Colca Canyon Trek

Der Colca Canyon ist einer der tiefsten Canyons der Welt und einer der besten Orte in Peru, um Andenkondore zu beobachten. Wir haben uns nicht damit begnügt, oben am Rand zu stehen: Im Juli 2022, nach dem Salkantay Trek, sind wir die dreitägige Rundtour von Cabanaconde über San Juan de Chuccho und Llahuar und wieder zurück gelaufen, ganz ohne Tour.

In diesem Artikel findest du die praktischen Infos für deine eigene Planung und unseren ehrlichen Erfahrungsbericht, auch mit den Stellen, an denen uns die Höhenmeter mehr zugesetzt haben, als wir gedacht hatten.

3 Tage Trek im Colca Canyon
Colca Canyon auf einen Blick

📍 Region: Region Arequipa, Südperu, Ausgangspunkt Cabanaconde auf rund 3.300 Metern
🏛️ Perfekt für: Wanderer mit guter Kondition und gesunden Knien, Kondor-Beobachter, Individualreisende, Selbstorganisierer
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 3 Tage Trek, plus je eine Nacht in Cabanaconde davor und danach, insgesamt 4 bis 5 Tage
🚗 Fortbewegung/Anreise: Bus ab Arequipa nach Cabanaconde (rund 6 Stunden), im Canyon zu Fuß
💰 Preisniveau: günstig, Unterkünfte 12 bis 30 € pro Nacht für zwei, Eintritt 70 Soles pro Person
☀️ Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (Trockenzeit), wir waren im Juli 2022 dort, mit bis zu 30 Grad


Kurzantwort: Lohnt sich der Colca Canyon Trek?

Ja, wenn du fit bist und gute Knie hast. Der Trek ist wunderschön, aber anstrengender, als die 36 Kilometer vermuten lassen: Erst geht es rund 1.000 Meter nur bergab über Steine, dann am Ende 1.000 Meter steil wieder hinauf, in der Hitze und ohne Schatten. Wir würden ihn aber nur Leuten empfehlen, die eine anstrengende Wanderung mögen. Mit schlechten Knien ist er nichts. Selbst organisieren ist unserer Erfahrung nach deutlich entspannter als die durchgetakteten Touren ab Arequipa.

1. Der Colca Canyon in Peru

Der Colca Canyon liegt in den südperuanischen Anden, rund 100 Kilometer Luftlinie von Arequipa entfernt, und erstreckt sich über mehr als 60 Kilometer. Vom höchsten Rand bis zum Fluss misst er über 3.000 Meter und gilt damit je nach Messmethode als zweit- oder dritttiefster Canyon der Welt. Ehrlich gesagt ist uns das mittlerweile ziemlich egal. Von Cabanaconde aus blickst du in eine rund 1.000 bis 1.200 Meter tiefe Schlucht, ein schwindelerregender und zugleich beeindruckender Anblick, der Lust auf mehr macht. Über sehr lange Zeiträume hat sich der Río Colca durch das Gestein gearbeitet und eine Landschaft aus steil aufragenden Felswänden, kleinen grünen Terrassen und Oasen geformt.

Bekannt ist die Region vor allem wegen der Andenkondore. Mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern gehören sie zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt, und der Canyon bietet ihnen ideale Thermik. Sie gelten als gefährdet. Am besten beobachtest du sie am Cruz del Condor.

Das Flussbett unten im Colca Canyon

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2. Cabanaconde: der Ausgangspunkt

Cabanaconde* liegt auf rund 3.300 Metern und ist der beste Ausgangsort für die Wanderung in den Canyon. Der kleine Ort hat selbst nicht viel zu bieten, aber ein paar Restaurants, Hotels und Läden, in denen du dich mit dem Nötigsten für die Tour eindeckst. Busse und Sammeltaxis aus Arequipa oder Chivay halten am Hauptplatz, von dem aus du auch zum Cruz del Condor und zum Startpunkt der Wanderung kommst.

Weil die Fahrt von Arequipa lang ist, würden wir in jedem Fall je eine Nacht vor und nach der Wanderung in Cabanaconde einplanen. Das macht die Tour entspannter und gibt dir die Gelegenheit, den Ort kennenzulernen. Wir haben beide Male in der Casa de Santiago* übernachtet, 30 € pro Nacht für zwei. Die Zimmer sind toll und die Lage perfekt für den Trek. Beim Frühstück machten leider auch Wandergruppen Halt, die aus dem Canyon kamen, und mit der Ruhe im Garten war es schnell vorbei.

Bargeld und Proviant: Nimm ausreichend Bargeld mit. Bei unserem Besuch 2022 gab es weder in Cabanaconde noch im Canyon eine Bank oder einen Geldautomaten. Proviant solltest du vorher besorgen: Im Canyon gibt es außer in den Unterkünften keine Einkaufsmöglichkeiten, und dort findest du im Wesentlichen nur Kekse, Chips und Schokoriegel.

Condor am Cruz del Condor

3. So kommst du nach Cabanaconde

Am besten kommst du von Arequipa aus zum Colca Canyon, als Alternative eignet sich auch Chivay. Von Arequipa fahren täglich Busse nach Cabanaconde, sie sind rund sechs Stunden unterwegs. Die Fahrt dauert trotz der geringen Distanz so lange, weil du das Hochland durchquerst und einen der höchsten Pässe Perus überquerst. Der Bus hält unterwegs nur in Chivay, etwa drei Stunden vor Cabanaconde. Viele machen dort einen kurzen Stopp, bleiben ein paar Tage oder nutzen Chivay als Ausgangspunkt, um später nach Puno weiterzureisen.

Stand 2022: Seit 2020 fuhren deutlich weniger Busse nach Cabanaconde, weil die Nachfrage in der Pandemie stark eingebrochen war. 2022 fuhr nur das Busunternehmen Andalucía auf der Strecke, mit etwas ungewöhnlichen Abfahrtszeiten um 1 Uhr und 4 Uhr nachts sowie 13 Uhr mittags. Wir haben empfohlen, das Ticket vorab zu kaufen oder früh am Schalter zu sein, um einen Platz zu bekommen. Eine Online-Buchung war nicht möglich. Inzwischen fahren nach unserem Stand wieder mehr Busse, welche Gesellschaften und Zeiten es gibt, wissen wir nicht, prüf das deshalb im Terminal Terrestre in Arequipa. Wir haben im Juli 2022 pro Person 30 Soles (etwa 7,50 €) für die Strecke Arequipa–Cabanaconde bezahlt.

Rückfahrt: Andalucía fuhr 2022 auch zurück über Chivay nach Arequipa. Die Busse fahren vom Hauptplatz in Cabanaconde ab, die Tickets bekommst du in einer kleinen Tienda, vor der ein Schild mit dem Namen Andalucía hängt. Wir haben das Ticket am Abend zuvor gekauft.

Gepäck: Wir haben unser großes Gepäck in Arequipa gelassen und nur einen Rucksack mit nach Cabanaconde genommen.

Die Fahrt von Arequipa nach Cabanoconde führt über das Hochland

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4. Das Must-Do: die Kondore am Cruz del Condor

Der Cruz del Condor liegt zwischen Cabanaconde und Chivay und ist der beste Aussichtspunkt für Kondore. Bei geführten Touren ab Arequipa ist er sehr beliebt, ab 9 Uhr kann es entsprechend voll werden. Die Kondore zeigen sich oft erst ab etwa 9 Uhr, manchmal auch früher.

Ehrlich gesagt waren wir anfangs etwas enttäuscht: Außer einem Mann im Kondor-Kostüm, der für Fotos posierte, war erst einmal nichts zu sehen. Gegen 9:30 Uhr tauchte der erste echte Kondor auf und schwang sich an der Felswand entlang. Das war nur der Anfang: Ab etwa 10 Uhr kamen immer mehr dazu und kreisten direkt über der Plattform, aus der Nähe zu sehen. Später im Canyon waren sie eher kleine Punkte am Himmel. Geduld lohnt sich hier.

So sind wir hingekommen: Wir sind mit dem Collectivo ab dem Hauptplatz in Cabanaconde, das vor der Kirche abfährt, zum Aussichtspunkt gefahren. Für Hin- und Rückfahrt haben wir zusammen 15 Soles (etwa 3,75 €) für zwei bezahlt. Auf dem Rückweg haben wir ein Collectivo an der Straße angehalten und sind dort ausgestiegen, wo der Abstieg in den Canyon beginnt.

Eintritt: Das Ticket für den Canyon haben wir vor Ort am Aussichtspunkt gekauft, 70 Soles pro Person (ca. 18 €). Es wurde auch am Startpunkt des Abstiegs später in den Canyon kontrolliert. Das Ticket ist das Colca-Ticket, nicht zu verwechseln mit dem Boleto Turístico in Cusco.

Der Cruz del Condor Aussichtspunkt

5. Colca Canyon – Geführt oder auf eigene Faust?

Die meisten Besucher nehmen an einer geführten Tour ab Arequipa teil, die oft mitten in der Nacht startet, um morgens am Aussichtspunkt zu sein, bevor die sechsstündige Rückfahrt beginnt. Auch die zweitägigen Wandertouren folgen einem straffen Zeitplan: Nachtstart, mehrstündige Anfahrt, Cruz del Condor, Abstieg am Nachmittag, am nächsten Morgen um 5 Uhr wieder 1.000 Meter hinauf und nach dem Frühstück direkt in den Minivan zurück nach Arequipa.

Wir empfehlen klar, die Wanderung auf eigene Faust zu machen. Es ist deutlich entspannter, du kannst dich treiben lassen und die Landschaft viel eher genießen. Die Wege sind gut markiert, und Unterkünfte findest du online in ausreichender Zahl. Wir waren allein unterwegs.

Wenn du dich allein zu unsicher fühlst oder nicht alles selbst organisieren willst, würden wir eine Tour über mindestens drei Tage wählen, weil es entspannter ist und du mehr Zeit für die Landschaft hast. Eine solche Tour haben wir selbst nicht gebucht. Auf einer Colca Canyon 3 Tages Tour, zum Beispiel von Trek the Colca bekommst Du alles organisiert, vom Transport bis zur Übernachtung und hast einen erfahren Guide dabei, der dir Informationen über die Gegend gibt und hilft falls Du unterwegs Probleme bekommst. Das kann natürlich auch ein Vorteil sein und gibt dir Sicherheit.

Wandern im Colca Canyon kann man super auf eigene Faust


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6. Die Orte im Canyon

Die Wanderwege führen zu den kleinen Orten im Canyon. Die wichtigsten sind San Juan de Chuccho, Sangalle und Llahuar. Zwischen ihnen gibt es Wege, und von jedem führt eine Route zurück nach Cabanaconde, du kannst dir deine eigene Runde zusammenstellen.

San Juan de Chuccho

San Juan de Chuccho besteht fast nur aus zwei Unterkünften. Unsere Empfehlung ist die Posada Gloria*: tolle Aussicht auf den Canyon, Frühstück und Abendessen inklusive, eine nette Gastgeberin. Wir haben dort 12 € für zwei bezahlt. Die Posada bietet auch ein einfaches Mittagessen, du kannst hier also eine Pause einlegen, wenn du nicht übernachtest.

Der Weg von Cabanaconde hinunter ist der klassische Einstieg: steil, mit einigen großen Felsstufen und teils steilen Schotterpfaden. Insgesamt geht es rund 1.000 Höhenmeter hinab, bis du die große Hängebrücke über den Río Colca erreichst. Von dort sind es keine 30 Minuten mehr bis zur Posada Gloria, die bestens ausgeschildert ist. Plane für den Abstieg 4 bis 6 Stunden ein, für den Aufstieg in die andere Richtung eher 6. Da du in Kehren an der Felswand hinuntergehst, gibt es keinen Schatten. Wir waren sehr froh, den Weg nach unten gegangen zu sein, denn der Rückweg wäre wegen der hohen Stufen und Steine doppelt anstrengend gewesen.

Blick hinuter nach San Juan de Chuccho

Sangalle: die Oase

Sangalle* liegt ungefähr in der Mitte der drei Orte, direkt am Fluss, und ist eine kleine grüne Oase mit mehreren Unterkünften, einige mit Pool. Von San Juan de Chuccho geht der Abstieg noch einmal einige hundert Meter tiefer, dafür brauchst du etwa 2 bis 3 Stunden. Der Ort ist der Klassiker für die 2-Tages-Touren*: Sie steigen nach Sangalle ab, übernachten dort und laufen am nächsten Morgen sehr früh wieder nach Cabanaconde hinauf.

Wir waren nicht dort. Sangalle lag unterhalb unseres Wanderwegs entlang der Straße, wir hätten dafür absteigen müssen. Der Weg von Sangalle hinauf nach Cabanaconde ist der kürzeste und der härteste von allen, mit Kehren, die teilweise 60 Prozent Steigung haben, und 3 bis 4 Stunden Gehzeit. Wenn du den Weg zum ersten Mal von weitem siehst, verstehst du, warum wir ihn nicht empfehlen: Er ist sehr steil und nicht besonders schön.

Blick hinunter nach Sangalle

Llahuar: die Thermalquellen

Llahuar besteht im Grunde aus zwei Unterkünften und war für uns das echte Highlight im Canyon. Hier entspannst du in heißen Thermalbecken, angeboten von der Casa de Virginia* und dem benachbarten Llahuar Hotel*. Wir haben in der Casa de Virginia übernachtet, 25,50 € für zwei, mit Frühstück und Abendessen und einem großen Garten, und hatten den Pool an unserem Tag ganz für uns allein. Die Thermalbecken kosteten bei uns nichts extra, sie gehörten zur Anlage. Im Hotel nebenan gibt es ein kleines Restaurant, in dem Getränke, Kekse und andere Snacks zum Mitnehmen verkauft werden. Da hier manchmal Touren übernachten, buch am besten vorher.

Der Weg von Llahuar zurück nach Cabanaconde ist mit rund 1.200 bis 1.300 Höhenmetern der längste, aber nicht durchgehend steil. Es gibt zwei längere, moderatere Abschnitte, und die Wege bestehen eher aus kleinen Schotterpfaden als aus hohen Felsstufen. Wir fanden ihn deutlich angenehmer als den Abstieg nach San Juan.

Llahuar im Colca Canyon

Unsere Unterkünfte azf dem Trek:

7. Unser Erfahrungsbericht: 3 Tage, 36 Kilometer und mehr Höhenmeter als gedacht

Wir haben uns für die Rundwanderung von Cabanaconde über San Juan de Chuccho und Llahuar zurück nach Cabanaconde entschieden. 36 Kilometer in drei Tagen klangen machbar. Die Kilometer waren am Ende nicht das Problem, sondern die Höhenmeter: über die drei Tage mehr als 1.600 Meter hinauf und fast 1.900 Meter hinunter, größtenteils über schmale Geröll- und Felswege mit teils 40 Prozent Gefälle. Dazu kam die Hitze, wir hatten bis zu 30 Grad, und es gab keinen Schatten. Erst 1.000 Meter nur bergab über Steine, bei dem sich die Knie bedanken, und am Ende 1.000 Meter steil wieder hinauf.

Start unserer Wanderung in den Colca Canyon

Tag 1: Cruz del Condor und der Abstieg nach San Juan de Chuccho

Bevor wir in den Canyon abstiegen, sind wir am ersten Tag zum Cruz del Condor gefahren. Nach dem Kondor-Kostüm-Fehlstart und der Wartezeit waren wir für die nächste Stunde bestens unterhalten. Gegen 10 Uhr standen wir am Startpunkt des Abstiegs, wo unser Ticket kontrolliert wurde. Anfangs ist der Weg flach, Schatten gibt es von Anfang an keinen. Nach etwa einem Viertel der Strecke wird er zum steilen Felspfad, später führen Serpentinen über Geröll aller Größen, mit Ausblicken in den Canyon, die fast durchgehend grandios sind.

Nach zwei Dritteln waren wir ziemlich am Ende, die Sonne hatte ordentlich zugesetzt. Aber wie das beim Wandern so ist: Wenn du denkst, du bist fertig, bist du eigentlich erst bei 40 Prozent. Wir überquerten den Río Colca am Ende des Abstiegs und erreichten nach rund 6 Stunden die Posada Gloria, mit einem ausgiebigen Nickerchen im Garten, bevor es Abendessen gab.

Tag 2: Mit drei ungebetenen Begleitern nach Llahuar

Der zweite Tag begann um 6 Uhr. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Llahuar, diesmal nicht allein: Drei streunende Hunde hatten beschlossen, uns zu begleiten. Wir nannten sie Negro, Hinkebein und Nervensäge. Hinkebein hatte eine Verletzung am Vorderlauf und lief trotzdem die kompletten 12 Kilometer mit. Nervensäge bediente zuverlässig das Klischee des kleinen Kläffers, sobald irgendwo etwas auftauchte. Negro, der entspannteste der drei, ein alter schwarzer Hund, kannten wir schon aus unserem Hostel in Cabanaconde.

Ein Teil der ausgeschilderten Wanderwege war wegen Erdrutschen gesperrt, deshalb liefen wir größtenteils auf Schotterstraßen, auf der Cabanaconde gegenüberliegenden Seite des Canyons, mit grüneren, bewachsenen Abschnitten, aber auch hier überwiegend ohne Schatten. Nach etwa 5 Stunden erreichten wir Llahuar. Negro hatte uns unterwegs verlassen und sich einer anderen Gruppe angeschlossen. Hinkebein und Nervensäge blieben bis zur Unterkunft bei uns, gerieten dort aber mit den ansässigen Hunden aneinander. Der Besitzer der Casa de Virginia erzählte uns, dass Hinkebeins Verletzung tatsächlich von einer früheren Auseinandersetzung mit genau diesen Hunden stammte. Beide zogen sich schließlich zurück. Schade, wie es endete, aber die Wanderung mit den dreien war trotzdem eine schöne Erinnerung.

In Llahuar verbrachten wir den Rest des Tages im Pool unserer Unterkunft und aßen frische Orangen direkt vom Baum, dringend nötig, denn am nächsten Tag wartete der eigentliche Endgegner.

Am 2ten Tag gehen wir durch den Canyon

Tag 3: Der Aufstieg, 1.300 Höhenmeter auf 12 Kilometern

Schon am zweiten Tag hatten wir die Wege gesehen, die auf der anderen Seite des Canyons in Kehren hinaufführen, und da kann man nichts schönreden: Sie werden mühsam. Der Aufstieg von Llahuar zurück nach Cabanaconde hat zwei steile Abschnitte von jeweils rund 450 Metern, dazwischen ein langes flacheres Stück zum Verschnaufen. Unterwegs haben wir mehrfach Kondore gesehen, was den Anstieg etwas versöhnlicher machte. Die letzten vier Kilometer wurden zur echten Herausforderung: Die Pausen häuften sich, die Abstände dazwischen wurden kürzer, das Wasser knapper, der Durst aber nicht. Mit Pausen waren wir rund 6 Stunden unterwegs, bis wir erschöpft, aber zufrieden Cabanaconde erreichten. Belohnt haben wir uns am Plaza de Armas mit einer eiskalten Inca Kola.

Wie so oft beim Wandern ist der Weg das Ziel, beim Colca Canyon würden wir das eher so formulieren: Wieder hochzukommen ist das Ziel. Wir hatten die Tour ein Stück weit unterschätzt, waren am Ende aber umso zufriedener, sie geschafft zu haben. Mit der Höhe hatten wir keine Probleme, wir waren vorher lange in Cusco und in Huaraz. Ein würdiger Abschluss unserer Zeit in den Anden Perus.


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8. Planung: So sah unser Ablauf aus

Der Trek ist anspruchsvoll, weil sich Auf- und Abstieg nicht trennen lassen, du läufst sie quasi am Stück. Unser Ablauf:

NachtOrtPreis für zwei
Vor dem TrekCasa de Santiago, Cabanaconde30 €
1Posada Gloria, San Juan de Chuccho12 € (Frühstück und Abendessen inklusive)
2Casa de Virginia, Llahuar25,50 € (Frühstück und Abendessen inklusive)
Nach dem TrekCasa de Santiago, Cabanaconde30 €

Tag 0: Anreise per Bus nach Cabanaconde.
Tag 1: Collectivo zum Cruz del Condor, dann Abstieg nach San Juan de Chuccho. In San Miguel, wo der Abstieg beginnt, steht ein auffälliger Bau, der als Museo Juanita bezeichnet wird.
Tag 2: Wanderung nach Llahuar, Thermalpool. Plane die Strecke so, dass du gegen 14 bis 15 Uhr ankommst und die Pools noch genießen kannst.
Tag 3: Aufstieg nach Cabanaconde.
Tag 4: Rückfahrt mit dem Bus nach Arequipa.

Wer es ruhiger angehen will, kann den Trek auf 4 bis 5 Tage strecken und in Sangalle eine Nacht einlegen.

Colca Canyon
Um uns herum überall steil aufragende Felswände

9. Was der Colca Canyon Trek gekostet hat

Unsere Ausgaben 2022 (zwei Personen):

PostenKosten
Bus Arequipa–Cabanaconde60 Soles (30 pro Person, rund 15 €)
Collectivo zum Cruz del Condor, hin und zurück15 Soles (rund 3,75 €)
Eintritt Colca-Ticket140 Soles (70 pro Person, rund 35 €)
Casa de Santiago, 2 Nächte60 €
Posada Gloria, 1 Nacht12 €
Casa de Virginia, 1 Nacht25,50 €
Gesamt (ohne Rückbus und zusätzliches Essen)rund 150 €

Die Thermalbecken in Llahuar kosteten bei uns nichts extra.

Viele Condore kreisen über den Cruz del Condor Aussichtspunkt

10. Tipps für deine Wanderung

  • Schatten: Es gibt praktisch keinen. Nimm ausreichend Wasser und Sonnenschutz mit, wir hatten bis zu 30 Grad.
  • Proviant: Geschäfte findest du unterwegs kaum, selbst in den Dörfern haben sie früh morgens und am späten Nachmittag oft geschlossen. Die Unterkünfte verkaufen Wasser, Kekse und Süßkram, das ist nicht günstig, und Obst oder Gemüse haben wir im Canyon nicht gefunden. Deck dich spätestens in Cabanaconde mit Snacks, Obst und Wasser ein.
  • Schuhe: Zieh feste Schuhe oder besser Wanderschuhe an, die Wege sind steinig und steil, und man rutscht oder knickt schnell um.
  • Badesachen: Die heißen Pools in Llahuar sind nach der Wanderung eine Wohltat.
  • Erdrutsche: Informiere dich vor Ort, ob Wege gesperrt sind. 2022 war ein Teil der ausgeschilderten Strecke nach Llahuar gesperrt.
  • Unterkünfte: Buch sie am besten vorher, denn auch große geführte Gruppen sind unterwegs, und so viele Unterkünfte gibt es im Canyon nicht.
  • Knie: Mit schlechten Knien würden wir den Trek nicht machen.
Hier siehst du an der gegnüberliegnden Felswand den Aufstieg ab Sangalle nach oben nach Cabanoconde

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Colca Canyon

Wie tief ist der Colca Canyon?

Vom höchsten Rand bis zum Fluss über 3.000 Meter, je nach Messmethode zweit- oder dritttiefster Canyon der Welt. Von Cabanaconde blickst du rund 1.000 bis 1.200 Meter in die Schlucht.

Wie komme ich zum Colca Canyon?

Am einfachsten von Arequipa mit dem Bus nach Cabanaconde, die Fahrt dauert rund 6 Stunden. Wir haben 2022 30 Soles pro Person bezahlt. Fahrzeiten und Anbieter ändern sich, prüf sie im Terminal in Arequipa.

Wann sehe ich am Cruz del Condor die meisten Kondore?

Meist am Vormittag, ab etwa 9 Uhr. Bei uns kamen sie gegen 9:30 Uhr und kreisten ab 10 Uhr direkt über der Plattform.

Wie viel kostet der Eintritt?

70 Soles pro Person (Colca-Ticket), nur vor Ort erhältlich. Wir haben es am Aussichtspunkt gekauft, am Start des Abstiegs wurde es kontrolliert.

Wie anstrengend ist die Wanderung?

Deutlich anstrengender, als die Kilometer vermuten lassen: Bei uns waren es über drei Tage mehr als 1.600 Meter Auf- und fast 1.900 Meter Abstieg, größtenteils ohne Schatten und bei bis zu 30 Grad.

Brauche ich einen Guide?

Nein, die Wege sind gut markiert, und die Unterkünfte sind gut zu finden. Wir waren allein unterwegs und empfehlen die Wanderung ausdrücklich auf eigene Faust.

Wie viele Tage brauche ich?

Drei Trekking-Tage, plus je eine Nacht in Cabanaconde davor und danach, also vier bis fünf Tage ab Arequipa.

Was kostet der Trek insgesamt?

Bei uns waren es 2022 rund 150 € für zwei Personen (Bus, Eintritt, vier Nächte, ohne Rückfahrt und zusätzliches Essen).

Für wen ist der Trek nichts?

Für alle mit schlechten Knien oder wenig Kondition. Der Abstieg geht auf die Knie, der Aufstieg an die Kraft.

Wo kann ich mein Gepäck lassen?

Wir haben unser großes Gepäck in Arequipa gelassen und nur einen Rucksack mitgenommen.

Lohnt sich der Colca Canyon Trek?

Der Colca Canyon Trek war für uns ein würdiger Abschluss unserer Zeit in den Anden: schön, fordernd und mit einem Thermalpool am Ende des zweiten Tages, den wir ganz für uns hatten. Du brauchst Kondition, gute Knie und viel Wasser, dafür bekommst du Kondore, Stille und eine Landschaft, die man so schnell nicht vergisst. Wenn du lieber weniger läufst, nimm nur den Cruz del Condor mit.


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