Essen & Trinken in Kambodscha
„Typische Speisen & Getränke, die ihr in Kambodscha findet.“
Was ist das typische Essen in Kambodscha?
14 Tage waren wir in Kambodscha unterwegs, von Siem Reap über die Insel Koh Rong bis nach Phnom Penh – und wenn wir ehrlich sind, stand Essen bei dieser Reise nicht ganz so im Mittelpunkt wie bei manch anderem Land, das wir bereist haben. Kein Wunder eigentlich, denn kurz vorher waren wir in Thailand, wo Streetfood an jeder Ecke lockt und man kaum zwei Häuser weitergehen kann, ohne wieder hungrig zu werden. Kambodscha hat uns da anders erwischt. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist bei uns ein Gericht hängengeblieben, das wir am Ende fast täglich gegessen haben: Khmer Curry.
Was uns direkt aufgefallen ist, als wir zum ersten Mal in Siem Reap ein Curry bestellt haben: Es kam eine ordentliche Schüssel voller Gemüse. Kürbis, Karotten, grüne Bohnen, manchmal auch etwas Auberginen, dazwischen Fleisch oder Tofu, alles in einer mild-cremigen, meist roten Currysauce. Im Vergleich zu Thailand, wo Currys für unseren Geschmack oft sehr fleischlastig ausfallen und das Gemüse eher die Nebenrolle spielt, war das eine angenehme Überraschung. Wir haben uns beide gefragt, warum wir davon vorher nirgends gelesen hatten – Khmer Curry wird touristisch bei Weitem nicht so gehypt wie Pad Thai oder Amok, dabei hat es uns fast jeden Abend überzeugt.
Ein Curry hat umgerechnet etwa 6 US-Dollar gekostet, wobei Kambodscha ohnehin ein Land ist, in dem fast überall in Dollar statt in Riel gerechnet wird. Klingt erst mal nach mehr als anderswo in Südostasien, aber eine Schüssel hat locker für uns beide gereicht, dazu gab es so viel Reis, wie wir wollten. Unterm Strich sind wir damit an den meisten Abenden für zusammen ungefähr 15 Euro rausgekommen. Mittags haben wir es meist ruhiger angehen lassen und uns mit einem Snack für zusammen etwa 10 Euro begnügt, und morgens war ohnehin das Hotelfrühstück im Zimmerpreis mit drin – ein Posten, den wir also gar nicht extra einrechnen mussten.
Regionale Unterschiede haben wir vor allem an der Küste gemerkt, auf Koh Rong. Dort dreht sich kulinarisch vieles um Fisch und Meeresfrüchte, an jeder zweiten Strandbar wird frischer Fang beworben. Da wir aber grundsätzlich kein Seafood essen, ist das an uns ziemlich vorbeigegangen – wir haben auch auf der Insel einfach weiter bei unserem Curry bleiben können, was zeigt, wie präsent das Gericht landesweit ist.
Getrunken haben wir in Kambodscha vor allem Dinge, die zur Hitze gepasst haben: frisch gepresste Fruchtsäfte, Eistee und immer wieder Kokoswasser, direkt aus der Frucht. Dazu natürlich viel Wasser, was bei den Temperaturen dort auch bitter nötig war.
In diesem Artikel erzählen wir dir, was wir selbst über die Khmer-Küche gelernt haben, welche Gerichte und Getränke uns begegnet sind, was typisch für das Land ist, auch über unsere eigene Erfahrung hinaus, und was du bei der Reiseplanung rund ums Essen in Kambodscha wissen solltest.
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Die Küche Kambodschas auf einen Blick
Die khmerische Küche wird gern im Schatten ihrer Nachbarn übersehen – dabei ist sie eigenständig und unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von der thailändischen oder vietnamesischen Küche. Reis ist die Basis fast jeder Mahlzeit, dazu kommt häufig Fisch, meist aus dem Mekong oder dem Tonle-Sap-See, dem größten Süßwassersee Südostasiens.
Gewürzt wird viel mit einer Paste namens Kroeung, die aus Zitronengras, Galgant, Kurkuma, Knoblauch, Schalotten und Kaffirlimettenblättern besteht und die Grundlage für viele Currys und Marinaden bildet. Dazu kommt Prahok, eine fermentierte Fischpaste mit einem sehr intensiven Geruch, die in kleinen Mengen praktisch überall mitwürzt, von Suppen bis zu Dips. Verglichen mit der thailändischen oder laotischen Küche gilt kambodschanisches Essen generell als milder und weniger scharf – was zumindest zu unserer eigenen Erfahrung mit den Currys passt.
Historisch hat die Küche Einflüsse aus China, Vietnam und Thailand aufgenommen, dazu kommt ein französischer Einschlag aus der Kolonialzeit, den man vor allem am Kaffee und an frischem Baguette merkt, das in Kambodscha erstaunlich verbreitet ist. Feste Essenszeiten wie in Deutschland gibt es kaum, gegessen wird über den Tag verteilt, oft in kleinen Portionen, und gerade morgens ist warmes Essen genauso normal wie bei uns ein belegtes Brot.
Die typischen Gerichte Kambodschas
🍛 Khmer Curry
Khmer Curry war für uns das Gericht der Reise. Es gibt es in verschiedenen Varianten, meist mit Kokosmilch, Kroeung-Paste und viel Gemüse – Kürbis, Bohnen, Karotten, dazu wahlweise Rind, Huhn oder Tofu. Die Currysauce ist mild, leicht süßlich, nie so scharf, wie man es aus Thailand kennt.
Wir haben es in Siem Reap zum ersten Mal probiert und danach eigentlich in jeder Stadt wieder bestellt, auch auf Koh Rong, wo Seafood sonst das große Thema ist. Für rund 6 Dollar bekommt man eine Schüssel, die locker für zwei Personen reicht, dazu Reis ohne Ende. Ehrlich gesagt haben wir während der ganzen Reise kaum ein anderes Hauptgericht bestellt – nicht, weil uns nichts anderes interessiert hätte, sondern weil uns dieses eine so überzeugt hat, dass wir gar nicht wechseln wollten.
Weitere Klassiker der Khmer-Küche
Neben Curry gibt es in Kambodscha natürlich noch eine ganze Reihe anderer Gerichte, die auf jeder Speisekarte auftauchen – die wir selbst aber nicht probiert haben, weshalb wir sie hier nur kurz einordnen, statt sie ausführlich zu bewerten.
- Amok gilt als das Nationalgericht des Landes: ein in Bananenblatt gedämpftes Curry, meist mit Fisch, gewürzt mit Kroeung-Paste und Kokosmilch, oft mit einer feinen Note von Noni-Blättern.
- Lok Lak besteht aus angebratenen Rindfleischwürfeln mit einer Sauce aus Sojasauce und Austernsauce, dazu wird meist ein Dip aus Limette, Salz und Pfeffer gereicht.
- Zum Frühstück isst man in Kambodscha gerne Nom Banh Chok, Reisnudeln mit einer milden Kokos-Currysauce, oder Bai Sach Chrouk, gegrilltes Schweinefleisch mit Reis und eingelegtem Gemüse.
- Wer es lieber suppig mag, findet in Khuy Teav eine Nudelsuppe mit Schweinebrühe, die insgesamt etwas milder daherkommt als die bekanntere vietnamesische Pho.
Ob dir diese Gerichte genauso gut schmecken wie uns das Curry, können wir dir nicht sagen – aber sie gehören zur kulinarischen Bandbreite des Landes dazu und sind einen Versuch wert, wenn du offener an die Sache herangehst als wir bei dieser Reise.

Typische Getränke Kambodschas
🥥 Kokoswasser
Kokoswasser war für uns das Getränk, das am besten zur Hitze gepasst hat. Fast überall bekommt man frische Kokosnüsse, die vor Ort mit der Machete geöffnet und mit einem Strohhalm serviert werden. Leicht süßlich, erfrischend, und man kann danach sogar noch das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauskratzen. Besonders auf Koh Rong, wo es tagsüber schnell drückend heiß wurde, haben wir mehrmals am Tag danach gegriffen.
🍹 Frische Fruchtsäfte
An Straßenständen und in kleinen Cafés werden überall frisch gepresste Säfte angeboten, oft aus Mango, Ananas oder Wassermelone, teilweise auch als Mix mehrerer Früchte. Die Qualität war bei uns durchgehend gut, meist ohne Zuckerzusatz, was wir angenehm fanden, wenn man es aus anderen Ländern eher süß gewöhnt ist. Für uns eines der unkompliziertesten Dinge, die man in Kambodscha trinken kann.
🧊 Eistee
Eistee war unser Begleiter zu fast jeder Mahlzeit, meist schwarzer Tee mit Eiswürfeln, teilweise leicht gesüßt, teilweise pur. In Restaurants wird er oft automatisch zum Essen dazugestellt, ohne dass man extra danach fragen muss. Nichts Aufregendes, aber genau das Richtige, wenn Curry und Hitze zusammenkommen.
💧 Wasser
Klingt banal, war aber bei den Temperaturen in Kambodscha schlicht das wichtigste Getränk überhaupt. Abgefülltes Wasser ist überall günstig erhältlich, an praktisch jeder Ecke, in jedem Minimarkt und an jedem Straßenstand.
Kaffee und das lokale Angkor Bier gehören ebenfalls zu den Getränken, die man in Kambodscha überall findet – der Kaffee meist stark gebrüht und mit gesüßter Kondensmilch serviert, ein Erbe der französischen Kolonialzeit. Beides haben wir selbst nicht genug getrunken, um dir eine eigene Einschätzung dazu zu geben, wollten es der Vollständigkeit halber aber trotzdem erwähnen.
Restauranttipps
Konkrete Restaurants können wir dir für Kambodscha leider nicht empfehlen – wir sind eher unspezifisch dort gelandet, wo wir gerade Hunger hatten, statt uns vorher Listen mit Adressen zusammenzustellen. Ein paar generelle Dinge sind uns trotzdem aufgefallen: Bezahlt wird in touristischen Restaurants meist problemlos mit Karte, an kleineren Ständen und auf Märkten dagegen fast ausschließlich mit Bargeld, entweder in US-Dollar oder in Riel. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, wird aber gern gesehen – wir haben meist einfach aufgerundet. Reservierungen waren bei uns außerhalb gehobener Restaurants nie nötig.
Kulinarische Erlebnisse
Organisierte kulinarische Aktivitäten wie eine Streetfood-Tour oder einen Kochkurs haben wir uns dieses Mal nicht gegönnt – nach Thailand hatten wir kulinarisch schlicht etwas den Fokus verloren und sind es ruhiger angegangen. Wer mehr daraus machen möchte, findet in Siem Reap zum Beispiel rund um die bekannte Pub Street einen belebten Nachtmarkt mit einer großen Auswahl an Ständen, an denen wir selbst zwar vorbeigelaufen, aber nicht wirklich hängengeblieben sind. Für alle, die mehr Zeit oder Neugier mitbringen als wir bei dieser Reise, ist das vermutlich ein guter Ort für einen eigenen Streetfood-Abend.
Praktische Tipps für Essen in Kambodscha
- Währung: In Kambodscha wird fast überall in US-Dollar gerechnet, auch wenn Riel offiziell die Landeswährung ist. Kleinere Beträge und Wechselgeld bekommst du oft in Riel, größere Summen in Dollar. Beides zusammen zu nutzen ist völlig normal.
- Trinkgeld: Ein Trinkgeld von etwa 5 bis 10 Prozent ist in Restaurants üblich, aber nicht verpflichtend. An Streetfood-Ständen wird in der Regel kein Trinkgeld erwartet, aufrunden kommt aber gut an.
- Leitungswasser: Von Leitungswasser raten wir ab. Abgefülltes Wasser ist überall günstig zu haben, Eis in Getränken war bei uns während der gesamten Reise nie ein Problem.
- Allergien: Fischsauce und Prahok stecken in vielen Gerichten, auch dort, wo man es nicht sofort vermutet. Wer eine Fisch- oder Meeresfrüchte-Allergie hat, sollte in Restaurants gezielt nachfragen, an einfachen Straßenständen ist das ohne Khmer-Kenntnisse nicht immer leicht.
- Vegetarisch/Vegan: Rein pflanzliche Currys mit Tofu statt Fleisch sind in touristischen Restaurants meist problemlos zu bekommen. Schwieriger wird es bei Brühen und Saucen, die oft mit Fischsauce oder Prahok angesetzt werden, auch wenn das Gericht auf den ersten Blick vegetarisch wirkt – hier hilft nur Nachfragen.
- Essenszeiten: Feste Essenszeiten wie in Deutschland gibt es kaum, gegessen wird über den Tag verteilt. Frühstück ist oft herzhaft und warm statt süß.
- Reservierungen: Außerhalb gehobener Restaurants in größeren Städten sind Reservierungen normalerweise nicht nötig.
- Kartenzahlung: In touristischen Restaurants und größeren Läden funktioniert Kartenzahlung meist gut, an Streetfood-Ständen und auf Märkten wird praktisch nur bar bezahlt.
- Hygiene bei Streetfood: Wir selbst waren in Kambodscha weniger an Streetfood-Ständen unterwegs als in anderen Ländern der Region, können dir dazu also nur wenig aus eigener Erfahrung berichten. Generell gilt aber auch hier: Stände mit hohem Durchlauf und viel einheimischer Kundschaft sind meist die sicherere Wahl.
FAQ – Typische Fragen zum Essen in Kambodscha
Was solltet ihr in Kambodscha unbedingt probieren?
Aus eigener Erfahrung können wir dir Khmer Curry ans Herz legen – mild gewürzt, mit viel Gemüse und für uns das Gericht, das wir während der ganzen Reise am meisten gegessen haben. Wenn du breiter unterwegs sein willst als wir, lohnt sich auch ein Blick auf Amok, das Nationalgericht des Landes, oder Lok Lak, gebratene Rindfleischwürfel mit Limetten-Dip. Beide haben wir selbst nicht probiert, tauchen aber auf so gut wie jeder Speisekarte auf und gelten unter Reisenden und Einheimischen gleichermaßen als Klassiker.
Ist Essen in Kambodscha teuer?
Nach unserer Erfahrung liegt Kambodscha preislich im soliden Mittelfeld für Südostasien. Ein Khmer Curry, das für zwei Personen reicht, hat uns rund 6 US-Dollar gekostet, inklusive Reis. Mittags mit einem Snack sind wir zusammen auf etwa 10 Euro gekommen, abends im Restaurant auf rund 15 Euro für uns beide. Frühstück war bei uns im Hotelpreis enthalten, weshalb wir dazu keine eigenen Zahlen nennen können. Insgesamt kein Billigland wie manch andere Destination in der Region, aber auch nicht teuer.
Kann man Streetfood in Kambodscha bedenkenlos essen?
Wir waren bei dieser Reise selbst wenig an Streetfood-Ständen unterwegs, weshalb wir dir hier keine tiefe eigene Erfahrung mitgeben können. Generell gilt in der Region: Stände mit hohem Kundenaufkommen, an denen frisch nachgekocht wird, sind meist eine sichere Wahl. Wer unsicher ist, kann sich an gut besuchten Ständen orientieren statt an leeren.
Gibt es in Kambodscha vegetarische Gerichte?
Ja, durchaus, auch wenn Fisch- und Fleischbrühen in vielen traditionellen Gerichten stecken. Currys lassen sich in touristischen Restaurants meist problemlos mit Tofu statt Fleisch bestellen, wie wir es teilweise selbst erlebt haben. Achtung ist bei Saucen geboten, die mit Prahok oder Fischsauce angesetzt sind, auch wenn das fertige Gericht rein pflanzlich aussieht. Am besten fragst du im Restaurant gezielt nach, ob Fischsauce oder Prahok verwendet wurde.
Wie viel Trinkgeld ist in Kambodscha üblich?
In Restaurants sind etwa 5 bis 10 Prozent auf der Rechnung üblich, allerdings nicht verpflichtend. Wir haben es meist so gehandhabt, dass wir einfach aufgerundet haben. An Streetfood-Ständen und auf Märkten wird generell kein Trinkgeld erwartet.
Kann man in Kambodscha Leitungswasser trinken?
Wir würden davon abraten und haben während der gesamten Reise ausschließlich abgefülltes Wasser getrunken, das überall günstig erhältlich ist. Eis in Getränken war für uns dagegen nie ein Problem, weder in Restaurants noch bei Straßenständen.
Mit welcher Währung bezahlt man in Kambodscha?
Offiziell ist Riel die Landeswährung, im Alltag wird aber fast überall in US-Dollar gerechnet, auch auf Speisekarten. Wechselgeld unter einem Dollar bekommst du meist in Riel zurück. Für uns war das anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, im Alltag hat sich das Nebeneinander der beiden Währungen aber schnell eingespielt.

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