Regionen in Malaysia

2023 sind wir von Thailand aus über die Grenze nach Malaysia gekommen und am Ende zwei Monate geblieben. Mit dem Bus ging es von Penang über Ipoh, die Cameron Highlands und Taman Negara nach Kuala Lumpur, von dort mit dem Flugzeug weiter nach Kuching auf Borneo und schließlich nach Singapur. 2025 waren wir noch einmal anderthalb Monate im Land, diesmal ohne große Rundreise: Flug nach Kuala Lumpur, ein paar Wochen dort, dann mit dem Bus über Melaka weiter Richtung Singapur. Zwei Stopps statt einer Route – mehr hat es dieses Mal für uns nicht gebraucht.

Damit kennen wir inzwischen die wichtigsten Regionen der malaiischen Halbinsel und ein Stück Borneo. Jede Station hatte ihren eigenen Charakter: Penang mit Kolonialbauten und Streetart, die Cameron Highlands kühl, aber ziemlich touristisch, Kuching auf Borneo mit Orang-Utans und Regenwald fast schon ein anderes Land. Am meisten hängengeblieben ist Borneo, am wenigsten überzeugt haben uns die Cameron Highlands. Mehr dazu weiter unten, bei den einzelnen Regionen.

Malaysia war eine gute Reise. Kein Land, das uns ständig zurückzieht, aber eins, in dem wir gesehen haben, was wir sehen wollten – und das reicht uns. Hier die Regionen im Überblick, danach alles im Detail.


Die Regionen in Malaysia im Überblick

Malaysia lässt sich für uns in fünf große Reiseregionen einteilen, die sich auch bei der Planung als sinnvolle Etappen anbieten:

  • Ostküste & Inseln (Perhentian, Redang, Tioman) – Diese Region haben wir selbst nicht bereist. Der Vollständigkeit halber gehört sie trotzdem in die Übersicht, schon weil die Ostküste ein anderes Klima hat als der Westen und Borneo: Die Monsunzeiten laufen gegenläufig, weshalb sich beide Seiten nicht zu jeder Jahreszeit gut in einer Reise kombinieren lassen.
  • NordmalaysiaPenang und Ipoh mit Kolonialarchitektur, Streetart und Kaffeekultur, dazu Langkawi als bekanntestes Inselziel der Region.
  • Das InlandCameron Highlands und Taman Negara, vom Teeanbau im Hochland bis zu einem der ältesten Regenwälder der Welt.
  • SüdwestmalaysiaKuala Lumpur als Landeshauptstadt und Melaka mit seiner Kolonialgeschichte.
  • Borneo / Sarawak – Kuching als Tor zu Orang-Utans und Regenwald, unser persönliches Highlight der Reise.
Nordmalaysia
Das Inland
Südwestmalaysia
Borneo / Sarawak


Nordmalaysia: Penang, Ipoh & Langkawi

Von der thailändischen Grenze kommend war Nordmalaysia unsere erste Berührung mit dem Land, und ausgerechnet hier lief der Zeitpunkt gegen uns. Wir kamen mitten im chinesischen Neujahrsfest in George Town an, wenn viele Läden und Restaurants schlicht geschlossen haben. Ipoh, eine Autostunde weiter südlich, wirkte dagegen von Anfang an ruhiger und alltäglicher – ursprünglich nur als Übernachtungsstopp geplant, wurde daraus am Ende einer unserer entspanntesten Tage der ganzen Reise.

George Town ist UNESCO-Weltkulturerbe, ein Nebeneinander aus chinesischen Shophouses, indischen Tempeln, Moscheen und britischer Kolonialarchitektur, dazu die bekannte Streetart-Szene rund um die Wandbilder von Ernest Zacharevic. Etwas außerhalb liegt der Kek Lok Si Tempel, einer der größten buddhistischen Tempelkomplexe Südostasiens, und mit der Seilbahn erreicht man den Penang Hill mit dem Habitat. Ipoh, die ehemalige Zinnminen-Stadt, punktet mit einer ruhigeren Altstadt, Höhlentempeln wie Perak Tong und Kek Lok Tong sowie einer eigenen Kaffeekultur rund um den Ipoh White Coffee. Langkawi, die bekannteste Insel der Region mit ihren Stränden, haben wir bisher nicht besucht – ein Artikel dazu ist bei uns in Planung.

Unsere Erfahrungen:

Den Zauber, den viele Reiseberichte über George Town beschreiben, konnten wir wegen der Feiertagsschließungen nur in Ansätzen spüren. Dafür hatten wir das Glück, den Kek Lok Si Tempel komplett beleuchtet zu erleben, ein Anblick, der außerhalb des chinesischen Neujahrs gar nicht möglich ist. Ipoh war der Gegenentwurf dazu – weniger Touristen, mehr Alltag. Wir sind einfach durch die Altstadt gelaufen, haben Kaffee getrunken und in einer der Höhlen innegehalten, ohne festes Programm. Für eine Stadt, die wir eigentlich nur „mitnehmen“ wollten, hat sie überraschend viel hängen lassen.

Für wen lohnt sich Nordmalaysia?

Für Foodies und Kulturinteressierte, für Fotografen wegen Streetart und Kolonialarchitektur, und für alle, die zwischen einer belebten Stadt (Penang) und einer ruhigeren Etappe (Ipoh) wechseln wollen. Wer im Januar oder Februar plant, sollte den Termin des chinesischen Neujahrsfests im Blick behalten – je nachdem, ob man das Fest miterleben möchte oder lieber das normale Stadtleben.


Das Inland: Cameron Highlands & Taman Negara

Nach der Hitze der Küste war der Temperaturabfall in den Cameron Highlands spürbar, fast schon ein kleiner Schock. Auf über 1.500 Metern Höhe wird es abends kühl genug für eine Jacke. Von dort ging es für uns weiter in eine völlig andere Welt: Taman Negara, einer der ältesten Regenwälder der Erde, älter als der Amazonas.

Die Cameron Highlands sind vor allem für ihre Teeplantagen bekannt, allen voran die BOH Tea Estate mit ihren endlosen grünen Hügelreihen, dazu Erdbeerfarmen, Gemüsemärkte und der moosbewachsene Mossy Forest. Taman Negaras Herzstück ist der Canopy Walk, eine der längsten Baumkronen-Hängebrücken der Welt, dazu Nachtwanderungen und Besuche bei den Orang-Asli-Gemeinschaften, den indigenen Bewohnern der Region.

Unsere Erfahrungen:

Hier müssen wir ehrlich sein: Die Teeplantagen sind schön anzusehen, aber die Cameron Highlands selbst wirkten auf uns streckenweise touristisch abgenutzt und wenig gepflegt, gerade im Vergleich zu Ipoh, das wir kurz zuvor besucht hatten. Taman Negara war das Gegenteil davon – deutlich weniger Touristen, dafür dichte, drückende Luftfeuchtigkeit und ein Blätterrauschen, das man so woanders in Malaysia nicht hört. Tierbeobachtungen waren eher Zufall als Garantie, aber allein der Canopy Walk und eine Nachtwanderung haben den Umweg über den Fluss gerechtfertigt.

Für wen lohnt sich das Inland?

Die Cameron Highlands als kühler Zwischenstopp auf einer Roadtrip-Route und für Fotografen wegen der Teeplantagen. Taman Negara für alle, die Wandern und echtes Dschungel-Gefühl suchen. Weniger geeignet für Familien mit kleinen Kindern oder alle, die es komfortabel mögen – gerade die Anreise und Unterkünfte in Taman Negara sind einfach gehalten.


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Südwestmalaysia: Kuala Lumpur & Melaka

Kuala Lumpur war für uns gleich zweimal der erste oder letzte Eindruck von Malaysia – 2023 als Zwischenstopp vor dem Flug nach Borneo, 2025 direkt als Landepunkt. Melaka kam erst 2025 dazu, als wir mit dem Bus von Kuala Lumpur aus Richtung Singapur unterwegs waren.

In Kuala Lumpur ist die Skyline rund um die Petronas Towers und den KLCC Park der offensichtliche Startpunkt, dazu Chinatown, Little India, Bukit Bintang und die Batu Caves am Stadtrand. Überrascht hat uns der KL East Park: eine Regenwald-Wanderung praktisch in Sichtweite der Skyline. Melaka steht wie George Town auf der UNESCO-Welterbeliste und vereint niederländische, portugiesische und britische Kolonialspuren, dazu der Jonker Street Night Market am Wochenende und bunte Häuser entlang des Melaka River.

Unsere Erfahrungen:

2023 sind wir fast vier Wochen in Kuala Lumpur geblieben, unter anderem weil wir von dort aus remote gearbeitet haben – gutes Internet, viele Cafés mit WLAN, eine Infrastruktur, die längere Aufenthalte einfach macht. Kulinarisch haben wir uns quer durch die Stadt gegessen, daraus ist unser eigener Food-Guide für Kuala Lumpur entstanden. Melaka wirkte im Vergleich kompakter und touristischer aufbereitet: Alles liegt näher beieinander, und man merkt, dass die Stadt stark auf Tagesausflügler aus Kuala Lumpur und Singapur ausgerichtet ist. Für einen Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Süden hat uns das gereicht.

Für wen lohnt sich Südwestmalaysia?

Kuala Lumpur für Erstbesucher, Foodies und alle, die remote arbeiten oder länger bleiben wollen. Melaka für einen kompakten Kulturtrip oder als Zwischenstopp zwischen Kuala Lumpur und Singapur. Wer Strand oder klassisches Wandern sucht, findet in beiden Städten wenig.

Borneo / Sarawak (Kuching)

Der Flug von Kuala Lumpur nach Kuching hat uns 2023 in ein Malaysia gebracht, das mit der Halbinsel kaum noch etwas gemein hat. Andere Vegetation, andere Bevölkerungsgruppen, ein spürbar anderes Tempo. Borneo war der Teil der Reise, auf den wir uns am wenigsten vorbereitet hatten und der uns am Ende am meisten gegeben hat.

Kuching selbst, die Hauptstadt Sarawaks, hat eine angenehme Waterfront am Sarawak River und eine überschaubare, gut zu Fuß erkundbare Altstadt. Der eigentliche Grund, weswegen die meisten Reisenden herkommen, liegt aber außerhalb: das Semenggoh Wildlife Centre, wo halbwilde Orang-Utans zu den Fütterungszeiten aus dem Wald kommen, und der Bako-Nationalpark mit seinen Wanderwegen durch Küstenregenwald, Mangroven und bizarre Sandsteinformationen.

Unsere Erfahrungen:

Die Orang-Utans in Semenggoh aus wenigen Metern Entfernung zu beobachten, wie sie sich durch die Baumkronen zur Fütterungsplattform hangeln, war für uns der emotionalste Moment der gesamten Malaysia-Reise. Kein Zoo, keine Gitter, einfach Tiere in ihrem Lebensraum. Bako hat das noch getoppt: Wir sind stundenlang durch schwülheiße, teils schlammige Wanderwege gelaufen, haben Nasenaffen in den Mangroven entdeckt und sind an einem der wildesten Strände gelandet, die wir in Malaysia gesehen haben. Anstrengend, verschwitzt, aber genau deshalb im Kopf geblieben.

Für wen lohnt sich Borneo?

Für Naturfans, für alle, die Wandern und Tierbeobachtungen kombinieren wollen, und für Fotografen, die etwas anderes suchen als die klassischen Malaysia-Postkartenmotive. Kein Ziel für einen entspannten Strandurlaub im klassischen Sinn – dafür ist die Region zu aktiv und die Anreise zu aufwendig. Wer aber bereit ist, sich schmutzig zu machen, bekommt hier mehr zurück als fast überall sonst im Land.


Unsere Reiserouten durch Malaysia

Unsere Thailand-Reisen führten uns auf über 4 Monate kreuz und quer durchs ganze Land. Hier zeigen wir die unsere bisherigen 3 großen Reisen durch Thailand, mit den einzelnen Stationen.

Unsere Route 2023:

Einreise nach Malaysia auf dem Landweg von Thailand

Penang / George Town

Ipoh

Cameron Highlands

Taman Negara Nationalpark

Kuala Kumpur

Borneo / Kuching

Flug nach Singapur

Unsere Route 2025:

Flug nach Kuala Lumpur

Kuala Lumpur

Melaka

Auf dem Landweg nach Singapur


Häufig gestellte Fragen zu den Regionen in Malaysia

Welche Region eignet sich für den ersten Besuch in Malaysia?

Kuala Lumpur ist für die meisten Reisenden der naheliegende Startpunkt, schon weil die meisten internationalen Flüge dort landen. Die Stadt ist gut zu Fuß und mit dem ÖPNV erschließbar, das Angebot an Unterkünften ist riesig, und man kann sich langsam an das Land gewöhnen, bevor es in ruhigere oder abgelegenere Regionen wie Taman Negara oder Borneo weitergeht. Wir würden empfehlen, mindestens drei bis vier Tage in Kuala Lumpur einzuplanen, bevor man weiterreist. Das reicht, um die wichtigsten Ecken der Stadt zu sehen, sich kulinarisch durchzuprobieren und sich an das Klima zu gewöhnen. Von Kuala Lumpur aus sind sowohl die Cameron Highlands als auch Melaka gut mit dem Bus erreichbar, was die Stadt zusätzlich zu einem praktischen Ausgangspunkt für die ersten Etappen macht.

Welche Region war für euch persönlich die schönste?

Borneo, genauer die Region um Kuching in Sarawak, war für uns das klare Highlight der Reise. Die Kombination aus dem Semenggoh Wildlife Centre mit seinen halbwilden Orang-Utans und dem Bako-Nationalpark mit seinen Küstenwanderwegen hat uns mehr gegeben als jede andere Station. Das heißt aber nicht, dass die anderen Regionen weniger wert wären. Jede hatte ihren eigenen Charakter, von der Kolonialarchitektur Penangs bis zur Ruhe in Ipoh. Borneo war für uns deshalb besonders, weil es sich am wenigsten wie eine typische Malaysia-Reise angefühlt hat und uns am meisten aus unserer Reiseroutine herausgeholt hat.

Wo lohnt sich eine Rundreise mit dem Bus?

Die malaiische Halbinsel ist für Busreisen gut geeignet. Zwischen den größeren Städten wie Kuala Lumpur, Penang, Ipoh und Melaka verkehren komfortable Fernbusse mit klimatisierten Sitzen, oft sogar mit verstellbaren Liegesitzen auf längeren Strecken. Wir sind 2023 fast die komplette Halbinsel mit dem Bus abgefahren und 2025 erneut von Kuala Lumpur über Melaka Richtung Singapur gereist. Einzig für die Cameron Highlands und Taman Negara braucht man teils zusätzliche Minivan- oder Bootsverbindungen ab den größeren Bus-Hubs. Nach Borneo kommt man dagegen nur mit dem Flugzeug, eine Busverbindung zwischen der Halbinsel und Sarawak gibt es nicht.

Welche Region eignet sich zum Wandern?

Taman Negara und der Bako-Nationalpark auf Borneo waren für uns die beiden Regionen mit dem besten Wanderangebot. Taman Negara bietet neben kürzeren Spaziergängen zum Canopy Walk auch mehrtägige Trekkingtouren tiefer in den Regenwald. Bako punktet mit kürzeren, aber landschaftlich sehr abwechslungsreichen Wegen durch Küstenregenwald und Mangroven, inklusive der Chance auf Nasenaffen-Sichtungen. Die Cameron Highlands bieten zwar ebenfalls Wanderwege, etwa zum Mossy Forest, wirkten auf uns aber touristischer und weniger ursprünglich als die beiden erstgenannten Regionen. Wer echtes Dschungel-Feeling sucht, ist in Taman Negara oder Bako besser aufgehoben.

Welche Region hat die schönsten Strände?

Das können wir ehrlicherweise nicht aus eigener Erfahrung beantworten, da wir uns auf beiden Reisen stärker auf Städte, Kultur und Regenwald konzentriert haben als auf Strandziele. Bekannt für ihre Strände sind vor allem Langkawi und die Perhentian-Inseln an der Ostküste, beide haben wir bisher nicht besucht. Was wir aus eigener Anschauung sagen können: Der Strand im Bako-Nationalpark auf Borneo war zwar kein klassisches Sonnenbadeziel, aber landschaftlich einer der wildesten Küstenabschnitte, die wir in Malaysia gesehen haben.

Welche Region ist am günstigsten?

Ipoh und die Cameron Highlands waren für uns die günstigsten Stationen, sowohl bei Unterkünften als auch beim Essen. In Ipoh bekommt man für wenig Geld gutes Essen und Kaffee, in den Cameron Highlands sind vor allem die einfacheren Guesthouses außerhalb der Hauptsaison sehr erschwinglich. Kuala Lumpur liegt preislich in der Mitte, wobei sich die Kosten stark danach richten, welches Viertel man wählt. Am teuersten war für uns Borneo, allein schon wegen der Inlandsflüge und weil Touren wie der Eintritt nach Bako oder Semenggoh zusätzliche Kosten verursachen, die auf der Halbinsel in der Form nicht anfallen.

Wie viele Regionen sollte man für eine Malaysia-Reise einplanen?

Das hängt stark davon ab, wie viel Zeit zur Verfügung steht. Für einen ersten Eindruck würden wir mindestens drei Regionen empfehlen: eine Stadt wie Kuala Lumpur, eine kulturell geprägte Region wie Penang oder Melaka, und eine Naturregion wie die Cameron Highlands oder Taman Negara. Wer wie wir auch Borneo einplanen möchte, sollte dafür mindestens eine Woche zusätzlich einrechnen, allein wegen der Flugzeiten und weil sich die Region nicht „nebenbei“ erleben lässt. Für alle, die konkrete Zeitplanung suchen, haben wir unsere komplette Route in unserem Artikel zur 3-Wochen-Reiseroute durch Malaysia zusammengefasst.

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