Drake Bay auf der Osa-Halbinsel
Costa Rica, bevor der Dschungel übernimmt
Manche Orte fühlen sich an, als würden sie langsam hinter der Zivilisation verschwinden.
Drake Bay ist genau so ein Ort.
Schon die Anreise macht deutlich, dass Du hier nicht zufällig vorbeikommst. Egal ob mit dem Boot oder über die holprigen Straßen der Osa-Halbinsel – Drake Bay erreichst Du nur, wenn Du Dich ganz bewusst dafür entscheidest.
Und genau das macht diesen kleinen Ort so besonders.
Es gibt keine Hotelburgen, keine Reisebusse und keinen Massentourismus. Stattdessen erwarten Dich unberührte Strände, dichter Regenwald und eine Ruhe, die wir in Costa Rica nur an wenigen Orten erlebt haben.
Für uns war Drake Bay der Ort, an dem wir wirklich das Gefühl hatten, die Zivilisation hinter uns gelassen zu haben.

1. Der Ort Drake Bay
Drake Bay liegt an der Westküste der Osa-Halbinsel und ist der perfekte Ausgangspunkt für einige der spektakulärsten Naturerlebnisse Costa Ricas. Viele Reisende kommen wegen des Corcovado Nationalparks oder einer Schnorcheltour zur Isla del Caño hierher.
Wir würden jedoch sagen: Drake Bay ist weit mehr als nur ein Ausgangspunkt. Schon der Ort selbst lädt zum Entschleunigen ein. Statt Asphaltstraßen findest Du staubige Wege, kleine Unterkünfte und überall beginnt direkt hinter den Häusern der Regenwald. Gerade diese Ursprünglichkeit hat uns sofort begeistert.
Unsere Lieblingsunterkunft in Costa Rica
Von allen Unterkünften während unserer Costa-Rica-Reise ist uns eine besonders in Erinnerung geblieben. Unsere kleine Unterkunft* lag nicht direkt im Ort, sondern mitten im Dschungel. Jeden Nachmittag saßen wir auf der Terrasse oder lagen in der Hängematte und blickten direkt in den Regenwald. Wenn der tropische Regen einsetzte, entstand eine unglaubliche Atmosphäre. Während die Regentropfen auf das Dach prasselten, hörten wir Brüllaffen, Papageien und unzählige andere Geräusche aus dem Dschungel. Es waren genau diese ruhigen Momente, die Drake Bay für uns so besonders gemacht haben. Bis heute gehört diese Unterkunft zu unseren schönsten Erinnerungen an Costa Rica.


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2. Die schönsten Naturerlebnisse in Drake Bay
Drake Bay ist kein Ort, an dem Du von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fährst.
Hier besteht der Tag aus Regenwald, Meer und Natur. Viele der schönsten Erlebnisse passieren ganz nebenbei – auf einer Wanderung, während einer Bootsfahrt oder einfach beim Blick aufs Meer.
Genau das hat uns an Drake Bay so begeistert.
Der San Josecito Trail – Unsere Lieblingswanderung
Wenn Du gerne wanderst, solltest Du Dir den San Josecito Trail auf keinen Fall entgehen lassen. Der Küstenpfad beginnt direkt in Drake Bay und führt immer wieder durch den Regenwald und an einsamen Stränden entlang. Mal wanderst Du unter riesigen Bäumen, wenige Minuten später öffnet sich der Blick auf das Meer und kleine Buchten laden zu einer Pause ein. Obwohl der Weg gut ausgeschildert ist, fühlt er sich angenehm ursprünglich an. Genau das hat uns gefallen.
Unterwegs begegneten wir Affen, Papageien, Eidechsen und einer wunderschönen Schlange, die regungslos am Wegesrand lag. Gerade weil der Regenwald hier so dicht ist, lohnt es sich, langsam zu gehen und aufmerksam zu beobachten.



Unser Wal-Moment
Am Ende der Wanderung setzten wir uns einfach an den Strand. Eigentlich wollten wir nur kurz verschnaufen, bevor wir den Rückweg nach Drake Bay antraten. Plötzlich tauchten draußen auf dem Meer mehrere Buckelwale auf. Wir saßen bestimmt zwanzig Minuten einfach nur da und beobachteten sie.
Das Verrückte daran: Während wir völlig fasziniert aufs Meer schauten, liefen viele andere Wanderer an uns vorbei und machten sich auf den Heimweg. Die meisten bemerkten die Wale gar nicht. Genau solche ungeplanten Momente machen für uns den Reiz des Reisens aus.

Corcovado Nationalpark
Für viele Reisende ist Drake Bay vor allem deshalb interessant, weil von hier aus die Touren in den Corcovado Nationalpark starten. Das können wir gut verstehen. Der Corcovado zählt zu den beeindruckendsten Nationalparks Costa Ricas und gehört für viele Naturfreunde zu den absoluten Höhepunkten einer Reise.
Da wir dem Nationalpark einen eigenen ausführlichen Artikel gewidmet haben, möchten wir hier nur so viel sagen: Wenn Du genügend Zeit und Budget hast, solltest Du Dir den Corcovado Nationalpark nicht entgehen lassen. Rückblickend würden wir beim nächsten Mal sogar eine Zwei-Tages-Tour buchen. Die Tagestour war bereits beeindruckend, doch zwei Tage mitten im Regenwald würden wir heute jederzeit vorziehen.

Schnorcheln auf der Isla del Caño
Neben dem Corcovado Nationalpark gehört die Isla del Caño zu den bekanntesten Ausflugszielen rund um Drake Bay. Das geschützte Meeresreservat zählt zu den besten Schnorchel- und Tauchgebieten Costa Ricas. Mit etwas Glück begegnest Du hier Meeresschildkröten, Riffhaien, Rochen, Muränen oder riesigen Fischschwärmen. Auch die Bootsfahrt dorthin lohnt sich bereits. Gerade zwischen Juli und Oktober sowie von Dezember bis März hast Du gute Chancen, unterwegs Buckelwale oder Delfine zu sehen. Da die Schnorcheltouren nicht ganz günstig sind, würden wir sie vor allem dann empfehlen, wenn Du gerne schnorchelst oder tauchst und mehrere Tage in Drake Bay verbringst.
Whale Watching
Viele Reisende verbinden Drake Bay mit Walbeobachtungen. Grundsätzlich hast Du hier sehr gute Chancen, Buckelwale zu sehen. Unsere ehrliche Meinung ist allerdings etwas differenzierter. Wenn Du ohnehin in Drake Bay bist, lohnt sich eine Whale-Watching-Tour durchaus.
Extra wegen der Wale würden wir den langen Weg nach Drake Bay allerdings nicht auf uns nehmen. Dafür würden wir eher Uvita empfehlen, wo Walbeobachtungen ebenfalls hervorragend möglich sind und der Ort deutlich einfacher zu erreichen ist. Das Schöne an Drake Bay ist vielmehr, dass Du Wale manchmal sogar ganz ohne Tour entdecken kannst – so wie wir am Ende unserer Wanderung auf dem San Josecito Trail.
Nachtwanderung
Wenn Du den Regenwald einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchtest, können wir Dir eine geführte Nachtwanderung empfehlen. Nach Sonnenuntergang verändert sich der Dschungel komplett. Frösche beginnen zu rufen, Insekten werden aktiv und mit etwas Glück entdeckst Du Spinnen, Schlangen oder sogar Faultiere. Wie schon in Tortuguero waren wir beeindruckt, wie unglaublich gut die Guides selbst kleinste Tiere im Dunkeln entdecken konnten.
Vogelbeobachtung
Die Osa-Halbinsel gehört zu den besten Regionen Costa Ricas für Vogelbeobachtungen. Selbst wenn Du kein begeisterter Birdwatcher bist, wirst Du wahrscheinlich immer wieder Aras, Tukane oder Papageien entdecken. Wenn Du Dich besonders für Vögel interessierst, lohnt sich eine geführte Tour mit einem spezialisierten Guide. Die erfahrenen Guides erkennen viele Arten bereits an ihren Rufen und entdecken Tiere, an denen man selbst vermutlich vorbeigelaufen wäre.



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3. Beste Reisezeit für Drake Bay
Grundsätzlich kannst Du Drake Bay das ganze Jahr über besuchen. Welche Reisezeit für Dich am besten ist, hängt vor allem davon ab, was Du dort erleben möchtest.
Die Trockenzeit von Dezember bis April eignet sich besonders gut für Wanderungen, Schnorcheltouren und Ausflüge in den Corcovado Nationalpark. Die Wege sind trockener und das Meer ist häufig ruhiger – ideale Bedingungen für Bootstouren und die Isla del Caño.
Die Regenzeit hat dagegen ihren ganz eigenen Reiz. Ja, es regnet häufiger. Meist ziehen die kräftigen Schauer aber erst am Nachmittag auf. Genau dann lagen wir oft in der Hängematte unserer Unterkunft und lauschten dem Regen, während aus dem Dschungel die Rufe der Brüllaffen und Papageien zu hören waren. Außerdem wirkt der Regenwald in dieser Zeit noch grüner und lebendiger. Gleichzeitig sind deutlich weniger Besucher unterwegs. Wenn Du also vor allem Natur erleben möchtest und etwas Regen Dich nicht stört, ist auch die Regenzeit eine wunderschöne Reisezeit.

4. Unsere Unterkunftsempfehlung
Von allen Unterkünften unserer Costa-Rica-Reise ist uns eine ganz besonders in Erinnerung geblieben:
Nicht wegen Luxus. Sondern wegen der Lage. Die kleine Unterkunft liegt etwas außerhalb von Drake Bay mitten im Regenwald. Bereits der rund zwanzigminütige Spaziergang dorthin führte durch dichten Dschungel. Unser Highlight war jedoch der Balkon. Direkt davor begann der Regenwald. Fast jeden Nachmittag saßen oder lagen wir dort in der Hängematte, hörten den Regen auf das Dach prasseln und lauschten den Geräuschen des Dschungels. Brüllaffen, Papageien und unzählige andere Tiere sorgten für eine Geräuschkulisse, die wir bis heute nicht vergessen haben.
Wenn wir noch einmal nach Drake Bay reisen würden, würden wir genau diese Unterkunft wieder buchen.



5. Lohnt sich Drake Bay?
Diese Frage würden wir etwas anders beantworten als viele andere Reiseblogs.
Unsere Antwort lautet: Ja – aber nicht unbedingt für jeden.
Wenn Du zwei Wochen Zeit hast und Costa Rica zum ersten Mal bereist, würden wir wahrscheinlich eher die Karibikküste mit Puerto Viejo, Cahuita und Manzanillo empfehlen. Dort haben wir mindestens genauso viele Tiere gesehen, die Kosten sind geringer und die Reiseplanung ist einfacher. Drake Bay lohnt sich aus unserer Sicht besonders dann, wenn Du mindestens drei Wochen im Land unterwegs bist oder Deinen Fokus ganz bewusst auf die Osa-Halbinsel, den Corcovado Nationalpark und die Isla del Caño legen möchtest. Gerade dann wirst Du hier einige der ursprünglichsten Landschaften Costa Ricas erleben.

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6. Unsere Tipps für Drake Bay
Nach unserem Aufenthalt würden wir Folgendes genauso wieder machen:
- Mindestens drei Nächte bleiben.
- Den San Josecito Trail komplett laufen.
- Eine Kanutour oder Bootstour in den Corcovado Nationalpark unternehmen.
- Genügend Zeit für die Unterkunft einplanen und nicht nur unterwegs sein.
- Die Natur bewusst genießen und auch einfach einmal auf einer Bank oder am Strand sitzen bleiben. Viele besondere Momente entstehen genau dann.


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Das Handbuch führt hin zu den spektakulären Naturschauspielen und verborgenen Geheimnissen des mittelamerikanischen Tropenparadieses. Es vereint aktuelle, praktische Informationen mit spannender Reiselektüre und vermittelt mit vielen interessanten Exkursen Wissenswertes über Land und Leute. Der Allrounder sozusagen.
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FAQ zu Drake Bay
Lohnt sich Drake Bay?
Ja. Drake Bay gehört zu den ursprünglichsten Orten Costa Ricas und ist der perfekte Ausgangspunkt für den Corcovado Nationalpark und die Isla del Caño. Wenn Du Natur, Ruhe und Abenteuer suchst, wirst Du Drake Bay lieben.
Wie viele Tage sollte man in Drake Bay bleiben?
Wir empfehlen mindestens drei Nächte. So hast Du genügend Zeit für den San Josecito Trail, eine Tour in den Corcovado Nationalpark und – wenn es Dein Budget erlaubt – auch für eine Schnorcheltour zur Isla del Caño.
Braucht man einen Mietwagen?
Nicht unbedingt. Du kannst Drake Bay sowohl mit dem Boot ab Sierpe als auch mit dem Mietwagen erreichen. Wenn Du mit dem Auto unterwegs bist, solltest Du allerdings ein Fahrzeug mit Allradantrieb wählen und Dich vorab über die Straßenverhältnisse informieren.
Lohnt sich der San Josecito Trail?
Für uns eindeutig ja. Die Wanderung gehört zu den schönsten Küstenwanderungen Costa Ricas und verbindet Regenwald, einsame Strände und tolle Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Mit etwas Glück entdeckst Du unterwegs sogar Wale vor der Küste – so wie wir.
Ist Drake Bay teuer?
Ja, etwas. Schon die Anreise ist aufwendiger als in viele andere Regionen Costa Ricas. Hinzu kommen die Kosten für Touren in den Corcovado Nationalpark oder zur Isla del Caño. Gerade deshalb würden wir Drake Bay eher Reisenden empfehlen, die genügend Zeit und Budget für diese außergewöhnlichen Naturerlebnisse einplanen können.
Ist Drake Bay oder Puerto Viejo schöner?
Das lässt sich kaum vergleichen. Puerto Viejo bietet mehr Restaurants, mehr Leben und eine entspannte Karibikatmosphäre. Drake Bay fühlt sich dagegen deutlich ursprünglicher und abgelegener an. Unser persönlicher Favorit bleibt Puerto Viejo – Drake Bay ist für uns aber der Ort, an dem wir die Zivilisation am weitesten hinter uns gelassen haben.
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Nico & Katja

