Der Corcovado Nationalpark
Lohnt sich der berühmteste Nationalpark in Costa Ricas wirklich?
Kaum ein Nationalpark wird in Costa Rica so häufig empfohlen wie der Corcovado Nationalpark.
5 % der weltweiten Biodiversität sollen hier auf nur 0,001 % der Erdoberfläche vorkommen. Jaguare, Tapire, Ameisenbären, Affen, Krokodile und unzählige Vogelarten leben in diesem riesigen Schutzgebiet. Kein Wunder also, dass Corcovado für viele als das große Highlight einer Costa-Rica-Reise gilt.
Doch bevor Du mehrere hundert Euro für eine Tour ausgibst, solltest Du Dir eine andere Frage stellen:
Lohnt sich Corcovado wirklich?
Unsere Antwort lautet:
Ja – aber nicht für jeden.
Wir möchten Dir in diesem Artikel nicht nur erklären, warum der Nationalpark so besonders ist, sondern auch ehrlich zeigen, für wen sich der Besuch lohnt und wann Du Dein Reisebudget vielleicht sinnvoller investieren kannst.

1. Unser erster Eindruck
Schon die Anreise macht deutlich, dass Corcovado kein gewöhnlicher Nationalpark ist. Früh am Morgen starteten wir mit dem Boot von Drake Bay. Bereits auf der Überfahrt hatten wir das Glück, Buckelwale zu beobachten – ein Erlebnis, mit dem wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
Als das Boot schließlich vor dem Strand der Rangerstation hielt, mussten wir mit unseren Rucksäcken durchs Wasser waten. Erst danach begann die eigentliche Wanderung. Allein dieser Start fühlte sich schon wie ein kleines Abenteuer an.
Wenig später standen wir mitten im tropischen Regenwald. Keine Straßen. Keine Gebäude. Nur Dschungel. Und ständig die Hoffnung, hinter der nächsten Kurve das nächste Wildtier zu entdecken.


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2. Was macht den Corcovado Nationalpark so besonders?
Corcovado gehört zu den letzten großen zusammenhängenden Primärregenwäldern Mittelamerikas. Genau deshalb leben hier Tierarten, die Du in vielen anderen Regionen Costa Ricas nur noch selten oder gar nicht findest. Vor allem Tapire gelten für viele Besucher als das große Highlight.
Leider hatten wir dabei kein Glück. Trotz intensiver Suche blieb uns die Begegnung mit einem Tapir verwehrt.
Dafür begegneten wir einer ganzen Nasenbärenfamilie, unserem ersten amerikanischen Krokodil und beobachteten einen Tamandua, der versuchte, ein Termitennest zu öffnen und dabei von den aufgebrachten Termiten regelrecht attackiert wurde. Allein diese Szene hätten wir stundenlang beobachten können. Genau solche Begegnungen machen Corcovado so besonders.
Was Corcovado von anderen Nationalparks unterscheidet
Der größte Unterschied zu Cahuita oder Manzanillo liegt gar nicht unbedingt bei den Tieren. Sondern beim Besuch selbst. Du darfst den Nationalpark ausschließlich gemeinsam mit einem zertifizierten Guide betreten. Dadurch erfährst Du unglaublich viel über die Tierwelt, Pflanzen und das empfindliche Ökosystem.
Unser Guide Luis begeisterte uns dabei besonders. Seine Leidenschaft für Costa Rica war in jeder Minute spürbar. Noch beeindruckender war allerdings seine Fähigkeit, Tiere zu entdecken. Während wir oft nur dichten Regenwald sahen, entdeckte er scheinbar mühelos Schlangen, Vögel oder Säugetiere zwischen den Bäumen. Ohne ihn hätten wir vermutlich einen Großteil der Tiere gar nicht gesehen.
Der einzige Nachteil
Natürlich bringt eine geführte Tour auch einen kleinen Nachteil mit sich. Du bestimmst das Tempo nicht selbst. Während wir in Cahuita oder Manzanillo manchmal mehrere Minuten einfach nur stehen geblieben sind, richtet sich der Ablauf hier nach der Gruppe. Das hat uns zwar nicht gestört, dennoch mögen wir persönlich die Freiheit, Nationalparks auch einmal ganz in Ruhe alleine erkunden zu können.



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3. Warum wir beim nächsten Mal zwei Tage buchen würden
Rückblickend würden wir unseren Besuch anders planen. Nicht, weil die Tagestour schlecht gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Sie war hervorragend organisiert. Aber ein Tag vergeht im Corcovado Nationalpark unglaublich schnell.
Beim nächsten Besuch würden wir deshalb die Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung an der Sirena Ranger Station wählen. Warum? Ganz einfach. Früh morgens und am späten Nachmittag sind deutlich weniger Besucher im Nationalpark unterwegs. Genau dann steigen die Chancen auf Tierbeobachtungen noch einmal deutlich. Vielleicht hätten wir dann sogar unseren ersehnten Tapir gesehen. Allein dafür würden wir beim nächsten Mal den höheren Preis in Kauf nehmen.

4. Unsere ehrliche Meinung zum Corcovado Nationalpark
Ja. Der Corcovado Nationalpark ist ein außergewöhnlicher Ort. Die Artenvielfalt, die Ursprünglichkeit und das Gefühl, mitten durch einen der letzten großen Regenwälder Mittelamerikas zu laufen, sind beeindruckend.
Trotzdem würden wir den Besuch nicht jedem empfehlen.
Wenn Du nur zwei Wochen Zeit in Costa Rica hast oder mit einem kleineren Budget reist, würden wir wahrscheinlich eher die Karibikküste rund um Puerto Viejo, Cahuita und Manzanillo empfehlen. Wir haben dort mindestens genauso viele Tiere gesehen – teilweise sogar mehr – und konnten die Nationalparks mehrfach besuchen, weil sie auf Spendenbasis funktionieren oder deutlich günstiger sind.
Corcovado spielt seine größten Stärken dann aus, wenn Du genügend Zeit hast, Natur wirklich liebst und bereit bist, für dieses besondere Erlebnis auch mehr Geld auszugeben. Für uns war der Besuch jeden Euro wert. Beim nächsten Mal würden wir sogar noch mehr investieren und zwei Tage im Nationalpark verbringen. Denn manche Orte besucht man vielleicht nur einmal im Leben.



5. Anreise in den Corcovado Nationalpark
Den Corcovado Nationalpark kannst Du nicht einfach auf eigene Faust besuchen. Je nachdem, wo Du übernachtest, gibt es zwei typische Ausgangspunkte.
Von Drake Bay
Für uns ist Drake Bay der schönste Ausgangspunkt. Bereits die Bootsfahrt am frühen Morgen gehört zum Erlebnis. Während der rund einstündigen Fahrt kannst Du mit etwas Glück Delfine oder sogar Buckelwale beobachten – wir hatten tatsächlich das Glück, mehrere Buckelwale direkt auf der Überfahrt zu sehen.
Am Strand der Sirena Ranger Station angekommen, springst Du aus dem Boot und watest die letzten Meter durch das Wasser bis an Land. Genau dieser etwas abenteuerliche Start macht den Besuch von Corcovado noch besonderer.
Von Puerto Jiménez
Puerto Jiménez eignet sich besonders für Reisende, die die Osa-Halbinsel mit dem Mietwagen erkunden oder von der östlichen Seite in den Nationalpark starten möchten. Von hier beginnen viele Touren über den Sektor La Leona, während Touren ab Drake Bay meist zur Sirena Ranger Station führen.

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6. Tagesausflug oder Übernachtung?
Diese Frage würden wir heute anders beantworten als vor unserer Reise.
Die Tagestour
Wir selbst haben den Corcovado Nationalpark im Rahmen einer Tagestour besucht. Sie war hervorragend organisiert und wir haben unglaublich viele Tiere gesehen. Für viele Reisende ist sie deshalb völlig ausreichend. Wenn Du nur begrenzt Zeit hast oder die Kosten etwas niedriger halten möchtest, ist die Tagestour eine sehr gute Wahl.
Würden wir heute wieder eine Tagestour buchen?
Nein. Nicht, weil sie schlecht war. Sondern weil wir inzwischen wissen, wie besonders dieser Nationalpark ist. Beim nächsten Mal würden wir definitiv die Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung an der Sirena Ranger Station buchen. Der größte Vorteil liegt aus unserer Sicht nicht darin, weiter in den Nationalpark vorzudringen, sondern mehr Zeit zu haben. Frühmorgens und am Abend, wenn die Tagesgäste bereits wieder unterwegs oder abgereist sind, steigen die Chancen auf Tierbeobachtungen noch einmal deutlich. Vielleicht hätten wir dann auch endlich unseren ersehnten Tapir gesehen.


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7. Touren und Preise
Der Besuch des Corcovado Nationalparks ist deutlich teurer als bei den meisten anderen Nationalparks in Costa Rica. Für eine Tagestour solltest Du inklusive Transport, Guide und Eintritt derzeit mit etwa 80 bis 100 US-Dollar pro Person rechnen. Übernachtungen im Nationalpark sind entsprechend teurer.
Unser Tipp: Versuche nicht, den günstigsten Anbieter zu finden. Ein guter Guide macht im Corcovado einen riesigen Unterschied.
Unser Guide
Wir waren mit Luis unterwegs und würden jederzeit wieder mit ihm buchen. Nicht nur, weil er unglaublich viele Tiere entdeckt hat. Sondern vor allem wegen seiner Begeisterung. Man hat sofort gemerkt, wie sehr ihm der Schutz des Nationalparks und seiner Tierwelt am Herzen liegt. Jede Pflanze, jedes Tier und jede Begegnung erklärte er mit einer Leidenschaft, die uns wirklich beeindruckt hat. Genau solche Guides machen aus einer schönen Wanderung ein echtes Naturerlebnis. Wenn du auch eine Tour mit Luis machen willst, kontaktiere ihn über diesen Link.
Permit und Eintritt
Den Corcovado Nationalpark kannst Du ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour besuchen. Das notwendige Permit wird in der Regel direkt von Deinem Guide oder Touranbieter organisiert und ist meistens bereits im Tourpreis enthalten. Darum musst Du Dich normalerweise nicht selbst kümmern.

8. Für wen lohnt sich der Corcovado Nationalpark?
Nach unserem Besuch würden wir den Nationalpark so einordnen:
Der Corcovado lohnt sich besonders für Dich, wenn …
- Du mindestens drei Wochen in Costa Rica unterwegs bist.
- Du Tiere und Regenwald liebst.
- Du bereit bist, etwas mehr Geld für ein außergewöhnliches Naturerlebnis auszugeben.
- Du den ursprünglichsten Regenwald Costa Ricas erleben möchtest.
Eher nicht die beste Wahl, wenn …
- Du nur zwei Wochen Zeit hast.
- Du mit einem sehr kleinen Budget reist.
- Du hauptsächlich möglichst viele Tiere sehen möchtest.
In diesem Fall würden wir eher mehrere Tage an der Karibikküste verbringen und die Nationalparks Cahuita und Gandoca-Manzanillo Wildlife Refuge besuchen. Dort haben wir mindestens genauso viele Tiere gesehen und konnten dank der deutlich geringeren Kosten wesentlich mehr Zeit in der Natur verbringen.

9. Beste Reisezeit
Der Corcovado Nationalpark kann grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden. Während der Trockenzeit zwischen Dezember und April sind die Wanderwege meist einfacher zu begehen. In der Regenzeit wird der Regenwald dagegen noch grüner und viele Tiere aktiver.
Wir selbst waren im September dort. Fast jeden Nachmittag begann es kräftig zu regnen. Das hat uns allerdings überhaupt nicht gestört.
Unsere Touren fanden immer morgens statt und nachmittags entspannten wir in unserer Unterkunft in Drake Bay – mit Blick in den Regenwald und dem Geräusch des tropischen Regens im Hintergrund.nk der deutlich geringeren Kosten wesentlich mehr Zeit in der Natur verbringen.

FAQ zum Corcovado Nationalpark
Lohnt sich der Corcovado Nationalpark?
Ja – aber nicht automatisch für jeden. Wenn Du Natur liebst, genügend Zeit mitbringst und bereit bist, etwas mehr Geld auszugeben, gehört Corcovado zu den beeindruckendsten Nationalparks Costa Ricas.
Kann man den Corcovado Nationalpark ohne Guide besuchen?
Nein. Der Zugang ist ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour mit einem zertifizierten Guide möglich.
Tagesausflug oder Übernachtung?
Eine Tagestour ist bereits ein großartiges Erlebnis. Wenn wir jedoch noch einmal zurückkehren würden, würden wir eine Übernachtung an der Sirena Ranger Station buchen. Die zusätzlichen Stunden im Nationalpark erhöhen die Chancen auf Tierbeobachtungen deutlich.
Welche Tiere kann man im Corcovado Nationalpark sehen?
Mit etwas Glück begegnest Du Tapiren, Ameisenbären (Tamanduas), Krokodilen, Affen, Nasenbären, Faultieren, Schlangen, Papageien und vielen weiteren Tierarten. Wir selbst sahen unter anderem einen Tamandua, eine ganze Nasenbärenfamilie und unser erstes amerikanisches Krokodil.
Ist der Corcovado Nationalpark sein Geld wert?
Aus unserer Sicht ja. Der Preis ist hoch, aber angesichts des Aufwands, der Besucherbegrenzung und der Qualität der Guides durchaus nachvollziehbar.
Drake Bay oder Puerto Jiménez?
Wir würden Drake Bay empfehlen. Nicht nur wegen des Nationalparks, sondern weil sich auch der Ort selbst und die Bootsanreise absolut lohnen.
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