Essen & Trinken in Mexiko
„Typische Speisen & Getränke, die ihr in Mexiko findet.“
Wie schmeckt das Essen in Mexiko?
Drei bis vier Wochen waren wir in Mexiko unterwegs, mit Stationen in Chiapas rund um San Cristóbal de las Casas und auf der Halbinsel Yucatán, in Mérida und Valladolid. Schon nach den ersten Tagen war klar: Essen würde bei dieser Reise nicht nebenbei passieren. Wir haben auf Märkten eingekauft, an Taco-Ständen gegessen, in kleinen Familienrestaurants gesessen und ab und zu, wenn die Unterkunft eine Küche hatte, auch selbst gekocht. Dieser Mix aus Street Food, Restaurantbesuchen, Marktbummeln und eigener Küche hat uns ein ziemlich vollständiges Bild davon gegeben, wie unterschiedlich mexikanisches Essen je nach Ort schmecken kann.
Überrascht hat uns vor allem, wie wenig die mexikanische Küche mit dem zu tun hat, was hierzulande unter diesem Namen verkauft wird. Von Tex-Mex mit viel Käse und Sour Cream ist man in Mexiko weit entfernt. Stattdessen gibt es frische Salsas, viele verschiedene Chilisorten mit jeweils eigenem Charakter, Mais in gefühlt jeder erdenklichen Form und eine Küche, die von Region zu Region komplett anders schmeckt. In Chiapas war das Essen für uns eher bodenständig und einfach, in Yucatán dagegen kamen durch den Einfluss der Maya-Küche Aromen ins Spiel, die wir vorher so nicht kannten – Achiote, Bitterorange, langsam gegartes Fleisch in Bananenblättern.
Am meisten begeistert hat uns die Vielfalt an Maistortillas, Salsas und kleinen Gerichten, die man in Mexiko unter dem Sammelbegriff Antojitos zusammenfasst, also kleine Häppchen zwischendurch. Man bestellt selten nur ein Gericht, sondern eher mehrere kleine, probiert sich durch, kombiniert eigene Salsas dazu. Das hat unser Essverhalten unterwegs ziemlich verändert – wir sind viel häufiger einfach an einem Stand stehen geblieben, statt gezielt ein Restaurant anzusteuern.
Der Kochkurs in San Cristóbal de las Casas gehörte für uns persönlich zu den prägendsten Erlebnissen der ganzen Reise. Erst dort haben wir verstanden, wie viel Arbeit und Wissen in vermeintlich einfachen Gerichten steckt – wie lange eine gute Salsa eigentlich ziehen muss, welche Chilis wofür verwendet werden, wie man Tortillas von Hand formt, ohne dass sie beim Wenden auseinanderfallen. Danach haben wir viele Gerichte auf der Speisekarte mit anderen Augen gelesen.
Preislich würden wir Mexiko als Mittelklasse einordnen, ungefähr vergleichbar mit Südeuropa. Ein Teller vom Taco-Stand oder ein einfaches Gericht in einer Fonda, wie die kleinen Familienrestaurants dort heißen, kostet wenig, in Städten und touristisch stärker besuchten Orten dagegen steigen die Preise spürbar, vor allem in Restaurants, die sich klar an Besucher aus dem Ausland richten. Genaue Zahlen können wir dir nicht liefern, wir haben keine Preisliste geführt, aber der Unterschied zwischen einem Taco-Stand am Markt und einem Restaurant in der Touristenzone einer Stadt war für uns immer klar spürbar.
In diesem Artikel nehmen wir dich mit durch die mexikanische Küche, so wie wir sie in Chiapas und auf Yucatán erlebt haben. Es geht um die Gerichte, die wir probiert haben, um die Getränke, die uns begleitet haben, um unseren Kochkurs, und um ein paar praktische Dinge, die dir helfen, wenn du selbst nach Mexiko reist.

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Die mexikanische Küche auf einen Blick
Die mexikanische Küche wurde 2010 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt, was in Mexiko ziemlich oft und mit sichtbarem Stolz erwähnt wird. Nachvollziehen können wir das gut: Frische Zutaten, jahrhundertealte Techniken und eine enorme regionale Vielfalt sorgen dafür, dass sich kaum zwei Regionen des Landes kulinarisch ähneln.
Mais bildet die Basis fast aller Gerichte, sei es als Tortilla, als Tamal oder in Suppen wie Pozole. Dazu kommen Bohnen, verschiedenste Chilis – roh, geröstet, getrocknet oder eingelegt – sowie Kräuter wie Koriander und Epazote. Wer mit Chili wenig anfangen kann, muss trotzdem keine Angst vor dem Essen haben: Meist wird die Schärfe als Salsa separat dazugestellt, sodass jeder selbst dosieren kann, wie scharf es werden soll.
Regionale Unterschiede sind in Mexiko groß, größer, als wir es vorher erwartet hätten. Auf der Halbinsel Yucatán prägt die Maya-Küche viele Gerichte, mit Achiote-Paste, Bitterorange und Techniken wie dem Garen in einer Erdgrube, dem sogenannten Pib. In Oaxaca, wo wir selbst nicht waren, dominieren der Küche nach komplexe Mole-Saucen mit teils über zwanzig Zutaten. In Chiapas, wo wir mit San Cristóbal de las Casas einige Zeit verbracht haben, war die Küche für uns eher schlicht und bodenständig, geprägt von den umliegenden Hochländern, viel Mais, viel Gemüse, dazu ein außergewöhnlich guter Kaffee aus der Region.
Essenszeiten sind in Mexiko anders getaktet als bei uns. Das Mittagessen, die Comida, ist häufig die Hauptmahlzeit des Tages und wird oft erst am späten Nachmittag eingenommen, manchmal erst um drei oder vier Uhr. Das Abendessen fällt dafür meist kleiner aus, oft nur eine Quesadilla oder ein paar Tacos. Wir haben uns an diesen Rhythmus schnell gewöhnt, auch weil viele Restaurants und Fondas sich genau danach richten und mittags am vollsten sind.
Die typischen Gerichte Mexikos
🌮 Tacos
Der bekannteste Klassiker der mexikanischen Küche, und trotzdem längst nicht so einheitlich, wie man in Deutschland glauben könnte. Je nach Region und Stand werden Tacos mit Schweinefleisch, Rind, Hähnchen, Fisch oder auch nur Gemüse gefüllt, immer auf einer kleinen Maistortilla, dazu frische Salsa, Zwiebeln und Koriander.
Tacos waren bei uns in Mexiko praktisch täglich Thema, sei es zum Mittagessen an einem Stand in Valladolid oder abends in San Cristóbal, wenn wir nach einem langen Tag keine Lust mehr auf ein richtiges Restaurant hatten. Am meisten überzeugt haben uns die einfachen Stände, an denen man dem Grill direkt zuschauen kann und wo die Tortillas frisch gepresst werden – teurere Restaurantvarianten mit viel Drumherum konnten da selten mithalten.
🧀 Quesadillas
Frisch gepresste Tortillas mit geschmolzenem Käse und wahlweise Pilzen, Fleisch oder Gemüse gefüllt, meist auf dem Comal gebraten. In manchen Regionen, unter anderem in Mexiko-Stadt, wird die Frage, ob eine Quesadilla überhaupt Käse enthalten muss, ziemlich ernsthaft diskutiert.
Für uns waren Quesadillas ein zuverlässiger Snack zwischendurch, vor allem auf Märkten, wo die Stände oft mehrere Füllungen gleichzeitig anbieten und man einfach zeigen kann, worauf man Lust hat. Mit Squashblüte gefüllt, wie wir sie einmal in Mérida gegessen haben, war für uns die interessanteste Variante, deutlich spannender als die Standardfüllung mit Käse allein.
🌽 Tamales
Gedämpfter Maisteig mit Füllung aus Fleisch, Gemüse oder Käse, traditionell in Mais- oder Bananenblättern gegart. Besonders zum Frühstück oder an Feiertagen sind Tamales in Mexiko verbreitet.
Auf einem Markt in San Cristóbal haben wir Tamales zum ersten Mal richtig für uns entdeckt, warm eingewickelt und direkt von einer Frau verkauft, die sie morgens frisch zubereitet hatte. Der Unterschied zwischen den Chiapas-Tamales in Bananenblättern und den einfacheren Varianten, die wir später anderswo probiert haben, war deutlich zu schmecken – kräftiger im Geschmack und etwas aufwendiger gefüllt.
🥑 Guacamole
Die Avocadocreme aus reifen Avocados, Limettensaft, Tomaten, Zwiebeln und Koriander gehört in Mexiko zu fast jeder Mahlzeit dazu, meist als Beilage oder Dip zu Tortillachips.
Guacamole haben wir in Mexiko in einer Qualität gegessen, die uns zu Hause bisher nirgendwo untergekommen ist, einfach weil die Avocados dort deutlich reifer und aromatischer waren, als wir es kannten. Im Kochkurs in San Cristóbal haben wir gelernt, wie wenig ein gutes Guacamole eigentlich braucht – reife Avocado, Salz, Limette, fertig, alles andere ist Geschmackssache.
🥣 Pozole
Eine traditionelle Suppe aus großkörnigem Mais, sogenanntem Nixtamal, meist mit Schweine- oder Hähnchenfleisch, serviert mit Salat, Radieschen, Oregano und Limette zum Selbst-Dazugeben.
Pozole haben wir uns in San Cristóbal einmal an einem kühleren Abend bestellt, was sich als goldrichtige Entscheidung herausstellte – die Suppe ist deutlich sättigender, als sie auf den ersten Blick wirkt, und die Kombination aus warmer Brühe und den frischen, knackigen Beilagen hat uns überzeugt. Für ein zweites Mal war es uns dann fast schon zu viel auf einmal, aber probiert haben sollte man es.
🌶️ Mole
Eine der bekanntesten Saucen Mexikos, meist aus einer langen Liste an Zutaten wie verschiedenen Chilis, Gewürzen, Nüssen und einem Hauch Schokolade zubereitet. Ursprünglich stammt Mole aus Oaxaca, verbreitet ist er aber im ganzen Land.
Probiert haben wir Mole in einem traditionellen Restaurant in San Cristóbal, als Sauce zu Hähnchen. Die Komplexität der Sauce war uns beim ersten Löffel kaum bewusst, erst als wir im Kochkurs kurz darüber gesprochen haben, wie viele Zutaten und wie viel Zeit in einer guten Mole stecken, haben wir angefangen, das Gericht wirklich zu würdigen. Geschmacklich eher gewöhnungsbedürftig als sofort zugänglich, aber definitiv einen Versuch wert.
🌽 Elotes
Gegrillter Maiskolben mit Mayonnaise, Käse, Chilipulver und Limette, an fast jeder Straßenecke als Snack erhältlich. Elotes gehörten für uns zu den unkompliziertesten Straßensnacks der ganzen Reise. In Mérida haben wir sie mehrfach am Abend gekauft, wenn wir nach einem langen Tag noch etwas Kleines wollten, ohne gleich in ein Restaurant zu müssen. Die Mischung aus süßem Mais, salzigem Käse und scharfem Chilipulver klingt zunächst ungewöhnlich, funktioniert aber überraschend gut zusammen.
Typische Getränke Mexikos
☕ Mexikanischer Kaffee
Chiapas gehört zu den bekanntesten Kaffeeanbaugebieten Mexikos, und das Hochland rund um San Cristóbal de las Casas bietet mit seiner Höhenlage ideale Bedingungen für Arabica-Bohnen. Viele kleine Kooperativen bauen dort Kaffee an, oft in Bio-Qualität.
🥃 Mezcal
Der traditionelle Agavenschnaps mit seinem rauchigen Aroma stammt hauptsächlich aus Oaxaca, wird mittlerweile aber im ganzen Land ausgeschenkt und verkauft, auch in Chiapas.
🥃 Tequila
Das wohl bekannteste mexikanische Getränk stammt ursprünglich aus dem Bundesstaat Jalisco und wird ausschließlich aus der Blauen Weber-Agave hergestellt. Guter Tequila wird pur getrunken, nicht als Shot mit Salz und Zitrone, wie es außerhalb Mexikos oft üblich ist.
🍺 Bier
Mexiko gehört zu den größten Bierproduzenten der Welt, und praktisch überall im Land findest du eine gute Auswahl. Bekannte Marken sind:
- Corona
- Modelo
- Negra Modelo
- Pacifico
- Victoria
🥭 Agua Fresca
Erfrischende Mischungen aus frischen Früchten, Wasser und etwas Zucker, auf fast jedem Markt in großen Gefäßen zu finden. Beliebte Varianten sind Jamaica aus Hibiskusblüten, Horchata aus Reis und Zimt oder Tamarinde. Auf den Märkten in Mérida und Valladolid standen wir häufiger an einem Agua-Fresca-Stand, allein schon wegen der Hitze auf Yucatán. Jamaica war für uns die interessanteste Variante, leicht säuerlich und weniger süß, als wir erwartet hatten, während Horchata eher wie ein cremiges Dessertgetränk wirkte.
Restaurantstipps
In Mexiko lohnt es sich, zwischen den kleinen, oft familiengeführten Fondas und den größeren, touristisch ausgerichteten Restaurants zu unterscheiden. In den Fondas isst man meist das, was gerade gekocht wurde, oft ohne feste Speisekarte, dafür günstig und mit hausgemachtem Geschmack. Restaurants in touristischen Zonen bieten dagegen oft mehr Auswahl und englischsprachiges Personal, kosten dafür aber deutlich mehr.
Reservierungen waren in den einfachen Restaurants und Fondas, in denen wir gegessen haben, nie nötig. In gehobeneren Adressen in größeren Städten kann sich das anders verhalten, gerade an Wochenenden. Trinkgeld liegt in Mexiko üblicherweise bei 10 bis 15 Prozent der Rechnung und wird, anders als etwa in Costa Rica, nicht automatisch aufgeschlagen. Kartenzahlung hat bei uns in den meisten Restaurants gut funktioniert, an Taco-Ständen, auf Märkten und in kleineren Fondas dagegen war Bargeld fast immer die einzige Option.
Supermärkte & Selbstversorgung
Ein Teil unserer Reise, vor allem wenn die Unterkunft eine Küche hatte, haben wir selbst gekocht. Das hat sich vor allem dann gelohnt, wenn wir länger an einem Ort geblieben sind, weniger bei kürzeren Stationen, wo Straßenverkauf und Fondas ohnehin näher und einfacher waren.
Bei den Supermärkten gibt es in Mexiko eine breite Spanne. Kleine Convenience-Stores wie Oxxo findest du praktisch an jeder Ecke, gut für Wasser, Snacks oder Bier, aber mit begrenzter Auswahl an frischen Zutaten. Größere Ketten wie Chedraui, Soriana oder Walmart bieten deutlich mehr, dort haben wir die meisten unserer Einkäufe erledigt. Die eigentliche Entdeckung waren für uns aber die Mercados, die lokalen Märkte, auf denen Obst, Gemüse und Fleisch meist günstiger und frischer sind als im Supermarkt, dazu oft direkt kombiniert mit kleinen Garküchen, an denen man auch essen kann.
Preislich bewegte sich das Einkaufen für uns im mittleren Bereich, spürbar günstiger auf den Märkten als in den Supermärkten der touristischen Zonen. Wer selbst kocht, sollte sich also nicht scheuen, statt des nächsten Supermarkts lieber den örtlichen Mercado zu suchen.
Kulinarische Erlebnisse
Kochkurs in San Cristóbal de las Casas
Der Kochkurs in San Cristóbal war für uns eines der prägendsten Erlebnisse der ganzen Reise, kulinarisch wie darüber hinaus. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe und einer lokalen Köchin haben wir einen Vormittag lang mehrere Gerichte von Grund auf zubereitet, angefangen bei selbst gemachten Tortillas bis zu einer klassischen Salsa und dem Gericht, das wir am Ende gemeinsam gegessen haben.
Am meisten überrascht hat uns, wie viel Handwerk in scheinbar simplen Gerichten steckt. Eine Tortilla von Hand zu formen, sodass sie gleichmäßig dünn wird und beim Wenden auf dem Comal nicht auseinanderbricht, hat mehr Übung gebraucht, als wir gedacht hätten. Auch beim Umgang mit den verschiedenen Chilisorten haben wir einiges gelernt, welcher würzig, welcher eher fruchtig und welcher wirklich scharf ist, und wie man das in einer guten Salsa austariert.
Nach dem Kurs haben wir viele Gerichte auf mexikanischen Speisekarten anders gelesen als vorher. Wer die Zeit und Gelegenheit hat, sollte sich einen solchen Kurs während der Mexiko-Reise gönnen, gerade weil er die Küche des Landes viel greifbarer macht, als es reines Essen im Restaurant je könnte.
Unsere Rezepte aus Mexiko
Aus unserer Zeit in Mexiko haben wir bislang ein Rezept ausführlich nachgekocht und aufgeschrieben:
👉 Zu unserem Rezept für originale Tacos al Pastor
Tacos al Pastor gehörten während der Reise zu unseren absoluten Favoriten, weshalb sie auch nach der Rückkehr nicht fehlen durften. Wir haben das Rezept Schritt für Schritt nachgekocht und so aufgeschrieben, dass es sich auch mit Zutaten aus einem deutschen Supermarkt gut umsetzen lässt. Weitere landestypische Rezepte, etwa zu Guacamole oder einer klassischen Salsa, folgen eventuell nach und nach. Schau also gerne später noch einmal vorbei.

Praktische Tipps für Essen in Mexiko
- Trinkgeld: In Restaurants sind 10 bis 15 Prozent der Rechnung üblich und werden, anders als etwa in Costa Rica, nicht automatisch aufgeschlagen. An Taco-Ständen und auf Märkten ist Trinkgeld eher unüblich, ein aufgerundeter Betrag wird aber gerne genommen.
- Leitungswasser: Leitungswasser solltest du in Mexiko nicht trinken, das gilt landesweit und wird auch von den meisten Mexikanern selbst so gehandhabt. In Supermärkten und an Kiosken gibt es überall günstiges Flaschenwasser oder große Wasserballons, sogenannte Garrafones, mit denen auch viele Unterkünfte und Restaurants ihr Trinkwasser auffüllen.
- Allergien: Die Verständigung zu Allergien war für uns in touristischeren Orten wie San Cristóbal oder Mérida meist unkompliziert, in kleinen Fondas abseits davon dagegen schwieriger, weil dort oft wenig bis kein Englisch gesprochen wird. Wer auf Erdnüsse oder Meeresfrüchte reagiert, sollte besonders bei Mole und Ceviche-ähnlichen Gerichten nachfragen.
- Vegetarisch/Vegan: Rein pflanzlich zu essen ist in Mexiko machbar, aber nicht immer selbstverständlich, gerade weil viele Gerichte mit Schmalz zubereitet werden, auch wenn sie auf den ersten Blick vegetarisch wirken. Bohnen, Gemüse-Quesadillas und viele Antojitos lassen sich aber meist problemlos vegetarisch bestellen, wenn man kurz nachfragt.
- Essenszeiten: Die Comida, das mexikanische Mittagessen, findet oft erst am späten Nachmittag statt, teils erst um drei oder vier Uhr. Das Abendessen fällt entsprechend kleiner aus. Wer mittags zur klassischen deutschen Mittagszeit essen möchte, ist in vielen Fondas noch relativ allein.
- Reservierungen: In einfachen Fondas und an Ständen braucht es keine Reservierung. In gehobeneren Restaurants größerer Städte kann sich das an Wochenenden ändern, das haben wir selbst allerdings nicht getestet.
- Kartenzahlung: In Supermärkten und den meisten Restaurants funktioniert Kartenzahlung gut. An Taco-Ständen, auf Märkten und in kleineren Fondas ist Bargeld dagegen fast immer nötig.
- Hygiene bei Street Food: Uns ist unterwegs nichts passiert, was wir auf Essen zurückführen würden. Als Faustregel hat sich für uns bewährt, Stände mit sichtbar hohem Durchlauf und frisch zubereiteten Speisen zu bevorzugen, statt Angebote, die schon länger in der Sonne stehen.
Die wichtigsten Fragen zum Essen in Mexiko
Was sollte man in Mexiko unbedingt probieren?
Tacos gehören für uns zu den Dingen, die man in Mexiko einfach probiert haben sollte, am besten direkt an einem einfachen Straßenstand statt im Restaurant. Wenn du auf die Halbinsel Yucatán kommst, ist Cochinita Pibil für uns ein klarer Favorit, ebenso wie die Tamales, die wir in Chiapas gegessen haben. Wer es etwas gewagter mag, sollte Mole probieren, auch wenn die Sauce nicht auf den ersten Löffel jeden überzeugt. Dazu passt ein Café de olla oder, am Abend, ein Mezcal.
Ist Essen in Mexiko teuer?
Insgesamt würden wir Mexiko preislich mit Südeuropa vergleichen. Ein Taco vom Stand oder ein einfaches Gericht in einer Fonda kostet wenig, während Restaurants in touristischen Zonen und größeren Städten spürbar teurer werden, vor allem wenn sie sich klar an ausländische Gäste richten. Genaue Preislisten haben wir während der Reise nicht geführt, aber der Unterschied zwischen Markt und Touristenrestaurant war für uns immer deutlich zu merken. Wer Geld sparen will, isst dort, wo auch die Einheimischen essen.
Kann man Street Food in Mexiko bedenkenlos essen?
Uns persönlich ist während der gesamten Reise nichts passiert, was wir auf Street Food zurückführen würden. Grundsätzlich gilt, was in vielen Ländern gilt: Stände mit viel Kundschaft und sichtbar frischer Zubereitung sind eine gute Wahl, während Essen, das schon länger unter der Sonne steht, eher ein Risiko ist. In größeren, touristisch erschlossenen Orten wie Mérida oder San Cristóbal haben wir uns damit durchgehend sicher gefühlt.
Gibt es in Mexiko vegetarische Gerichte?
Ja, wobei rein pflanzliches Essen nicht überall selbstverständlich ist. Viele traditionelle Gerichte werden mit Schmalz zubereitet, auch wenn sie auf den ersten Blick fleischlos wirken, weshalb Nachfragen sinnvoll ist. Bohnen, Gemüse-Quesadillas und einige der kleineren Antojitos lassen sich aber in den meisten Fondas und Restaurants problemlos vegetarisch bestellen. Wer streng vegan reist, sollte sich auf etwas mehr Aufwand bei der Auswahl einstellen, vor allem außerhalb der größeren Städte.
Wie viel Trinkgeld ist in Mexiko üblich?
In Restaurants sind 10 bis 15 Prozent der Rechnung ein üblicher Richtwert und werden, anders als in manchen anderen Ländern Mittelamerikas, nicht automatisch als Servicegebühr aufgeschlagen. An Taco-Ständen und auf Märkten wird kein Trinkgeld erwartet, ein aufgerundeter Betrag kommt aber gut an. In Bars für Getränke gilt eine ähnliche Faustregel wie im Restaurant.
Kann man in Mexiko Leitungswasser trinken?
Nein, davon raten wir ab, und das gilt landesweit, unabhängig davon, in welcher Region du unterwegs bist. Selbst viele Mexikaner trinken kein Leitungswasser, sondern greifen auf Flaschenwasser oder große Wasserballons zurück, sogenannte Garrafones, mit denen auch Restaurants und Unterkünfte ihr Trinkwasser auffüllen. Für unterwegs war eine eigene Flasche zum Nachfüllen bei uns praktischer als ständig neue kleine Plastikflaschen zu kaufen.
Welche Getränke sind in Mexiko typisch?
Neben Kaffee, der vor allem aus Regionen wie Chiapas stammt, sind Mezcal und Tequila die bekanntesten alkoholischen Getränke des Landes, dazu eine große Auswahl an Bieren wie Corona, Modelo oder Negra Modelo. Nicht-alkoholisch sind vor allem die Aguas Frescas verbreitet, erfrischende Mischungen aus Früchten, Wasser und etwas Zucker, die auf praktisch jedem Markt angeboten werden.
Gibt es in Mexiko gute Supermärkte?
Ja, die Auswahl reicht von kleinen Convenience-Stores wie Oxxo, die es an fast jeder Ecke gibt, bis zu größeren Ketten wie Chedraui, Soriana oder Walmart mit breiterem Sortiment. Für frisches Obst, Gemüse und Fleisch war aus unserer Erfahrung aber meist der Mercado die bessere Adresse, der lokale Markt, wo die Preise niedriger und die Ware oft frischer waren als im Supermarkt.
