Lima Sehenswürdigkeiten
Dein Guide für Perus Hauptstadt am Pazifik
Am 25. Mai 2022 sind wir von Guayaquil in Ecuador nach Lima geflogen. Es war ein komisches Gefühl, denn zum ersten Mal auf unserer Weltreise überschritten wir eine Landesgrenze, ohne dass danach ein Rückflug nach Hause wartete. Es ging einfach weiter, und das fühlte sich gut an. Nach drei beschaulichen Wochen auf den Galápagos-Inseln zog uns Lima in den Großstadt-Dschungel zurück: viel Lärm, viel Trubel, rund 11 Millionen Menschen. So eine große Stadt hatten wir seit 2015 nicht mehr erlebt.
Lima steht auf einer Steilküste über dem Pazifik, mitten in der Wüste. Es fallen nur etwa 12 mm Niederschlag im Jahr, damit gehört die Stadt zu den trockensten Großstädten der Welt. Wie man hier eine Metropole mit Hochhäusern errichtet hat, wird dir erst klar, wenn du davorstehst.

Lima auf einen Blick
📍 Region: Perus Hauptstadt an der Pazifikküste, auf einer rund 120 m hohen Steilküste, rund 11 Millionen Einwohner
🏛️ Perfekt für: Stadtbummel, Küstenpromenade, Streetfood, präkolumbische Geschichte, Zwischenstopp auf der Peru-Route
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 3 bis 4 Tage
🚗 Fortbewegung/Anreise: Flug nach Lima, in der Stadt Taxi, Bus und Metropolitano
💰 Preisniveau: Mittel. Wohnung in Miraflores 2022 rund 40 € pro Nacht, Eintritt Huaca Pucllana 15 Sol
☀️ Beste Reisezeit: Dezember bis April für Wärme und Sonne, von Mai bis Oktober meist bewölkt (Garúa)
1. Anreise nach Lima
Am einfachsten kommst du per Flugzeug nach Lima*. Der Flughafen Jorge Chávez liegt gut 30 bis 45 Minuten Fahrt von den Touristenvierteln Miraflores, Barranco und San Isidro entfernt. Zu unserer Zeit 2022 fuhr der Shuttle wegen Corona nur sporadisch, deshalb haben wir ein Taxi genommen. Es hat uns 25 US-Dollar gekostet, die Fahrt nach Miraflores dauerte eine gute Stunde.
Was sich in den letzten Jahren, seitdem wir dort waren geändert hat:
- Das neue Terminal ist am 1. Juni 2025 in Betrieb gegangen und nach Angaben des Betreibers dreimal so groß wie das alte.
- Der offizielle Airport Express Lima bringt dich in der Regel ohne Umstieg zu Haltestellen in Miraflores. Ein Ticket kostet etwa 20 Sol, bei mehreren Reisenden etwa 15 Sol pro Person, und die Fahrt dauert grob eine Stunde. Prüf die aktuellen Zeiten vor der Reise.
- Offizielle Taxis haben Schalter im Terminal und nennen Festpreise von etwa 60 bis 95 Sol pro Auto.
- Uber, Cabify oder InDrive holen dich in einer ausgewiesenen Zone außerhalb des Terminals ab.
Wer über Land aus Ecuador oder Bolivien kommt, sollte für die Strecke bis Lima gut 24 Stunden Busfahrt einplanen.

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2. Wo wohnen in Lima und wie sicher ist es?
Miraflores, San Isidro und Barranco gelten als die sicheren Viertel für Touristen* für eine Übernachtung. Alle drei liegen nebeneinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden, die Preise sind aber höher als im Rest des Landes.
- Miraflores* ist das beliebteste Viertel und liegt direkt an der Küste. Es gibt viele Geschäfte, Bars und Restaurants, und wir haben uns dort immer sicher gefühlt. Streckenweise wirkt es eher europäisch, was daran liegt, dass es wohlhabender ist als der Rest der Stadt. Wir hatten hier für 6 Nächte eine Wohnung im Hochhaus gemietet, mit Küche, schnellem WLAN und Platz zum Arbeiten. Das hat uns 237 € gekostet, rund 40 € pro Nacht. Bis in die Altstadt sind es etwa 30 bis 60 Minuten mit dem Bus.
- Barranco* gilt als Künstlerviertel mit Streetart, kleinen Cafés und Peñas mit Folkloremusik. Wir waren selbst nicht dort. Viele halten es für das schönste Viertel der Stadt.
- San Isidro* ist das Garten- und Finanzviertel, mit vielen guten Restaurants und Hotels.
- Die Altstadt haben wir tagsüber besucht, sie ging für uns so. Übernachten würden wir dort nicht, und abends solltest du dich dort nicht aufhalten.
Sobald du diese drei Viertel verlässt, verändert sich das Bild: einfachere Behausungen, mehr Verkehr, karge Straßen.

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3. Klima und beste Reisezeit
Lima liegt in der Wüste, echten Regen gibt es kaum. Von Dezember bis April liegen die Temperaturen im Schnitt bei 24 bis 27 °C, von Mai bis Oktober bei 18 bis 22 °C. In dieser Zeit hängt oft die Garúa über der Stadt, eine dichte Wolkenschicht mit Nebel und leichtem Sprühregen. Wir hatten Ende Mai und Anfang Juni gutes Wetter.

4. Die besten Sehenswürdigkeiten in Lima
Die Steilküste und Promenade von Miraflores
Am Rand von Miraflores verläuft eine Promenade entlang der Klippen, mit Parks und Blick auf den Pazifik. Wir waren mehrmals dort: Crêpes essen, Surfern zusehen und den Sonnenuntergang genießen. Hier haben wir in Lima die meiste Zeit verbracht, ohne dass es uns je langweilig wurde.

Kennedy Park und die Picarones
Der bekannteste Park in Miraflores ist der Kennedy Park. Dort steht der Stand von Mary, den manche aus der Netflix-Serie „Street Food Lateinamerika“ kennen. Picarones sind kleine Ringe aus Kürbis- und Süßkartoffelteig, die in Öl ausgebacken werden. Dazu gibt es Chicha Morada, ein Getränk aus violettem Mais und Fruchtsäften, das wie kalter Kinderpunsch schmeckt. Gleich um die Ecke in einer Seitengasse macht Anita ebenfalls Picarones, die uns noch besser geschmeckt haben. Wir hätten die ganze Woche nur davon leben können.

Huaca Pucllana
Mitten in Miraflores steht eine präkolumbische Kultstätte, die um 650 n. Chr. entstand und über Jahrhunderte ausgebaut wurde. Erhalten ist ein Bruchteil: eine Lehmziegelpyramide mit einer Kultstätte darunter. Wir haben sie besucht und 2022 für zwei Personen 7,60 € Eintritt bezahlt, also 15 Sol pro Person. Besichtigen kannst du sie nur mit Führung, die im Ticket enthalten ist. Laut aktuellen Angaben ist die Stätte dienstags geschlossen und sonst von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Abends gibt es von Mittwoch bis Sonntag Nachtführungen. Das Restaurant am Gelände haben wir nicht getestet.


Die Altstadt und der Wachwechsel am Präsidentenpalast
Rund um die Plaza de Armas stehen Kolonialgebäude und Kirchen, allen voran der Präsidentenpalast. Täglich um 12 Uhr findet dort ein militärischer Wachwechsel statt: Eine Blaskapelle eröffnet die Zeremonie, danach marschieren mehr als zwei Dutzend Soldaten auf. Für uns als Deutsche, wo es solche Zeremonien kaum gibt, wirkte das fast aus der Zeit gefallen. Es hat uns auch bewusst gemacht, wie unterschiedlich die Rolle des Militärs in verschiedenen Ländern ist. Das historische Zentrum ist überschaubar, an einem Tag hast du das Wichtigste gesehen.
Dein Weg dorthin:
- Free Walking Tour: Wir haben eine Tour von Free Walking Tours Peru gemacht, bei der der Guide mit uns die rund 8 Kilometer per Linienbus ins Zentrum gefahren ist. Sie war okay, wir hatten aber schon bessere erlebt und würden nächstes Mal bei GuruWalk schauen. Wir haben 13 € Trinkgeld für zwei gegeben, der Bus kostete zusammen 2,50 €.
- Metropolitano (nicht selbst gefahren): Die Station „Estación Benavides“ in Miraflores bringt dich auf eigener Busspur nach „Estación Colmena“ am Parque San Martín. Du brauchst eine aufladbare Karte, eine Fahrt kostet 3,20 Sol.

5. Ausflüge ab Lima
Paracas und Ica liegen jeweils gut 4 Stunden entfernt. Paracas ist bekannt für die Islas Ballestas mit Seelöwen und Vögeln und die Wüstenlandschaft der Reserva Nacional. In Ica lohnt sich die Wüstenoase Huacachina. Wir haben beides gemacht, Details findest du in unseren Artikeln dazu.
6. Das andere Lima: jenseits von Miraflores
Nach sechs Tagen in Miraflores sind wir mit dem Tagbus in Richtung Huaraz gefahren. Sobald du Miraflores und die Innenstadt verlässt, zeigt sich das eigentliche Lima. Die Stadt ist riesig und wächst die Berghänge hinauf. Von den Geschäften, Parks und Hochhäusern ist nichts mehr zu sehen.
Je weiter du rausfährst, desto deutlicher wird die Armut, die es in Lima genauso gibt wie den Wohlstand an der Küste. Miraflores ist grün, wenige Kilometer weiter sind die Straßen trocken und staubig. Die Ausfallstraße ist gesäumt von Geschäften, Straßenhändlern und Garküchen. Menschen, Tuk-Tuks, Autos und Tiere bilden ein chaotisches Miteinander, an den Hängen kleben die Favelas, und am Straßenrand liegt Müll, hin und wieder auch ein überfahrener Hund.
Mittendrin gibt es kleine, gepflegte Grünstreifen, Versuche einzelner Anwohner, ihrer Straße ein bisschen Schönheit zurückzugeben. Im ersten Moment wirkte das auf uns noch trostloser, es hat uns aber vor allem gezeigt, wie privilegiert wir leben. Mit diesem Gefühl haben wir Lima verlassen. Es war gut, diese Seite einmal aus dem Bus gesehen zu haben, statt nur die Postkarten-Version von Miraflores mitzunehmen.

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7. Was hat uns Lima gekostet?
Zusammen 440 € für 7 Tage und zwei Personen (Stand 2022, damals 1 Euro = etwa 4 Sol):
- Transport: Taxi vom Flughafen 25 US-Dollar, Bus in die Innenstadt 2,50 €, Uber zum Busbahnhof 4 €
- Unterkunft: Wohnung für 6 Nächte 237 €
- Essen: Cafés 25 €, Supermarkt 100 € (wir haben meist selbst gekocht)
- Sehenswürdigkeiten: Free Walking Tour 13 € Trinkgeld, Huaca Pucllana 7,60 €
- Sonstiges: SIM-Karte (15 GB, 30 Tage) 22 €, Wäsche 4 €
Die Zahlen sind unsere Ausgaben 2022. Eine Übersicht über ganz Peru findest du in unserem Artikel zu Route und Kosten.


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FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Lima
Ist Lima sicher für Touristen?
In Miraflores, San Isidro und Barranco kannst du dich als Tourist tagsüber gut zu Fuß bewegen. Wir haben uns in Miraflores immer sicher gefühlt. In der Altstadt solltest du aufmerksam sein und abends nicht dort bleiben.
Wie viele Tage sollte ich für Lima einplanen?
3 bis 4 Tage reichen für Miraflores, die Altstadt und Huaca Pucllana. Mit einem Ausflug nach Paracas und Ica brauchst du mehr.
Was kostet das Taxi vom Flughafen nach Miraflores?
Wir haben 2022 25 US-Dollar bezahlt. Offizielle Schalter nennen heute etwa 60 bis 95 Sol, Apps sind oft günstiger, der Airport Express kostet etwa 15 bis 20 Sol pro Person.
Wann ist die beste Reisezeit für Lima?
Von Dezember bis April ist es am wärmsten. Zwischen Mai und Oktober ist es kühler, und oft hängt die Garúa über der Stadt.
Wann hat die Huaca Pucllana geöffnet?
Nach aktuellen Angaben von Mittwoch bis Montag von 9 bis 17 Uhr, dienstags geschlossen. Der Eintritt kostet 15 Sol und beinhaltet die Führung.
Brauche ich Spanisch in Lima?
In den Touristenvierteln kommst du mit Englisch meist zurecht. Im Rest der Stadt hilft Spanisch deutlich weiter.
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