Día de los Muertos in Mexiko erleben
Die schönsten Orte für den Tag der Toten, unsere Erfahrungen und praktische Tipps
Jedes Jahr reisen Tausende Besucher aus aller Welt nach Mexiko, um den Día de los Muertos – den Tag der Toten – einmal selbst zu erleben. Kaum ein anderer Feiertag ist so eng mit der mexikanischen Kultur verbunden und gleichzeitig so faszinierend für Reisende. Auch wir wollten dieses besondere Fest unbedingt miterleben.
Eigentlich hatten wir geplant, den Día de los Muertos in Oaxaca zu verbringen. Doch als wir einige Monate vor unserer Reise nach Unterkünften suchten, waren wir ziemlich überrascht. Selbst einfache Hotels kosteten teilweise über 400 Euro pro Nacht und viele Unterkünfte waren bereits ausgebucht. Deshalb entschieden wir uns spontan dafür, die Feiertage stattdessen in San Cristóbal de las Casas zu verbringen. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Natürlich sind die Feierlichkeiten dort nicht so spektakulär wie in Oaxaca oder Mexiko-Stadt. Trotzdem war die gesamte Altstadt festlich geschmückt, am Abend zog ein kleiner Umzug durch die Straßen und überall waren Familien unterwegs. Die Atmosphäre war fröhlich, entspannt und gleichzeitig voller Respekt gegenüber den Verstorbenen. Besonders beeindruckt hat uns, dass der Día de los Muertos überhaupt nichts Düsteres hat. Statt Trauer stehen Erinnerungen, Musik, Farben und das gemeinsame Feiern des Lebens im Mittelpunkt.
In diesem Artikel zeigen wir Dir, was hinter dieser einzigartigen Tradition steckt, wo Du den Día de los Muertos am schönsten erleben kannst und warum sich eine Reise nach Mexiko Ende Oktober oder Anfang November besonders lohnt.

1. Was ist der Día de los Muertos?
Der Día de los Muertos gehört zu den wichtigsten Feiertagen Mexikos und wird jedes Jahr am 1. und 2. November gefeiert.
Anders als in vielen anderen Kulturen steht dabei nicht die Trauer im Vordergrund. Nach mexikanischem Glauben kehren die Seelen der Verstorbenen an diesen Tagen zu ihren Familien zurück. Gemeinsam erinnert man sich an schöne Momente, erzählt Geschichten und feiert das Leben der Menschen, die nicht mehr da sind.
Für viele Besucher wirkt das zunächst ungewohnt. Während Friedhöfe in Europa oft stille Orte der Trauer sind, herrscht in Mexiko an diesen Tagen eine ganz besondere Atmosphäre. Familien schmücken Gräber mit Blumen und Kerzen, essen gemeinsam, musizieren und verbringen viele Stunden bei ihren verstorbenen Angehörigen. Gerade dieser liebevolle Umgang mit dem Tod macht den Día de los Muertos zu einem der außergewöhnlichsten Feste der Welt.
Anzeige*
Die besten Unterkünfte in Mexiko
Hostel Boutique 55* in San Cristobal
La Casa Casa* in Merida
La Casa de las Lunas* in Piste (Chichen Itza)
Aldea San Lam – Oasis of Tulum* in Tulum Stadt
Cancun Guest House* in Cancun
2. Unsere Erfahrungen beim Día de los Muertos
Da wir ursprünglich Oaxaca besuchen wollten, hatten wir uns auf riesige Paraden und spektakuläre Feierlichkeiten eingestellt. In San Cristóbal de las Casas ging es deutlich ruhiger zu. Genau das hat uns aber gefallen. Die Straßen waren festlich dekoriert, viele Menschen waren geschminkt oder traditionell gekleidet und am Abend zog ein kleiner Umzug durch die Altstadt. Überall herrschte eine fröhliche Stimmung, ohne dass der eigentliche Sinn des Feiertags verloren ging.
Aus Respekt haben wir bewusst darauf verzichtet, einen Friedhof zu besuchen. Für viele mexikanische Familien sind diese Stunden sehr persönlich und wir wollten diesen Moment nicht als Touristen stören. Trotzdem konnten wir die besondere Atmosphäre überall in der Stadt spüren und waren froh, den Día de los Muertos einmal selbst erlebt zu haben. Wenn Du die größten und spektakulärsten Feierlichkeiten suchst, würden wir allerdings eher Oaxaca oder Mexiko-Stadt empfehlen.


3. Warum und wie wird der Día de los Muertos gefeiert?
Die Ursprünge reichen mehrere Tausend Jahre zurück. Bereits die Azteken, Maya und andere indigene Völker glaubten, dass die Verstorbenen einmal im Jahr in die Welt der Lebenden zurückkehren. Mit der spanischen Kolonialisierung verschmolzen diese Traditionen später mit den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen. So entstand der heutige Día de los Muertos. Seit 2008 gehört der Feiertag zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Typische Traditionen am Día de los Muertos
Ofrendas – die Altäre
Fast jede Familie errichtet einen liebevoll geschmückten Altar für ihre verstorbenen Angehörigen. Darauf stehen häufig Fotos, Kerzen, Ringelblumen (Cempasúchil), Zucker-Totenköpfe, Pan de Muerto sowie Lieblingsessen und Getränke der Verstorbenen. Nach mexikanischem Glauben helfen diese Altäre den Seelen dabei, den Weg zurück zu ihren Familien zu finden.
Friedhöfe
Am Abend des 1. November besuchen viele Familien die Friedhöfe. Die Gräber werden geschmückt, Kerzen angezündet und gemeinsam Zeit verbracht. Anders als viele Reisende erwarten, herrscht dort meist keine traurige Stimmung, sondern eine sehr persönliche und respektvolle Atmosphäre.
Paraden
Vor allem in den größeren Städten finden bunte Umzüge mit Musik, Tänzern und kunstvollen Kostümen statt. Besonders bekannt ist inzwischen die große Parade in Mexiko-Stadt, die traditionell am 1. November stattfindet, vom Bosque de Chapultepec über den Paseo de la Reforma bis zum Zócalo.
Typische Speisen
Zum Día de los Muertos gehören unter anderem Pan de Muerto, heiße Schokolade, Tamales und Zucker-Totenköpfe (Calaveras). Viele Bäckereien verkaufen das traditionelle Totenbrot nur in den Wochen rund um den Feiertag.

Anzeige*
4. Die schönsten Orte für den Día de los Muertos
Oaxaca – Für viele gilt Oaxaca als der schönste Ort, um den Día de los Muertos zu erleben. Die gesamte Stadt verwandelt sich in ein riesiges Fest. Aufwendig gestaltete Altäre, Sandteppiche, Umzüge und geschmückte Friedhöfe sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Unser ursprünglicher Plan war ebenfalls Oaxaca. Aufgrund der extrem hohen Hotelpreise entschieden wir uns jedoch kurzfristig um. Unser Tipp: Buche Deine Unterkunft mindestens vier bis sechs Monate im Voraus. Kurz vor dem Feiertag kosten selbst einfache Zimmer oft mehrere hundert Euro pro Nacht.
Mexiko-Stadt – Die Hauptstadt bietet die größte Parade des Landes und eignet sich besonders für Erstbesucher. Vor allem rund um den Zócalo herrscht eine beeindruckende Atmosphäre.
Pátzcuaro und Janitzio – Wer traditionelle Feierlichkeiten sucht, findet sie rund um den Pátzcuaro-See. Besonders bekannt ist die nächtliche Kerzenzeremonie auf der Insel Janitzio.
Mérida – Auf der Halbinsel Yucatán wird der Feiertag als Hanal Pixán gefeiert. Hier stehen Maya-Traditionen stärker im Mittelpunkt als im übrigen Mexiko.
San Cristóbal de las Casas – Hier haben wir den Día de los Muertos selbst erlebt. Im Vergleich zu Oaxaca oder Mexiko-Stadt sind die Feierlichkeiten deutlich kleiner. Trotzdem war die Stadt wunderschön geschmückt und die entspannte Atmosphäre hat uns sehr gefallen. Wer ohnehin in Chiapas unterwegs ist, erlebt hier einen authentischen Einblick in den Feiertag. Für eine Reise ausschließlich wegen des Día de los Muertos würden wir jedoch eher Oaxaca oder Mexiko-Stadt empfehlen.




Anzeige*
Baedeker Reiseführer Mexiko
Das Handbuch führt hin zu den spektakulären Naturschauspielen und verborgenen Geheimnissen von Mexikos. Es vereint aktuelle, praktische Informationen mit spannender Reiselektüre und vermittelt mit vielen interessanten Exkursen Wissenswertes über Land und Leute. Der Allrounder sozusagen.
DuMont Reisehandbuch Mexiko
Im Reise-Handbuch von DuMont findest Du Alles zu den bekannten Sehenswürdigkeiten ebenso wie zu versteckten Kleinoden abseits der ausgetretenen Touristenpfade.
Fettnäpfchenführer für Mexiko
Wer Lust auf unterhaltsame Lektüre hat und mal etwas anderes lesen möchte als den klassischen Reiseführer der ist hier richtig. Auf witzige und spannende art erfährt man im Fettnäpfchenführer auch viel über das Land.
5. Wann findet der Día de los Muertos statt?
Der Día de los Muertos wird jedes Jahr am 1. und 2. November gefeiert. Viele Veranstaltungen beginnen allerdings bereits einige Tage früher.
Am 31. Oktober laufen die Vorbereitungen, die ersten Umzüge finden statt und Altäre werden geschmückt. Der 1. November gilt als Día de los Inocentes, das Gedenken an verstorbene Kinder. Am 2. November folgt der eigentliche Día de los Muertos, das Gedenken an die erwachsenen Verstorbenen.
In den touristischen Städten finden oft schon Ende Oktober die ersten Veranstaltungen statt. Wenn Du möglichst viel erleben möchtest, solltest Du daher mindestens vom 30. Oktober bis 2. November vor Ort sein.
6. Lohnt sich eine Reise nach Mexiko zum Día de los Muertos?
Aus unserer Sicht ganz klar: Ja.
Natürlich solltest Du nicht nur wegen der zwei Feiertage nach Mexiko fliegen. Wenn Du ohnehin eine Rundreise planst, gehören Ende Oktober und Anfang November aber zu den spannendsten Reisezeiten überhaupt.
Uns hat vor allem überrascht, wie selbstverständlich dieser Feiertag zum Alltag gehört. Es sind nicht nur einzelne Veranstaltungen oder Paraden – die gesamte Stimmung in den Städten verändert sich. Überall werden Altäre aufgebaut, Geschäfte dekoriert und Bäckereien verkaufen das traditionelle Pan de Muerto.
Selbst in San Cristóbal de las Casas, wo die Feierlichkeiten deutlich kleiner ausfallen als in Oaxaca oder Mexiko-Stadt, war die besondere Atmosphäre überall spürbar.
Der Día de los Muertos gehört für uns zu den beeindruckendsten kulturellen Erlebnissen unserer Mexiko-Reise. Vorher kannten wir den Feiertag vor allem aus Filmen und Bildern. Vor Ort wurde uns jedoch schnell klar, dass der Día de los Muertos viel mehr ist als bunte Totenköpfe oder geschminkte Gesichter. Es geht darum, sich gemeinsam an verstorbene Angehörige zu erinnern und das Leben zu feiern.
Auch wenn wir die größten Feierlichkeiten in Oaxaca oder Mexiko-Stadt verpasst haben, waren wir froh, den Día de los Muertos in San Cristóbal de las Casas erlebt zu haben. Die geschmückten Straßen, der kleine Festumzug und die entspannte Atmosphäre haben uns einen authentischen Einblick in diese besondere Tradition gegeben.
Wenn Du Deine Mexiko-Reise flexibel planen kannst, würden wir Dir einen Besuch Ende Oktober oder Anfang November auf jeden Fall empfehlen. Mit einer guten Vorbereitung und einer früh gebuchten Unterkunft wird der Día de los Muertos zu einem unvergesslichen Teil Deiner Reise.
7. Unsere Tipps für Deine Reise
Unterkünfte früh buchen: Wenn Du den Día de los Muertos in einer der bekanntesten Städte erleben möchtest, solltest Du Deine Unterkunft möglichst früh reservieren. Vor allem in Oaxaca steigen die Preise rund um den Feiertag extrem an. Als wir unsere Reise planten, kosteten selbst einfache Zimmer teilweise über 400 € pro Nacht. Viele Hotels waren bereits Monate vorher ausgebucht. Unser Tipp: Buche mindestens vier bis sechs Monate im Voraus.
Informiere Dich über lokale Veranstaltungen: Jede Region feiert den Día de los Muertos etwas anders. Während in Mexiko-Stadt große Paraden im Mittelpunkt stehen, geht es in kleineren Orten oft deutlich traditioneller zu. Ein Blick auf das Veranstaltungsprogramm Deiner Reiseregion lohnt sich deshalb immer.
Respektiere die Traditionen: Auch wenn der Día de los Muertos mittlerweile viele Besucher aus aller Welt anzieht, bleibt er vor allem ein Familienfest. Gerade auf Friedhöfen solltest Du Dich deshalb respektvoll verhalten, nicht ungefragt fotografieren und die Privatsphäre der Familien achten. Wir selbst haben uns bewusst gegen einen Friedhofsbesuch entschieden. Für uns fühlte es sich richtiger an, die besondere Atmosphäre in der Stadt zu erleben, ohne einen sehr persönlichen Moment anderer Menschen zu stören.
Probiere Pan de Muerto: Während unseres Aufenthalts gab es das traditionelle Pan de Muerto fast überall zu kaufen. Das leicht süße Hefegebäck gehört einfach zum Día de los Muertos dazu und sollte bei keiner Reise Ende Oktober oder Anfang November fehlen.
FAQ zum Día de los Muertos
Wann ist der Día de los Muertos?
Der Día de los Muertos wird jedes Jahr am 1. und 2. November gefeiert. Viele Veranstaltungen beginnen bereits Ende Oktober.
Ist der Día de los Muertos dasselbe wie Halloween?
Nein. Halloween und der Día de los Muertos haben unterschiedliche Ursprünge. Während Halloween heute vor allem ein Verkleidungsfest ist, steht in Mexiko das Gedenken an verstorbene Angehörige im Mittelpunkt. Trotzdem werden auch zum Dia de los Muertos Kostüme getragen und gerade die Kinder gehen von Geschäft zu Geschäft und sammeln Süßigkeiten.
Wo erlebt man den Día de los Muertos am schönsten?
Besonders bekannt sind Oaxaca, Mexiko-Stadt und Pátzcuaro. Wir selbst haben den Feiertag in San Cristóbal de las Casas erlebt, wo die Feierlichkeiten kleiner, aber dennoch sehr stimmungsvoll waren.
Muss man Friedhöfe besuchen?
Nein. Viele Reisende besuchen ausschließlich die Paraden, Märkte oder geschmückten Innenstädte. Wenn Du einen Friedhof besuchst, solltest Du Dich besonders respektvoll verhalten.
Wann sollte ich meine Unterkunft buchen?
Vor allem in Oaxaca empfehlen wir, vier bis sechs Monate im Voraus zu buchen. Rund um den Día de los Muertos steigen die Preise stark an und viele Hotels sind früh ausgebucht.
Ist der Día de los Muertos für Kinder geeignet?
Ja. Anders als viele vermuten, ist der Feiertag kein gruseliges Fest. Familien mit Kindern feiern gemeinsam, und die Atmosphäre ist fröhlich, bunt und sehr herzlich.
Kann man den Día de los Muertos auch in kleineren Städten erleben?
Ja. Gerade kleinere Städte bieten oft authentische Einblicke in die Traditionen. Die Feierlichkeiten sind zwar meist weniger spektakulär als in Oaxaca oder Mexiko-Stadt, wirken dafür häufig persönlicher und ruhiger.
☕ Hat dir dieser Artikel geholfen?
Wir hoffen, dass dir unsere Tipps bei deiner Reiseplanung weiterhelfen.
Alle Inhalte auf In X Tagen um die Welt entstehen aus unseren eigenen Reisen und unserer persönlichen Erfahrung. Wir investieren viel Zeit in Recherche, Fotografie, Videos und das Schreiben unserer Reiseberichte – damit du kostenlos von unseren Erfahrungen profitieren kannst.
Wenn dir unsere Arbeit gefällt und du unseren Reiseblog unterstützen möchtest, freuen wir uns über einen virtuellen Kaffee. 💚
Jeder Beitrag hilft uns dabei, auch in Zukunft unabhängige Reiseberichte, praktische Tipps und neue Reiseziele mit dir zu teilen.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
Nico & Katja

