseren Artikeln zu Kyotos Tempeln, zum Goldenen Pavillon, zu Kiyomizu-dera und zum Bambuswald in Arashiyama.

Für wen lohnt sich Kyoto?

Kyoto passt gut zu allen, die sich für Geschichte, Architektur und Tempelkultur interessieren. Auch für Fotografie ist die Stadt ergiebig, vor allem früh morgens oder in der Nebensaison, wenn die bekannten Orte weniger überlaufen sind. Für reinen Strandurlaub oder Nachtleben ist Kyoto der falsche Ort – dafür lohnt sich die Stadt für Kulturinteressierte und alle, die auf einer Rundreise Ruhepunkte zwischen größeren Städten suchen.


Tokyo

Tokyo ist mit seinen angrenzenden Stadtteilen eine der größten Metropolregionen der Welt. Statt eines einzelnen Zentrums gibt es mehrere große Viertel mit eigenem Charakter – Shibuya und Shinjuku für Nachtleben und Einkaufen, Asakusa für ältere Architektur, Akihabara für Popkultur und Elektronik. Museen, digitale Kunstausstellungen und Themenmuseen wie das Ghibli Museum ergänzen das Programm.

Unsere Erfahrungen

Für einen ersten Überblick sind wir die klassischen Stationen abgefahren – von Shibuya Crossing bis zum Asakusa-Tempelviertel. Unsere gesammelten Eindrücke und eine Liste an Orten, die sich für einen ersten Besuch eignen, haben wir im Artikel zu den Sehenswürdigkeiten in Tokio aufgeschrieben.

Zwei Programmpunkte sind uns besonders im Kopf geblieben: teamLab und das Ghibli Museum. teamLab ist eine begehbare digitale Kunstausstellung mit projizierten Lichtinstallationen – schwer in Worte zu fassen, weshalb wir dazu einen eigenen Artikel über teamLab in Tokyo geschrieben haben. Das Ghibli Museum dagegen war eine logistische Übung: Tickets müssen Wochen im Voraus über ein festes Zeitfenster gebucht werden, sonst kommt man nicht rein. Wie die Buchung funktioniert und was uns dort erwartet hat, steht im Artikel zum Ghibli Museum in Tokyo.

Im Vergleich zu Kyoto und Osaka haben wir in Tokyo deutlich mehr Zeit für Wegstrecken eingeplant. Die U-Bahn-Netze sind zwar zuverlässig, aber die Umsteigewege in großen Bahnhöfen wie Shinjuku sind selbst lang genug, um als eigener Programmpunkt zu zählen.

Für wen lohnt sich Tokyo?

Tokyo passt zu allen, die moderne Stadtkultur, Popkultur oder Museen suchen, und eignet sich auch gut als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Umgebung. Für Roadtrips ist die Stadt selbst weniger relevant, dafür funktioniert sie hervorragend zu Fuß und mit der U-Bahn. Wer auf einer ersten Japan-Reise Großstadt und Tempelkultur kombinieren will, sollte Tokyo mit Kyoto oder Osaka verbinden statt sich auf eine Stadt zu beschränken.


Unsere Reiseroute

Unsere Japan-Reise führte uns über zwei Wochen durch vier Stationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gestartet sind wir in Osaka, von wo aus wir einen Tagesausflug nach Nara unternommen haben. Weiter ging es nach Kyoto, bevor wir mit dem Shinkansen nach Tokyo weitergereist sind. Von dort aus haben wir eine Tagestour zum Mount Fuji gemacht. Unterwegs waren wir ausschließlich mit dem Shinkansen und öffentlichen Zügen – gerade diese Kombination aus Großstadt, Tradition und Natur würden wir auch Erstbesuchern jederzeit empfehlen.

Unsere Route:

Osaka

Tagesausflug nach Nara

Kyoto

Tokyo

Tagestour zum Mount Fuji

Unsere Route und Kosten für 2 Wochen in Japan

Unser Reisebericht für unsere 2-wöchige Reise durch Japan. Wir zeigen Dir, was eine Japan-Reise kostet mit Route und Reisekosten. Plane deine eigene Individual-Reise nach Japan mit unseren Zahlen und Tipps.


Häufig gestellte Fragen zu den Regionen in Japan

Welche Region eignet sich für den ersten Besuch in Japan?

Für den ersten Besuch würden wir zu einer Kombination aus Kyoto und Tokyo raten. Kyoto zeigt die historische, traditionelle Seite Japans mit Tempeln und alten Stadtvierteln, Tokyo dagegen die moderne Metropole mit Popkultur und Nachtleben. Osaka lässt sich gut dazwischen einbauen, weil die Zugfahrt von Kyoto aus nur etwa 15 Minuten dauert. Wer nur eine Woche Zeit hat, sollte sich eher auf zwei Regionen konzentrieren statt alle drei in kurzer Zeit abzuhaken.

Welche Region ist die schönste?

Das lässt sich schwer pauschal beantworten, weil die drei Städte unterschiedliche Stärken haben. Für uns persönlich war Kyoto der Favorit, wegen der Tempeldichte und der ruhigeren Atmosphäre abseits der Hauptattraktionen. Wer eher auf Streetfood und Nachtleben steht, wird Osaka bevorzugen, und wer moderne Großstadt sucht, wird sich in Tokyo am wohlsten fühlen.

Wo lohnt sich ein Roadtrip?

Mit dem Auto sind wir in dieser Region nicht gefahren, weil sich Kyoto, Osaka und Tokyo alle sehr gut mit dem Zug verbinden lassen. Innerhalb der Städte ist ein Mietwagen sogar eher hinderlich, da Parkplätze knapp und teuer sind und die öffentlichen Verkehrsmittel zuverlässig fahren. Für einen klassischen Roadtrip eignen sich eher ländlichere Regionen Japans außerhalb unserer bereisten Route.

Welche Region eignet sich zum Wandern?

Von den drei Städten bot Osaka mit dem Minoh-Nationalpark die zugänglichste Wandermöglichkeit, mit einer rund einstündigen Strecke zum Wasserfall. Auch in Kyoto lassen sich Tempelbesuche mit kürzeren Spaziergängen durch die Hügel am Stadtrand verbinden, etwa rund um Fushimi Inari, wo der komplette Torii-Weg auf den Berg gut zwei Stunden dauert. Für ausgedehntere Bergwanderungen müsste man aus den drei Städten herausfahren, etwa in die japanischen Alpen.

Welche Region hat die schönsten Strände?

Keine der drei von uns bereisten Regionen ist für Strände bekannt. Kyoto und Osaka liegen zwar in Küstennähe, der Fokus der Städte liegt aber auf Kultur beziehungsweise Stadtleben statt auf Meer und Strand. Wer während einer Japan-Reise Strand sucht, blickt eher Richtung Okinawa im Süden des Landes, das wir bisher noch nicht selbst bereist haben.

Welche Region ist am günstigsten?

Kyoto und Osaka lagen bei uns insgesamt näher beieinander als Tokyo, wo vor allem Unterkünfte im Schnitt teurer waren. Restaurantpreise für einfaches Essen wie Ramen oder Streetfood unterschieden sich zwischen den drei Städten dagegen kaum. Genauere Zahlen zu unseren Gesamtkosten für zwei Wochen Japan haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt.

Wie viele Regionen sollte man bei einer Japan-Reise besuchen?

Bei zwei Wochen Reisezeit sind zwei bis drei Regionen gut machbar, ohne dass die Reise zur reinen Zugfahrt-Tour wird. Wir haben mit Kyoto, Osaka und Tokyo drei Städte in zwei Wochen geschafft, hätten uns rückblickend aber für Kyoto und Nara etwas mehr Zeit gewünscht. Bei kürzeren Reisen von einer Woche würden wir eher zu zwei Regionen raten, um nicht jeden zweiten Tag mit Kofferpacken zu verbringen.

Anzeige*
Baedeker Reiseführer Japan
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über die Insel selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder aus 2022 sozusagen.

Japan – zwischen Kirschblüten und Sushi: Praktischer Reiseführer
Dieses Buch ist gespickt mit vielen Informationen rund um das Land, die Kultur und die Sehenswürdigkeiten. Eine Alternative zum herkömmlichen Reiseführer und mit 163 Seiten kurz und knackig. Aktuell von 2023.

Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald 
Eigentlich ist es völlig unmöglich, nach Japan zu reisen, ohne sich dabei unsäglich zu blamieren. In 50 humoristischen und auf Augenhöhe erzählten Episoden berichten die Autoren über Stolpersteine der japanischen Etikette. Auf witzige und spannende Art erfährt man im Fettnäpfchenführer auch viel über das Land.

Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan
Sumo, Sony und Sashimi: So viel Japan kennt jeder. Mangas, Karaoke und andere Importe gehören längst auch bei uns dazu – und doch ist uns ihre Heimat fremd. Wer Lust auf unterhaltsame Lektüre hat und mal etwas anderes lesen möchte als den klassischen Reiseführer der ist hier richtig.