Phnom Penh Kambodscha
Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Reisetipps
Nachdem wir in Angkor Wat bereits tief in die Blütezeit des Khmer-Reiches eingetaucht waren, war Phnom Penh für uns der Ort, um das ganze Bild zu vervollständigen. Kambodschas Hauptstadt zeigt beides nebeneinander: die jüngere, oft schmerzhafte Geschichte des Landes und ein Stadtleben, das sich gerade mit bemerkenswertem Tempo neu erfindet. Beides gehört zusammen, und beides bekommst du hier in diesem Guide.

Phnom Penh auf einen Blick
📍 Region: Hauptstadt Kambodschas, am Zusammenfluss von Mekong, Tonle Sap und Bassac
🏛️ Perfekt für: Geschichtsinteressierte, Kulturreisende, alle, die nach Angkor Wat tiefer in die Geschichte Kambodschas eintauchen wollen
⏳ Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2–3 Tage
🚗 Fortbewegung/Anreise: Ab Siem Reap oder Sihanoukville per Bus oder Flug, in der Stadt zu Fuß, mit TukTuk oder Grab
💰 Preisniveau: Günstig bis mittel
☀️ Beste Reisezeit: Trockenzeit von November bis März, dann ist es zwar voller, aber deutlich erträglicher als in der Hitze der Zwischenmonate
1. Was ist Phnom Penh?
Phnom Penh liegt im Süden Kambodschas, dort wo Mekong, Tonle Sap und Bassac zusammenfließen. Mit rund 2,3 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt und zugleich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Historische Stätten wie der Königspalast oder Wat Phnom stehen hier direkt neben modernen Einkaufszentren und einer wachsenden Restaurantszene – eine Mischung, die viel darüber erzählt, wie schnell sich Kambodscha gerade verändert.

Anzeige*
2. Die Geschichte von Phnom Penh
Gegründet wurde Phnom Penh im 15. Jahrhundert unter König Ponhea Yat, als bedeutendes Zentrum des Khmer-Reiches. Im 19. Jahrhundert prägte die französische Kolonialherrschaft die Stadt architektonisch stark um, und ab 1863 wurde Kambodscha französisches Protektorat – nach fünf Jahrhunderten fast durchgehender militärischer Konflikte mit Siam, Champa und Vietnam brachte das dem Land für eine Weile relative Stabilität.
Die einschneidendste Zeit der jüngeren Geschichte begann 1975, als die Roten Khmer unter Pol Pot die Macht übernahmen. Die Bewegung war aus der kommunistischen Partei Kambodschas hervorgegangen und wollte eine radikale Form des Agrarkommunismus durchsetzen: Städte wurden komplett geräumt, die Bevölkerung in Gewaltmärschen aufs Land getrieben, Geld abgeschafft, Religion verboten. Bildung galt als Bedrohung – oft reichte es bereits, lesen und schreiben zu können, um als Feind der Revolution zu gelten. Auf dem Land mussten die Menschen unter extremen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, ohne Maschinen, mit Arbeitstagen von zehn Stunden und mehr, was in der Folge zu Hungersnöten führte.
Bis zum Ende der Schreckensherrschaft 1979 kamen schätzungsweise zwei Millionen Menschen ums Leben, etwa ein Viertel der damaligen Bevölkerung. Beendet wurde das Regime durch den Einmarsch vietnamesischer Truppen, nachdem die Roten Khmer wiederholt Dörfer im Grenzgebiet zu Vietnam angegriffen hatten. Es folgte ein fast zwei Jahrzehnte andauernder Bürgerkrieg, dessen Nachwirkungen das Land bis heute prägen.
Aus heutiger Sicht bleibt schwer zu begreifen, dass diese Ideologie von Menschen entworfen wurde, die zum Teil selbst im Ausland studiert hatten. Wie viele Reisende ist die Auseinandersetzung mit dieser Zeit auch für uns einer der Gründe gewesen, warum uns Phnom Penh so nachhaltig beschäftigt hat.
Heute ist die Stadt trotz dieser Vergangenheit spürbar auf dem Sprung: Phnom Penh zählt zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsräumen Asiens, mit einer Modernisierung, die sich fast im Monatstakt bemerkbar macht.

3. Dein 2-Tage-Guide für Phnom Penh
Mit 2 bis 3 vollen Tagen siehst du die wichtigsten Seiten der Stadt. Rechne dabei mit der Hitze: Bei Temperaturen nahe 40 Grad ist es normal, wenn du weniger schaffst als geplant und zwischendurch eine Pause bei einem kalten Eistee einlegst – das gehört in Phnom Penh einfach dazu.
Tag 1 – Geschichte am Vormittag, Fluss am Abend
Das Nationalmuseum von Kambodscha
Ein kunsthistorisches Museum mit einer beeindruckenden Sammlung antiker Skulpturen, Keramik und Textilien aus der Khmer-Zeit. Wenn du zuvor in Angkor warst, bekommst du hier noch einmal einen guten Eindruck davon, wie prachtvoll die Tempelanlagen einst ausgesehen haben müssen – die Geschichte des Khmer-Reiches selbst vermittelt das Museum allerdings eher am Rande, dafür lohnt sich der vorherige Blick in unseren Angkor-Guide.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich 8:00–11:30 Uhr und 13:30–17:00 Uhr
- 💰 Eintritt: 10 US-Dollar



Die Riverfront
Am späten Nachmittag, wenn die Hitze etwas nachlässt, lohnt sich ein Spaziergang entlang der Flusspromenade. Kambodschanisches Leben spielt sich draußen ab, und genau das erlebst du hier: Märkte, Straßenlokale, Musik, Bootsfahrten und jede Menge Menschen, die den Abend am Wasser verbringen. Eine der schönsten Gelegenheiten, die Stadt einfach auf dich wirken zu lassen.


Der Nightmarket
Wenige Straßen vom Königspalast entfernt, am Ende der Flusspromenade. Im vorderen Bereich gibt es vor allem Textilien und Haushaltswaren, im hinteren Teil einen großen Food Market mit kambodschanischen Spezialitäten. Gegessen wird auf Teppichen in der Mitte der Stände – unkompliziert und richtig authentisch.
- 🕐 Öffnungszeiten: 17:00–23:00 Uhr


Bassac Street – Essen bei Mama Wong’s
Die Bassac Street ist eine kleine Nebenstraße mit Restaurants und Bars, die zum Abend hin richtig belebt wird. Unsere klare Empfehlung dort ist das Mama Wong’s Dumpling and Noodle House: Der Name ist Programm, das Essen ein Gedicht, und bei der Fülle an Gerichten fällt die Auswahl schwer – bei uns endete es damit, dass wir uns kaum noch bewegen konnten, so gut und viel haben wir gegessen.
- 📍 Adresse: Street 308, Sangkat Chaktomok, 12302 Phnom Penh
- 🕐 Öffnungszeiten: Montag 11:00–23:00 Uhr, Dienstag bis Sonntag 11:00–3:30 Uhr (nachts)
- 💰 Preise: Etwa 15 US-Dollar für 4 Gerichte und 2 Getränke



Tag 2 – Königspalast, Tuol Sleng und Choeung Ek
Der Königspalast und die Silberpagode
Der Königspalast ist die offizielle Residenz des Königs von Kambodscha und die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt – mitten im Zentrum, direkt am Fluss gelegen. Die heutige Anlage stammt aus den Jahren 1863 bis 1866, kurz nachdem Kambodscha unter französischen Schutz gestellt wurde. Viele der Gebäude, die du heute siehst, sind allerdings deutlich jünger: Jeder König veränderte den Palast ein Stück, und die späteren Kriege im Land führten wiederholt zu Zerstörungen und Wiederaufbauten.
Die privaten Räume der Königsfamilie sind nicht zugänglich, wohl aber der Thronsaal und die Silberpagode (offiziell Wat Preah Keo Morokat), Teil derselben Anlage. Dort erwartet dich eine beeindruckende Sammlung von Buddha-Statuen, darunter eine lebensgroße Gold-Buddha-Statue, besetzt mit Diamanten. Der Thronsaal selbst mit seinen Verzierungen aus Gold, Edelsteinen und Smaragd gehört für uns zu den eindrucksvollsten Innenräumen, die wir in Kambodscha gesehen haben.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich 8:00–11:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr, Ausnahmen an Tagen mit offiziellen Anlässen
- 💰 Eintritt: 10 US-Dollar inklusive Audioguide (für Palast und Silberpagode zusammen)


Anzeige*
Die schönsten Unterkünfte in Kambodscha
Blossoming Romduol Boutique* in Siem Reap
Monsoon Bassac Hotel* in Phnom Penh
Long Beach Resort Koh Rong* auf Koh Rong
Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum (S-21)
Die ehemalige Schule wurde 1975 zum Sicherheitsgefängnis 21 umgebaut, in dem die Roten Khmer tausende Menschen inhaftierten, folterten und schließlich hinrichteten. Nur eine Handvoll Gefangener überlebte. Heute ist der Ort ein Museum, das die Geschichte mit Fotografien direkt an den originalen Schauplätzen zeigt.
Nimm dir hier unbedingt den Audioguide, den es auch auf Deutsch gibt – ohne Einordnung wirkt das Gelände sonst nur wie eine leere gruselige Schule. Wir haben rund zwei Stunden mit dem Audioguide auf dem Gelände verbracht, und was wir dort gesehen und gehört haben, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ein Besuch des Tuol-Sleng-Museums gehört für uns trotzdem – oder gerade deshalb – zu den wichtigsten Programmpunkten in Phnom Penh, wenn du verstehen willst, was dieses Land durchgemacht hat.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich 8:00–17:00 Uhr
- 💰 Eintritt: Rund 5 US-Dollar, teils mit Aufpreis für den Audioguide



Der Genozid-Friedhof Choeung Ek
Choeung Ek ist eines der bekanntesten „Killing Fields“, an denen die Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 schätzungsweise 17.000 Menschen ermordeten. Inzwischen sind rund 190 solcher Stätten im ganzen Land bekannt. Choeung Ek liegt etwa 17 Kilometer südlich der Stadt und lässt sich gut mit dem Besuch von Tuol Sleng am selben Tag kombinieren, meist über eine kurze TukTuk-Fahrt im Anschluss.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich 7:30–17:30 Uhr
- 💰 Eintritt: 6 US-Dollar inklusive Audioguide
Weitere Sehenswürdigkeiten, wenn du mehr Zeit hast
Wat Phnom
Der buddhistische Tempel auf einem kleinen Hügel gab der Stadt ihren Namen und ist bis heute ein wichtiger spirituelle Ort für Einheimische. Von oben hast du einen schönen Blick über die Stadt.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich 7:00–18:00 Uhr
- 💰 Eintritt: 1 US-Dollar
Der Russische Markt (Tuol Tompoung)
Einer der lebhaftesten Märkte der Stadt, bekannt für lokale Produkte, Kleidung, Schmuck und Kunsthandwerk zu Preisen, die sich noch verhandeln lassen.
- 🕐 Öffnungszeiten: Täglich, ungefähr 6:00–16:30 Uhr – einzelne Stände weichen davon ab, am besten unter der Woche vormittags besuchen
- 💰 Eintritt: Kostenlos
Anzeige*
4. Hotels in Phnom Penh
- Raffles Hotel Le Royal – Historisches Luxushotel aus der Kolonialzeit im Herzen der Stadt, mit elegantem Art-déco-Charme und großem Pool. Zum Hotel*
- Rosewood Phnom Penh – Modernes Fünf-Sterne-Hotel in den oberen Etagen eines der höchsten Gebäude der Stadt, mit Panoramablick über Fluss und Skyline. Zum Hotel*
- Patio Urban Resort – Ruhige Boutique-Unterkunft mit Pool und Garten, etwas außerhalb des touristischen Trubels, aber gut an die Innenstadt angebunden. Zum Hotel*
- Onederz Phnom Penh – Beliebtes Hostel für Backpacker mit Dachterrasse, Pool und Dorm- sowie Privatzimmern, zentral in Bahnhofsnähe. Zum Hotel*


Anzeige*
Stefan Loose Reiseführer Kambodscha
Der Reiseführer, der alles hat. Hier liest du über das Land selbst, die schönsten Sehenswürdigkeiten und bekommst allerhand Tipps zu Unterkünften und Restaurants. Der Allrounder sozusagen. Im Moment der Einzige aktuelle ausführliche Reiseführer auf dem Markt.
Geschichte Kambodschas: Von Angkor bis zur Gegenwart
Kambodscha ist durch die grandiosen Tempel aus der Angkor-Zeit bekannt, aber auch als Ort des Völkermords der Roten Khmer. Die Geschichte Kambodschas ist spannend, traurig und teilweise unbegreiflich. Jeder der nach Kambodscha reist, sollte sich auch damit auseinandersetzen.
Gebrauchsanweisung für Vietnam, Laos und Kambodscha
Der Autor erzählt, in diesem Buch mit einer großen Portion Humor wie das Länder Vietnam, Kambodscha und Laos so ticken.
Reise Know-How CityTrip Angkor und Siem Reap
Dieser aktuelle Stadtführer ist der ideale Begleiter, um die Tempelanlagen des Angkor-Reichs und die Provinzhauptstadt Siem Reap selbstständig zu entdecken.
FAQ: Häufige Fragen zu Phnom Penh
Wie viele Tage sollte man für Phnom Penh einplanen?
2 bis 3 volle Tage reichen für Königspalast, Nationalmuseum, Tuol Sleng und Choeung Ek sowie einen Abend an der Riverfront. Rechne bei großer Hitze mit mehr Pausen und entsprechend etwas weniger Programm.
Was sollte man in Phnom Penh unbedingt sehen?
Der Königspalast mit der Silberpagode und das Tuol-Sleng-Genozid-Museum gehören zu den prägendsten Orten der Stadt – der eine zeigt die königliche Geschichte, der andere die jüngere, dunkle Vergangenheit Kambodschas.
Ist ein Besuch des Tuol-Sleng-Museums für jeden geeignet?
Die Inhalte sind bedrückend und nichts für sehr sensible Gemüter oder Kinder. Für ein Verständnis der jüngeren Geschichte Kambodschas ist der Besuch aus unserer Sicht aber sehr lohnenswert, am besten mit dem Audioguide.
Wie kommt man von Tuol Sleng zu den Killing Fields in Choeung Ek?
Am einfachsten mit einem TukTuk, das dich für die rund 17 Kilometer aus der Stadt fährt und meist auch wartet oder dich später wieder abholt.
Was kostet der Eintritt zum Königspalast in Phnom Penh?
Aktuell 10 US-Dollar inklusive Audioguide für Königspalast und Silberpagode zusammen. Beachte die Mittagsschließung zwischen 11 und 14 Uhr.
Wo isst man in Phnom Penh besonders gut?
Unsere klare Empfehlung ist das Mama Wong’s Dumpling and Noodle House in der Bassac Street – Dumplings und Nudelgerichte, bei denen die Auswahl schwerfällt.
☕ Hat dir dieser Artikel geholfen?
Wir hoffen, dass dir unsere Tipps bei deiner Reiseplanung weiterhelfen.
Alle Inhalte auf In X Tagen um die Welt entstehen aus unseren eigenen Reisen und unserer persönlichen Erfahrung. Wir investieren viel Zeit in Recherche, Fotografie, Videos und das Schreiben unserer Reiseberichte – damit du kostenlos von unseren Erfahrungen profitieren kannst.
Wenn dir unsere Arbeit gefällt und du unseren Reiseblog unterstützen möchtest, freuen wir uns über einen virtuellen Kaffee. 💚
Jeder Beitrag hilft uns dabei, auch in Zukunft unabhängige Reiseberichte, praktische Tipps und neue Reiseziele mit dir zu teilen.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
Nico & Katja

