Kambodscha

Warum sich eine Reise nach Kambodscha lohnt?

Wir kamen aus Singapur. Zwei Stunden Flug, und mit der Landung in Siem Reap kippte alles: eben noch klimatisierte Hochglanzstadt mit Rolltreppen und Regeln, dann eine Ankunftshalle im Tempelstil, ein Tuk-Tuk-Fahrer mit unserem Namen auf einem Zettel und eine Straße voller roter Erde. Größer hätte der Sprung kaum sein können.

Kambodscha ist im Aufbruch, das merkst du überall. In Siem Reap entstehen Hotels, Cafés und Restaurants in einem Tempo, das die Infrastruktur noch nicht ganz mitgeht. Ein paar Straßen weiter endet der Asphalt, und du bist wieder in einem Land, das zu den ärmeren Südostasiens gehört. Dieses Nebeneinander zieht sich durch die gesamte Reise, und man sollte sich davon nicht irritieren lassen, sondern es als das nehmen, was es ist: ein Land mitten in einer Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

Der Grund, warum wir überhaupt gekommen sind, lag natürlich vor der Stadt. Angkor Wat muss man einmal im Leben gesehen haben, und dieser Satz ist selten so wörtlich gemeint wie hier. Wir haben uns drei Tage genommen, was im Rückblick die richtige Entscheidung war.

Nach den Tempeln wollten wir ans Meer, und Koh Rong war der Gegenentwurf zu allem davor. Fähre statt Tuk-Tuk, Sandwege statt Tempelpfade, ein paar Tage, in denen wir schlicht nichts vorhatten.

Phnom Penh war dann die Station, die uns am meisten beschäftigt hat. Die Stadt ist an vielen Ecken modern, mit Restaurants, an denen man in Bangkok oder Ho-Chi-Minh-Stadt genauso vorbeikommen könnte. Und ein paar Kilometer weiter stehst du in Tuol Sleng, dem ehemaligen Schulgebäude, das die Roten Khmer in ein Gefängnis verwandelt haben. Wir haben den Audioguide genommen und die Räume in unserem eigenen Tempo abgelaufen. Diese Geschichte ist nicht leicht zu verdauen, und sie ist auch nicht lange her. Für uns gehört so ein Besuch dazu, wenn wir ein Land wirklich bereisen wollen und nicht nur seine Sehenswürdigkeiten abhaken.

Weitergefahren sind wir am Ende mit dem Bus nach Saigon, sechs Stunden inklusive Grenze, und mit dem Gefühl, dass zwei Wochen für dieses Land eher die Untergrenze sind. Battambang, Kampot, der Norden mit Preah Vihear — vieles davon steht noch aus. Kambodscha ist definitiv mehr als Angkor. Wenn du nur die Tempel einplanst, verpasst du das Land dahinter.

💚 Unsere 3 Highlights in Kambodscha
  • 🛕 Die Tempel von Angkor Drei Tage, zwei Circuits und ein Sonnenaufgang, für den man um 4:30 Uhr aufsteht. Angkor Wat ist der bekannteste Bau, aber Bayon mit seinen Steingesichtern und das vom Dschungel überwachsene Ta Prohm sind mindestens genauso stark.
  • 🏝️ Koh Rong* Ein paar Tage ohne Programm, mit Fährüberfahrt, Sandwegen und einem Meer, das die roten Tempeltage aus den Knochen spült. Wer viel Komfort erwartet, ist hier falsch.
  • 🏛️ Phnom Penh* Königspalast, Russischer Markt und Nachtmarkt auf der einen Seite, Tuol Sleng und die Killing Fields auf der anderen. Keine bequeme Kombination, aber die ehrlichste Art, dieses Land zu verstehen.
Kambodscha Angkor Bayon Tempel


Die schönsten Kambodscha Routen – unsere Empfehlungen

Kambodscha lässt sich gut in zwei Wochen bereisen, wenn du dich auf drei bis fünf Stationen beschränkst. Wir sind aus Singapur nach Siem Reap geflogen, danach an die Küste und zum Schluss nach Phnom Penh, von wo aus der Bus nach Vietnam weiterfährt. In unserem Routen-Artikel findest du die komplette Reihenfolge mit Etappen, Fahrzeiten und Tagesaufteilung — inklusive der Stationen, die wir selbst nicht mehr geschafft haben.

Alle Reiseziele auf unserer Kambodscha Karte

Auf dieser Karte findest du alle Orte, die wir besucht haben und zu denen wir einen ausführlichen Reiseguide veröffentlicht haben. Klicke auf einen Ort in der Liste und gelange direkt zum passenden Artikel.

Direkt zum passenden Guide:
📍 Siem Reap / Angkor
📍 Koh Rong
📍 Phnom Penh


Anzeige*
Die schönsten Unterkünfte in Kambodscha 
Blossoming Romduol Boutique* in Siem Reap
Monsoon Bassac Hotel* in Phnom Penh
Long Beach Resort Koh Rong
* auf Koh Rong


Häufige Fragen zur Kambodscha Reise

Wie viele Tage sollte man für Kambodscha einplanen?

Für Siem Reap mit Angkor, Phnom Penh und eine Insel oder die Küste solltest du mindestens zwei Wochen einplanen. Wir hatten genau diese zwei Wochen und hätten problemlos eine dritte gebraucht, um noch Battambang und Kampot mitzunehmen.

Wie viele Tage braucht man für Angkor?

Wir empfehlen dir das 3-Tages-Ticket. An einem Tag schaffst du zwar die bekanntesten Tempel, wirst aber durch das Programm gehetzt und hast nach vier Stunden Hitze schlicht keine Aufnahmefähigkeit mehr. Mit drei Tagen kannst du Small Circuit, Grand Circuit und einen Ausflug nach Banteay Srei entspannt aufteilen.

Was kostet der Eintritt in Angkor?

Der Angkor Pass kostet 32 US-Dollar für einen Tag, 62 US-Dollar für drei Tage und 76 US-Dollar für sieben Tage. Das Ticket wird mit Foto personalisiert und ist nicht übertragbar. Dazu kommt das Tuk-Tuk, das je nach Route zwischen 15 und 25 US-Dollar pro Tag kostet.

Ist Kambodscha teuer oder günstig?

Kambodscha gehört weiterhin zu den günstigeren Zielen Südostasiens, ist bei Eintritten und Touren aber teurer, als viele erwarten. Mit 30 bis 50 Euro pro Tag und Person kommst du gut zurecht, an Angkor-Tagen liegst du darüber.

Braucht man ein Visum für Kambodscha?

Ja. Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Touristenvisum für 30 Tage, das 30 US-Dollar kostet — als e-Visa online mit rund 6 US-Dollar Bearbeitungsgebühr oder als Visa on Arrival bei der Einreise. Der Reisepass muss ab Einreisedatum noch mindestens sechs Monate gültig sein. Zusätzlich ist seit Juli 2024 die kostenlose digitale Einreisekarte Cambodia e-Arrival verpflichtend, die du innerhalb von sieben Tagen vor Ankunft ausfüllst. Prüfe die Bestimmungen vor Abflug trotzdem noch einmal, sie ändern sich regelmäßig.

Wann ist die beste Reisezeit für Kambodscha?

November bis März ist die trockene und angenehmste Zeit. April und Mai sind extrem heiß, von Juni bis Oktober fällt Regen, meist als kräftiger Nachmittagsschauer. Die Regenzeit hat den Vorteil, dass die Tempel grüner und leerer sind und der Tonle Sap deutlich mehr Wasser führt.

Womit bezahlt man in Kambodscha?

Offizielle Währung ist der Riel, im Alltag wird aber fast überall in US-Dollar bezahlt. Wechselgeld unter einem Dollar bekommst du in Riel zurück. Nimm kleine Scheine mit, große werden oft nicht angenommen, und beschädigte Dollarnoten häufig abgelehnt.

Wie kommt man in Kambodscha am besten von A nach B?

Zwischen den Städten fahren Busse und Minivans, meist fünf bis sechs Stunden pro Etappe. Innerorts ist das Tuk-Tuk das Mittel der Wahl, für Angkor buchst du dir am besten für den ganzen Tag eines. Zu den Inseln geht es per Fähre ab Sihanoukville. Inlandsflüge lohnen sich nur, wenn dir die Zeit knapp wird.

Ist Kambodscha sicher zu bereisen?

Wir haben uns während unserer Reise nicht unsicher gefühlt. Taschendiebstahl kommt in Phnom Penh vor, gerade wenn du dein Handy offen in der Hand hältst, während du im Tuk-Tuk sitzt. Abseits ausgetretener Wege gibt es in einzelnen Regionen noch Minenreste — halte dich dort an markierte Wege.

Sollte man die Killing Fields und Tuol Sleng besuchen?

Für uns ja. Die Geschichte der Roten Khmer ist nicht leicht auszuhalten, sie ist aber der Schlüssel dazu, das heutige Kambodscha zu verstehen. Nimm dir an beiden Orten einen Audioguide, plane danach nichts mehr ein und überlege dir bei jüngeren Kindern gut, ob du sie mitnehmen willst.

Lässt sich Kambodscha gut mit anderen Ländern kombinieren?

Sehr gut. Wir sind aus Singapur eingeflogen und mit dem Bus von Phnom Penh weiter nach Saigon. Auch Thailand über die Grenze bei Poipet oder Laos im Norden lassen sich anschließen. Für eine Südostasien-Rundreise ist Kambodscha ein logischer Baustein.

Braucht man Impfungen für Kambodscha?

Neben den Standardimpfungen werden meist Hepatitis A und je nach Reisestil Typhus und Tollwut empfohlen, in einzelnen Regionen besteht ein Malariarisiko. Verbindliche Auskunft bekommst du beim Tropen- oder Reisemediziner, am besten einige Wochen vor Abflug.

Lohnt sich Koh Rong?

Wenn du nach den Tempeln ein paar ruhige Tage am Meer willst, ja. Erwarte aber keine durchorganisierte Inselinfrastruktur wie in Thailand. Wer Wert auf gehobene Hotels und ein breites Restaurantangebot legt, ist auf den thailändischen oder vietnamesischen Inseln besser aufgehoben.


Anzeige*

Stefan Loose Reiseführer Kambodscha
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über das Land selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder sozusagen. Im Moment der Einzige aktuelle ausführliche Reiseführer auf dem Markt.

Geschichte Kambodschas: Von Angkor bis zur Gegenwart 
Kambodscha ist durch die grandiosen Tempel aus der Angkor-Zeit bekannt, aber auch als Ort des Völkermords der Roten Khmer. Die Geschichte Kambodschas ist spannend, traurig und teilweise unbegreiflich. Jeder der nach Kambodscha reist, sollte sich auch damit auseinandersetzen. 

Gebrauchsanweisung für Vietnam, Laos und Kambodscha
Der Autor erzählt, in diesem Buch mit einer großen Portion Humor wie das Länder Vietnam, Kambodscha und Laos so ticken.

Reise Know-How CityTrip Angkor und Siem Reap
Dieser aktuelle Stadtführer ist der ideale Begleiter, um die Tempelanlagen des Angkor-Reichs und die Provinzhauptstadt Siem Reap selbstständig zu entdecken.