Regionen in Argentinien

Argentinien ist eines der Länder, bei denen die Landkarte lügt. Auf dem Papier wirkt es wie ein einziges Reiseziel, in Wirklichkeit reist man durch mehrere völlig unterschiedliche Welten. Zwischen den bunten Bergen im Nordwesten und den Gletschern Patagoniens liegen mehr Kilometer als zwischen Berlin und Kairo – wer nur eine Region besucht, hat streng genommen nur einen Bruchteil des Landes gesehen.

Wir waren rund sieben Wochen in Argentinien unterwegs, von Ende November bis Mitte Januar, mit zwei Abstechern nach Chile. Unsere Route führte uns per Flugzeug und Bus quer durchs Land, dazu dreimal für jeweils drei Tage mit dem Mietwagen: einmal ab Salta durch den Nordwesten, einmal ab Bariloche durch die Seenregion und einmal ab Ushuaia auf Feuerland. Los ging es in Salta und Jujuy, weiter über Bariloche nach Patagonien mit El Calafate und El Chaltén, dann bis nach Ushuaia ans südliche Ende der Welt. Zum Abschluss standen Buenos Aires und die Iguazú-Wasserfälle im Norden auf dem Programm.

Wie unterschiedlich diese Regionen tatsächlich sind, hat uns selbst überrascht. Im Nordwesten fuhren wir durch staubige Salzwüsten und Andendörfer auf über 3000 Metern Höhe. Keine zwei Wochen später saßen wir am Ufer eines türkisfarbenen Sees vor schneebedeckten Gipfeln bei Bariloche. Wieder ein paar Tage weiter standen wir vor dem Perito-Moreno-Gletscher und hörten, wie tonnenschwere Eisbrocken ins Wasser krachten. Kaum ein Land wechselt sein Gesicht so schnell wie Argentinien.

Am meisten überrascht hat uns vermutlich Feuerland. Wir hatten mit einer kargen, eher unspektakulären Landzunge gerechnet, standen dann aber vor Wäldern, Fjorden und einer Tierwelt, die sich vor Patagonien nicht verstecken muss. Auch Jujuy hat unsere Erwartungen übertroffen: Die Bilder der bunten Berge kannten wir vorher schon aus dem Internet, vor Ort wirkten die Farben aber noch kräftiger, als es jedes Foto zeigen kann.

Nach einer solchen Reise nach der einen Lieblingsregion zu fragen, fällt schwer – jede hatte ihren eigenen Reiz. Wenn wir uns dennoch festlegen müssten, würden wir uns für Patagonien entscheiden. Die Kombination aus Gletschereis, schroffen Granittürmen und tagelangen Wanderungen rund um El Chaltén ist uns stärker in Erinnerung geblieben als alles andere auf dieser Reise. Das heißt nicht, dass die übrigen Regionen weniger sehenswert wären, nur dass bei uns persönlich am meisten hängen geblieben ist.

Damit Du einschätzen kannst, welche Region zu Deiner eigenen Argentinien-Reise passt, stellen wir Dir im Folgenden die fünf Regionen vor, die wir selbst bereist haben. Mit unseren Erfahrungen, den Highlights vor Ort und Links zu unseren ausführlichen Artikeln.


Die Regionen in Argentinien im Überblick

Hier die fünf Regionen, die wir bereist haben, kurz zusammengefasst. Jede fühlt sich wie ein eigenständiges Reiseziel an, von den bunten Bergen im Nordwesten bis zu den Gletschern ganz im Süden.

  • Nordwesten* (Salta & Jujuy) – Andenlandschaften, Salzwüsten und einer unserer liebsten Roadtrips.
  • Bariloche & die Seenregion* – Panoramastraßen, Wanderungen und tiefblaue Seen vor Andenkulisse.
  • Patagonien* (El Calafate & El Chaltén) – Gletscher, Granittürme und die intensivsten Wanderungen unserer gesamten Reise.
  • Feuerland* (Ushuaia) – die südlichste Stadt der Welt, Fjorde und eine überraschend vielseitige Tierwelt.
  • Buenos Aires & Iguazú* – Großstadtflair, Tango und die Wasserfälle im Norden des Landes.

Regionen, die wir noch nicht bereist haben

Argentinien ist zu groß, um es auf einer Reise komplett abzudecken. Vier Regionen fehlen auf unserer Liste bisher. Damit Du trotzdem ein vollständiges Bild bekommst, hier ein kurzer Überblick, was Dich dort erwartet. Eigene Erfahrungen können wir dazu nicht teilen.

  • Cuyo* (Mendoza & San Juan) – Rund um Mendoza wird ein Großteil des argentinischen Weins angebaut, vor allem Malbec, und viele Bodegas lassen sich mit dem Fahrrad abfahren. Westlich der Stadt steht der Aconcagua, mit knapp 7.000 Metern der höchste Berg außerhalb Asiens. Weiter nördlich liegen Ischigualasto und Talampaya, zwei Nationalparks mit roten Felswänden und Fossilienfunden aus der Trias. Wer die Ruta 40 vom Nordwesten Richtung Seenregion fährt, kommt hier fast zwangsläufig vorbei.
  • Zentrum* (Córdoba & Sierras) – Córdoba ist die zweitgrößte Stadt des Landes und Universitätsstadt mit jesuitischen Bauten, die zum UNESCO-Welterbe gehören. In den Sierras rundherum verbringen viele Argentinier ihren Urlaub, ausländische Reisende sieht man dort deutlich seltener.
  • Patagonische Atlantikküste* (Puerto Madryn & Península Valdés) – Das ist das Patagonien ohne Berge: flache Steppe, Küste und vor allem Tiere. Zwischen Juni und Dezember kommen Südkaper zum Kalben in die Buchten, dazu Seeelefanten, Seelöwen und mit Punta Tombo eine der größten Magellanpinguin-Kolonien Südamerikas. Für uns die Region, die wir als Nächstes sehen wollen.
  • Esteros del Iberá* (Corrientes) – Eines der größten Feuchtgebiete Südamerikas, im Nordosten nicht weit von Iguazú entfernt. Kaimane, Wasserschweine und Sumpfhirsche lassen sich hier vom Boot aus beobachten. Die Anreise über Schotterpisten ist mühsam, dafür ist man dort weitgehend unter sich.
Salta & Jujuy
Bariloche
Patagonien
Ushuaia
Buenos Aires & Iguazu



Unsere Argentinien-Route

Auf unserer Rundreise sind wir im Nordwesten gestartet, mit dem Roadtrip durch Salta und Jujuy und den bunten Bergen der Quebrada de Humahuaca. Von dort ging es weiter nach Bariloche, wo wir die Seenregion mit der Ruta de los Siete Lagos und mehreren Wanderungen erkundet haben. Anschließend führte uns die Route nach El Calafate, wo wir kurz Halt gemacht haben, bevor wir direkt weiter nach Puerto Natales in Chile gefahren sind, um dort den W-Trek im Torres-del-Paine-Nationalpark zu wandern.

Nach dem Trek kehrten wir nach El Calafate zurück, besuchten den Perito-Moreno-Gletscher und verbrachten anschließend mehrere Tage in El Chaltén mit den Wanderungen rund um den Fitz Roy. Über Punta Arenas in Chile erreichten wir danach Ushuaia auf Feuerland. Den Abschluss bildeten Buenos Aires und die Iguazú-Wasserfälle im Norden Argentiniens.

Diese Kombination aus Roadtrips, Wanderungen, Gletschern, Tierbeobachtungen, Großstadt und Naturwundern würden wir auch für eine erste Argentinien-Reise empfehlen, auch wenn man dafür wie wir mehrere Wochen einplanen sollte.


Der Nordwesten – Salta & Jujuy

Unsere Reise begann in Salta. Schon auf der Fahrt vom Flughafen ins Zentrum fiel uns auf, wie anders diese Region wirkt als das Argentinien, das man aus Reiseführern kennt: trockener, staubiger, andiner. Von Salta aus ging es für drei Tage mit dem Mietwagen weiter nach Jujuy, und genau dieser Roadtrip zählt bis heute zu unseren liebsten Autostrecken überhaupt.

Landschaftlich ist der Nordwesten geprägt von Bergketten in Rot-, Ocker- und Grüntönen, endlosen Kakteenfeldern und Salzwüsten auf über 3000 Metern Höhe. Dazwischen liegen kleine Andendörfer wie Purmamarca, die trotz wachsendem Tourismus noch viel von ihrem ursprünglichen Charakter behalten haben. Städtisch ist vor allem Salta selbst interessant, mit kolonialer Altstadt und einer für argentinische Verhältnisse eher ruhigen Atmosphäre. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte Zeit einplanen: Die Etappen sind kurz, aber fast jede Kurve bringt einen neuen Ausblick.

Der Cerro de los Siete Colores in Purmamarca war bei uns weniger farbenfroh als erwartet, was vor allem am bewölkten Wetter an diesem Tag lag. Die Farben brauchen Sonne, um wirklich zu wirken. Die Quebrada de Humahuaca dagegen hat uns komplett überzeugt, besonders die Aussichtspunkte oberhalb der Straße, an denen kaum andere Reisende unterwegs waren. Am längsten in Erinnerung geblieben sind uns die Salinas Grandes: eine weiße Salzfläche, die sich bis zum Horizont zieht, mit Bergen im Hintergrund. Die Höhe haben wir dort deutlich gespürt, kurzes Schwindelgefühl beim schnellen Aufstehen inklusive. Auf unseren Fotos aus der Region liegt ein Licht, das wir so vorher noch nicht eingefangen hatten.

Der Nordwesten eignet sich vor allem für alle, die gerne mit dem Mietwagen unterwegs sind und Lust auf Fotografie haben. Die Farbkontraste zwischen Bergen, Himmel und Salzwüste sind hier ungewöhnlich intensiv. Auch kulturell ist die Region spannend, durch die indigene Geschichte und die Märkte in Purmamarca und Humahuaca. Wer dagegen vor allem wandern oder an den Strand möchte, findet dafür in anderen Regionen Argentiniens die besseren Ziele.


Bariloche & die Seenregion

Nach dem trockenen Nordwesten war Bariloche ein Kontrastprogramm. Statt Salzwüste plötzlich Seen, Wälder und schneebedeckte Andengipfel – fast schon ein europäisches Bild, wenn nicht die Entfernungen und die Weite alles größer wirken lassen würden. Wir blieben mehrere Tage und hatten drei davon einen Mietwagen, um die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden.

Die Region ist geprägt von Seen in unterschiedlichsten Blau- und Grüntönen, dichten Wäldern und einigen der bekanntesten Panoramastraßen des Landes. Bariloche selbst ist eine Stadt mit alpinem Charakter, viel Schokolade und einer Atmosphäre, die zwischen Outdoor-Basislager und Seebad pendelt. Wer Wanderungen mag, findet hier deutlich mehr Auswahl als im Nordwesten, von kurzen Aussichtspunkten bis zu mehrtägigen Touren in den Bergen.

Bariloche passt gut zu allen, die Wandern und Autofahren verbinden wollen, ohne gleich die langen Distanzen Patagoniens in Kauf zu nehmen. Auch für einen ersten Zwischenstopp zwischen Nordwesten und Süden ist die Region sinnvoll, weil sie klimatisch und landschaftlich zwischen beiden vermittelt. Wer ausschließlich auf große Gletscher oder Städte aus ist, ist in anderen Teilen Argentiniens besser aufgehoben.


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Patagonien – El Calafate & El Chaltén

Für uns ist diese Region das Herz Patagoniens, auch wenn wir zwischendurch einen Abstecher über die Grenze nach Chile gemacht haben, um den W-Trek im Torres-del-Paine-Nationalpark zu wandern. Zurück in Argentinien ging es zunächst nach El Calafate, dann für mehrere Tage nach El Chaltén.

El Calafate selbst ist überschaubar und dient in erster Linie als Ausgangspunkt für den Perito-Moreno-Gletscher, eine der wenigen wachsenden Eismassen weltweit. El Chaltén dagegen gilt zu Recht als Wanderhauptstadt Argentiniens: Die meisten Wege starten direkt im Ort, ohne dass ein Transfer nötig wäre, und führen in wenigen Stunden zu Aussichten, für die man anderswo tagelang unterwegs sein müsste. Die Landschaft besteht aus Granittürmen, Gletscherseen in kräftigem Türkis und Wäldern, die sich mit zunehmender Höhe lichten.

Der Perito-Moreno-Gletscher hat uns trotz hoher Erwartungen nicht enttäuscht. Wir haben über eine Stunde am Aussichtssteg gestanden und mehrfach gehört, wie sich Eis löste und krachend ins Wasser stürzte, ohne es tatsächlich im richtigen Moment zu sehen. Die Wanderung zur Laguna de los Tres, mit Blick auf den Fitz Roy, war der körperlich anstrengendste Tag unserer gesamten Reise, aber auch der Tag mit der besten Aussicht. Die Laguna Torre war dagegen deutlich entspannter zu erreichen und dafür ein guter Ausgleich nach dem Vortag. Loma del Pliegue Tumbado, Mirador de los Cóndores und der Chorrillo del Salto waren unsere ruhigeren Wandertage dazwischen, mit weniger Anstieg, aber ebenfalls guter Aussicht.

Diese Region ist in erster Linie etwas für alle, die gerne und viel wandern. Wer keine Lust auf mehrstündige Touren hat, bekommt zwar mit dem Perito-Moreno-Gletscher trotzdem ein starkes Erlebnis, verpasst aber den größten Teil dessen, was El Chaltén ausmacht. Für reine Städtereisende oder Strandfans ist Patagonien dagegen die falsche Adresse.


Feuerland – Ushuaia

Ganz im Süden liegt Feuerland mit Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Wir hatten hier vor Reisebeginn die niedrigsten Erwartungen der ganzen Route, und genau deshalb hat uns die Region am Ende am stärksten überrascht. Für drei Tage hatten wir wieder einen Mietwagen, um die Umgebung selbst zu erkunden.

Statt der erwarteten kargen Landschaft warten hier Wälder, Fjorde und Berge, die direkt bis ans Wasser reichen. Ushuaia selbst ist keine besonders schöne Stadt, funktioniert aber gut als Basis für Ausflüge in den Nationalpark Tierra del Fuego und für Bootstouren auf dem Beagle-Kanal. Die Atmosphäre ist rauer als in den übrigen Regionen Argentiniens, was auch am Wetter liegt, das hier deutlich wechselhafter ist als im Norden des Landes. Die Wanderung zur Laguna Esmeralda haben wir bei Regen gemacht, was den Schlammanteil auf dem Weg spürbar erhöht hat, die smaragdgrüne Farbe des Sees am Ende aber nicht geschmälert hat.

Feuerland eignet sich vor allem für Tierbeobachtungen und für alle, die gerne auch bei unsicherem Wetter draußen unterwegs sind. Wanderungen gibt es zwar, sie sind aber überwiegend kürzer und einfacher als in El Chaltén. Wer primär wegen anspruchsvoller Bergtouren nach Patagonien reist, sollte den Schwerpunkt eher auf El Chaltén legen und Feuerland als Ergänzung einplanen, nicht umgekehrt.


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Buenos Aires & Iguazú

Den Abschluss unserer Reise bildeten zwei Ziele, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Nach Wochen in Bergen und an Gletschern war Buenos Aires erst einmal ein Kulturschock, im positiven wie im anstrengenden Sinne: Verkehr, Lärm, aber auch Tango auf der Straße und Architektur, die stark an Europa erinnert. Von dort ging es weiter nach Puerto Iguazú, im Norden des Landes.

Buenos Aires lässt sich gut zu Fuß und mit Taxis erkunden, die Viertel unterscheiden sich dabei deutlich voneinander. San Telmo mit seinen Antiquitätenmärkten wirkt völlig anders als das schicke Palermo oder das bunte La Boca. Iguazú dagegen ist reine Natur: Auf argentinischer Seite läuft man über Stege direkt an und über die Wasserfälle, was einen deutlich näheren Eindruck vermittelt als von der chilenischen oder brasilianischen Perspektive aus möglich wäre.

Buenos Aires eignet sich für alle, die zum Reiseabschluss noch etwas Stadtleben und Kultur wollen, nach viel Natur in den Wochen davor. Iguazú passt zu praktisch jedem, unabhängig von Reisestil, weil die Wasserfälle unabhängig von persönlichen Vorlieben beeindrucken. Wer wenig Zeit hat, kann Iguazú auch als eigenständigen Zwischenstopp auf dem Weg von oder nach Buenos Aires einplanen.


Häufig gestellte Fragen zu den Regionen in Argentinien

Welche Region eignet sich für den ersten Besuch?

Für eine erste Reise nach Argentinien würden wir eine Kombination aus Buenos Aires, dem Nordwesten rund um Salta und Jujuy sowie Patagonien empfehlen, ergänzt um die Iguazú-Wasserfälle, falls die Zeit reicht. So lernst Du die kulturelle Seite des Landes ebenso kennen wie die Andenlandschaften im Norden und die Gletscherwelt im Süden. Wer nur zwei bis drei Wochen Zeit hat, sollte sich eher auf zwei Regionen konzentrieren als alle fünf hastig abzuklappern, sonst bleibt von jeder Region nur ein flüchtiger Eindruck.

Welche Region ist zum Wandern am besten geeignet?

Zum Wandern führt aus unserer Sicht kein Weg an Patagonien vorbei. Rund um El Chaltén erwarten Dich einige der bekanntesten Wanderungen Argentiniens, vom Fitz Roy über die Laguna Torre bis zu den ruhigeren Routen wie dem Chorrillo del Salto. Auch Bariloche und Feuerland bieten gute Wanderwege, allerdings kürzer und weniger anspruchsvoll. Wer nur eine Wanderregion in die Reise einbauen kann, sollte sich für El Chaltén entscheiden und dafür ausreichend Zeit und ein wenig Kondition mitbringen.

In welcher Region lässt sich die Natur Argentiniens am intensivsten erleben?

Für intensive Natur würden wir klar Patagonien nennen. Gletscher, schroffe Granittürme, türkisfarbene Seen und lange Wanderungen machen die Region rund um El Calafate und El Chaltén zu einem der eindrücklichsten Ziele unserer gesamten Reise. Die Iguazú-Wasserfälle, die Farben des Nordwestens und die Tierwelt auf Feuerland gehören aber ebenfalls zu den Naturerlebnissen, die uns am längsten in Erinnerung bleiben werden. Wer sich nur für eine Naturregion entscheiden muss, sollte trotzdem einen Blick auf die eigenen Interessen werfen, Gletscher und Berge oder eher Wasser und Tierwelt.

Welche Region lohnt sich am meisten für einen Roadtrip?

Für einen Roadtrip mit dem Mietwagen empfehlen wir vor allem den Nordwesten rund um Salta und Jujuy sowie die Seenregion bei Bariloche. Beide Strecken sind kurz genug für einen überschaubaren Zeitrahmen von drei bis vier Tagen, bieten aber auf jedem Kilometer neue Ausblicke. Der Roadtrip durch Jujuy mit seinen bunten Bergen und Salzwüsten sowie die Ruta de los Siete Lagos zählen für uns zu den schönsten Straßen des Landes. Wer mehr Zeit hat, kann beide Regionen problemlos in eine Route einbauen, ohne dass sie sich landschaftlich wiederholen.

Welche Region hat uns von allen am besten gefallen?

Jede Region hatte ihren eigenen Reiz: der Nordwesten mit seinen Farben, Bariloche mit seinen Seen, Feuerland mit seiner Tierwelt und Buenos Aires mit seiner Atmosphäre. Müssten wir uns für eine Region entscheiden, wäre es Patagonien mit El Calafate und El Chaltén. Die Wanderungen rund um den Fitz Roy, der Perito-Moreno-Gletscher und die insgesamt unberührtere Natur haben uns stärker beeindruckt als alles andere auf dieser Reise. Das bedeutet nicht, dass die anderen Regionen weniger wert wären, nur dass Patagonien bei uns am längsten nachwirkt.

Würden wir Argentinien noch einmal bereisen?

Auf jeden Fall. Trotz sieben Wochen Rundreise haben wir nur einen Teil dieses großen Landes kennengelernt. Bei einer zweiten Reise würden wir gerne die Weinregion Mendoza, die Península Valdés mit ihren Walen und Orcas, die abgelegene Ruta 40 sowie die Iberá-Sümpfe im Nordosten besuchen. Argentinien bietet so viele unterschiedliche Landschaften, dass sich mehrere Reisen dorthin ohne Wiederholungen planen lassen.