Pastoruri Gletscher Tour ab Huaraz

Fünftausend Meter. So hoch hatten wir bis zu diesem Tag noch nie gestanden, und auf den Pastoruri-Gletscher kommst du, ohne einen einzigen steilen Anstieg hinter dir zu haben. Der Bus bringt dich von Huaraz bis knapp unter die Eiswand, der Rest ist ein kurzer Fußweg. Genau das macht die Tour so besonders und gleichzeitig so tückisch: Dein Körper hat kaum Zeit, sich an die dünne Luft zu gewöhnen.

Wir waren Anfang Juni 2022 mit einer Tagestour ab Huaraz unterwegs, inklusive verspäteter Abholung, Schneegestöber am Gletscher und einem Fahrer, der die Bergstraßen als Rennstrecke verstanden hat. Hier erfährst du, wie der Tag abläuft, wie anstrengend die Höhe wirklich ist, was die Pastoruri-Tour kostet und worauf du bei der Buchung achten solltest.

Der Pastoruri Gletscher 2022
Pastoruri-Gletscher auf einen Blick

📍 Region: Südlicher Teil des Huascarán-Nationalparks, Cordillera Blanca (Peru)
🏛️ Perfekt für: Höhen-Einsteiger, Naturfreunde, Individualreisende ohne eigenes Fahrzeug
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 1 Tag (ab Huaraz), erst nach 2 bis 3 Tagen Akklimatisierung
🚗 Fortbewegung/Anreise: nur mit gebuchter Tagestour ab Huaraz
💰 Preisniveau: günstig, Tour ca. 50 Sol pro Person, Mittagessen unterwegs extra
☀️ Beste Reisezeit: Mai bis September, Schnee ist oben aber das ganze Jahr möglich


1. Fakten zur Wanderung

  • Startpunkt: Parkplatz am Fuß des Pastoruri, ca. 4.800 bis 4.900 m
  • Fußweg: ca. 1,5 km, rund 200 Hm bis zum Gletscher
  • Höhe am Gletscher: ca. 5.000 m an deinem Standpunkt, die Eiswand selbst reicht bis ca. 5.200 m
  • Dauer: ganztägig, nur ein kleiner Teil davon zu Fuß
  • Schwierigkeit: leicht von der Strecke, durch die Höhe trotzdem anstrengend
  • Kosten: Tour ca. 50 Sol pro Person, Nationalparkeintritt und Mittagessen extra
  • Anreise: nur mit Tour, ab Huaraz ca. 3 Stunden Fahrt
  • Beste Reisezeit: Mai bis September
Pastoruri Gletscher Panorama

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2. Der Ablauf im Detail

Abholung

Abgeholt wirst du am Hostel, bei uns war als Zeit 8:30 Uhr angegeben. Tatsächlich kam der Bus erst gegen 9:45 Uhr. Wir mussten allerdings auch ungewöhnlich lange warten: Andere Gäste wurden nach und nach eingesammelt, nur uns wollte der Guide nicht mitnehmen. Erst nachdem die Hostelbesitzerin mit ihm gesprochen hatte, durften wir einsteigen. Ob das ein Einzelfall war, wissen wir nicht. Rechne aber nicht mit pünktlichen Zeiten und plane den Tag nicht zu eng.

Fahrt hinauf zum Pastoruri Gletscher

Unterwegs

Die Fahrt von Huaraz* bis zum Gletscher dauerte bei uns gut drei Stunden. Mit im Minibus saß eine volle Gruppe, überwiegend Spanisch sprechende Gäste, nur wenige sprachen Englisch. Der Guide hat kaum etwas erklärt, und weil er nur Spanisch sprach, hätten wir ohnehin wenig verstanden. Wenn du auf Erklärungen Wert legst, frag vorher bei der Agentur nach einem englischsprachigen Guide.

Auf der Strecke gibt es mehrere Stopps: ein Frühstück, einen brodelnden Schlammtopf und ein Plateau mit Puya Raimondii. Das sind riesige Bromelien, die vom Aussterben bedroht sind und nur zwischen 3.500 und 4.500 Metern wachsen. Ihre Blütenstände ragen mehrere Meter in die Höhe.

Der Aufstieg in die Höhe

Das Besondere und Anstrengende an der Tour ist der schnelle Höhengewinn. Von Huaraz (3.050 m) geht es mit dem Bus in wenigen Stunden hinauf bis auf knapp 4.900 Meter. Der Körper hat dabei keine Zeit, sich anzupassen. Uns ging es gut, aber wir haben die Höhe hier stärker gespürt als bei anderen Wanderungen. Einem von uns kribbelte kurz der ganze Körper, ein Zeichen für Sauerstoffmangel, das aber schnell wieder verschwand. Der kurze Weg war in der Höhe anstrengender als 600 Höhenmeter, die wir bei der Laguna 69 auf 4.000 Metern gegangen sind, weil man direkt nach der Busfahrt „kalt“ startet.

Start des Weges zum Pastoruri Gletscher

Der Fußweg zum Gletscher

Vom Parkplatz sind es rund 1,5 Kilometer und 200 Höhenmeter. Geh langsam, trink viel und hör auf deinen Körper. Viele aus unserer Gruppe haben sich ein Pferd genommen. Wer es lieber gemütlich mag, kann das auch tun. Was es kostet, wissen wir nicht.

Zu Fuss oder auf dem Pferd – bei fast 5000 Metern merkt man jeden Schritt

Am Gletscher

Du kommst bis auf etwa 20 Meter an das Eis heran. Wo du dort stehst, bist du auf rund 5.000 Metern. Der Gletscher selbst reicht bis 5.200 Meter, weshalb du manchmal diese Zahl liest. Bei uns hat es kurz geschneit. Mütze und Handschuhe waren nötig, und wir waren froh, sie dabeizuhaben.

Wer lange hinsieht, merkt, wie stark der Gletscher geschrumpft ist. Fotos aus dem Jahr 2025 zeigen ihn deutlich kleiner als bei unserem Besuch 2022. Ob du ihn noch lange so sehen kannst, ist fraglich, ein Grund mehr, nicht zu lange zu warten.

Rückfahrt und Mittagessen

Zum Mittagessen hält die Tour an einem Restaurant. Dort musst du extra bezahlen, und es war im Vergleich zu Huaraz teuer. Du kannst auch im Bus bleiben und mitgebrachtes Essen verspeisen, so haben wir es gemacht. Der Rückweg nach Huaraz ging dank unseres Fahrers im halsbrecherischen Tempo, was uns beim Hinweg schon aufgefallen war. Der Fahrer überholte, was ging, und drängte andere Fahrzeuge hupend aus dem Weg.


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3. Für wen ist die Tour geeignet

Der Fußweg ist kurz und ohne technische Stellen, du brauchst weder Trittsicherheit noch Schwindelfreiheit. Die Herausforderung ist die Höhe. Auf 5.000 Metern ist der Sauerstoffgehalt der Luft deutlich niedriger als auf Meereshöhe, das merken die meisten Menschen unabhängig von ihrer Kondition.

Plane den Pastoruri deshalb nicht als erste Tour in Huaraz, sondern nach zwei bis drei Tagen in der Höhe. Bei Herz- oder Lungenerkrankungen sprichst du vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wenn du eine mehrstündige Wanderung erwartest, wirst du enttäuscht sein, dafür sind Laguna 69 und Churup besser. Mehr zur Höhenkrankheit und zur Vorbereitung findest du im Hauptartikel zu Huaraz.

Angekommen am Ende des Weges am Pastoruri Gletscher

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4. Was du mitnehmen solltest

  • warme Kleidung im Zwiebellook, Mütze und Handschuhe (bei uns nötig)
  • Regen- und Windjacke
  • Sonnenbrille und Sonnencreme (die Strahlung ist stark, bei Schnee zusätzlich die Blendung)
  • eigenes Essen und Wasser, weil die Restaurants unterwegs teuer sind
  • Cocablätter oder Mate de Coca, wenn du sie magst
  • Wanderschuhe sind weniger wichtig als bei anderen Touren, der Weg ist kurz und gut ausgebaut.

5. Beste Reisezeit

Die Trockenzeit von Mai bis September ist die beste Zeit, die lange Anfahrt ist dann am wenigsten wetteranfällig. Auf 5.000 Metern kann es aber das ganze Jahr schneien, und das Wetter wechselt innerhalb von Minuten. Wir waren Anfang Juni dort und hatten Schneegestöber.

6. Tour buchen: unsere Tipps

Der Pastoruri ist nur mit einer Tour erreichbar, ein eigenes Auto bringt dir nichts. Die Preise unterscheiden sich kaum, die Qualität dagegen deutlich. Frag im Hostel und bei anderen Reisenden nach Erfahrungen, und wähle nicht automatisch den billigsten Anbieter. Wir haben bezahlt:

  • Tour für uns beide zusammen: 23 €
  • Nationalparkeintritt: im 3-Tage-Ticket enthalten (wir haben es auch für Laguna 69 und Churup genutzt)

Frag vor der Buchung, ob der Eintritt im Preis enthalten ist und ob ein englischsprachiger Guide dabei ist. Packe eigenes Essen ein. Und plane den Tag so, dass es nichts ausmacht, wenn die Abholung später kommt.



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FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Pastoruri Tour

Wie hoch ist der Pastoruri-Gletscher?

Der Gletscher reicht bis etwa 5.200 Meter. Der Weg endet vor dem Eis auf rund 5.000 Metern.

Kann man den Pastoruri ohne Tour besuchen?

Nicht sinnvoll. Wir wurden in Huaraz darauf hingewiesen, dass es nur mit gebuchter Tour geht, und so haben wir es auch gemacht.

Wie lange dauert die Tour?

Ein ganzer Tag. Die Fahrt von Huaraz dauert gut drei Stunden pro Strecke, der Fußweg zum Gletscher ist kurz.

Wie schwer ist der Pastoruri?

Leicht von der Strecke, anstrengend durch die Höhe. Plane vorher Akklimatisierung ein.

Was kostet die Pastoruri-Tour?

Etwa 50 Sol pro Person, dazu kommen der Eintritt in den Nationalpark (30 Sol für einen Tag, 60 Sol für das 3-Tage-Ticket) und das Mittagessen, das extra bezahlt wird.

Gibt es Pferde zum Gletscher?

Ja, viele Besucher haben sich ein Pferd genommen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai bis September, mit Schnee ist das ganze Jahr zu rechnen.

Alternativen in der Nähe

Wer lieber wandert, ist bei der Laguna 69 und der Churup-Lagune besser aufgehoben. Wer die Höhe von 5.000 Metern ohne Marsch erleben möchte, findet im Pastoruri genau das.

Lohnt sich die Tour?

Ja, aber du solltest wissen, was dich erwartet. Der Pastoruri ist keine Wanderung im klassischen Sinn, sondern eine lange Fahrt mit einem kurzen Spaziergang am Ende. Ein großer Teil des Tages geht für die Anfahrt und die kurzen Stopps drauf. Trotzdem war es für uns ein besonderer Tag: Der Gletscher steht auf rund 5.000 Metern vor dir, und wir standen dort zum ersten Mal in unserem Leben auf dieser Höhe. Die Landschaft unterwegs ist eindrucksvoll, und wir würden die Tour jederzeit wieder machen. Allerdings würden wir uns die Agentur genauer ansehen.


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Nico & Katja


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