Argentinien Rundreise 3 Wochen – Die perfekte Reiseroute

Argentinien ist achtmal so groß wie Deutschland, und genau das macht die Planung schwierig. Zwischen dem subtropischen Dschungel von Iguazú und der Magellanstraße liegen gut 3.500 Kilometer Luftlinie. Wer das alles mit dem Bus abfahren will, verbringt drei Wochen im Sitz und sieht von den Landschaften das, was am Fenster vorbeizieht. Diese Route setzt deshalb auf Inlandsflüge für die großen Sprünge und auf Mietwagen oder Busse für die Regionen, in denen die Strecke selbst ein Teil des Erlebnisses ist.

Das Ergebnis ist dicht, und das sagen wir gleich vorweg. Du fliegst sechsmal im Land, zwei der Verbindungen mit Umstieg in Buenos Aires. Dafür siehst du in 21 Tagen eine Großstadt, die größten Wasserfälle Südamerikas, die farbigen Berge im Nordwesten, die Seen um Bariloche, den Perito-Moreno-Gletscher, die Wanderwege rund um den Fitz Roy und das Ende der Welt in Ushuaia. Mit vier oder fünf Wochen wäre die Reise entspannter. Wer nur drei hat, bekommt hier einen sinnvollen Querschnitt.

Die Reihenfolge folgt dem Klima und der Höhe. Du startest in Buenos Aires auf Meereshöhe, gewöhnst dich an Zeitumstellung und Spanisch und fliegst dann in den feuchtwarmen Nordosten nach Iguazú. Danach geht es auf 1.200 Meter nach Salta und in der Provinz Jujuy bis auf über 4.000 Meter. Die Höhe kommt also früh, solange der Körper frisch ist, und nicht nach zwei Wochen Wandern. Der Süden bildet den Schluss: Bariloche, El Calafate, El Chaltén und Ushuaia liegen weit auseinander, lassen sich aber mit direkten Flügen verbinden, und Ushuaia hat eine Verbindung zurück nach Buenos Aires, ohne dass du irgendwo umkehren musst.

Die Route passt zu Individualreisenden und Paaren, die gern wandern, Roadtrips mögen und keine Scheu vor frühen Flügen haben. Mit einer Ausnahme brauchst du keinen Mietwagen für die gesamte Reise, im Nordwesten ist er allerdings die beste Lösung. Spanisch ist hilfreich, aber nicht Voraussetzung. Die beste Reisezeit liegt für diese Kombination im Oktober und November sowie im März bis Anfang April. Im Hochsommer ist es in Iguazú schwül, in Salta regnet es am Nachmittag, und Patagonien ist überlaufen. Im Winter sind Wanderwege im Süden gesperrt.

Argentinien Rundreise 3 Wochen
Hornocal – der Berg der 14 Farben im Nordwesten von Argentinien
Die komplette Reiseroute auf einen Blick

⏳ Reisedauer: 21 Tage (20 Nächte)
✈️ Reiseart: Rundreise mit Inlandsflügen, Mietwagen im Nordwesten und Bus in Patagonien
🚗 Transport: 6 Flugverbindungen, Mietwagen in Salta/Jujuy und Bariloche, Bus nach El Chaltén
💰 Budget: Mittelklasse, grob 3.000 bis 4.200 Euro pro Person ohne internationalen Flug
😃 Geeignet für: Individualreisende, Paare, Wanderer, Naturliebhaber
☀️ Beste Reisezeit: Oktober bis November, März bis Anfang April
💚 Highlight: Perito-Moreno-Gletscher und der Fitz Roy bei El Chaltén


Routenübersicht

ReisetagOrtÜbernachtungen
Tag 1–3Buenos Aires3
Tag 4–5Iguazú2
Tag 6–9Salta und Jujuy4
Tag 10–12Bariloche3
Tag 13–14El Calafate2
Tag 15–17El Chaltén3
Tag 18–20Ushuaia3
Tag 21Rückflug über Buenos Aires0

Die Tagesangaben beziehen sich auf die Nächte. Der Anreisetag zur nächsten Station ist jeweils der erste Tag des neuen Abschnitts.

Fitz Roy Massiv in El Chalten – die Wanderhauptstadt Argentiniens

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Tag 1–3: Buenos Aires

Eine große Stadt zum Ankommen

Direktflug ab Frankfurt mit Lufthansa nach Buenos Aires*

Buenos Aires wird oft mit Paris verglichen, und an manchen Ecken stimmt das. Breite Boulevards, Kuppelbauten, Kioske mit Zeitungen und Cafés, in denen niemand hetzt. Dann biegst du um die Ecke, und die Gebäude werden niedriger, die Stromkabel dichter, und irgendwo schimpft jemand auf dem Balkon über Fußball.

Gegründet wurde sie 1536, richtig wichtig wurde sie im 19. Jahrhundert durch den Export von Fleisch und Getreide. Einwanderer aus Italien und Spanien prägten Sprache, Essen und den Tango. Die Politik hat bis heute einen festen Platz im Stadtbild. An der Plaza de Mayo stehen die Casa Rosada und die Catedral Metropolitana, jeden Donnerstag laufen hier die Mütter der Plaza de Mayo, die an die Verschwundenen der Militärdiktatur erinnern.

Drei Nächte sind knapp, aber für diese Route die richtige Dosis. Am ersten Tag erledigst du den Jetlag, den du mit vier bis fünf Stunden Zeitverschiebung spürst, und lässt dich durch Zentrum und San Telmo treiben. Der Sonntagsmarkt in San Telmo ist laut und voll, aber ein guter Einstieg. Am zweiten Tag gehst du nach Recoleta zum Friedhof, wo Evita Perón begraben liegt, und weiter nach Palermo, dem Viertel mit Cafés, Parks und den meisten der guten Restaurants. Am dritten Tag bleibt Platz für Puerto Madero, die Reserva Ecológica Costanera Sur oder das Teatro Colón, dessen Führung sich auch dann lohnt, wenn du mit Oper nichts anfangen kannst. La Boca mit der Straße Caminito ist bunt und fotogen, aber stark touristisch und nur tagsüber und nur auf den Hauptwegen zu empfehlen. Zwei Stunden reichen. Abends lohnt sich eine Milonga, ein Tanzabend, bei dem Einheimische und Besucher gemeinsam tanzen. Die großen Tango-Shows kosten viel und sind eher Bühnenprogramm.

Highlights

  • Plaza de Mayo mit Casa Rosada und Kathedrale
  • San Telmo mit dem Sonntagsmarkt und alten Cafés wie dem Café Tortoni
  • Friedhof Recoleta und die Buchhandlung El Ateneo
  • Palermo mit Restaurants, Parks und Street-Art
  • Milonga oder Tango-Abend

Transport

Anreise*: Es gibt Direktflüge von Madrid nach Buenos Aires, außerdem Verbindungen mit Umstieg ab Frankfurt und anderen Städten, Flugzeit 13 bis 16 Stunden. Der internationale Flughafen Ezeiza liegt rund 35 Kilometer vom Zentrum entfernt. Shuttles fahren für 15 bis 20 Euro in 45 bis 60 Minuten in die Stadt, offizielle Taxis kosten 30 bis 50 Euro.

Vor Ort: Die Subte ist günstig, deckt die wichtigsten Viertel ab und fährt bis in den Abend. Du brauchst die SUBE-Karte, die du an Kiosken kaufst. Uber und Taxis sind für abendliche Wege gut geeignet. Die Innenstadt kannst du zu Fuß erkunden.

Unterkunft

Unser Tipp: Mach am ersten Tag eine Free Walking Tour. Du bekommst einen Überblick, erfährst, wie sich Politik und Alltag mischen, und kannst Fragen zu Geld und Sicherheit stellen.

➡️ Hier findest du unseren ausführlichen Artikel zu Buenos Aires.


Tag 4–5: Iguazú

Wasserfälle im Dschungel

Flug von Buenos Aires nach Iguazu 1,5h (Aerolinas Argentinas)*

Die Iguazú-Fälle sind keine einzelne Kante, sondern ein Netz aus rund 270 Kaskaden, die sich über knapp drei Kilometer an der Grenze zu Brasilien durch den Regenwald ziehen. Das Wasser stürzt aus mehreren Richtungen in eine Schlucht, der Sprühnebel hängt in der Luft, und über den Holzstegen kreisen Schwalben. Die Dimension erfasst du erst vor Ort. Auf Fotos wirkt vieles kleiner.

Die Fälle gehören auf beiden Seiten zum UNESCO-Welterbe. Argentinien hat den größeren Anteil und die längeren Wege, Brasilien den besseren Überblick. Beide zu besuchen ist sinnvoll, weil sie sich ergänzen. Auf der argentinischen Seite gehst du auf Stegen direkt über und unter die Wasserfälle. Der Zug Tren Ecológico bringt dich zur Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund, in dem sich ein Großteil der Wassermassen in die Tiefe stürzt. Die brasilianische Seite zeigt dir die Kulisse als Panorama, ein halber Tag reicht.

Zwei Nächte genügen. Tag 4 beginnt mit dem Flug aus Buenos Aires und führt dich nachmittags auf die brasilianische Seite. Tag 5 gehört dem argentinischen Park, und du brauchst dafür einen ganzen Tag. Wer früh kommt, sieht die Garganta del Diablo vor den Reisegruppen. Auf den Wegen begegnen dir Nasenbären, Tukane und Schmetterlinge. Fütter die Nasenbären nicht, sie beißen.

Highlights

  • Garganta del Diablo, der Teufelsschlund
  • Circuito Inferior und Circuito Superior im argentinischen Park
  • Panoramaweg auf der brasilianischen Seite
  • Bootsfahrt unter die Wasserfälle (optional)
  • Tierwelt: Nasenbären, Tukane, Kaimane im Wasser

Transport

Anreise von Buenos Aires*: Der Flug von Aeroparque nach Puerto Iguazú dauert etwa 1 Stunde 50 Minuten. Der Flughafen liegt rund 20 Kilometer außerhalb, ein Bus oder Taxi bringt dich in 30 Minuten in den Ort. Ein Nachtbus dauert mehr als 17 Stunden und ist keine Alternative.

Zwischen den Seiten: Vom Busbahnhof in Puerto Iguazú fahren Busse zur brasilianischen Seite, Grenzübertritt inklusive. Deutsche Staatsbürger brauchen kein Visum für Brasilien, nimm aber deinen Reisepass mit.

Unterkunft

Unser Tipp: Geh auf der argentinischen Seite zuerst zur Garganta del Diablo und danach zu den unteren Wegen. So hast du den stärksten Eindruck, bevor es voll wird. Nimm eine Regenjacke mit, oder ein Wechselshirt in den Rucksack. In den Sommermonaten kann der Park wegen Hochwasser teilweise gesperrt sein, prüf vorher die Website.

➡️ Hier findest du unseren ausführlichen Artikel zu den Iguazu Fällen auf der argentinischen Seite.


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Tag 6–9: Salta und Jujuy

Anden, Salz und bunte Berge im Nordwesten

Flug von Iguazu über Buenos Aires nach Salta*

Der Nordwesten Argentiniens hat wenig mit dem Bild gemein, das viele vom Land haben. Hier gibt es weder Tango noch Pampa, sondern trockene Täler, Kakteen, rote und gelbe Felswände und Dörfer aus Lehm, in denen noch Quechua gesprochen wird. Die Kultur ist stärker von den Anden geprägt als von Europa, und das spürst du beim Essen, bei der Musik und an den Marktständen mit Koka-Blättern.

Salta, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt auf 1.190 Metern und gilt als eine der schönsten Städte des Landes. Rund um die Plaza 9 de Julio stehen Kolonialbauten und die rosafarbene Kathedrale. Das Essen ist ein Grund für den Besuch: Empanadas salteñas, Humita und Locro sind regionale Spezialitäten. Die Stadt selbst brauchst du nicht mehr als einen halben Tag.

Der eigentliche Grund für vier Nächte liegt in der Provinz Jujuy. Von Salta aus fährst du durch die Quebrada de Humahuaca, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Purmamarca liegt am Fuß des Cerro de los Siete Colores, des Bergs der sieben Farben, der im Morgenlicht besonders intensiv leuchtet. Weiter oben, über die Cuesta de Lipán mit Pässen auf rund 4.100 Metern, erreichst du die Salinas Grandes auf etwa 3.450 Metern, eine weiße Salzfläche, die bis zum Horizont reicht. Humahuaca und Tilcara sind Dörfer mit Märkten und Ruinen. Das Highlight für viele ist der Hornocal, ein Berg mit vielen Farbschichten, den du von einem Aussichtspunkt auf über 4.300 Metern siehst. Die Straße dorthin ist unbefestigt, und die Höhe merkst du.

So könnte dein Ablauf aussehen: Tag 6 Flug nach Salta, Abend in der Stadt. Tag 7 Mietwagen, Fahrt nach Purmamarca (ca. 3 Stunden), dann Salinas Grandes und zurück nach Purmamarca für die Nacht. Tag 8 weiter nach Tilcara und Humahuaca und zum Hornocal, Übernachtung in Humahuaca oder Tilcara. Tag 9 Rückfahrt nach Salta (ca. 4 Stunden). Wenn du lieber nicht selbst fährst, nimm eine Tour, die gleiche Orte anfährt, aber weniger Flexibilität bietet.

Highlights

  • Salta mit Plaza 9 de Julio, Kathedrale und regionaler Küche
  • Cerro de los Siete Colores in Purmamarca
  • Salinas Grandes, die Salzfläche auf rund 3.450 Metern
  • Humahuaca und Tilcara mit Märkten und Ruinen
  • Hornocal mit dem farbigen Bergzug

Transport

Anreise von Iguazú: Es gibt keinen direkten Flug. Du fliegst über Buenos Aires nach Salta, rechne mit 5 bis 8 Stunden inklusive Umstieg.

Mietwagen: Ab Salta kostet ein Mietwagen etwa 50 bis 80 Euro pro Tag. Die Straßen nach Purmamarca und zu den Salinas sind asphaltiert und in gutem Zustand, der Hornocal ist unbefestigt. Tank in Salta oder Jujuy voll, Tankstellen sind unterwegs selten.

Alternative: Geführte Touren ab Salta oder Jujuy kosten 40 bis 70 Euro pro Person und sind eine gute Lösung, wenn du nicht fahren willst.

Unterkunft

Unser Tipp: Fahr zu den Salinas Grandes früh am Tag. Das Licht ist weicher, und du bist vor den Tourgruppen da. Kau am Pass ein paar Koka-Blätter oder trink Koka-Tee, wenn du merkst, dass dir die Höhe zusetzt.

➡️ Hier findest du unseren ausführlichen Artikel zu Salta und hier unseren 4 Tage Roadtrip Vorschlag durch die Region Jujuy


Tag 10–12: Bariloche

Seen und Berge in Nordpatagonien

Flug von Salta über Buenos Aires oder Mendoza nach Bariloche*

Bariloche liegt am Südufer des Lago Nahuel Huapi und sieht an manchen Stellen aus wie ein Alpendorf. Das hat einen historischen Grund: Im 20. Jahrhundert siedelten sich hier Schweizer und Deutsche an, was man an Holzhäusern, Schokoladenläden und Käsefondue merkt. Die Stadt selbst ist funktional und nicht besonders schön. Der Reiz liegt in der Umgebung, die Seen, Wälder und Berge mit Gipfeln auf 2.000 bis 3.500 Metern verbindet.

Drei Nächte sind sinnvoll, um zwei Tage in der Landschaft zu verbringen. Der Circuito Chico, eine rund 30 Kilometer lange Rundstrecke, führt am See entlang bis zum Hotel Llao Llao und an mehreren Aussichtspunkten vorbei, etwa dem Cerro Campanario. Du kannst die Strecke mit dem Mietwagen, dem Fahrrad oder mit öffentlichen Bussen fahren. Der zweite Tag gehört einer Wanderung. Die bekannteste ist die zum Refugio Frey: rund drei Stunden aufwärts vom Cerro Catedral, mit Blick auf einen Bergsee und scharfe Granitnadeln. Die ganze Tour dauert 6 bis 7 Stunden. Wer weniger laufen will, nimmt den Cerro Otto oder den Cerro López. Bei gutem Wetter und mehr Zeit lohnt auch die Fahrt zum Cerro Tronador und nach Pampa Linda. Die Schokolade musst du probieren, aber du musst nicht überall hineingehen. Rapa Nui und Mamuschka sind die bekannten Adressen.

Highlights

  • Circuito Chico mit Cerro Campanario und Llao Llao
  • Wanderung zum Refugio Frey
  • Seeblick vom Cerro Otto oder Cerro López
  • Optional: Cerro Tronador und Pampa Linda
  • Schokolade und Craft-Bier in der Stadt

Transport

Anreise von Salta*: Auch hier gibt es keinen direkten Flug. Du fliegst über Buenos Aires nach Bariloche, rechne mit 5 bis 8 Stunden. Der Flughafen liegt 15 Kilometer vom Zentrum entfernt, Bus und Taxi sind günstig.

Mietwagen: Ein Auto ist für den Circuito Chico praktisch, aber nicht nötig. Die Buslinie 20 fährt nach Llao Llao, für den Cerro Catedral gibt es Busse und Shuttles. Für die Siete Lagos Runde und den Tronador benötigst du ein Auto.

Unterkunft

Unser Tipp: Starte die Wanderung zum Refugio Frey vormittags und plane den Rückweg früh genug, damit du vor der Dämmerung unten bist. Nimm warme Kleidung mit, oben ist es auch im Sommer kühl.

➡️ Unseren Artikel zu Bariloche mit allen Sehenswürdigkeiten und Tagesausflügen findest Du hier!


Tag 13–14: El Calafate

Der berühmteste Gletscher Patagoniens

Direktflug von Bariloche nach El Calafate*

El Calafate ist ein Ort, den du nicht wegen seiner Schönheit besuchst. Er liegt auf der patagonischen Steppe, hat eine Hauptstraße voller Souvenirläden und Restaurants und existiert im Grunde, weil er der Ausgangspunkt für den Nationalpark Los Glaciares ist. Das Highlight liegt 80 Kilometer westlich: der Perito-Moreno-Gletscher.

Der Gletscher ist ein Spezialfall. Anders als die meisten Gletscher weltweit ist er über Jahrzehnte stabil geblieben, in den letzten Jahren aber auch hier zurückgegangen. Die Eiswand ragt bis zu 70 Meter aus dem Wasser des Lago Argentino und endet an einem Kanal, den du von Holzstegen aus beobachtest. Immer wieder lösen sich Eisblöcke und stürzen mit lautem Knall ins Wasser. Eine Stunde am Aussichtspunkt vergeht schneller, als du denkst.

Zwei Nächte genügen. Am Anreisetag kommst du an und kannst eine Runde durch den Ort oder zur Laguna Nimez, einem Vogelreservat, drehen. Der zweite Tag gehört dem Gletscher. Du kannst den Gletscher von den Panoramawegen aus sehen, eine Bootsfahrt vor die Eiswand machen oder an einer Gletscherwanderung teilnehmen. Die Wanderungen mit Steigeisen, bekannt als Minitrekking oder Big Ice, sind teuer, aber ein besonderes Erlebnis.

Einen Tagesausflug in den chilenischen Torres del Paine kannst du von Calafate aus unternehmen, aber er dauert mehr als zwölf Stunden, mit Grenzübertritt und langen Busfahrten. Wir würden davon abraten. Wer den Park besuchen will, plant besser einen eigenen Abschnitt ein. Mehr dazu findest du in unserem Chile-Artikel zum Torres del Paine Nationalpark.

Highlights

  • Perito-Moreno-Gletscher mit den Panoramastegen
  • Bootsfahrt vor die Eiswand
  • Gletscherwanderung (Minitrekking oder Big Ice)
  • Laguna Nimez als kurzer Spaziergang
  • Ausflug zum Torres de Paine Nationalpark*

Transport

Anreise von Bariloche*: Aerolíneas Argentinas fliegt die Strecke direkt in etwa 2 Stunden, allerdings nicht täglich und je nach Saison unterschiedlich häufig.

Zum Gletscher: Öffentliche Busse fahren täglich vom Busbahnhof zum Perito Moreno und zurück, die Fahrt dauert rund 1,5 Stunden und kostet etwa 25 bis 35 Euro hin und zurück, der Parkeintritt kommt dazu. Mit dem Mietwagen bist du unabhängig, aber nicht schneller.

Unterkunft

Unser Tipp: Fahr früh zum Gletscher und lauf zuerst die oberen Stege, bevor die Bus-Touren ankommen. Am Spätnachmittag sind die Wege wieder leerer, und das Licht ist besser.

➡️ Unseren Artikel zu El Calafate mit allen Sehenswürdigkeiten und Tagesausflügen findest Du hier!


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Tag 15–17: El Chaltén

Wandern am Fitz Roy

Bus von El Calafate nach El Chalten, mehrmals täglich, 30 Euro pro Person, 6h

El Chaltén ist ein junges Dorf. Es wurde 1985 gegründet, um die Grenze zu Chile zu sichern, und lebt heute vom Trekking. Das Dorf besteht aus ein paar Straßen, Holzhäusern, Bäckereien und Outdoor-Läden. Alles dreht sich um die Wanderwege, die direkt vom Ortsrand in den Nationalpark führen. Du brauchst kein Auto und keine Tour, nur Wanderschuhe.

Der Fitz Roy, ein Granitberg mit scharfen Zacken, dominiert das Panorama. Er liegt oft in Wolken, und ob du ihn siehst, hängt vom Wetter ab. Die Wege sind gut markiert, der Eintritt zum Park ist frei. Die beiden Klassiker sind die Wanderung zur Laguna de los Tres, ein langer Tag mit 20 bis 21 Kilometern und einem steilen letzten Anstieg, und die Wanderung zur Laguna Torre, ein etwas leichterer Weg mit Blick auf den Cerro Torre. Beide dauern 6 bis 10 Stunden. Kürzere Alternativen sind der Mirador de los Cóndores, der Mirador de las Águilas und der Wasserfall Chorrillo del Salto.

Drei Nächte reichen für beide großen Wanderungen, wenn das Wetter mitspielt. Tag 15 kommst du am Vormittag an und kannst am Nachmittag eine kurze Wanderung machen. Tag 16 gehört der Laguna de los Tres, Tag 17 der Laguna Torre. Wenn es regnet, verschiebst du die Reihenfolge. Plane keine festen Termine am Abend ein, du bist nach den Wanderungen müde.

Highlights

  • Laguna de los Tres mit Blick auf den Fitz Roy
  • Laguna Torre mit dem Cerro Torre im Hintergrund
  • Mirador de los Cóndores und Mirador de las Águilas
  • Chorrillo del Salto als kurzer Spaziergang
  • Craft-Bier in der Brauerei im Ort

Transport

Anreise von El Calafate*: Busse fahren mehrmals täglich, die Fahrt dauert rund 3 Stunden und kostet etwa 25 bis 35 Euro pro Person und Strecke. Die Strecke ist 215 Kilometer lang, asphaltiert und landschaftlich schön.

Vor Ort: Du bewegst dich zu Fuß. Für den Rückweg nach Calafate nimmst du am Tag 18 am Vormittag den Bus.

Unterkunft

Unser Tipp: Starte die Wanderung zur Laguna de los Tres früh, gegen 7 Uhr. Der Wind nimmt im Lauf des Tages zu, und die Wege werden voller. Wenn der Fitz Roy am Morgen klar ist, bleibt er das nicht lange.

➡️ Eine Übersicht aller Wanderungen sowie Tipps und Infos zu El Chalten findest Du hier!


Tag 18–20: Ushuaia

Am Ende der Welt

Flug von El Calafate nach Ushuaia*

Ushuaia liegt auf Feuerland am Beagle-Kanal, vor einer Kulisse aus Bergen, die bis ans Wasser reichen. Die Stadt nennt sich die südlichste der Welt, was streng genommen nicht stimmt, aber die südlichste größere Stadt Argentiniens ist sie in jedem Fall. Sie hat eine kuriose Geschichte: Im 19. Jahrhundert war sie ein Gefängnisort, heute ist sie Ausgangshafen für Antarktis-Kreuzfahrten.

Drei Nächte sind sinnvoll. Der Nationalpark Tierra del Fuego liegt etwa 12 Kilometer westlich und bietet Wanderwege durch Wald, an Seen und an der Küste. Bei Wanderungen in der Region kannst du die Laguna Esmeralda ansteuern, eine Tageswanderung von rund 4 Stunden hin und zurück zu einem türkisfarbenen See. Die Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal führt zu Seelöwen, Kormoranen und dem Leuchtturm Les Éclaireurs. Pinguine siehst du auf der Isla Martillo.

Das Wetter ändert sich schnell. Sonne, Regen und Schnee können sich in einer Stunde abwechseln, und auch im Sommer sind Temperaturen unter 10 Grad üblich. Plane flexibel und buche Touren erst vor Ort, wenn der Wetterbericht passt.

Highlights

  • Nationalpark Tierra del Fuego mit Küstenweg und Aussichtspunkten
  • Wanderung zur Laguna Esmeralda
  • Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal
  • Museo Marítimo y del Presidio (ehemaliges Gefängnis)
  • Isla Martillo mit Pinguinen (optional, saisonal)

Transport

Anreise von El Chaltén: Am Morgen nimmst du den Bus zurück nach El Calafate und fliegst am Nachmittag nach Ushuaia, Flugzeit rund 1,5 Stunden. Direktflüge von Aerolíneas Argentinas* und Low-Cost-Anbietern gibt es regelmäßig, aber nicht täglich.

Landweg als Alternative: Du kannst von El Calafate mit dem Bus nach Puerto Natales in Chile (etwa 5 bis 6 Stunden) und weiter nach Punta Arenas fahren. Von dort fährt ein Bus nach Ushuaia, mit Grenzübertritt und Fährüberfahrt in gut 10 bis 12 Stunden. Das spart einen Flug und ist landschaftlich schöner, kostet aber zwei bis drei Reisetage mehr.

Vor Ort: Das Zentrum ist zu Fuß erreichbar. Für den Nationalpark fahren Busse und Taxis. Wir empfehlen einen Mietwagen für 1-2 Tage.

Unterkunft

Unser Tipp: Besuch den Nationalpark am ersten Tag, solange das Wetter gut ist, und lass die Bootsfahrt für einen Tag mit weniger Wind.

➡️ Unseren Artikel zu Ushuaia mit allen Sehenswürdigkeiten und Tagesausflügen findest Du hier!


Tag 21: Rückflug nach Buenos Aires und Heimreise

Flug Ushuaia nach Buenos Aires* und Heimflug nach Deutschland*

Der Flug von Ushuaia nach Buenos Aires dauert rund 3,5 Stunden. Inlandsflüge landen am Aeroparque im Stadtgebiet, internationale Flüge starten in Ezeiza, etwa eine Stunde entfernt. Plane zwischen beiden Flügen mindestens vier bis fünf Stunden Puffer ein. Wetterbedingte Verspätungen sind in Ushuaia keine Seltenheit, und eine verpasste Verbindung kostet viel Geld. Sicherer ist es, den Rückflug nach Buenos Aires auf den Vorabend zu legen oder eine Nacht in Flughafennähe zu verbringen.

Wenn Zeit bleibt, schlenderst du noch einmal durch Palermo oder San Telmo und kaufst Mate, Alfajores und Wein als Souvenirs. Ein Steak in einer Parrilla ist der klassische Abschluss.

Die grüne Seite von Buenos Aires

Routenzusammenfassung

Die Route nutzt Argentiniens Größe, statt gegen sie zu kämpfen. Du reist von der Hauptstadt in den Nordosten, in die Anden, in die Seenregion und schließlich in den tiefen Süden. Die Flüge sparen Tage, und die Reihenfolge folgt Klima und Höhe. Die anstrengenden Wanderungen in Chaltén liegen in der zweiten Hälfte, wenn du eingelaufen bist.

Enthalten sind Großstadt und Kultur in Buenos Aires, Wasserfälle in Iguazú, Anden und Salzflächen in Jujuy, Seen in Bariloche, Gletscher in El Calafate, Berge in El Chaltén und Feuerland in Ushuaia. Die Route passt zu Reisenden mit Individualreise-Erfahrung, die Natur mögen und gern wandern. Wer es ruhiger will, streicht Iguazú oder Bariloche oder nimmt sich vier Wochen.

Perito Moreno Gletscher bei El Calafate

Erweiterungsmöglichkeiten

  • +3 Tage: Verlängere Salta und Jujuy um einen Tag und fahr über Cafayate, ein Weinort mit roten Schluchten, zurück. Oder gib Chaltén eine Nacht mehr für einen Puffertag bei schlechtem Wetter.
  • +1 Woche: Ergänze Mendoza, die Weinregion am Fuß der Anden, oder die Halbinsel Valdés mit Walen und Seelöwen, je nach Saison. Beide lassen sich gut zwischen Salta und Bariloche einbauen.
  • +2 Wochen: Fahr von El Calafate über die Grenze nach Puerto Natales und plane vier bis fünf Tage für den Torres del Paine ein, danach weiter über Punta Arenas nach Ushuaia. Das ist die schönste Verlängerung. Alternativ nimmst du dir die Carretera Austral in Chile oder die Ruta 40 mit dem Mietwagen vor.
Iguazu Wasserfälle auf der argentinischen Seite

Spartipps

  • Nebensaison nutzen: Im Oktober, November und April sind Unterkünfte und Touren in Patagonien günstiger, das Wetter ist wechselhafter, aber meist ausreichend.
  • Inlandsflüge früh buchen: Aerolíneas Argentinas, Flybondi und JetSMART bieten günstige Tarife, wenn du drei bis vier Monate vorher buchst. Achte auf Gepäckgebühren bei den Low-Cost-Anbietern.
  • Fernbusse für kurze Strecken: Argentinische Busse sind komfortabel und günstiger als Flüge. Die Strecke El Calafate–El Chaltén kostet 25 bis 35 Euro, eine Fahrt mit dem Bus ist die beste Option.
  • Geld und Wechselkurs: Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Kurse und die günstigste Art, an Pesos zu kommen. Der Kurs hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und die Preise für Bargeld und Kartenzahlung können auseinanderliegen.
  • Parkpreise für Ausländer: Nationalparks wie Iguazú und Los Glaciares verlangen von Ausländern deutlich höhere Preise. Plane das Budget dafür ein, es kommen schnell 100 Euro zusammen.
  • Menü des Tages: Mittags bieten viele Lokale ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk für 8 bis 12 Euro, günstiger als abends.
  • Free Walking Tours: In Buenos Aires, Salta und Bariloche gibt es Touren auf Trinkgeldbasis, die einen guten Überblick geben.
  • Mietwagen teilen: Im Nordwesten und in Bariloche lohnt sich ein Mietwagen. Ein Anbietervergleich im Voraus spart bis zu 30 Prozent.
Wanderung zum Refugio Frey ab Bariloche

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Argentinien Rundreise

Wie viele Tage sollte man für Argentinien einplanen?

Mit drei Wochen siehst du die Highlights, wenn du bereit bist, oft zu fliegen. Mit vier bis fünf Wochen reist du entspannter und kannst Regionen wie Mendoza oder Valdés ergänzen. Zwei Wochen reichen für einen Teil, zum Beispiel Buenos Aires, Iguazú und Patagonien.

Wann ist die beste Reisezeit?

Für diese Kombination eignen sich Oktober bis November und März bis Anfang April. Im Hochsommer ist es im Norden schwül oder regnerisch, und Patagonien ist voll. Im Winter sind Wanderwege im Süden schwer zugänglich und einige Angebote geschlossen.

Braucht man einen Mietwagen?

Im Nordwesten rund um Salta und Jujuy ist er die beste Lösung. In Bariloche ist er praktisch, in den anderen Stationen nicht nötig. In El Chaltén und Calafate kommst du mit Bus und zu Fuß aus.

Sind Inlandsflüge sinnvoll?

Ja, auf dieser Route sind sie unverzichtbar. Die Distanzen sind so groß, dass Busfahrten mehrere Tage kosten würden. Buche früh, vergleiche Anbieter und achte auf Gepäckregeln.

Wie teuer ist die Reise?

Rechne in der Mittelklasse mit etwa 3.000 bis 4.200 Euro pro Person für drei Wochen, ohne den internationalen Flug. Der größte Block sind Unterkünfte und Inlandsflüge, die zusammen mehr als die Hälfte ausmachen. Argentinien ist je nach Wechselkurs mal günstig, mal teuer, prüf die Lage vor der Buchung.

Kann man die Route auch andersherum fahren?

Ja, du beginnst dann in Ushuaia und endest in Buenos Aires oder im Nordwesten. Der Nachteil ist, dass du in kalter Höhe startest und die Höhenanpassung später fällt. Das Wetter in Patagonien ist im Frühjahr unbeständiger.

Ist die Route für Anfänger geeignet?

Ja, wenn du Reiseerfahrung mitbringst. Die Infrastruktur ist gut, Argentinien ist insgesamt sicher, in Buenos Aires gilt es auf Taschendiebe zu achten. Für die Wanderungen in El Chaltén brauchst du Kondition.

Welche Kreditkarte eignet sich?

Visa und Mastercard werden akzeptiert, Amex seltener. Nimm eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr mit und informiere dich über die aktuelle Lage bei Wechselkursen. Bargeld brauchst du trotzdem, vor allem in kleinen Orten wie El Chaltén.

Brauche ich ein Visum für Argentinien?

Als deutscher Staatsbürger nicht. Du erhältst bei der Einreise eine Aufenthaltsgenehmigung für bis zu 90 Tage. Für Brasilien, das du bei Iguazú besuchst, brauchst du ebenfalls kein Visum, aber den Reisepass.

Wie sicher ist Argentinien?

Das Land gilt als vergleichsweise sicher, in Großstädten gibt es Taschendiebstahl. Lass in Buenos Aires das Smartphone nicht offen auf dem Tisch liegen und nutze abends Uber oder Taxi.


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