Der W Trek im Torres del Paine Nationalpark
Unsere Erfahrungen auf der 5-Tages-Wanderung in Patagonien: Route, Kosten, Packliste & ehrliche Tipps
Es gibt Orte, von denen träumt man jahrelang. Man sieht die Bilder immer wieder und fragt sich irgendwann, ob es in echt wirklich so aussehen kann. Der Torres del Paine war für uns so ein Ort. Der W Trek stand seit über zehn Jahren auf unserer Bucketlist, lange bevor wir konkret an Südamerika gedacht haben. Unsere gesamte dreimonatige Reise haben wir um diesen Trek herum geplant. Er war das Erste, was wir gebucht haben, noch vor Peru, Bolivien und Chile.
Das lag an den Buchungsfenstern. Die Portale öffnen teils neun Monate im Voraus, und als wir im Juli nach Terminen für Dezember und Januar geschaut haben, war schon überraschend viel weg. Für unsere Wunschroute gab es noch genau eine Möglichkeit im Dezember und eine im Januar. Wir haben gebucht, ohne lange zu überlegen.
In diesem Artikel findest du unsere 5-Tages-Route Tag für Tag, eine komplette Kostenübersicht, unsere Packliste, unsere Erfahrungen mit Camping und Essen, Tipps zur Buchung und eine ehrliche Einordnung dessen, was uns an diesem Ort gestört hat. Wie wir uns in Puerto Natales auf den Trek vorbereitet haben, steht in unserem Artikel zu Puerto Natales.

Der W Trek auf einen Blick
📍 Region: Torres del Paine Nationalpark, Región de Magallanes im Süden Chiles, Ausgangspunkt Puerto Natales
🏛️ Perfekt für: Wanderer mit etwas Mehrtageserfahrung, Naturfreunde, Fotografierende
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 5 Tage / 4 Nächte im Park, dazu je ein Tag in Puerto Natales vor und nach dem Trek
🚗 Fortbewegung/Anreise: Bus ab Puerto Natales (6:45 Uhr, ca. 1,5–2 Stunden), Shuttle zum Visitor Center, zurück per Katamaran über den Lago Pehoé und Bus
💰 Preisniveau: Für uns zwei im Dezember 2025 rund 1.200–1.300 € für den Trek (Zelte, Abendessen, Transporte, Eintritt, Schlafsäcke, Snacks), mit den Nächten in Puerto Natales etwa 1.500 €, über eine Agentur kostet ein Kompletpakat ab 1500 € pro Person
☀️ Beste Reisezeit: Dezember bis Februar, wir würden Mitte Januar bis Mitte Februar wählen. Das Wetter bleibt unberechenbar.
1. Der W Trek im Überblick
Der W Trek gehört zu den bekanntesten Mehrtageswanderungen der Welt und ist vermutlich die berühmteste Route in Patagonien. Der Name kommt von der Form: Auf der Karte ergeben die drei Täler ein großes W. Die Route führt an türkisfarbenen Gletscherseen vorbei, durch offene Täler, an den Cuernos del Paine entlang bis zum Grey-Gletscher und zu den Torres-Spitzen. Je nach Variante ist sie 60 bis 80 Kilometer lang, du gehst in 4 oder 5 Tagen von Camp zu Camp bzw. von Refugio zu Refugio.
Ost nach West oder West nach Ost?
Du kannst den Trek in beide Richtungen gehen. Von West nach Ost startest du mit dem Katamaran von Pudeto nach Paine Grande. Von Ost nach West startest du am Visitor Center beim Hotel Las Torres. Wir sind Ost nach West gegangen, das war logistisch entspannter: Am ersten Morgen fährst du mit dem Bus von Puerto Natales in den Park und läufst direkt los. Am Ende bringt dich der Katamaran über den Lago Pehoé zurück nach Pudeto. Nach fünf Tagen Wandern noch auf dem Oberdeck zu sitzen und den Park langsam hinter sich zu lassen, war für uns ein guter Abschluss. Viele gehen den Trek auch von West nach Ost, um am lezten Tag den Sonnenaufgang an den Torres-Spitzen zu erleben, quasi als grandioser Abschluss der Wanderung.

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2. Übernachten auf dem W Trek: Zelt, Refugio, Camping
Du hast mehrere Möglichkeiten:
- alles selbst tragen, inklusive eigenem Zelt
- nur mit eigenem Schlafsack reisen und Zelte vor Ort mieten
- Zelt, Isomatte und Schlafsack buchen
- im Refugio im Zimmer schlafen
- Essen selbst tragen oder Frühstück und Abendessen vor Ort dazubuchen
Theoretisch ist das flexibel. Praktisch entscheidet der Preis. Ein aufgebautes Zelt mit Isomatte kostete bei uns in den Camps Chileno und Francés um die 220 US-Dollar für zwei Personen pro Nacht. In Paine Grande und Grey war es deutlich günstiger, dort waren die Zelte aber auch kleiner. Ein Abendessen im Refugio kostet 48 bis 60 US-Dollar pro Person, Zimmer sind noch teurer.
Wir haben aufgebaute Mietzelte gebucht und würden es wieder so machen. Du kommst nach einem langen Tag an, stellst den Rucksack ab und kriechst ins Zelt. Kein Aufbau im Wind, kein Hantieren mit Heringen im Regen. Die Zelte stehen auf festen Plattformen und sind sichtbar für den patagonischen Wind gebaut. Allein Kleidung, Kamera, Technik, Frühstück, Snacks und Schlafsack waren für uns schon genug Gewicht. Ein eigenes Zelt hätten wir nicht auch noch tragen wollen.
Früh buchen.
Wenn du eine bestimmte Route und feste Daten hast, buche 6 bis 9 Monate vorher. Wir wollten eigentlich überall Zelt, Isomatte und Schlafsack komplett gestellt buchen. Das war auf unserer Route nicht mehr überall verfügbar, deshalb haben wir den Schlafsack in Puerto Natales gemietet und fünf Tage selbst getragen. Immer noch besser, als keine passenden Plätze mehr zu bekommen.


3. Muss man für den Torres del Paine erfahren sein?
Nein, aber du solltest die Wanderung ernst nehmen.
Für uns war es erst der dritte Mehrtagestrek. Die Wege sind nicht überall technisch schwierig, aber mit schwerem Rucksack, Wind und Regen anstrengend. Zwischen manchen Refugios läufst du 15 Kilometer ohne Toiletten und Rangerstation. Wenn etwas passiert, bist du erst einmal auf dich gestellt. Du brauchst gute Schuhe, wetterfeste Kleidung, einen vernünftigen Rucksack, genug Essen und Wasser und einen ehrlichen Blick auf deine Kondition.
Unser wichtigster Tipp: Plane nach deinem Tempo, nicht nach dem anderer. Wir haben uns bewusst für 5 Tage entschieden, mit nie mehr als etwa 15 Kilometern am Tag, mit Zeit für Pausen, Fotos und dafür, einfach mal auf die Landschaft zu schauen. Unterwegs triffst du Leute, die 25 oder 30 Kilometer am Tag laufen, und man hat fast das Gefühl, man müsse das auch. Das musst du nicht. Es geht nicht darum, wer die meisten Kilometer am Tag macht. Wenn 15 Kilometer für dich reichen, dann reichen 15 Kilometer.

4. Was ist der O-Trek?
Wem der W Trek nicht genug ist, kann ihn zum O-Trek erweitern. Dabei läufst du von Grey oder von Chileno weiter nach Norden und in einem Bogen auf die andere Seite, bis du wieder auf den W Trek triffst. Der O-Trek dauert meist 7 bis 9 Tage, führt über Gletscher und durch wetterexponiertere Teile des Parks, und im Nordteil musst du in der Regel alle Ausrüstung selbst mitbringen.
Im November 2025 sind auf dem O-Trek bei einem Schneesturm am John-Garner-Pass fünf Wanderer gestorben, zwei Deutsche, zwei Mexikaner und eine Britin. Danach gab es viel Kritik an der Parkverwaltung, zu Personal, Wetterwarnungen und Rettung, und Ermittlungen zu möglicher Fahrlässigkeit. Wir sind den O-Trek nicht gegangen und können die Vorwürfe nicht bewerten. Wir würden ihn nur Erfahrenen empfehlen, die wissen, worauf sie sich einlassen, und die solche Treks schon gemacht haben.

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5. Unsere Route: 5 Tage auf dem W Trek (Ost nach West)
Wir haben den Trek in 5 Tagen von Ost nach West gemacht und würden es genauso wieder planen. Fünf Tage mit Gepäck waren anstrengend, aber wir mussten nie nur von Camp zu Camp „funktionieren“. Genau das war uns wichtig.
- Tag 1: Visitor Center → Camp Chileno + Mirador Base Torres
- Tag 2: Camp Chileno → Refugio Francés
- Tag 3: Refugio Francés → Paine Grande
- Tag 4: Paine Grande → Refugio Grey (Grey-Gletscher)
- Tag 5: Grey → Paine Grande → Katamaran → Puerto Natales Natales. Der Bus nach Punta Arenas kostete uns 15 € pro Person. Mehr zur Weiterreise findest du in unserem Artikel zu El Calafate.

Tag 1: Start in den Park und hinauf zu den Torres
Der Bus von Puerto Natales in den Park fuhr morgens um 6:45 Uhr, gebucht vorab über recorrido.cl für etwa 14.000 CLP pro Person. Wir saßen halb verschlafen zwischen vielen anderen Wanderern mit riesigen Rucksäcken und dem Gesichtsausdruck zwischen Vorfreude und Nervosität. Am Parkeingang mussten alle aussteigen, Tickets zeigen und einchecken. Der Eintritt muss inzwischen vorab online gekauft werden, für Aufenthalte ab vier Tagen zahlten wir 46.200 CLP pro Person. Mit dem Shuttle ging es weiter zum Visitor Center beim Hotel Las Torres, 4.000 CLP pro Person, bar vor Ort.
Dann standen wir da, mit Rucksack und Regenjacke, nach Monaten der Planung. Der Weg beginnt direkt mit Anstieg, konstant bergauf Richtung Camp Chileno. Schon nach kurzer Zeit habe ich mich gefragt, wie ich den Rucksack fünf Tage tragen soll. Obwohl wir vergleichsweise wenig dabeihatten, war er schwer.
Im Camp Chileno hatten wir unser Zelt mit Isomatte reserviert. Es war stabil, windfest und geräumiger als erwartet. Nach einer kurzen Pause ging es am Nachmittag zum Mirador Base Torres. Bis spätestens 14 Uhr musst du den Kontrollpunkt passiert haben, danach wird der letzte Abschnitt gesperrt. Der Anstieg ist steil, über loses Geröll, Felsen und ein trockenes Flussbett, das bei Regen schnell Wasser führen kann. Bei uns lag oben Schnee, es schneite, und der Wind war eisig. Aber es war machbar, und oben standen wir vor den drei Granittürmen. Oft hängen sie komplett in den Wolken, wir hatten Glück und konnten sie trotz des Wetters sehen. Nach all den Jahren standen wir wirklich dort, windzerzaust, durchgeschwitzt und völlig erledigt.
Im Camp Chileno gab es danach ein überraschend gutes Abendessen, frisch gekocht und lecker. Die erste Nacht im Zelt war kalt, aber gut.
- Etappe Tag 1: 16 km, 987 Höhenmeter, Übernachtung Camp Chileno



Tag 2: Seen, Blumenwiesen und die Cuernos del Paine
Morgens öffneten wir den Zelteingang und hatten blauen Himmel, Sonne und deutlich bessere Sicht. Von Chileno liefen wir ein Stück des Weges zurück und bogen dann Richtung Refugio Francés ab. Die Seen leuchteten intensiv türkis, auf der einen Seite das Wasser, auf der anderen schroffe Gipfel, dazwischen Blumenwiesen. Wir sind ständig stehen geblieben, für Fotos oder einfach zum Schauen. Der Wind war wieder da, aber deutlich angenehmer als am Vortag.
Dann kamen wir um eine Kurve, und da standen sie: die Cuernos del Paine, mit ihren zwei Gesteinsschichten, dunkel und hell, wahrscheinlich das bekannteste Motiv des Parks. Man hat das Bild hundertmal gesehen, und plötzlich ist es echt, mit blauem Himmel und vollem Sonnenlicht. Katja war glücklich.
Die letzten Kilometer zogen sich. Die Füße wurden schwer, die Schultern noch schwerer. Am Abend kam dann der vermutlich teuerste Kartoffelbrei unseres Lebens: Für rund 60 US-Dollar pro Person gab es Kartoffelpüree und Fischbouletten aus dem Pappkarton. Es schmeckte ungefähr so, wie es klingt. Es war unser kulinarischer Tiefpunkt des Treks und gleichzeitig einer der lustigsten Momente der Reise.
- Etappe Tag 2: 17 km, 494 Höhenmeter, Übernachtung Refugio Francés



Tag 3: Paine Grande im Regen, aus dem W wird ein U
Der dritte Tag begann mit richtig viel Regen. Eigentlich wollten wir von Francés Richtung Paine Grande wandern, mit Abstecher ins Valle Francés bis zum Mirador Británico, dem mittleren Strich des W und für viele einer der schönsten Aussichtspunkte des Treks. An diesem Morgen sahen wir Regen, Wolken und Nebel. Der Abstecher bedeutet 14 zusätzliche Kilometer für eine Aussicht, die wir vermutlich nicht gesehen hätten. Das fühlte sich weder sinnvoll noch motivierend an. Wir haben ihn ausgelassen und nicht nachgeholt und aus dem W damit eher einen U-Trek gemacht. Manchmal passt man sich in Patagonien einfach dem Wetter an.
Wir zogen die Regenponchos über, setzten die Rucksäcke auf und liefen los. Der Wind drückte gegen die Ponchos, der Regen kam von allen Seiten, und irgendwann weißt du nicht mehr, ob du noch versuchst, trocken zu bleiben oder längst aufgegeben hast. Irgendwann läufst du einfach und akzeptierst: Es regnet jetzt, also laufen wir im Regen.
Nach etwa drei Stunden kamen wir im Refugio Paine Grande an, zusammen mit gefühlt hunderten anderen komplett durchnässten Wanderern. Drinnen saßen überall Menschen in Regenkleidung und nassen Schuhen mit heißen Getränken, Rucksäcke standen herum, Kleidung hing zum Trocknen über den Geländern. Ab 14 Uhr konnten wir ins Zelt. Die Zelte waren hier kleiner als zuvor, dafür günstiger, nach dem Regen war uns das egal. Am Abend gab es Buffet, warm, viel und gut, ein deutlicher Kontrast zum Kartoffelbrei.
- Etappe Tag 3: 9 km, 245 Höhenmeter, reine Gehzeit ca. 3 Stunden, Übernachtung Paine Grande


Tag 4: Zum Grey-Gletscher
Nach dem Regen war Tag vier zumindest trocken, der Wind blies weiter. Von Paine Grande liefen wir nördlich am Lago Grey entlang, dessen Wasser je nach Licht intensiv türkis leuchtet. Die Strecke führt teils exponiert an den Hängen entlang, mit dem See unter dir und den Bergen vor dir, bis irgendwann das Eis des Gletschers auftaucht. Es war einer der windigsten Abschnitte des Treks. Der Wind kam so stark von der Seite, dass wir uns dagegenlehnen mussten, an Fotografieren war manchmal kaum zu denken.
Am Nachmittag kamen wir zum Refugio Grey, von dort sind es wenige Minuten bis zum Aussichtspunkt. Der Grey-Gletscher war für uns eines der schönsten Erlebnisse des Treks: massives, blaues Eis zwischen Bergen und Wasser, still. Wir sind lange dort geblieben. Am Abend gab es wieder Abendessen im Refugio.
- Etappe Tag 4: 12 km, 369 Höhenmeter, Übernachtung Refugio Grey


Tag 5: Rückweg und Katamaran
Am letzten Morgen hieß es noch einmal Zelt öffnen, Rucksack packen, Schlafsack verstauen. Der Rückweg führt nach Paine Grande. Viele gehen die Strecke zum Grey-Gletscher als Tageswanderung hin und zurück. Wir waren froh, sie auf zwei Tage verteilt zu haben. Auf dem Rückweg konnten wir ohne Zeitdruck noch einmal auf Gletscher, See und Berge zurückschauen.
In Paine Grande wartete der Katamaran nach Pudeto, 30.000 CLP pro Person. Du musst eine feste Uhrzeit reservieren, beliebte Abfahrten sind schnell ausgebucht. Wir saßen oben auf dem Deck, bei überraschend gutem Wetter, und hatten plötzlich den Blick, den man von vielen Fotos des Parks kennt: das gesamte Torres-del-Paine-Massiv auf einmal, breit und im Licht. Diesen Blick bekommst du auf der Wanderung selbst nicht, sondern erst vom Wasser aus. Von Pudeto ging es mit dem Bus zurück nach Puerto Natales, staubig, müde und glücklich.
- Etappe Tag 5: 12 km, 152 Höhenmeter
Insgesamt waren es laut unserem Tracker rund 66 Kilometer in fünf Tagen und vier Nächten im Zelt.


6. Was kostet der W Trek?
Wir hatten vorher oft gelesen, dass Torres del Paine wunderschön, aber teuer ist. Das stimmt. Vor allem, wenn du wie wir Zelte, Verpflegung und Ausrüstung über die Camps buchst, summiert es sich schnell. Gleichzeitig muss alles mitten in Patagonien organisiert werden: Essen, Unterkünfte, Zelte, Transport, Material. Das merkst du am Preis.
Das haben wir für uns beide im Dezember 2025 bezahlt:
| Posten | Preis | Gebucht über |
| Bus Puerto Natales → Torres del Paine | 14.000 CLP pro Person | recorrido.cl oder torreshike.com |
| Shuttle zum Visitor Center | 4.000 CLP pro Person | vor Ort, bar |
| Nationalparkeintritt (mehr als 3 Tage) | 46.200 CLP pro Person | torreshike.com |
| Camp Chileno: Zelt + Isomatte | 110 USD pro Person | torreshike.com |
| Abendessen Chileno | 60 USD pro Person | torreshike.com |
| Refugio Francés: Zelt + Isomatte | 110 USD pro Person | torreshike.com |
| Abendessen Francés | 60 USD pro Person | torreshike.com |
| Paine Grande: Zelt | 46 USD | torreshike.com |
| Paine Grande: Isomatte | 13 USD pro Person | torreshike.com |
| Abendessen Paine Grande | 48 USD pro Person | torreshike.com |
| Grey: Zelt | 46 USD | torreshike.com |
| Grey: Isomatte | 13 USD pro Person | torreshike.com |
| Abendessen Grey | 48 USD pro Person | torreshike.com |
| Katamaran nach Pudeto | 30.000 CLP pro Person | torreshike.com |
| Bus nach Puerto Natales | 14.000 CLP pro Person | recorrido.cl oder torreshike.com |
| 2 Schlafsäcke für 5 Tage | 121 USD + Kaution vor Ort | Rental Natales (online reserviert) |
| Frühstück und Snacks für den Trek | 60 € | Supermarkt in Puerto Natales |
Zusammen sind das etwa 216.400 CLP. Je nach Wechselkurs landest du bei rund 1.200–1.300 € für zwei Personen. Mit den vier Nächten in Puerto Natales kamen wir auf etwa 1.500 €.
Preise 2026: Seit etwa Mai 2026 gilt im Park ein neues, routenbasiertes Ticketsystem (Full Day, Base Torres, W Trek, Paine Circuit), und die Tarife ändern sich regelmäßig. Zuletzt genannt wurden für ausländische Erwachsene bei mehrtägigem Aufenthalt 48.500 CLP. Prüfe die aktuellen Preise vorher auf pasesparques.cl. Wenn du günstiger reisen willst, hilft ein eigenes Zelt, ein eigener Kocher und selbst mitgebrachtes Essen. Dann trägst du aber mehr.
Möchtest du ein Rundum Sorglos Paket und dich um nichts kümmern, kannst du dir den Trek auch bei verschiedensten Reiseanbietern buchen. Da zahlst du dann aber eher ab 1500 Euro pro Person für den Trek. Kümmerst du dich selbst um die Buchung ist es zwar immer noch teuer aber wir haben diesen Preis für 2 Personen gezahlt also lohnt es sich und über die Seite torreshike.com ist es wirklich sehr einfach.


7. Packliste für den W Trek
Wir haben vor dem Trek mehr Zeit mit Packen, Umräumen und Aussortieren verbracht als mit fast allem anderen in Puerto Natales. Gerade beim W Trek ist das ein Spagat: möglichst wenig Gewicht, aber vorbereitet auf Sonne, Regen, Sturm, Kälte und Schnee. Wir hatten alles davon.
- Powerbank: Ja, in vielen Refugios kannst du laden, aber die Steckdosen sind oft voll und dein Handy liegt dann zwischen 20 anderen Geräten. Mit Powerbank bist du entspannter, für Handy, Kamera-Akkus, Stirnlampe und Navigation.
- Wanderschuhe, möglichst wasserdicht: Daran würden wir nicht sparen. Die Wege wechseln zwischen Schotter, Geröll, Erde, Wurzeln und Matsch, dazu Regen und teils Schnee. Bei Nico haben die alten Schuhe auf dem W Trek endgültig aufgegeben. Nach dem Trek hat er in Puerto Natales neue gekauft, auch mit Blick auf El Chaltén, wo wir viel wandern wollten. Die Outdoorläden dort sind gut. Wenn deine Schuhe schon älter sind, prüfe sie vor dem Trek.
- Regenjacke: Ohne würden wir hier nicht loslaufen. Ponchos haben viele dabei, wir fanden sie bei dem Wind schwierig, aus dem Poncho wird schnell ein Segel. Mit einer guten Regenjacke hätten wir uns deutlich wohler gefühlt.
- Leichte Daunenjacke: Auch im Sommer. Nachts lagen die Temperaturen bei uns bei 0 bis 5 Grad, mit Wind fühlt es sich kälter an. Wir hatten sie jeden Tag an, beim Frühstück, abends vor dem Zelt und bei Pausen.
- Wechselwäsche: Das ist Geschmackssache. Wir hatten sie bewusst reduziert, denn jedes zusätzliche Shirt trägst du fünf Tage auf dem Rücken.
- Stirnlampe: Praktisch, aber kein Muss. Im Zelt kannst du sie aufhängen, und nachts auf dem Weg zur Toilette hilft sie. Zur Not geht auch das Handylicht.
- Trekkingstöcke: Geschmackssache, für uns nichts. Im Torres del Paine läuft gefühlt jeder Zweite mit Stöcken, offenbar viele zum ersten Mal. Dadurch sind manche plötzlich doppelt so breit auf dem Trail, und Stockspitzen schwingen dir fast ins Gesicht. Wer Stöcke gewohnt ist, nimmt sie mit. Wer sie nicht mag, braucht sie nicht.
- Schlafsack: Achte auf den Temperaturbereich, auch im Sommer wird es in Zelten nachts kalt. Wir haben unsere in Puerto Natales gemietet, das hat gut funktioniert.
- Snacks: Kauf sie in Puerto Natales, im Park wird es teuer und die Auswahl ist klein. Bei uns waren das Schokolade, Müsliriegel, Nüsse, Äpfel und Kleinkram für lange Etappen, auch zur Motivation. In Puerto Natales gibt es einen großen Supermarkt.
- Wasserfilter: Viele füllen ihre Flaschen direkt an den Bächen auf. Wir hatten einen UV-Sterilisator dabei, nicht aus Misstrauen, sondern um bei mehreren Tagen kein Risiko einzugehen.
- Kamera: Wenn du gern fotografierst, nimm sie mit. Die Landschaft ist sehr fotogen, und wir hatten trotzdem das Gefühl, sie nie richtig einzufangen.

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8. Essen, Shops, Duschen und Toiletten
- Frühstück und Snacks: In jedem Refugio gibt es kostenlos heißes Wasser. Wir haben fast immer Porridge gefrühstückt: Haferflocken mit Milchpulver, Nüssen oder Rosinen, heißes Wasser drauf, fertig. Das ist leicht, macht satt, und morgens vor dem Loswandern hat uns das gereicht. Auch Tee und Instantkaffee gehen damit. Den Rest des Tages haben wir von Snacks gelebt, die wir vorher im Supermarkt gekauft haben.
- Abendessen: Hier haben wir uns für Komfort entschieden und fast überall im Refugio gebucht. Das ist teuer, manchmal absurd teuer, aber nach einem langen Tag irgendwo warm zu sitzen und nicht mehr kochen zu müssen, war uns das wert. Bis auf den Kartoffelbrei war das Essen überraschend gut, warm, frisch und meistens das Richtige nach vielen Kilometern. Wenn du dir etwas sparen willst: In Puerto Natales gibt es fertige Trekking-Mahlzeiten für meist 10 bis 15 € pro Portion, noch günstiger wird es mit eigenem Kocher und Nudeln, Couscous oder Reis. Gekocht werden darf nur an den Kochplätzen bei den Refugios, und die empfanden wir als klein und oft nicht besonders sauber.
- Küchen und Refugios: Die Camping-Küchen fanden wir nicht gemütlich: eng, voll, laut und teils ziemlich dreckig. Das lag weniger an den Camps als daran, wie manche sie hinterlassen. Die Essräume der Refugios waren dagegen durchweg sauber, ordentlich und gut organisiert.
- Shops: Jedes Camp hat einen kleinen Shop mit Wasser, Softdrinks, Bier, Snacks, Chips und Schokolade. In Paine Grande ist die Auswahl besonders groß, mit Nudelsuppen und warmen Kleinigkeiten. Nichts davon ist günstig, aber praktisch, wenn du nach 20 Kilometern plötzlich Lust auf Chips hast.
- Duschen und Toiletten: Jedes Refugio hatte ausreichend davon, und die Duschen waren bei uns überall heiß. Gemütlich waren sie nicht, die Sanitärbereiche sind teils nicht komplett geschlossen oder isoliert, und nach dem Duschen kann der Wind ganz schön kalt sein. Nach mehreren Tagen draußen fühlt sich eine heiße Dusche trotzdem luxuriös an.



9. W Trek buchen: unsere Tipps zur Planung
Am Anfang wirkt die Planung überwältigend: Wo buche ich Camps, wie funktionieren die Refugios, wann muss ich buchen, wie komme ich in den Park, brauche ich Bus, Shuttle und Katamaran? Früher musste man sich alles mühsam selbst zusammensuchen, je nach Camp lief die Buchung über unterschiedliche Betreiber. Heute ist das einfacher.
Wie früh?
So früh wie möglich, mindestens 6 bis 9 Monate vorher, wenn du ein festes Datum oder eine bestimmte Route hast. Wir haben im Juli nach Terminen für Dezember und Januar geschaut, ungefähr fünf Monate vorher, und da war schon viel weg. Einzelne Camps oder Kombinationen über mehrere Nächte waren teils kaum noch verfügbar. Wenn du flexibel bist, bekommst du vielleicht noch kurzfristig etwas.
Plattform
Wir haben den gesamten Trek über TorresHike gebucht und würden das wieder tun. Du stellst dir dort die Route selbst zusammen und wählst Laufrichtung, Übernachtungsorte, eigenes oder aufgebautes Zelt, Refugio oder Camping und kannst Frühstück, Lunchbox und Abendessen dazubuchen. Dabei siehst du direkt, was verfügbar ist. Auch die Nationalparkgebühr konnten wir dort mitbezahlen.
Transporte
Die konnte ich bei der ersten Buchung über TorresHike tatsächlich nicht direkt auswählen und habe sie zunächst separat organisiert. Etwa zwei Wochen später kam eine Mail von TorresHike, in der du die Transporte passend zur Route dazubuchen kannst. Dort stand genau, welchen Bus du für den Hinweg brauchst, ob ein Shuttle nötig ist und welcher Katamaran passt. So kannst du prüfen, was du schon hast und was noch fehlt.
Schlafsack und Ausrüstung
Die haben wir vorab über Rental Natales reserviert und in Puerto Natales abgeholt. Das ging unkompliziert. Im Nachhinein hätte das wahrscheinlich auch kurzfristiger funktioniert, denn die Auswahl vor Ort war groß. In der Hauptsaison reservierst du trotzdem besser vorher. Wenn du flexibel bist, bekommst du Schlafsäcke, Trekkingstöcke und Zubehör bei mehreren Anbietern auch spontan.
Rückblickend war die Planung aufwendig, aber einfacher als gedacht. Wenn die Camps gebucht sind, fällt viel Last ab, und spätestens im Bus nach Torres del Paine beginnt der schöne Teil: nicht mehr planen, sondern loslaufen.

10. Beste Reisezeit und Wetter im Torres del Paine
Fast überall liest man dasselbe: Dezember bis Februar ist die beste Reisezeit, mit langen Tagen, mildem Wetter und Temperaturen bis 20 Grad. Deshalb haben wir unsere Reise auch so gelegt.
Als wir in Puerto Natales ankamen, regnete es. Es war abends, windig und kalt, ungefähr 5 Grad, und auf den Bergen lag Schnee. Wir standen mit unseren Trekkingrucksäcken da und dachten dasselbe: Okay, das ist also der patagonische Sommer.
Auf dem Trek selbst hatten wir blauen Himmel und Sonne, Regen, der waagerecht durchs Tal flog, Sturm, Schnee auf den Bergen und Momente, in denen Sonne und dunkle Wolken gleichzeitig über dem Park standen. Morgens Sonne, eine Stunde später Regenjacke, dann T-Shirt und Sonnenbrille, zehn Minuten später die Kapuze fest zu.
Wind: Normale Windgeschwindigkeiten liegen häufig bei 20 bis 30 km/h, das gilt dort schon als ruhig, dazu kommen stärkere Böen, und Windspitzen von bis zu 100 km/h sind keine Seltenheit. Wir mussten uns teilweise körperlich dagegenlehnen, vor allem an offenen Stellen und an den Seen. Das war oft eher anstrengend als gefährlich, auch wenn wir uns zwischendurch gefragt haben, was wir hier eigentlich machen. In Deutschland würden wir bei dem Wetter vermutlich nicht spazieren gehen. In Patagonien, mit gebuchten Camps, festem Plan und viel bezahltem Geld, ziehst du die Jacke an und läufst los. Verschieben geht nicht. Oft wirst du dafür belohnt, denn das Wetter kann genauso schnell wieder aufreißen, Licht fällt auf die Berge und die Seen, und die Landschaft sieht kurz völlig anders aus.
Unsere Empfehlung: Dezember bis Februar ist die beste Zeit, aber mit Einschränkung. Wenn wir noch einmal planen würden, wären wir eher zwischen Mitte Januar und Mitte Februar dort. Der Dezember war bei uns noch sehr wechselhaft, im Hochsommer ist es gefühlt etwas stabiler. Eine Garantie gibt es nicht. Plane für den Sommer, aber pack für alle Jahreszeiten: Sonnencreme, Regenkleidung, warme Kleidung, und rechne immer mit Wind.

11. Die Schattenseiten: wenn aus Natur ein Produkt wird
So sehr uns die Landschaft begeistert hat, gibt es eine Seite dieser Wanderung, über die wir zu wenig lesen. Unser Gefühl war immer wieder: Hier wird vor allem viel Geld verdient. Das hat den Trek für uns an manchen Stellen getrübt.
Preise: Der Torres del Paine ist vermutlich eine der teuersten Mehrtageswanderungen der Welt. Für uns war es die teuerste Wanderung, die wir je gemacht haben. Wer den Trek komplett über einen Reiseveranstalter bucht, mit Unterkünften, Verpflegung und Transfers, landet nach unserer Internetrecherche bei Anbietern für den W Trek schnell bei 1.500 € pro Person oder mehr, für drei bis fünf Wandertage. Wir lagen mit eigener Planung für uns beide bei etwa 1.500 € inklusive Puerto Natales und hatten nicht überall das Komfortpaket. Natürlich ist Patagonien nie günstig, und Infrastruktur in einem so abgelegenen Nationalpark kostet. An vielen Stellen fühlte es sich für uns aber nicht mehr nach aufwendig organisiert an, sondern nach maximaler Monetarisierung.
Wer gewollt ist: Das Angebot richtet sich erkennbar an Reisende mit größerem Budget, die aufgebaute Zelte, Betten, warme Abendessen und Lunchpakete dazubuchen. Das verstehen wir, denn nach einem langen Tag direkt in ein aufgebautes Zelt zu steigen ist angenehm. Backpacker, die selbst organisieren oder mit eigenem Zelt reisen, scheinen kaum noch gewollt. Für eigene Zelte gibt es oft nur fünf oder sechs Stellplätze, daneben stehen 50 oder 60 aufgebaute Mietzelte. Die Selbstkocherküchen sind klein, eng und wenig gemütlich, die Refugios mit Restaurant und Bar deutlich großzügiger. Das wirkte auf uns bewusst gesteuert: Wer mehr zahlt, bekommt den Platz. Das muss nicht jeder so empfinden, es war unser Eindruck.
Für Chilenen: Beim Eintritt zahlen Chilenen deutlich weniger als Ausländer. Aber wenn du den Trek gehen willst, kommen ein aufgebautes Zelt für über 200 US-Dollar pro Nacht, ein Abendessen für 48 bis 60 US-Dollar und die Transporte dazu. Wir finden, dass der Nationalpark damit für viele Chilenen in ihrem eigenen Land ziemlich teuer ist. Das ist unsere Einschätzung.
Sicherheit und Ranger: Während wir im Park waren, wurde viel über Unzufriedenheit bei den Rangern gesprochen: schlechte Bezahlung, schwierige Arbeitsbedingungen, mangelnde Ausstattung. Das hat uns überrascht, denn bei den Preisen für Eintritt, Camps, Transport und Refugios würde man erwarten, dass genug in Sicherheit und Personal fließt. Der Tod der fünf Wanderer im November 2025 auf dem O-Trek, einen Monat bevor wir dort waren hat das Thema noch einmal ins Zentrum gerückt.
Der Park ist kein Freizeitpark: Wir haben viele Leute gesehen, die offensichtlich zum ersten Mal einen Wanderrucksack trugen oder zum ersten Mal mehrere Tage wanderten. Jeder darf reisen, wie er will. Wir haben uns aber mehr als einmal gefragt, ob der Torres del Paine der richtige Ort ist, um Wandern zum ersten Mal auszuprobieren. Unsere ehrliche Antwort: eher nicht, wegen Wetter, Abgeschiedenheit und Wind. Auch ein teurer Trek bleibt ein Trek in der Wildnis.
Und trotzdem verstehen wir jeden, der herkommt. Die Landschaft ist außergewöhnlich. Genau deshalb fällt uns dieser Zwiespalt so auf: einerseits pure Natur, andererseits ein System drumherum, das sich an vielen Stellen nach Geschäft anfühlt. Seit Mai 2026 gilt ein neues Ticketsystem mit unterschiedlichen Gebühren je nach Route, die Preisdiskussion wird sich also eher noch verschärfen.

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12. Würden wir etwas anders machen? Unser Fazit
Rückblickend würden wir an Route, Etappen, Ausrüstung und der Entscheidung für Mietzelte nichts ändern. Anders machen würden wir höchstens das Essen: Beim nächsten Mal würden wir öfter das Abendessen selbst mitnehmen, weil es für das, was man teilweise bekommt, sehr teuer ist. Andererseits war es nach einem langen Wandertag auch viel wert, einfach auf eine Bank zu sitzen und einen warmen Teller vor sich zu haben, ohne Wasser aufzusetzen, Kocher anzuwerfen und abzuwaschen.
Sei ehrlich zu dir selbst, nicht zu deinem Geldbeutel. Was kannst du körperlich gut tragen? Womit fühlst du dich unterwegs wohl? Wie viel Komfort brauchst du, damit du die Wanderung genießt? Nur weil der Trek teuer ist, musst du nicht alles selbst mitschleppen. Mit einem Rucksack, der dich überfordert, wird die Wanderung anstrengend und irgendwann unangenehm. Für viele, auch für uns, ist der W Trek ein einmaliges Erlebnis. Wenn es finanziell geht, gönn dir den Komfort, der es für dich leichter macht, vielleicht ein Mietzelt, ein Abendessen oder einen leichteren Rucksack.
Lohnt sich der W Trek? Ja. Für Katja war er ein echter Lebenstraum. Wir standen nach all den Jahren vor den Torres, müde, windzerzaust, mit schweren Beinen und überwältigt, dass wir wirklich dort sind. Die Landschaft ist so beeindruckend, wie man sie sich vorstellt: türkisfarbene Seen, schroffe Berge, Gletscher, ständig wechselndes Licht und ein Himmel, der nie gleich aussieht. Fast mehr in Erinnerung geblieben ist uns das Unterwegssein: vom Wind geweckt werden, den Zelteingang öffnen und direkt auf Berge schauen, abends erschöpft in den Schlafsack fallen. Das Leben reduziert sich auf Laufen, Pause machen, Essen, Schlafen, und man merkt, wie wenig man braucht. Dazu kam der Stolz, den Trek mit Gepäck, Wind, Regen, Sonne und Schnee geschafft zu haben, und im Katamaran zurück saßen wir mit dem Gefühl: Das haben wir wirklich gemacht.
Ob wir den W Trek noch einmal gehen würden? Wahrscheinlich nicht. Nicht weil er uns nicht gefallen hätte, im Gegenteil, wir sind dankbar, dass wir ihn erleben durften. Aber die Art, wie dieser Ort organisiert und monetarisiert wird, hat uns nachdenklich zurückgelassen.
Wem empfehlen wir ihn? Allen, die gern wandern und Patagonien intensiv erleben wollen, und die wissen, worauf sie sich einlassen. Er ist aus unserer Sicht kein Ort für die erste Wanderung überhaupt und kein gemütlicher Spaziergang. Das Wetter bleibt unberechenbar, und der Trek bleibt anstrengend. Wer das weiß und deshalb Lust darauf hat, bekommt eine der besten Wanderungen seines Lebens. So war es für uns, und jeder Kilometer war es wert.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Trek und dem Torres del Paine NP
Wie lang ist der W Trek, und wie viele Tage brauche ich?
Je nach Variante ist der W Trek 60 bis 80 Kilometer lang. Die meisten gehen ihn in 4 oder 5 Tagen. Wir waren 5 Tage unterwegs und sind laut Tracker rund 66 Kilometer gelaufen. Den Abstecher ins Valle Francés haben wir wegen Regen ausgelassen. Mit fünf Tagen bist du nie mehr als etwa 15 bis 17 Kilometer am Tag gelaufen und hast Zeit für Pausen und Fotos.
Wie schwer ist der W Trek?
Technisch ist er an den meisten Stellen nicht schwierig. Anstrengend machen ihn der schwere Rucksack, der Wind und das wechselhafte Wetter. Am härtesten war für uns der Anstieg zum Mirador Base Torres über loses Geröll. Du musst kein Profi sein, solltest aber schon einmal mehrere Tage am Stück mit Gepäck gewandert sein. Für uns war es der dritte Mehrtagestrek.
Kann ich den W Trek ohne Guide gehen?
Ja, die Wege sind gut markiert, und viele gehen den Trek wie wir auf eigene Faust. Du musst aber alle Übernachtungen vorab buchen. Zwischen den Camps gibt es oft weder Toiletten noch Ranger, deshalb solltest du Ausrüstung, Essen und Wasser selbst im Griff haben.
Was kostet der W Trek?
Wir haben im Dezember 2025 für zwei Personen rund 1.200 bis 1.300 € bezahlt. Darin enthalten waren Mietzelte, Abendessen in den Refugios, alle Transporte, der Eintritt, gemietete Schlafsäcke und Snacks. Mit den vier Nächten in Puerto Natales kamen wir auf etwa 1.500 €. Am teuersten sind die aufgebauten Zelte in Chileno und Francés mit rund 220 US-Dollar pro Nacht für zwei Personen und die Abendessen mit 48 bis 60 US-Dollar pro Person.
Wie viel kostet der Eintritt in den Torres del Paine?
Wir haben 2025 für einen Aufenthalt ab vier Tagen 46.200 CLP pro Person bezahlt. Seit Mai 2026 gibt es ein neues Ticketsystem, das sich nach der Route richtet. Zuletzt wurden für ausländische Erwachsene bei einem mehrtägigen Aufenthalt 48.500 CLP genannt. Das Ticket musst du vorab online kaufen. Die aktuellen Preise findest du auf pasesparques.cl.
Wie früh sollte ich den W Trek buchen?
Am besten 6 bis 9 Monate im Voraus, vor allem wenn du feste Daten oder eine bestimmte Route im Kopf hast. Wir haben im Juli für Dezember gesucht, also rund fünf Monate vorher. Für unsere Wunschroute gab es da nur noch einen Termin im Dezember und einen im Januar.
Wo buche ich die Camps und Refugios?
Wir haben alles über TorresHike gebucht. Dort stellst du dir die Route selbst zusammen: Richtung, Camps, Zelt oder Refugio und auf Wunsch die Mahlzeiten. Verfügbare Plätze siehst du direkt. Etwa zwei Wochen nach der Buchung kam eine Mail, über die wir die passenden Transporte dazubuchen konnten.
Sollte ich ein eigenes Zelt mitnehmen oder eines mieten?
Wir haben aufgebaute Mietzelte genommen und würden das wieder so machen. Abends musst du nichts im Wind aufbauen, und du trägst deutlich weniger. Mit eigenem Zelt sparst du Geld, aber in vielen Camps gibt es dafür nur fünf oder sechs Stellplätze. Wenn du selbst zeltest, musst du also besonders früh buchen.
In welche Richtung sollte ich den W Trek gehen?
Beide Richtungen funktionieren. Wir sind von Ost nach West gegangen, und das war für uns logistisch einfacher. Mit dem Bus kommst du am Morgen in den Park und läufst direkt los. Am Ende fährst du mit dem Katamaran über den Lago Pehoé zurück und siehst dabei das ganze Torres-Massiv auf einmal. Von West nach Ost startest du dagegen mit dem Bus ab Puerto Natales und danach mit dem Katamaran ab Pudeto. Das dauert insgesamt länger, bis du endlich loswandern kannst.
Wie komme ich von Puerto Natales zum W Trek?
Ab etwa 6:45 Uhr fahren Busse vom Busbahnhof in Puerto Natales, wir haben 14.000 CLP pro Person bezahlt. Die Fahrt dauert 1,5 bis 2 Stunden. Am Parkeingang checkst du ein, danach bringt dich ein Shuttle zum Visitor Center. Den Shuttle zahlst du vor Ort in bar, bei uns waren es 4.000 CLP. Bring also chilenische Pesos mit.
Wann ist die beste Reisezeit für den W Trek?
Als beste Zeit gelten Dezember bis Februar. Wenn wir noch einmal fahren würden, würden wir Mitte Januar bis Mitte Februar wählen. Der Dezember war bei uns sehr wechselhaft, mit Sonne, Regen, Sturm und Schnee innerhalb weniger Tage. Verlassen kannst du dich auf keinen Monat. Pack deshalb so, als könnte jede Jahreszeit kommen.
Wie stark ist der Wind im Torres del Paine?
Meist weht er mit 20 bis 30 km/h, und das gilt dort schon als ruhig. Böen bis 100 km/h kommen immer wieder vor. Wir mussten uns an offenen Stellen und an den Seen manchmal regelrecht dagegenlehnen, besonders auf dem Weg zum Grey-Gletscher. Statt eines Ponchos nimmst du besser eine gute Regenjacke mit, weil sich ein Poncho im Wind wie ein Segel verhält.
Was ist der Unterschied zwischen W Trek und O-Trek?
Der O-Trek ist eine große Runde um das gesamte Massiv und dauert meist 7 bis 9 Tage. Er ist abgelegener, dem Wetter stärker ausgesetzt und führt über den John-Garner-Pass. Im Nordteil musst du meist deine komplette Ausrüstung selbst tragen. Im November 2025 sind dort fünf Wanderer bei einem Schneesturm ums Leben gekommen. Wir würden den O-Trek nur erfahrenen Mehrtageswanderern empfehlen.
Kann ich auf dem W Trek Wasser aus den Bächen trinken?
Viele füllen ihre Flaschen direkt an den Bächen auf. Wir hatten zur Sicherheit einen UV-Sterilisator dabei, weil wir bei mehreren Tagen draußen kein Risiko eingehen wollten. In allen Refugios bekommst du außerdem kostenlos heißes Wasser für Tee, Kaffee oder Porridge.
Kann ich auf dem W Trek selbst kochen?
Ja, das geht, aber nur an den Kochplätzen bei den Refugios. Die Selbstkocherküchen fanden wir eng, voll und oft schmutzig. Trekking-Mahlzeiten bekommst du in Puerto Natales für etwa 10 bis 15 € pro Portion. Noch günstiger wird es mit eigenem Kocher und Nudeln, Reis oder Couscous.
Gibt es auf dem W Trek Duschen und Strom?
Jedes Refugio hatte bei uns heiße Duschen und genug Toiletten, auch wenn die Sanitärbereiche teils zugig waren. Laden kannst du in vielen Refugios, die Steckdosen sind aber oft belegt. Mit einer Powerbank musst du dir darum keine Gedanken machen.

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