Regionen in Chile
„Die schönsten Reiseziele in Chile nach Region geordnet im Überblick„
Chile ist mehr als 4.000 Kilometer lang und im Schnitt nur rund 180 Kilometer breit. Das klingt nach einem Land, das sich bequem an einer Linie entlang abfahren lässt. Tatsächlich ist es eher ein Auswahlproblem, denn zwischen der Atacama im Norden und Patagonien im Süden liegen mehr als 3.000 Kilometer. Wir haben uns für diese beiden Enden entschieden und Santiago und Valparaíso bewusst ausgelassen. Wer Chile in Regionen betrachtet, merkt schnell: Man macht hier eigentlich mehrere Reisen in einer.
Zwischen November 2025 und Januar 2026 waren wir in Chile unterwegs. Das Land war Teil einer dreimonatigen Südamerika-Reise, die wir komplett um einen einzigen Termin herum geplant haben: den W Trek im Torres del Paine. Den haben wir gebucht, bevor der Rest der Route überhaupt feststanden. Chile selbst begann für uns Anfang November in San Pedro de Atacama, frisch von der Uyuni-Tour in Bolivien. Nach Patagonien kamen wir erst im Dezember, abends aus Argentinien in Puerto Natales, bei Regen, Sturm und etwa fünf Grad.
Wie verschieden die Regionen sind, haben wir an der Kleidung gemerkt. In der Atacama trugen wir tagsüber T-Shirt und Sonnencreme, abends die Daunenjacke. Im Süden war es umgekehrt: Regenjacke, Mütze, Schnee auf den Bergen. Auch sonst haben die Regionen wenig gemeinsam. Die Wüste ist trocken, still und hoch gelegen. Patagonien ist nass, windig und voller Wanderer mit Rucksäcken. In Punta Arenas drehen sich viele Gespräche um Pinguine und alte Schifffahrtsgeschichte.
Die Regionen in Chile im Überblick
Wir teilen Chile in sieben Regionen ein, die sich auch als Etappen von Nord nach Süd planen lassen. Drei kennen wir selbst, die anderen vier haben wir bisher nicht selbst besucht:
- Atacama-Wüste (selbst bereist) – San Pedro de Atacama als Basis für Salzlagunen, Hochland-Lagunen, Valle de la Luna und einen der klarsten Sternenhimmel, die wir je gesehen haben.
- Zentralchile: Santiago & Valparaíso (noch nicht bereist) – Hauptstadt, bunte Hafenstadt am Pazifik und Weinregionen, dazu das Valle del Elqui als Abstecher.
- Seenregion & Chiloé (noch nicht bereist) – Vulkane, Seen und Wälder, dazu eine Insel mit Holzkirchen und Pfahlbauten.
- Carretera Austral (noch nicht bereist) – gut 1.200 Kilometer Schotterpiste durch den dünn besiedelten Süden.
- Patagonien: Puerto Natales & Torres del Paine (selbst bereist) – der Fjordort als Ausgangspunkt und der W Trek als unser fünftägiges Herzstück.
- Punta Arenas & Feuerland (selbst bereist) – Magellanstraße, Schiffsgeschichte und die Königspinguine im Parque Pingüino Rey.
- Osterinsel (Rapa Nui) (noch nicht bereist) – Moai mitten im Pazifik, mehrere Flugstunden vom Festland entfernt.
Für die Regionen, die wir noch nicht kennen, findest Du erste Anhaltspunkte in unseren Chile-Highlights und im Routenvorschlag für drei Wochen.



Entdecke Chile auf unserem Reiseblog:
Die Atacama-Wüste – San Pedro de Atacama
San Pedro de Atacama war unser Einstieg in Chile. Wir kamen Anfang November aus Bolivien, auf dem Weg, den wir jedem empfehlen, der ohnehin den Salar de Uyuni macht: Die dreitägige Tour endet bei vielen Anbietern nicht in Uyuni, sondern an der Grenze, und von dort geht es direkt weiter nach San Pedro. Das Altiplano wird dabei fast ohne Bruch zur Atacama, nur dass es auf der chilenischen Seite plötzlich Cafés und Kartenzahlung gibt. Und Staub. Der steckt hier wirklich überall.
Die Atacama gilt als trockenste Wüste der Welt und besteht rund um San Pedro aus deutlich mehr als Sand: Salzebenen, Vulkane über 5.000 Metern, Hochlandlagunen mit Flamingos und Vicuñas, rote Felsen, Dünen, dampfende Geysirfelder. Der Ort selbst liegt auf etwa 2.400 Metern und besteht aus Lehmhäusern, sandigen Straßen, Restaurants und Tourbüros. Klassische Sehenswürdigkeiten gibt es kaum, die liegen draußen: das Valle de la Luna rund 13 Kilometer vor dem Ort, Piedras Rojas und die Lagunen Miscanti und Miñiques auf über 4.000 Metern, die El-Tatio-Geysire auf 4.300 Metern, Salzlagunen wie die Laguna Cejar.
Unsere Erfahrungen
Eigentlich wollten wir die Atacama auf eigene Faust erkunden, mit einem SUV wegen der Schotterpisten. Etwa zwölf Stunden vor der Abholung schrieb uns die Vermietung, das Auto sei nicht mehr verfügbar, es gebe nur noch einen Kleinwagen. Für unsere Strecken kam der nicht infrage. Das war in dem Moment ärgerlich, hat die Atacama aber nur anders gemacht, nicht schlechter. Wir buchten Touren direkt in San Pedro, ohne Monate Vorlauf, und die Preise waren bei den Anbietern ungefähr gleich. Dafür haben wir weniger gesehen als geplant. Beim nächsten Mal würden wir es wieder mit Mietwagen versuchen.
Die Sternentour war für uns eines der schönsten Erlebnisse in ganz Chile. Wir wurden am Hotel abgeholt, fuhren rund 25 Minuten in die Wüste und standen zwei Stunden unter einem Himmel, auf dem man die Milchstraße mit bloßem Auge erkennt.
Für wen lohnt sich die Atacama?
Für alle, die Landschaft und Fotografie suchen: Farben, Salz, Vulkane und ein Sternenhimmel, den man so selten sieht. Als Roadtrip ist sie mit eigenem SUV am flexibelsten, mit Schotter und Wellblech auf den Pisten zu den Lagunen. Backpacker können hier günstig schlafen, zahlen für Tagestouren aber zwischen 35.000 und 60.000 CLP. Zum Wandern ist die Atacama eher nicht gedacht, auf über 4.000 Metern wird auch ein kurzer Weg zäh. Strand und Kultur gibt es kaum, und Familien mit kleinen Kindern werden die Abfahrten um 4:30 Uhr spüren.
Zentralchile – Santiago & Valparaíso
Noch nicht selbst bereist.
Santiago war für uns nie eine Station, wir sind im Norden über die Grenze gekommen. Für viele ist die Hauptstadt Anfang oder Ende einer Chile-Reise, mit internationalem Flughafen und den Anden als Kulisse, sofern die Luft klar ist. Für Plaza de Armas, Cerro San Cristóbal und die Viertel Lastarria, Bellavista und Providencia werden zwei bis drei Tage empfohlen.
Valparaíso liegt rund 120 Kilometer westlich, mit Bus oder Auto sind es etwa anderthalb Stunden. Die Hafenstadt klettert über steile Hügel, ihr historisches Zentrum gehört seit 2003 zum UNESCO-Welterbe. Typisch sind die Ascensores, alte Aufzüge hinauf zu den Cerros Alegre und Concepción, und eine Menge Street Art. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, für die Aufzüge sollte man Bargeld dabeihaben. Von Santiago aus erreicht man auch die Weinregionen Casablanca und Colchagua. Wer weiter nach Norden will, fährt etwa sechs Stunden nach La Serena und noch eine Stunde ins Valle del Elqui, bekannt für Pisco und einen Sternenhimmel an rund 300 klaren Tagen im Jahr. Den Sternenhimmel kennen wir aus der Atacama, wie Elqui im Vergleich abschneidet, können wir nicht sagen.
Für wen lohnt sich Zentralchile?
Für Städtereisende, Street-Art- und Weinfans sowie als Start oder Abschluss einer Rundreise. Für Santiago und Valparaíso zusammen sind drei bis fünf Tage eine realistische Größe.
Die Seenregion & Chiloé
Noch nicht selbst bereist.
Südlich von Santiago wird Chile grün: Seen, dichte Wälder und Vulkane mit Schneekappe, deutlich ruhiger als der Norden. Pucón am Lago Villarrica gilt als Outdoor-Zentrum. Hier starten Wanderungen, Kajak- und Raftingtouren, dazu kommen Thermalquellen und der Villarrica, einer der aktivsten Vulkane Südamerikas. Rund 45 Minuten entfernt liegt der Nationalpark Huerquehue mit Araukarienwäldern und Bergseen. Puerto Varas am Lago Llanquihue hat den Osorno-Vulkan im Blick und durch die deutsche Einwanderung ein paar Spuren in Architektur und Küche. Von dort geht es zu den Petrohué-Wasserfällen, und der Flughafen von Puerto Montt ist nur eine halbe Stunde entfernt.
Chiloé erreicht man per Fähre ab Pargua über den Chacao-Kanal oder per Flug nach Castro. Die Insel gilt als eigene Welt mit Nebel, Regenwald und Fischerdörfern. Sechzehn Holzkirchen stehen seit 2000 auf der UNESCO-Welterbeliste, in Castro stehen Pfahlbauten am Wasser, und im Chiloé-Nationalpark trifft Regenwald auf Pazifikküste. Das Wetter ist wechselhaft und oft nass. Für die Seenregion werden zwei bis vier Tage empfohlen, in unserem Routenvorschlag haben wir drei Tage für Chiloé eingeplant.
Für wen lohnt sich die Seenregion?
Für Aktive, die Vulkane besteigen und Seen erkunden wollen, und für alle, die Kirchen und Inselkultur interessieren. Die beste Zeit liegt laut unseren Recherchen zwischen November und März.
Die Carretera Austral
Noch nicht selbst bereist.
Die Carretera Austral, offiziell Ruta 7, ist über 1.200 Kilometer lang und führt von Puerto Montt bis Villa O’Higgins. Große Teile sind Schotter, mehrere Fähren gehören zur Strecke, und das Wetter wechselt schnell. Auf dem Weg liegen unter anderem der Pumalín-Nationalpark, der Queulat mit seinem Hängegletscher, der Cerro Castillo, die Marmorkapellen am Lago General Carrera und das Dorf Caleta Tortel. Die beste Zeit ist Dezember bis März. Anreisen kann man per Flug nach Puerto Montt oder nach Balmaceda bei Coyhaique.
Viel Landschaft, wenig Infrastruktur. Die chilenische Tourismusbehörde rät zu einem Geländefahrzeug, warmer Kleidung und Proviant, weil manche Abschnitte kaum Versorgung bieten. In unseren Chile-Highlights empfehlen wir mindestens fünf Tage, ideal sind ein bis drei Wochen. Die Mietwagen-Absage in der Atacama hat uns gezeigt, dass man das Auto hier früh klären und einen Plan B haben sollte.
Für wen lohnt sich die Carretera Austral?
Für Roadtripper, Wanderer und Fotografen mit viel Zeit. Für kurze Chile-Reisen passt sie nicht: In unserem Routenvorschlag für drei Wochen ist sie deshalb nicht enthalten.
Patagonien – Puerto Natales & Torres del Paine Nationalpark
Der Torres del Paine stand mehr als zehn Jahre auf unserer Bucketlist, für Katja war der W Trek ein echter Lebenstraum. Als wir im Dezember abends gegen 20 Uhr aus Argentinien in Puerto Natales ankamen, regnete es, ein Sturm fegte durch die Straßen, es hatte rund fünf Grad, und auf den Bergen lag Schnee. Mitten im offiziellen Sommer standen wir mit den Trekkingrucksäcken da und dachten beide ungefähr dasselbe: Was machen wir hier eigentlich?
Puerto Natales ist ein kleiner Hafenort am Última-Esperanza-Fjord und der Ausgangspunkt für den Nationalpark. Auf den ersten Blick wirkt der Ort unscheinbar, funktioniert aber gut: Supermarkt, Outdoorläden mit Mietausrüstung, Cafés, eine Uferpromenade und ein Wind-Denkmal, das den Ton setzt. Der Park liegt anderthalb bis zwei Busstunden entfernt und besteht aus Granittürmen, den zweifarbigen Cuernos del Paine, Gletscherseen, dem Grey-Gletscher und weiten Ebenen mit Guanakos und gelegentlich Kondoren. Der W Trek verbindet drei Täler zu einem W, rund 67 Kilometer in vier oder fünf Tagen, von Camp zu Camp oder von Refugio zu Refugio. Wer nicht mehrere Tage laufen will, fährt als Tagesausflug in den Park oder per Boot zu den Balmaceda- und Serrano-Gletschern. Das Wetter wechselt ständig, Sonne, Regen, Schnee und Sturm lösen sich im Zehn-Minuten-Takt ab.
Unsere Erfahrungen
Anders als in der Atacama lässt sich hier wenig spontan entscheiden. Als wir ein halbes Jahr vorher nach Camps für Dezember und Januar schauten, war schon viel vergeben, für unsere Wunschroute gab es pro Monat nur noch eine Möglichkeit. Würden wir den W Trek nochmal laufen? Wahrscheinlich nicht, und das liegt am Preis, nicht an der Landschaft. Bereut haben wir keinen einzigen Kilometer.
Für wen lohnt sich Patagonien?
Zum Wandern, aber nicht als erste Mehrtagestour. Für uns war es der dritte Trek überhaupt, und Wetter, schwerer Rucksack und Etappen ohne Infrastruktur waren anstrengender, als wir dachten. Natur und Fotografie liefert der Park in jeder Hinsicht. Backpacker mit Zelt, Kocher und knappem Budget haben es hier schwer. Mit dem Mietwagen lässt sich der Park auf eigene Faust erkunden, wir sind mit dem Bus gefahren. Familien sind mit Tagesausflügen besser bedient als mit dem W Trek. Für Strand und Kultur ist Patagonien die falsche Adresse.
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Punta Arenas & Feuerland
Punta Arenas stand zunächst wegen eines einzigen Ausflugs auf dem Plan: der Tour zu den Königspinguinen. Die Stadt liegt auf dem Festland an der Magellanstraße, Feuerland beginnt auf der anderen Seite des Wassers. Schön im klassischen Sinn ist sie nicht. Wind, Kormorane auf den Holzstegen an der Costanera, ein Hafen, der früher einer der wichtigsten der Welt war: Das fühlte sich für uns wirklich nach Ende der Welt an.
Punta Arenas hat rund 130.000 Einwohner und einen Hauptplatz, die Plaza Muñoz Gamero, mit prächtigen Villen aus der Zeit, als der Schiffsverkehr durch die Magellanstraße der Stadt Wohlstand brachte. Dazu kommen ein Friedhof mit Mausoleen, die an kleine Paläste erinnern, und der Cerro de la Cruz, der einen kurzen Überblick über die Dächer gibt. Wichtiger sind die Ausflüge: Boote zur Isla Magdalena mit einer großen Kolonie Magellanpinguinen (Saison Oktober bis März) und die Tour zum Parque Pingüino Rey auf Feuerland, wo eine kleine Kolonie Königspinguine lebt, eine der wenigen in Südamerika.
Unsere Erfahrungen
Der Ausflug zum Parque Pingüino Rey hat uns einen ganzen Tag gekostet. Mit Bus, Fähre über die Magellanstraße nach Porvenir und Weiterfahrt zur Bahía Inútil waren wir 15 bis 16 Stunden unterwegs, bei den Pinguinen blieb etwa eine Stunde. In das Gebiet kommt man nur mit geführter Tour, das Zeitfenster bucht man vorab online. Die Tiere beobachtet man aus 25 bis 100 Metern Entfernung. Wer neben den Pinguinen stehen will, wird enttäuscht sein. Wer ein Fernglas oder Teleobjektiv dabeihat, eher nicht. Und doch war es einer der emotionalsten Momente unserer Südamerika-Reise. Königspinguine sind mit 85 bis 95 Zentimetern deutlich größer, als wir sie uns vorgestellt hatten. Sie standen im Wind, watschelten durchs Gras oder liefen Richtung Wasser, ohne Gehege und ohne Kulisse, mitten auf Feuerland.
Die Stadt hat uns an einer Stelle überrascht, im Nao-Victoria-Museum. Dort stehen Nachbauten historischer Schiffe in Originalgröße, darunter die Nao Victoria aus Magellans Expedition und die HMS Beagle, und man kann hineingehen. Wir hatten ein Museum mit Vitrinen erwartet und fanden etwas deutlich Intensiveres: enges Holzdeck, Wind, Geschichten von Shackleton.
Für wen lohnt sich Punta Arenas & Feuerland?
Für Tierfreunde und Wildlife-Fotografen mit langem Objektiv, außerdem für Geschichtsinteressierte, die sich für Magellan, Darwin und Shackleton begeistern. Mit dem Mietwagen kommt man über die Fähre nach Porvenir ebenfalls hin, wir haben die organisierte Tour genommen. Backpacker finden in der Stadt Hostels, der Pinguin-Tag ist die größte Ausgabe. Zum Wandern gibt es hier wenig, Strand ebenso.
Die Osterinsel (Rapa Nui)
Noch nicht selbst bereist .
Rapa Nui liegt rund 3.700 Kilometer vor der Küste mitten im Pazifik. Direktflüge gibt es nur ab Santiago, sie dauern etwa fünfeinhalb Stunden. Das Ziel sind die Moai, die Steinfiguren der Insel. Der Nationalpark, in dem sie stehen, gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe.
Zu den wichtigsten Stätten zählen Rano Raraku, der Steinbruch, in dem die meisten Moai entstanden, Tongariki mit seinen 15 Figuren direkt an der Küste, der Strand von Anakena und Orongo am Vulkan Rano Kau. Der Nationalpark verlangt ein Ticket, das zehn Tage gilt und für ausländische Erwachsene laut Ankündigung seit Oktober 2025 100 US-Dollar kostet. Rano Raraku und Orongo darf man damit nur einmal betreten. Die Tourismusbehörde Chiles nennt für die Hauptstätten lokale Guides als Vorgabe, die aktuellen Regeln sollte man vor der Reise prüfen. Das Klima ist ganzjährig warm, Januar bis März ist trocken und die Zeit des Tapati-Festes. Als Beispielrouten nennt die Behörde zwei und vier Tage, in unseren Chile-Highlights empfehlen wir mindestens vier bis fünf.
Für wen lohnt sich die Osterinsel?
Für Kultur- und Archäologieinteressierte und für alle, die Moai-Fotos suchen. Zu den Chile-Kosten kommt der Flug dazu.
Häufig gestellte Fragen zu den Regionen in Chile
Welche Region eignet sich für den ersten Besuch in Chile?
Das hängt davon ab, was Du sehen willst, denn Nord und Süd sind zwei verschiedene Reisen. Wer nur eine Region schafft und Landschaft, Sterne und kurze Ausflüge sucht, ist in der Atacama gut aufgehoben: San Pedro ist auf Besucher eingestellt, Touren bucht man vor Ort ohne langen Vorlauf. Patagonien ist die bessere Wahl, wenn Du wandern willst, verlangt aber Planung, Budget und wetterfeste Kleidung. Wer beides verbinden möchte, muss die mehr als 3.000 Kilometer zwischen Nord und Süd einplanen. Wir sind dazwischen über Argentinien gereist. Uns hat die Reihenfolge Nord nach Süd gut gepasst: erst die Atacama mit Touren, die man ohne großen Vorlauf bucht, dann der Süden, für den wir Monate vorher alles reserviert hatten. Die Seenregion, Santiago und Valparaíso kennen wir nicht, dazu können wir keine Empfehlung geben.
Welche Region war für euch die schönste?
Patagonien mit dem W Trek, auch wenn wir ihn wegen der Preise wahrscheinlich nicht wiederholen würden. Die Torres im Schnee am ersten Tag, die Cuernos del Paine bei blauem Himmel und der Grey-Gletscher sind die Bilder, die geblieben sind. Auf Platz zwei landen die Königspinguine auf Feuerland. Der Tag war lang, und die Tiere waren weiter weg, als wir erwartet hatten. Emotional war es trotzdem unser stärkster Moment mit Tieren in Südamerika. Danach kommt die Atacama, vor allem wegen der Sternentour und Piedras Rojas auf 4.200 Metern. Die Reihenfolge ist Geschmackssache, und sie hängt stark vom Wetter ab. Vom Rest des Landes haben wir nichts gesehen, die Rangliste gilt also nur für diese drei Regionen.
Welche Region eignet sich zum Wandern?
Patagonien, ganz klar. Der W Trek im Torres del Paine ist mit rund 67 Kilometern in vier bis fünf Tagen die bekannteste Route. Wir sind ihn in fünf Tagen von Ost nach West gelaufen, nie mehr als etwa 15 Kilometer am Tag, mit gemieteten Zelten. Camps und Refugios sind früh ausgebucht, wir würden sechs bis neun Monate vorher buchen. Eine Wanderung für den ersten Mehrtagestrek ist es nicht: Das Wetter kippt in Minuten, und zwischen den Camps läuft man teils 15 Kilometer ohne Toilette oder Rangerstation. Die Atacama bietet kurze Spaziergänge, aber auf über 4.000 Metern Höhe wird auch ein flacher Weg zäh.
Wo kann man in Chile Pinguine sehen?
Wir waren im Parque Pingüino Rey auf Feuerland, wo eine kleine Kolonie Königspinguine lebt. Von Punta Arenas geht es mit der Fähre nach Porvenir und weiter über Land. Der Tag dauert 15 bis 16 Stunden, bei den Pinguinen bleibt etwa eine Stunde. Der Park ist nur mit geführter Tour zugänglich, das Zeitfenster muss man vorab online buchen, und die Tiere sind meist 25 bis 100 Meter entfernt. Der Eintritt liegt bei etwa 18.000 CLP, Touren ab Punta Arenas beginnen bei rund 100 Euro. Magellanpinguine leben auf der Isla Magdalena, die man in der Saison von Oktober bis März per Boot ab Punta Arenas besucht.
Wann ist die beste Reisezeit für die Regionen?
Das war für uns die lehrreichste Erfahrung der Reise. Anfang November hatten wir in San Pedro blauen Himmel, warme Tage und kalte Nächte. In Patagonien standen wir im Dezember bei fünf Grad im Regen, obwohl fast alle Quellen für diese Zeit Wanderwetter versprechen. Offiziell reicht die Saison im Torres del Paine von Dezember bis Februar. Beim nächsten Mal würden wir eher Mitte Januar bis Mitte Februar anpeilen, weil uns der Dezember noch rau und wechselhaft vorkam. Eine Garantie gibt es dafür nicht, Wetter bleibt Wetter. Dazu kommt die Buchungslage: Als wir ein halbes Jahr vorher schauten, waren die Camps für Dezember und Januar schon weitgehend vergeben. Das Wetter ist also nicht das einzige Argument für frühes Planen. Unser Rat: für den Sommer planen, aber für alle Jahreszeiten packen.
Braucht man in Chile einen Mietwagen?
Für die Atacama hätten wir gern einen gehabt. Viele Ziele liegen weit verstreut, die Straßen zu den Lagunen bestehen aus Schotter und Wellblech, deshalb würden wir einen SUV nehmen. Bei uns sagte die Vermietung zwölf Stunden vor der Abholung ab, mit Touren vor Ort kamen wir gut zurecht, haben aber weniger gesehen. Unser Rat für die Atacama: früh reservieren, die Bestätigung aufheben und einen Plan B mit Touren im Kopf haben, falls es wie bei uns kurzfristig platzt. In Patagonien brauchten wir keinen: Bus in den Park, Shuttle, zu Fuß, zurück mit dem Catamaran. Zum Parque Pingüino Rey kommt man mit eigenem Auto über Porvenir, die meisten buchen aber die Tour, so wie wir. Ein Roadtrip ist in Chile vor allem im Norden sinnvoll.
Welche Region ist am günstigsten?
Keine der drei war günstig, Chile war für uns insgesamt teurer als Peru und Bolivien. Tagestouren ab San Pedro kosten zwischen etwa 35.000 und 60.000 CLP pro Person, dazu kommen Eintritte, etwa 10.800 CLP fürs Valle de la Luna und 28.800 CLP für Piedras Rojas und die Lagunen (Stand unserer Reise). Die Anbieter vor Ort hatten alle dieselben Preise. Patagonien war mit Abstand am teuersten: Der W Trek kostete uns zu zweit rund 1.500 Euro, ein Abendessen im Refugio etwa 60 US-Dollar pro Person. In Punta Arenas ist der Pinguin-Tag mit rund 100 Euro die größte Ausgabe, die Stadt selbst ist günstig, das Nao-Victoria-Museum kostet etwa 11.000 CLP. Wer sparen will, fährt im Torres del Paine lieber einen Tag hinein, als den kompletten W Trek zu buchen.

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