Japan Rundreise 4 Wochen
Die perfekte Reiseroute
Vier Wochen sind die Reisedauer, ab der Japan anfängt, sich wirklich zu öffnen. Mit drei Wochen kommt man an den Klassikern und ein paar Nebenrouten vorbei, mit vier Wochen bleibt genug Zeit, um eine ganze weitere Hauptinsel zu integrieren, ohne dabei durch die Route zu hetzen. Diese Tour führt von Tokio über die japanischen Alpen, die alte Kaiserstadt Kyoto und die Kunstinsel Naoshima bis nach Shikoku und schließlich nach Kyushu im Süden – eine Region, die selbst erfahrene Japan-Reisende häufig auslassen, weil sie in zwei- oder dreiwöchigen Routen schlicht keinen Platz findet.
Der Aufbau folgt einer klaren Logik von Nord nach Süd, mit einem bewussten Umweg über die Berge, bevor es an die Küste und schließlich über zwei kleinere Inseln bis in den Südwesten des Landes geht. Auf die Dichte Tokios folgt die Ruhe der Berge um Hakone und Takayama, auf das Tempelrauschen Kyotos ein Kloster auf 800 Metern Höhe, auf die Kunstinsel Naoshima das bodenständige Shikoku und am Ende Kyushu mit seinen Vulkanen, Onsen-Städten und einer Geschichte, die sich stark von der des restlichen Landes unterscheidet.
Transportiert wirst du auf dieser Route fast durchgehend mit dem Zug. Der Shinkansen deckt die langen Distanzen zwischen den Großstädten ab, für einzelne Bergstrecken wie zwischen Kanazawa und Takayama sowie für die Fahrt zwischen Shikoku und Kyushu kommen Bus und Fähre dazu. Ein Mietwagen ist für diese Route nicht notwendig – wer aber ohnehin gerne selbst fährt, kann für den Abschnitt in Kyushu, wo die Sehenswürdigkeiten weiter auseinanderliegen, über einen Leihwagen nachdenken.
Diese Route eignet sich für Individualreisende, Paare und alle, die bereits eine erste Japan-Reise hinter sich haben oder sich auf ein Land einlassen möchten, das abseits der Großstädte deutlich weniger auf internationale Gäste ausgerichtet ist. Wer zum ersten Mal nach Japan reist, kommt ebenfalls gut zurecht, sollte sich aber bewusst sein, dass diese Route mehr Bewegung und weniger Verweildauer an einzelnen Orten bedeutet als eine reine Drei-Städte-Reise.

Die Route durch Japan auf einen Blick
⏳ Reisedauer: 28 Tage
📍 Reiseart: Rundreise
🚗 Transport: Zug (Shinkansen), Bus, Fähre
💰 Budget: Mittelklasse
🏛️ Perfekt für: Individualreisende, Paare, Reisende mit etwas Erfahrung
☀️ Highlight: Ferry-Überfahrt von Shikoku nach Kyushu
Routenübersicht
| Reisetag | Ort | Übernachtungen |
| Tag 1–4 | Tokio | 4 |
| Tag 5–6 | Hakone | 2 |
| Tag 7–8 | Kanazawa | 2 |
| Tag 9–10 | Takayama | 2 |
| Tag 11–13 | Kyoto | 3 |
| Tag 14–15 | Osaka | 2 |
| Tag 16 | Koyasan | 1 |
| Tag 17–18 | Hiroshima & Miyajima | 2 |
| Tag 19–20 | Naoshima | 2 |
| Tag 21–22 | Matsuyama (Shikoku) | 2 |
| Tag 23 | Beppu / Yufuin | 1 |
| Tag 24–25 | Fukuoka | 2 |
| Tag 26–27 | Nagasaki | 2 |
| Tag 28 | Rückreise über Fukuoka Airport | – |
Tag 1–4: Tokio
Vier Tage für die größte Stadt der Welt
Mit über 37 Millionen Einwohnern im Großraum ist Tokio die größte Metropolregion der Welt, und vier Tage sind eigentlich immer noch knapp – reichen aber, um über die üblichen Pflichtstationen hinauszukommen und auch einen Tagesausflug einzuplanen. Sinnvoll ist es, die Stadt in Etappen zu erkunden: ein Tag für Asakusa und den Blick vom Tokyo Skytree, ein Tag für Shibuya, Harajuku und Shinjuku, ein Tag für ruhigere Viertel wie Yanaka oder Kagurazaka, und ein vierter Tag für einen Ausflug nach Kamakura.
Kamakura, gut eine Stunde südlich von Tokio, war im 12. und 13. Jahrhundert selbst kurzzeitig Regierungssitz Japans und ist heute vor allem für seinen großen sitzenden Buddha bekannt, der seit Jahrhunderten unter freiem Himmel steht. Die Kleinstadt liegt direkt am Meer, was für einen angenehmen Kontrast zur Dichte Tokios sorgt, und lässt sich gut mit einem Strandspaziergang oder einem Abstecher zum Tempel Hase-dera verbinden.
Der Jetlag aus Europa verschiebt die innere Uhr um sieben bis acht Stunden, was in den ersten Tagen zu früher Müdigkeit am Abend und frühem Aufwachen führt. Dieser Rhythmus lässt sich gut nutzen: Der Toyosu-Fischmarkt mit seiner Thunfischauktion beginnt bereits am frühen Morgen, und wer ohnehin wach ist, verpasst dadurch nichts.
Tokio eignet sich für praktisch jede Zielgruppe – von Food-Fans über Architekturinteressierte bis zu Menschen, die einfach eine der größten und dichtesten Städte der Welt erleben wollen. Bei vier Tagen lohnt sich außerdem etwas mehr Zeit für einzelne Museen, etwa das Teamlab Planets mit seinen interaktiven Lichtinstallationen oder das Edo-Tokyo-Museum zur Stadtgeschichte.
Highlights
- Senso-ji-Tempel und Nakamise-dori in Asakusa
- Shibuya Crossing und Aussicht vom Shibuya Sky
- Toyosu-Fischmarkt am frühen Morgen
- Tagesausflug nach Kamakura mit dem großen Buddha
- Altstadtviertel Yanaka abseits der Touristenrouten
Transport
Die meisten internationalen Flüge* landen auf dem Flughafen Haneda oder Narita. Haneda liegt näher am Zentrum, die Zugfahrt dauert etwa 30 Minuten, von Narita eher 60 bis 90 Minuten. Innerhalb der Stadt bist du mit der U-Bahn am schnellsten unterwegs, eine aufladbare IC-Karte (Suica oder Pasmo) lohnt sich vom ersten Tag an. Nach Kamakura fährst du direkt mit der JR Yokosuka-Linie ab Tokio Station.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel Villa Fontaine Tokyo-Shiodome* – gute Anbindung an die Yamanote-Linie, Doppelzimmer mit Frühstück ab ca. 110 Euro
- Shibuya Granbell Hotel* – zentral in Shibuya, modern eingerichtet, ab ca. 130 Euro
- Sotetsu Fresa Inn Nihombashi* – solide Business-Hotel-Kette, ab ca. 90 Euro
Unser Tipp: Reserviere den vierten Tag bewusst für Kamakura statt für ein weiteres Tokio-Viertel. Der Kontrast zwischen Küstenkleinstadt und Millionenmetropole macht deutlich, wie unterschiedlich Japan innerhalb kurzer Zugdistanzen sein kann.
-> Unseren Artikel zu Tokio mit allen Highlights und Tipps, findest Du Hier!

Anzeige*
Die besten Unterkünfte in Japan – hier haben wir übernachtet:
Righa Place Higobashi* in Osaka
Travelodge* in Kyoto
Takadanobaba Appartement* in Tokyo
Tag 5–6: Hakone
Vulkanlandschaft mit Blick auf den Fuji
Hakone ist eine der klassischsten Kurzreise-Destinationen Japans, und das aus gutem Grund: In gut anderthalb Stunden von Tokio erreichbar, bietet die Region heiße Quellen, Seen, aktiven Vulkanismus und bei klarem Wetter freie Sicht auf den Fuji. Für internationale Reisende, die selten Gelegenheit haben, ein japanisches Onsen-Erlebnis in ruhiger Naturkulisse zu erleben, ist Hakone eine der zugänglichsten Optionen im ganzen Land.
Der sogenannte Hakone-Rundkurs verbindet Kabelbahn, Seilbahn, Schiff und Bus zu einer Route durch die gesamte Region: von der Talstation über den Owakudani-Kessel mit seinen schwefelgelben Dampfschwaden bis zum Ashi-See, auf dem ein nachgebautes Piratenschiff verkehrt. Wer die schwarzen Eier probieren möchte, die in den heißen Quellen von Owakudani gekocht werden und angeblich das Leben verlängern, findet dort entsprechende Stände – ein kleiner, aber beliebter Programmpunkt.
Zwei Tage geben genug Zeit, um den Rundkurs in Ruhe zu fahren und mindestens eine Nacht in einem Ryokan mit eigenem Onsen zu verbringen, was zum eigentlichen Erlebnis dieser Station gehört. Hakone eignet sich besonders für Reisende, die zum ersten Mal ein traditionelles japanisches Bad ausprobieren möchten, ist aber auch für Naturinteressierte attraktiv, die dem Stadttrubel für ein, zwei Tage entkommen wollen.
Highlights
- Owakudani-Vulkankessel mit schwarzen Eiern
- Bootsfahrt auf dem Ashi-See* mit Fuji-Blick bei klarem Wetter
- Übernachtung in einem Ryokan mit eigenem Onsen
- Hakone Open-Air Museum mit Skulpturen in Naturkulisse
- Hakone-Rundkurs* mit Kabelbahn, Seilbahn und Bus
Transport
Von Tokio nach Hakone fährst du am besten mit dem Odakyu Romancekurs-Express direkt ab Shinjuku, die Fahrt dauert rund 85 Minuten. Vor Ort lohnt sich der Hakone Free Pass, der sämtliche lokalen Verkehrsmittel des Rundkurses abdeckt und sich bereits nach wenigen Fahrten amortisiert.
Unterkunftsempfehlungen
- Hakone Yumoto Onsen Yumoto Fujiya Hotel* – klassisches Ryokan mit eigenem Onsen, ab ca. 150 Euro
- Hakone Kowakien Ten-yu* – moderner mit Zimmer-eigenem Bad, ab ca. 180 Euro
Unser Tipp: Plane deinen Rundkurs so, dass du am Owakudani-Kessel bist, sobald er öffnet – bei starkem Wind oder erhöhter vulkanischer Aktivität wird die Seilbahnstrecke dort gelegentlich kurzfristig gesperrt, und ein früher Besuch reduziert das Risiko, den Programmpunkt komplett zu verpassen.

Anzeige*
Tag 7–8: Kanazawa
Kunsthandwerk und ein Garten, der zu den schönsten Japans zählt
Kanazawa gilt zwar seit dem Shinkansen-Anschluss 2015 nicht mehr als echter Geheimtipp, bleibt im Vergleich zu Kyoto aber angenehm ruhig. Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg kaum bombardiert wurde, sind hier historische Viertel erhalten geblieben, die es andernorts in Japan in dieser Form nicht mehr gibt.
Zentrum eines Besuchs ist der Kenroku-en, einer der drei traditionell als schönste geltenden Gärten Japans, direkt angrenzend an die weiß gemauerte Burg Kanazawa. Sehenswert sind außerdem das Altstadtviertel Higashi Chaya mit seinen Teehäusern und Goldblatt-Werkstätten sowie das Samurai-Viertel Nagamachi mit seinen Lehmmauern und kleinen Kanälen. Kulinarisch ist die Stadt für ihren Fischmarkt Omicho bekannt, auf dem frischer Fisch aus dem Japanischen Meer verkauft wird – ein deutlicher Unterschied zur Auswahl in Tokio oder Osaka.
Zwei Tage reichen aus, um Kanazawa in einem entspannten Tempo zu erkunden. Die Stadt eignet sich für alle, die traditionelles Kunsthandwerk, ruhige Gartenanlagen und gute Küche ohne die Menschenmassen von Kyoto erleben möchten.
Highlights
- Kenroku-en, einer der drei berühmtesten Gärten Japans
- Burg Kanazawa
- Altstadtviertel Higashi Chaya mit Goldblatt-Handwerk
- Samurai-Viertel Nagamachi
- Omicho-Fischmarkt
Transport
Von Hakone fährst du zunächst zurück nach Odawara und steigst dort auf den Hokuriku-Shinkansen um, der über Tokio nach Kanazawa führt – insgesamt dauert die Verbindung etwa dreieinhalb Stunden. Der JR Pass deckt diese Strecke vollständig ab. Innerhalb der Stadt bist du am besten zu Fuß oder mit dem lokalen Rundbus unterwegs.
Unterkunftsempfehlungen
- Kanazawa Tokyu Hotel* – zentral gelegen, unweit des Bahnhofs, ab ca. 100 Euro
- Musashi Ryokan* – kleines, traditionelles Ryokan, ab ca. 120 Euro
Unser Tipp: Besuche den Kenroku-en früh am Morgen kurz nach Öffnung – dann ist er noch fast menschenleer, und das Licht steht besonders günstig für Fotos der Teiche und Steinlaternen.

Tag 9–10: Takayama
Fachwerkgassen und ein Tagesausflug ins Weltkulturerbe-Dorf
Takayama liegt eingebettet in den japanischen Alpen und hat sich seinen historischen Ortskern bis heute bewahrt. In der Altstadt Sanmachi Suji reihen sich dunkle Holzfassaden, alte Sake-Brauereien und kleine Handwerksläden aneinander, gewachsen statt museal aufbereitet – viele Gebäude werden noch immer bewohnt oder als Geschäft genutzt.
Der eigentliche Grund für zwei Tage in dieser Region liegt außerhalb der Stadt: Shirakawa-go, das Weltkulturerbe-Dorf mit seinen strohgedeckten Gassho-zukuri-Bauernhäusern, ist von Takayama aus in gut 50 Minuten mit dem Bus erreichbar. Die steilen, dreieckigen Dächer wurden ursprünglich so gebaut, damit der schwere Schnee der Region leichter abrutscht.
Takayama selbst lässt sich in einem halben Tag zu Fuß erkunden, weshalb sich der zweite Tag gut für den Ausflug nach Shirakawa-go anbietet. Die Region eignet sich besonders für Reisende, die dem reinen Stadthopping entkommen möchten, ist aber auch für Kulinarik-Fans interessant: Hida-Rindfleisch, eine der bekannten Wagyu-Varianten, stammt aus genau dieser Gegend.
Highlights
- Altstadtviertel Sanmachi Suji mit historischen Sake-Brauereien
- Morgenmarkt entlang des Miyagawa-Flusses
- Tagesausflug nach Shirakawa-go*
- Takayama Jinya, ehemaliger Verwaltungssitz aus der Edo-Zeit
- Hida-Rindfleisch probieren
Transport
Von Kanazawa nach Takayama gibt es keine direkte Zugverbindung – die schnellste Option ist der Nohi-Bus, der die Strecke in rund zweieinhalb Stunden durch die Berge zurücklegt und vorab reserviert werden sollte. Für den Ausflug nach Shirakawa-go fahren ab Takayama regelmäßig Busse.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel Associa Takayama Resort* – ab Sep. 2026 Hilton Resort, etwas außerhalb des Zentrums mit Bergblick, ab ca. 115 Euro
- Best Western Hotel Takayama* – solide Mittelklasse direkt am Bahnhof, ab ca. 90 Euro
Unser Tipp: Fahre mit einem der ersten Busse nach Shirakawa-go, idealerweise vor 9 Uhr, bevor die Reisebusse aus Nagoya und Takayama eintreffen und sich das Dorf füllt.


Anzeige*
Baedeker Reiseführer Japan
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über die Insel selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder aus 2022 sozusagen.
Japan – zwischen Kirschblüten und Sushi: Praktischer Reiseführer
Dieses Buch ist gespickt mit vielen Informationen rund um das Land, die Kultur und die Sehenswürdigkeiten. Eine Alternative zum herkömmlichen Reiseführer und mit 163 Seiten kurz und knackig. Aktuell von 2023.
Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald
Eigentlich ist es völlig unmöglich, nach Japan zu reisen, ohne sich dabei unsäglich zu blamieren. In 50 humoristischen und auf Augenhöhe erzählten Episoden berichten die Autoren über Stolpersteine der japanischen Etikette. Auf witzige und spannende Art erfährt man im Fettnäpfchenführer auch viel über das Land.
Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan
Sumo, Sony und Sashimi: So viel Japan kennt jeder. Mangas, Karaoke und andere Importe gehören längst auch bei uns dazu – und doch ist uns ihre Heimat fremd. Wer Lust auf unterhaltsame Lektüre hat und mal etwas anderes lesen möchte als den klassischen Reiseführer der ist hier richtig.
Tag 11–13: Kyoto
Die alte Kaiserstadt zwischen Tempeln, Gassen und Bambuswald
Kyoto war über tausend Jahre lang die Hauptstadt Japans, und dieser Status ist bis heute spürbar. Mit über 1.600 buddhistischen Tempeln und rund 400 Shinto-Schreinen ist die Dichte an historischen Bauwerken so hoch wie sonst nirgends im Land, verteilt über mehrere, teils weit auseinanderliegende Stadtteile.
Drei Tage reichen für die wichtigsten Ecken: Higashiyama im Osten mit dem Kiyomizu-dera-Tempel und den Gassen von Sannenzaka und Ninenzaka, Arashiyama im Westen mit dem Bambushain und der Tenryu-ji-Tempelanlage, sowie das Fushimi Inari-Schreingelände mit seinen tausenden Torii-Toren. Wer früh am Morgen dort ist, bevor die Reisebusse eintreffen, erlebt einen völlig anderen Ort als am Nachmittag.
Kyoto ist außerdem der ideale Ausgangspunkt für einen Tagesausflug nach Nara, das nur eine knappe halbe Stunde entfernt liegt und mehrere hundert frei herumlaufende Rehe im Nara-Park sowie den Tempel Todai-ji mit einer der größten Bronze-Buddha-Statuen Japans zu bieten hat. Kyoto eignet sich für praktisch jede Zielgruppe, verlangt aber etwas Geduld an den bekanntesten Orten, besonders zur Kirschblüte und im Herbst während der Laubfärbung.
Highlights
- Fushimi Inari-Schrein mit den Torii-Toren-Wegen
- Bambushain und Tenryu-ji-Tempel in Arashiyama
- Kiyomizu-dera und die Altstadtgassen Higashiyama
- Gion, das traditionelle Geisha-Viertel
- Tagesausflug nach Nara mit dem Todai-ji-Tempel
Transport
Von Takayama nach Kyoto fährst du am besten mit dem Zug über Nagoya, wo du auf den Shinkansen umsteigst – insgesamt rund drei Stunden. Innerhalb Kyotos kommst du mit Bussen gut voran, da das U-Bahn-Netz nur zwei Linien umfasst.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel Ethnography Nijo Aburanokoji* – ruhige Lage nahe der Burg Nijo, ab ca. 105 Euro
- Kyoto Central Inn* – zentrale Business-Hotel-Kette nahe dem Bahnhof, ab ca. 85 Euro
- Gion Ryokan Q-beh* – kleines, minimalistisches Ryokan im Geisha-Viertel Gion, ab ca. 140 Euro
Unser Tipp: Starte den Besuch bei Fushimi Inari vor 7 Uhr morgens. Wer die oberen Torii-Wege bei Sonnenaufgang erreicht, hat sie oft für sich allein.
-> Unseren Artikel zu Kyoto mit allen Highlights und Tipps, findest Du Hier!

Tag 14–15: Osaka
Streetfood-Hauptstadt mit eigenem Rhythmus
Osaka wird von vielen Reisenden nur als Zwischenstation wahrgenommen, was der Stadt nicht gerecht wird. Osaka tickt spürbar anders als Tokio oder Kyoto: direkter, lauter, weniger förmlich – das zeigt sich schon im lokalen Dialekt und dem trockenen Humor, für den die Stadt in ganz Japan bekannt ist.
Kulinarisch ist Osaka Japans inoffizielle Streetfood-Hauptstadt. Im Viertel Dotonbori, mit seinen riesigen, beleuchteten Werbetafeln über dem gleichnamigen Kanal, reihen sich Stände für Takoyaki und Okonomiyaki aneinander – beide Gerichte stammen genau von hier. Neben dem Essen lohnt sich ein Besuch der Burg Osaka sowie ein Abstecher ins Retro-Viertel Shinsekai aus den 1950er-Jahren.
Zwei Tage reichen aus, um die Stadt kennenzulernen, ohne sie erschöpfend abzuarbeiten – Osaka ist eher ein Ort zum Erleben als zum Abhaken einer Sehenswürdigkeitenliste und eignet sich besonders für Foodies und alle, die nach der zurückhaltenderen Stimmung Kyotos wieder etwas mehr urbane Energie suchen.cht.
Highlights
- Dotonbori mit Streetfood und Leuchtreklame
- Burg Osaka und der umliegende Park
- Kuromon-Ichiba-Markt für frischen Fisch und Snacks
- Retro-Viertel Shinsekai mit dem Tsutenkaku-Turm
- Takoyaki und Okonomiyaki probieren
Transport
Von Kyoto nach Osaka verkehren mehrmals stündlich Züge, die Fahrt dauert je nach Verbindung 15 bis 30 Minuten. Innerhalb Osakas ist die U-Bahn das schnellste Fortbewegungsmittel.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel Monterey Osaka* – europäisch anmutendes Mittelklasse-Hotel nahe Dotonbori, ab ca. 100 Euro
- Cross Hotel Osaka* – zentral am Dotonbori-Kanal gelegen, ab ca. 110 Euro
- Namba Oriental Hotel* – ruhiger gelegen, aber fußläufig zum Zentrum, ab ca. 90 Euro
Unser Tipp: Iss Takoyaki nicht am ersten Stand, den du siehst, sondern vergleiche vorher zwei oder drei Buden – die Unterschiede in Teigkonsistenz und Füllung sind größer, als man erwarten würde.
-> Unseren Artikel zu Osaka mit allen Highlights und Tipps, findest Du Hier!

Tag 16: Koyasan
Übernachtung im buddhistischen Kloster
Koyasan ist eine der wenigen Stationen dieser Route, an denen die Übernachtung selbst zum Erlebnis wird. Auf einem bewaldeten Bergplateau auf etwa 800 Metern Höhe liegt das Zentrum des Shingon-Buddhismus, mit mehr als hundert Tempeln, von denen viele Gäste in einfachen Klosterzimmern beherbergen – inklusive vegetarischer Mönchsküche und der Möglichkeit, an einer frühmorgendlichen Zeremonie teilzunehmen.
Tagsüber lohnt sich ein Spaziergang durch den Okunoin-Friedhof, den größten Friedhof Japans, auf dem zwischen jahrhundertealten Zedern über 200.000 Grabsteine liegen. Am eindrucksvollsten ist der Weg am späten Nachmittag, wenn Licht und Nebel eine fast unwirkliche Stimmung erzeugen. Ein Tag reicht aus, um sowohl den Friedhof als auch den zentralen Tempelkomplex Kongobu-ji zu besuchen.
Koyasan ist kein Ort für alle – wer mit einfachen Zimmern ohne Privatbad nichts anfangen kann, sollte diese Station eher überspringen. Für alle anderen ist es einer der Orte, an die man sich am längsten erinnert.
Highlights
- Okunoin-Friedhof mit dem Mausoleum von Kobo Daishi
- Kongobu-ji, Haupttempel der Shingon-Sekte
- Übernachtung in einem Shukubo (Tempelunterkunft)
- Vegetarische Mönchsküche (Shojin Ryori)
- Morgendliche Gebetszeremonie (optional)
Transport
Von Osaka nach Koyasan fährst du mit der privaten Nankai-Linie ab Bahnhof Namba, die Fahrt dauert etwa 80 Minuten bis zur Talstation, von wo eine Seilbahn den letzten, steilen Abschnitt zurücklegt. Der JR Pass gilt hier nicht.
Unterkunftsempfehlungen
- Shukubo Eko-in* – bekanntes Tempelgästehaus mit Abendmeditation, ab ca. 130 Euro
- Shukubo Fukuchiin – Tempelunterkunft mit eigenem Garten, ab ca. 120 Euro
- Shukubo Rengejoin* – etwas ruhiger gelegen, mit Onsen-Bad, ab ca. 135 Euro
Unser Tipp: Nimm nach Möglichkeit an der Abendführung durch den Okunoin-Friedhof teil, die viele Tempelunterkünfte anbieten.

Tag 17–18: Hiroshima & Miyajima
Erinnerungsort und Torii im Wasser
Hiroshima ist untrennbar mit dem 6. August 1945 verbunden, und der Besuch des Friedensparks sowie des Friedensmuseums gehört zu den emotional stärksten Programmpunkten dieser Reise. Die Ruine der Atombombenkuppel, direkt am Fluss gelegen, wurde bewusst nicht restauriert. Der Besuch braucht Zeit und sollte nicht zwischen zwei andere Programmpunkte gequetscht werden.
Die Stadt selbst hat sich zu einer modernen, grünen Großstadt entwickelt, die neben dem Gedenken auch für ihre eigene Version des Okonomiyaki bekannt ist. Der zweite Tag gehört der vorgelagerten Insel Miyajima mit dem roten Torii-Tor des Itsukushima-Schreins, das bei Flut scheinbar im Meer schwimmt, sowie einer Seilbahnfahrt auf den Berg Misen mit Blick über das Seto-Inlandmeer.
Highlights
- Friedenspark und Atombombenkuppel in Hiroshima*
- Friedensmuseum (Zeit für den Besuch einplanen)
- Itsukushima-Schrein mit dem schwimmenden Torii auf Miyajima*
- Seilbahn und Wanderung auf den Berg Misen
- Hiroshima-Style Okonomiyaki probieren
Transport
Von Osaka nach Hiroshima fährst du mit dem Sanyo-Shinkansen, die Fahrt dauert je nach Zugtyp zwischen 90 Minuten und etwas über zwei Stunden. Nach Miyajima gelangst du über eine kurze Bahnfahrt zum Fährhafen Miyajimaguchi und eine anschließende Fährfahrt von etwa zehn Minuten.
Unterkunftsempfehlungen
- Hiroshima Washington Hotel* – zentrale Lage nahe der Straßenbahnhaltestellen, ab ca. 90 Euro
- Courtyard by Marriott Hiroshima* – moderner Standard, ab ca. 120 Euro
- Sekitei* (auf Miyajima) – kleines Ryokan mit Blick Richtung Meer, ab ca. 150 Euro
Unser Tipp: Plane den Besuch bei Miyajima so, dass du sowohl Flut als auch Ebbe erlebst – beide Ansichten des Torii-Tors sind sehenswert, aber komplett unterschiedlich.

Tag 19–20: Naoshima
Kunstinsel im Seto-Inlandmeer
Auf einer kleinen Insel im Seto-Inlandmeer hat der Konzern Benesse seit den 1990er-Jahren mehrere Museen und Kunstinstallationen bauen lassen, unter anderem das Chichu Art Museum des Architekten Tadao Ando, das größtenteils unterirdisch angelegt ist. Dazu kommen Außeninstallationen, am bekanntesten die gelbe Kürbis-Skulptur von Yayoi Kusama am Hafen.
Was Naoshima besonders macht, ist die Kombination aus zeitgenössischer Kunst und einem gleichzeitig bodenständigen Inselleben: Fischerboote liegen neben Kunstinstallationen, und im Dorf Honmura haben lokale Künstler leerstehende traditionelle Häuser in kleine Kunstwerke verwandelt. Zwei Tage geben genug Zeit für die großen Museen und die kleineren Installationen.
Naoshima eignet sich in erster Linie für kunst- und designinteressierte Reisende, ist aber auch für alle attraktiv, die nach der urbanen Dichte von Osaka und Hiroshima eine langsamere, insulare Atmosphäre suchen.
Highlights
- Chichu Art Museum von Tadao Ando
- Kusamas gelbe Kürbis-Skulptur am Hafen
- Art House Project im Dorf Honmura
- Benesse House Museum mit Blick aufs Meer
- Radtour über die Insel (Leihräder verfügbar)
Transport
Von Hiroshima nach Naoshima führt die Anreise über Okayama: mit dem Shinkansen in rund 40 Minuten, von dort mit einer Regionalbahn weiter nach Uno und anschließend mit der Fähre nach Naoshima – insgesamt etwa zweieinhalb bis drei Stunden.
Unterkunftsempfehlungen
- Benesse House – direkt in eines der Museumsgebäude integriert, ab ca. 250 Euro
- My Naoshima Hotel or Villa* – Mittelklasse-Option mit Frühstück, ab ca. 110 Euro
Unser Tipp: Reserviere die Tickets für das Chichu Art Museum vorab online – der Einlass ist auf eine begrenzte Besucherzahl pro Zeitfenster beschränkt.

Tag 21–22: Matsuyama (Shikoku)
Heiße Quellen und Japans älteste Burg
Shikoku ist die kleinste der vier japanischen Hauptinseln und wird von den meisten internationalen Reisenden komplett ausgelassen. Matsuyama, die größte Stadt der Insel, ist bekannt für die Burg Matsuyama mit ihrem original erhaltenen Hauptturm und das Dogo Onsen, eines der ältesten Thermalbäder Japans mit über tausendjähriger Geschichte.
Das Dogo Onsen diente Berichten zufolge als eine der Inspirationsquellen für das Badehaus in Miyazakis Film „Chihiros Reise ins Zauberland“. Zwei Tage reichen für Matsuyama: ein Tag für die Burg und das historische Zentrum, ein zweiter für das Onsen-Viertel und einen Ausflug an die Küste. Shikoku ist zudem für den 88-Tempel-Pilgerweg bekannt, der die gesamte Insel umrundet – ein kleiner Eindruck davon lässt sich über einen Besuch eines der Pilgertempel in Matsuyama gewinnen.
Highlights
- Burg Matsuyama mit Blick über die Stadt
- Dogo Onsen, eines der ältesten Bäder Japans
- Bummel durch die Einkaufsstraße Okaido
- Ishite-ji, einer der Tempel des Shikoku-Pilgerwegs
- Straßenbahnfahrt durch die Stadt
Transport
Von Naoshima reist du über Okayama zurück und nimmst dort den Marine Liner nach Takamatsu, anschließend mit dem Limited-Express-Zug weiter nach Matsuyama – insgesamt rund drei Stunden.
Unterkunftsempfehlungen
- Dogo Yaya* – modernes Ryokan direkt im Onsen-Viertel, ab ca. 140 Euro
- Matsuyama Washington Hotel Honkan* – zentrale Business-Hotel-Option, ab ca. 85 Euro
- Hotel JAL City Matsuyama* – solide Mittelklasse nahe dem Stadtzentrum, ab ca. 100 Euro
Unser Tipp: Geh nicht sofort ins Hauptgebäude des Dogo Onsen, sondern probiere eines der kleineren, weniger überlaufenen Bäder im Viertel – die Wartezeit ist dort deutlich kürzer. des Torii-Tors sind sehenswert, aber komplett unterschiedlich.

Anzeige*
Tag 23: Beppu / Yufuin
Dampfende Stadt am Übergang nach Kyushu
Mit dem Wechsel von Shikoku nach Kyushu beginnt der letzte, südlichste Abschnitt dieser Route. Beppu ist Japans bekannteste Onsen-Stadt, in der buchstäblich aus dem Boden Dampf aufsteigt – über 2.800 heiße Quellen versorgen die Stadt, mehr als in jeder anderen japanischen Gemeinde. Bekanntestes Ziel sind die „Jigoku“, die neun Höllen: farbige, teils brodelnde heiße Quellen, die nicht zum Baden gedacht sind, sondern als Sehenswürdigkeit besichtigt werden.
Nur eine kurze Zugfahrt entfernt liegt Yufuin, ein deutlich ruhigerer Onsen-Ort im Tal des Yufu-Bergs, bekannt für seine kleinen Boutiquen, Kunsthandwerksläden und die Möglichkeit, tatsächlich in einem eigenen Onsen zu baden statt nur eine Höllenquelle zu besichtigen. Bei nur einem Tag lohnt es sich, sich auf einen der beiden Orte zu konzentrieren – wer baden möchte, wählt Yufuin, wer die vulkanischen Sehenswürdigkeiten sehen will, bleibt in Beppu.
Diese Station eignet sich für alle, die japanische Onsen-Kultur einmal in einer ganzen, darauf ausgerichteten Stadt erleben möchten – über das übliche Ryokan-Zimmer hinaus. Ein besonderes Highlight ist das Beppu Festival*.
Highlights
- Umi Jigoku, die bekannteste der neun „Höllen“ Beppus
- Onsen-Dampf, der sichtbar aus Straßen und Hausdächern aufsteigt
- Boutiquen und Kunsthandwerk in Yufuin
- Blick auf den Yufu-Berg
- Sandbad (Suna-yu), bei dem man in heißem Vulkansand vergraben wird
Transport
Von Matsuyama nach Beppu verkehrt mehrmals täglich eine Fähre über das Seto-Inlandmeer, die Überfahrt dauert etwa drei Stunden und ist eine der landschaftlich schönsten Strecken dieser Route. Alternativ ist eine Zug- und Busverbindung über Okayama und Kokura möglich, die aber deutlich länger dauert. Von Beppu nach Yufuin fährt ein Regionalzug in rund 50 Minuten.
Unterkunftsempfehlungen
- Beppu Umine Annex* – zentrale Lage mit eigenem Onsen, ab ca. 100 Euro
- Yufuin Lamp no Yado* – kleines Ryokan mit privatem Bad, ab ca. 150 Euro
- Sakaeya* (Yufuin) – traditionelles Gästehaus mit gutem Abendessen, ab ca. 130 Euro
Unser Tipp: Nimm die Fähre statt der Landverbindung, wenn dein Zeitplan es zulässt. Die Überfahrt durch das Seto-Inlandmeer mit seinen kleinen, bewaldeten Inseln ist einer der ruhigsten und zugleich eindrücklichsten Reiseabschnitte der gesamten Route.

Tag 24–25: Fukuoka
Kyushus junge, lebendige Hauptstadt
Fukuoka wird in Rankings zur Lebensqualität regelmäßig als eine der angenehmsten Städte Japans genannt, und das ist beim Ankommen sofort spürbar: weniger dicht als Tokio oder Osaka, mit breiteren Straßen und einer jungen, entspannten Grundstimmung. Die Stadt ist vor allem für ihre Yatai bekannt, kleine mobile Imbissstände, die abends entlang der Flüsse und Straßen aufgebaut werden und Tonkotsu-Ramen, Gyoza und gegrillte Spieße servieren.
Kulturell bietet Fukuoka mit dem Schrein Kushida-jinja und dem Tempel Tochoji, der eine der größten Holz-Buddha-Statuen Japans beherbergt, genug für einen entspannten Sightseeing-Tag. Der zweite Tag lässt sich gut für einen Bummel durch das Hafenviertel und einen längeren Yatai-Abend nutzen, an dem man von Stand zu Stand zieht statt an einem einzigen sitzen zu bleiben.
Fukuoka eignet sich besonders für alle, die kulinarisch interessiert sind und nach den eher touristisch geprägten Stationen der Route noch einmal eine Stadt erleben wollen, die spürbar auf lokales Publikum statt auf internationale Besucher ausgerichtet ist.
Highlights
- Yatai-Imbissstände entlang des Nakasu-Flussufers
- Tonkotsu-Ramen, Fukuokas kulinarisches Aushängeschild
- Kushida-jinja-Schrein
- Tochoji-Tempel mit großer Holz-Buddha-Statue
- Ohori-Park mit See und angrenzendem Burggelände
Transport
Von Beppu oder Yufuin nach Fukuoka fährst du mit dem Limited-Express-Zug nach Kokura und steigst dort auf den Kyushu-Shinkansen um, insgesamt dauert die Verbindung rund zwei Stunden. Innerhalb Fukuokas ist die U-Bahn das schnellste Verkehrsmittel, viele Ziele sind aber auch zu Fuß erreichbar.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel Clio Court Hakata* – direkt am Bahnhof Hakata, ab ca. 95 Euro
- Nishitetsu Grand Hotel* – klassisches Mittelklasse-Hotel, ab ca. 100 Euro
Unser Tipp: Setz dich an einem Yatai-Stand nicht allein an den Rand, sondern in die Mitte der Theke – an den kleinen Ständen kommt man dort schneller mit Nachbarn oder dem Koch ins Gespräch, was zum eigentlichen Reiz eines Yatai-Abends gehört.

Tag 26–27: Nagasaki
Hafenstadt mit europäischer Vergangenheit
Nagasaki nimmt unter den japanischen Großstädten eine Sonderstellung ein: Während Japan sich über Jahrhunderte weitgehend abschottete, blieb die künstliche Insel Dejima im Hafen von Nagasaki einer der wenigen Orte, an denen Handel mit dem Ausland, zunächst mit Portugal, später mit den Niederlanden, erlaubt war. Diese Geschichte ist bis heute im Stadtbild sichtbar, etwa im chinesisch geprägten Viertel Shinchi oder in den europäisch anmutenden Villen des Glover Garden.
Wie Hiroshima ist auch Nagasaki für immer mit dem 9. August 1945 verbunden. Der Friedenspark und das Atombombenmuseum dokumentieren die Ereignisse auf eine Weise, die sich deutlich von der Darstellung in Hiroshima unterscheidet, unter anderem weil Nagasakis Geschichte als internationaler Handelshafen die Erzählung zusätzlich einordnet. Ein Besuch beider Städte auf derselben Reise zeigt zwei unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe historische Ereignis.
Zwei Tage reichen für Nagasakis kompaktes Zentrum: ein Tag für Dejima, Glover Garden und das chinesische Viertel, ein zweiter für den Friedenspark und, falls Interesse besteht, eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Inasa, von dem aus man nachts einen der als schönste geltenden Ausblicke Japans hat. Nagasaki eignet sich für alle, die neben Tempeln und Naturschönheit auch Interesse an einem weniger bekannten Kapitel japanischer Geschichte haben.
Highlights
- Dejima, die künstliche Handelsinsel aus der Edo-Zeit
- Glover Garden mit europäisch geprägten Villen
- Friedenspark und Atombombenmuseum*
- Chinesisches Viertel Shinchi
- Nachtaussicht vom Berg Inasa
Transport
Von Fukuoka nach Nagasaki fährst du mit dem Kamome-Express, seit der Eröffnung des Kyushu-Shinkansen-Abschnitts auf einem Teil der Strecke als Shinkansen geführt, insgesamt dauert die Verbindung etwa eineinhalb Stunden. Innerhalb Nagasakis ist die historische Straßenbahn das praktischste Fortbewegungsmittel.
Unterkunftsempfehlungen
- Hotel New Nagasaki* – zentrale Lage nahe dem Bahnhof, ab ca. 95 Euro
- Garden Terrace Nagasaki* – etwas gehobener mit Blick über die Bucht, ab ca. 140 Euro
- Richmond Hotel Nagasaki Shian-bashi* – solide Mittelklasse im Ausgehviertel, ab ca. 90 Euro
Unser Tipp: Fahr an einem klaren Abend mit der Seilbahn auf den Berg Inasa. Die Aussicht gilt zusammen mit Hongkong und Monaco als eine der drei meistgerühmten Nachtansichten weltweit – ob der Vergleich zutrifft, muss jeder selbst beurteilen, sehenswert ist sie in jedem Fall.

Tag 28: Rückreise über Fukuoka
Von Nagasaki reist du mit dem Zug zurück nach Fukuoka, das rund eineinhalb Stunden entfernt liegt und über den internationalen Flughafen Fukuoka gute Anschlüsse für den Rückflug bietet. Wer noch etwas Zeit hat, kann den Vormittag für einen letzten Bummel durch Hakata nutzen, bevor es zum Flughafen geht.
Routenzusammenfassung
Diese Route deckt in vier Wochen mehr von Japan ab, als in kürzerer Zeit realistisch möglich ist: die klassischen Stationen Tokio, Kyoto und Osaka, die Bergregionen um Hakone und Takayama, das spirituelle Koyasan, die Kunstinsel Naoshima, das ruhige Shikoku und schließlich eine komplette Runde durch Kyushu mit Onsen-Kultur, junger Streetfood-Szene und einer eigenen historischen Perspektive in Nagasaki. Der Aufbau sorgt dafür, dass sich kein Abschnitt wiederholt anfühlt – jede Region bringt einen eigenen Rhythmus mit.
Geeignet ist diese Route für Reisende, die bereit sind, viel zu bewegen, und die den Mehrwert einer längeren, tiefer gehenden Reise dem Komfort einer reinen Drei-Städte-Tour vorziehen. Wer lieber langsamer reist, kann einzelne Kyushu-Stationen streichen und die gewonnene Zeit auf Tokio oder Kyoto verteilen.
Erweiterungsmöglichkeiten
- +3 Tage: Ein Abstecher in die Kumamoto-Region mit der Burg Kumamoto und dem Vulkan Aso, der zu den größten Calderas der Welt gehört.
- +1 Woche: Ergänze Okinawa im äußersten Süden mit subtropischem Klima, eigener Kultur und Stränden, die sich deutlich vom Rest Japans unterscheiden.
- +2 Wochen: Erweitere die Route im Norden um Tohoku mit Orten wie Sendai, Matsushima und dem Bergkloster Yamadera, sowie um Hokkaido mit Sapporo und dem Nationalpark Daisetsuzan für eine Route, die dann fast das gesamte Land von Nord bis Süd abdeckt.
Spartipps für deine Japan Rundreise
- Vergleiche vor der Buchung genau, ob ein 21- oder ein durchgehender Japan Rail Pass für diese Route günstiger ist als Einzeltickets, da mehrere Streckenabschnitte über private Bahngesellschaften laufen, die der Pass nicht abdeckt.
- Nutze Konbini für günstige Zwischenmahlzeiten, statt jede Mahlzeit im Restaurant einzuplanen.
- Reserviere Unterkünfte in Koyasan, auf Naoshima und in Hakone frühzeitig – begrenztes Angebot führt hier schneller zu höheren Preisen.
- Nimm die Fähre von Matsuyama nach Beppu statt einer Flug- oder komplizierten Landverbindung – sie ist günstiger und spart eine zusätzliche Übernachtung.
- Reise außerhalb der Kirschblüten- und Herbstlaub-Hochsaison, wenn dein Zeitplan es zulässt.
- Plane kostenlose Sehenswürdigkeiten wie den Fushimi Inari-Schrein oder die Yatai-Stände in Fukuoka bewusst ein, um Budget für kostenpflichtige Museen freizuhalten.
- Kaufe regionale Tagestickets wie den Hakone Free Pass, statt Einzelfahrscheine für jede Strecke zu lösen.
Häufige Fragen zu einer Japan Rundreise
Wie viele Tage sollte man für Japan einplanen?
Für einen ersten Überblick reichen zwei Wochen, für eine Route mit dieser Tiefe und einer zusätzlichen Insel wie Kyushu sind vier Wochen ein realistischer Richtwert. Wer weniger Zeit hat, sollte eher ganze Regionen streichen als die Aufenthaltsdauer pro Ort zu kürzen.
Wann ist die beste Reisezeit für Japan?
Frühling (März bis Mai) mit der Kirschblüte und Herbst (Oktober bis November) mit der Laubfärbung gelten als beste Reisezeiten, sind aber auch am stärksten besucht und entsprechend teurer. Für eine so lange Route lohnt sich auch ein Blick auf den Frühsommer vor der Regenzeit.
Braucht man einen Mietwagen für diese Route?
Nein, alle Stationen sind mit Zug, Bus und Fähre gut erreichbar. In der Region um Kumamoto oder Aso, falls du die Route entsprechend erweiterst, kann ein Mietwagen allerdings sinnvoll sein.
Sind Inlandsflüge auf dieser Route sinnvoll?
Bei dieser Route sind sie nicht notwendig, da Zug und Fähre alle Strecken in vertretbarer Zeit abdecken. Wer Zeit sparen möchte, könnte den Abschnitt von Matsuyama nach Kyushu alternativ fliegen, verpasst dabei aber die landschaftlich reizvolle Fährüberfahrt.
Wie teuer ist eine vierwöchige Japan-Reise ungefähr?
Für Unterkunft im Mittelklasse-Segment, Verpflegung und Transport solltest du mit etwa 100 bis 140 Euro pro Person und Tag rechnen, ohne Flüge. Über vier Wochen kommen dadurch schnell mehrere tausend Euro zusammen, weshalb sich ein genauer Kostenplan vor der Buchung lohnt.
Kann man die Route auch andersherum fahren?
Ja, ein Flug nach Fukuoka und ein Rückflug ab Tokio (oder umgekehrt) ist ebenfalls möglich und vermeidet unnötige Rückfahrten, sofern die Flugpreise das hergeben.
Ist diese Route für Anfänger geeignet?
Bedingt. Die Grundroute über Tokio, Kyoto und Osaka ist auch für Erstbesucher gut machbar, die Erweiterung nach Kyushu verlangt aber mehr Flexibilität und Offenheit für Orte mit weniger englischsprachigem Service.
Welche Kreditkarte eignet sich für Japan?
Visa und Mastercard werden mittlerweile an den meisten Orten akzeptiert, in ländlicheren Regionen ist Bargeld aber weiterhin wichtig. Eine Reisekreditkarte ohne Auslandseinsatzgebühren spart über vier Wochen spürbar Geld.
Lohnt es sich, die Route in zwei Reisen aufzuteilen?
Möglich ist das, allerdings verliert die Route dann ihren Aufbau als durchgehende Nord-Süd-Bewegung. Wer nicht die volle Zeit hat, sollte eher die Kyushu-Erweiterung komplett streichen und stattdessen die dreiwöchige Version dieser Route fahren.
☕ Hat dir dieser Artikel geholfen?
Wir hoffen, dass dir unsere Tipps bei deiner Reiseplanung weiterhelfen.
Alle Inhalte auf In X Tagen um die Welt entstehen aus unseren eigenen Reisen und unserer persönlichen Erfahrung. Wir investieren viel Zeit in Recherche, Fotografie, Videos und das Schreiben unserer Reiseberichte – damit du kostenlos von unseren Erfahrungen profitieren kannst.
Wenn dir unsere Arbeit gefällt und du unseren Reiseblog unterstützen möchtest, freuen wir uns über einen virtuellen Kaffee. 💚
Jeder Beitrag hilft uns dabei, auch in Zukunft unabhängige Reiseberichte, praktische Tipps und neue Reiseziele mit dir zu teilen.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
Nico & Katja

