Essen & Trinken in Hongkong
Unsere Erfahrungen mit der Landesküche
„Typische Speisen & Getränke, die ihr in Hongkong findet.“
Wie schmeckt das Essen in Hongkong?
Vier Tage Hongkong, Mitte Mai 2025 – der Schlusspunkt einer Reise durch Südwestchina, die uns von Chengdu über Chongqing, Zhangjiajie, Fenghuang, Guilin und Yangshuo schließlich mit dem Zug direkt aus Guilin nach Hongkong gebracht hat. Wer unseren Artikel über Essen & Trinken in China gelesen hat, kennt schon die kurze Randnotiz darin: Kulinarisch war Hongkong bei uns die Ausnahme von allem, was wir sonst auf dieser Reise erlebt haben.
Die Wahrheit ist sogar noch nüchterner, als diese Randnotiz vermuten lässt. Wir haben in vier Tagen Hongkong kein einziges Mal Dim Sum bestellt, keine Wonton-Nudelsuppe gelöffelt und auch keinen Cha Chaan Teng von innen gesehen.
Das lag weniger an mangelndem Interesse als an der Taktung unserer vier Tage. Wir hatten uns ein straffes Sightseeing-Programm vorgenommen – die Ngong Ping 360 Seilbahn zum Big Buddha auf Lantau, die Peak Tram hinauf zur Sky Terrace, die Star Ferry über den Victoria Harbour, eine Fahrt mit der historischen Ding-Ding-Tram und eine Fähre nach Lamma Island bis Sok Kwu Wan. Zwischen zwei Attraktionen blieb kaum Zeit für ein geplantes Essen, und am Ende eines Sightseeing-Tages waren wir eher froh über etwas Schnelles und Verlässliches als über ein weiteres kulinarisches Abenteuer nach dreieinhalb Wochen intensivem chinesischem Essen.
Überrascht hat uns in Hongkong trotzdem etwas – nur eben nicht beim Essen selbst, sondern beim Preis. Nach Wochen, in denen wir in Chengdu und Chongqing für ein gutes Gericht selten mehr als fünf oder sechs Euro bezahlt haben, war der Sprung nach Hongkong deutlich spürbar. Bei unseren Fast-Food-Mahlzeiten: Ein Subway-Menü lag bei umgerechnet 13 bis 16 Euro, ein Shake-Shack-Menü bei etwa 21 Euro. Nicht günstig, aber auch kein Schock.
Regionale Unterschiede innerhalb Hongkongs können wir dir aus eigener Erfahrung nicht mitgeben, dafür war unser Aufenthalt zu kurz und zu sehr auf die klassischen Sehenswürdigkeiten fokussiert. Was wir dir aber mitgeben können, ist eine ehrliche Einordnung: Wenn du wie wir zwischen Big Buddha, Peak und Star Ferry hin- und herhetzt, wirst du dieselbe Versuchung spüren, einfach die nächstbeste schnelle Option zu nehmen. Genau deshalb haben wir für diesen Artikel recherchiert, was du stattdessen probieren solltest – die Gerichte und Getränke, die Hongkong kulinarisch tatsächlich ausmachen, auch wenn wir selbst daran vorbeigelaufen sind.

Die Küche Hongkongs auf einen Blick
Die kantonesische Küche, aus der Hongkong hervorgegangen ist, setzt traditionell auf Frische statt auf starke Würzung – Ingwer, Frühlingszwiebeln, Sojasauce und etwas Sesamöl reichen oft aus, um Fisch, Meeresfrüchte oder Gemüse in Form zu bringen, ohne den Eigengeschmack zu übertünchen. Gedämpft, kurz scharf angebraten oder auf offener Flamme geröstet – diese drei Techniken prägen einen Großteil dessen, was in Hongkong auf den Tisch kommt.
Dazu kommt eine zweite Zutat, die weniger mit Gewürzen zu tun hat als mit Geschichte: die Zeit als britische Kronkolonie. Aus dem Zusammenprall von kantonesischer Küche und britischem Einfluss ist die sogenannte „Soy Sauce Western Food“ entstanden, eine eigenständige Cantonese-Western-Fusionsküche, die man in Hongkong fast ausschließlich in sogenannten Cha Chaan Tengs findet – den überall präsenten Schnellrestaurants mit Elementen eines amerikanischen Diners. Wer verstehen will, wie in Hongkong tatsächlich gegessen wird, kommt an diesen Lokalen kaum vorbei.
Beim Essrhythmus unterscheidet sich Hongkong deutlich von deutschen Essenszeiten: Dim Sum, die kleinen gedämpften oder frittierten Häppchen, gehören traditionell zum sogenannten Yum Cha, einem verlängerten Frühstück oder Brunch, der sich bis in den frühen Nachmittag ziehen kann. Siu Mei, die auf offener Flamme gerösteten Fleischsorten, gibt es dagegen praktisch rund um die Uhr, meist einfach auf Reis serviert. Cha Chaan Tengs schließlich bedienen jede Tageszeit und legen besonderen Wert auf Tempo – ein typischer Restaurantbesuch dort dauert selten länger als 15 bis 20 Minuten.
Regionale Unterschiede innerhalb Hongkongs, wie du sie aus großen Flächenländern kennst, gibt es angesichts der Größe des Territoriums kaum. Der eigentliche kulinarische Bruch verläuft eher zwischen traditioneller kantonesischer Küche auf der einen und der britisch geprägten Fusionsküche der Cha Chaan Tengs auf der anderen Seite – zwei Welten, die in Hongkong ganz selbstverständlich nebeneinander existieren.

Die typischen Gerichte in Hongkong
Was wir tatsächlich gegessen haben
Bevor es zu den Klassikern geht, die du in Hongkong probieren solltest: Ehrlichkeit gehört für uns zu einem Artikel wie diesem dazu, und deshalb bekommst du hier erst die Liste dessen, was wir selbst gegessen haben. Zweimal Subway, beide Male in unserem Viertel Jordan* – einmal für umgerechnet knapp 13 Euro, einmal für gut 16 Euro. Zweimal Shake Shack, einmal ein komplettes Menü für rund 21 Euro, einmal nur eine Portion Pommes nachbestellt für gut 3 Euro. Dazu ein Frühstück im Hotel und mehrere Stopps bei 7-Eleven, unter anderem direkt oben auf dem Peak, wo wir uns zwischen Sky Terrace und Rückweg mit Getränken versorgt haben. An einem Abend in Tsim Sha Tsui haben wir außerdem komplett auf ein Restaurant verzichtet und stattdessen im Supermarkt Zutaten für ein improvisiertes Abendessen plus Snacks für den nächsten Tag gekauft, für zusammen keine 20 Euro.
Wir könnten das jetzt schönreden und behaupten, das sei eine bewusste Entscheidung für authentische Alltagskost gewesen. War es aber nicht – wir waren einfach zu sehr im Sightseeing-Modus, um uns gezielt auf die Suche nach gutem kantonesischem Essen zu machen. Wenn du mehr Zeit mitbringst oder Essen von Anfang an höher priorisierst, bringen dir die folgenden Gerichte deutlich mehr als unsere eigene Bilanz.
🥟 Dim Sum: Har Gow, Siu Mai, Cheung Fun & Co.
Dim Sum ist in Hongkong weniger ein einzelnes Gericht als eine ganze Institution: kleine, meist gedämpfte oder frittierte Häppchen, die traditionell zum Yum Cha gehören, einem ausgedehnten Frühstück oder Brunch mit viel Tee und noch mehr kleinen Schälchen auf dem Tisch. Har Gow, hauchdünn eingewickelte Garnelenknödel aus Weizenstärke und Tapiokamehl, gelten dabei fast als Gütesiegel – durch die fast durchsichtige Hülle sollte die rosa Garnele deutlich zu erkennen sein. Siu Mai sind offene Klößchen aus Schweinehack, Garnelen und Wasserkastanien, oben oft mit einem Klecks Fischrogen garniert. Cheung Fun wiederum sind hauchdünne, gedämpfte Reisnudelrollen mit einer Füllung aus Garnelen, Rind oder Char Siu, serviert mit süßlicher Sojasauce. Und für alle mit Appetit auf Süßes gibt es Dan Tat, die Eiertörtchen mit Blätterteighülle und wackeligem Vanillepudding, eines der beliebtesten Dim-Sum-Desserts überhaupt.
Für uns bleibt das ein klarer Punkt auf der Liste für einen zukünftigen Hongkong-Besuch: An einem der zahlreichen Yum-Cha-Restaurants morgens vorbeizuschauen und sich durch mehrere kleine Bestellungen zu probieren, statt wie bei uns direkt zum nächsten Sightseeing-Punkt weiterzuziehen.
🍜 Wonton-Nudelsuppe
Wonton Mian gilt in Hongkong als einer der großen Klassiker unter den Nudelsuppen: hauchdünne Eiernudeln, die nur wenige Sekunden blanchiert werden, dazu Wontons meist aus einer Mischung von etwa 70 Prozent Garnele und 30 Prozent Schweinehack, serviert in einer klaren, hellbraunen Brühe, die traditionell mit getrocknetem Flunder angesetzt wird. Entscheidend für die Hongkonger Variante ist die Bauweise der Schüssel: Die Wontons liegen unter den Nudeln, nicht darüber, damit die Nudeln nicht in der Brühe aufweichen, bevor serviert wird.
Klingt nach einem einfachen Gericht, ist in Hongkong aber ein Feld mit eigenen Legenden – bestimmte Nudelläden werden seit Jahrzehnten für ihre Wonton-Nudelsuppe gefeiert, und Einheimische diskutieren ernsthaft darüber, wo die beste Version der Stadt serviert wird. Für uns wäre das genau die Art Gericht gewesen, die sich zwischen zwei Sightseeing-Stationen eingeschoben hätte – stattdessen haben wir an genau diesen Tagen bei Subway gegessen.
🔥 Siu Mei: Char Siu, gebratene Gans und Ente
Siu Mei bezeichnet die auf offener Flamme oder am Spieß über Holzkohle gerösteten Fleischsorten, die in Hongkong an jeder zweiten Ecke von der Decke hängen – am bekanntesten Char Siu, das süß-klebrig glasierte Schweinefleisch, dazu gebratene Gans und Ente. Jede Sorte bekommt vor dem Rösten ihre eigene Marinade, serviert meist einfach auf weißem Reis oder Nudeln, oft ergänzt um etwas Blattgemüse.
Weil die Zubereitung spezielle Öfen und Spieße braucht, kocht in Hongkong kaum jemand sein eigenes Siu Mei zuhause – stattdessen gibt es spezialisierte Garküchen, oft direkt in den öffentlichen Markthallen, aus denen sich die ganze Nachbarschaft versorgt. Schätzungen zufolge isst ein durchschnittlicher Hongkonger etwa alle vier Tage eine Portion Siu Mei, eine Hausmannskost im wörtlichen Sinn, auch wenn zuhause dafür kein Ofen angeworfen wird. Von uns aus eigener Erfahrung auch hier: Fehlanzeige.
🍚 Congee
Congee, auf Kantonesisch Jook, ist ein sämiger Reisbrei, der stundenlang kocht, bis der Reis fast komplett zerfällt und eine cremige, fast puddingartige Konsistenz entsteht. Serviert wird er in vielen Varianten: schlicht mit gehackten Frühlingszwiebeln und etwas Öl, oder aufwendiger mit Fisch, Innereien oder dem berühmten Century Egg, dem in einer Salz-Kalk-Mischung fermentierten Ei mit dunkel-durchscheinendem Eiweiß.
In Cha Chaan Tengs und einfachen Frühstückslokalen gehört Congee zu den Standardoptionen fürs Frühstück, meist zusammen mit frittierten Teigstangen namens Youtiao zum Eintunken. Für uns wäre das die naheliegendste Alternative zu unserem Hotelfrühstück gewesen – haben wir aber, wie so vieles auf dieser Liste, schlicht nicht ausprobiert.
🧇 Eiwaffeln (Gai Daan Jai)
Gai Daan Jai, wörtlich „kleine Hühnereier“, sind das wohl bekannteste Streetfood-Dessert Hongkongs: ein süßer Teig aus Eiern, Zucker, Mehl und Kondensmilch, gebacken in einer speziellen Wabenform aus runden Vertiefungen, wodurch die charakteristische Kugelform entsteht – außen knusprig, innen fluffig wie ein kleiner Kuchen. Entstanden ist der Snack in den 1950er-Jahren an Straßenständen, einer Erklärung zufolge, weil Händler beschädigte, günstig eingekaufte Eier zu einem goldgelben Teig verarbeitet haben.
Heute gibt es Gai Daan Jai klassisch oder aufwendig mit Schokolade, Matcha oder als Eiswaffel-Sandwich für Social Media, die einfache Straßenstand-Version bleibt aber der Klassiker. Ein Snack, den wir bei unserem nächsten Hongkong-Besuch fest einplanen wollen, statt uns wie diesmal mit 7-Eleven-Chips zu begnügen.
Typische Getränke in Hongkong
🧋 Hongkong-Style Milk Tea & Yuenyeung
Hongkong-Style Milk Tea, auf Kantonesisch oft schlicht „Nai Cha“ genannt, gilt vielen Einheimischen als das eigentliche Nationalgetränk der Stadt – noch vor Tee im klassisch chinesischen Sinn. Entstanden ist er aus der britischen Tradition des Nachmittagstees, die während der Kolonialzeit an einfachen Garküchen in eine erschwingliche Alltagsversion übersetzt wurde: Statt frischer Milch kam preiswerte Kondensmilch zum Einsatz, meist der Marke Black & White.
Seinen Spitznamen „Strumpfhosen-Tee“ verdankt das Getränk der traditionellen Zubereitung: Der Tee wird durch einen feinen Stoffbeutel gegossen, der nach häufigem Gebrauch bräunlich verfärbt an eine Damenstrumpfhose erinnert – die Technik gilt seit 2017 offiziell als immaterielles Kulturerbe Hongkongs. Wer Milchtee und Kaffee kombiniert haben möchte, bestellt Yuenyeung, benannt nach dem chinesischen Mandarinenten-Paar, das für seine Unzertrennlichkeit steht – ein Getränk, das kräftiger schmeckt, als die Beschreibung vermuten lässt.
🍺 Bier
San Miguel ist in Hongkong das mit Abstand präsenteste Bier – die Marke unterhält seit Jahrzehnten eine eigene Brauerei in der Stadt und ist in praktisch jedem Supermarkt, jeder Bar und jedem Restaurant zu finden. Daneben hat sich in den letzten Jahren eine wachsende Craft-Beer-Szene etabliert, mit kleineren Brauereien, die eigene IPAs, Lagers und gelegentlich auch Biere mit lokalen Zutaten wie Litschi oder Jasmin anbieten.
Eine jahrhundertealte eigene Bierkultur wie in Deutschland oder Belgien hat Hongkong nicht – Bier ist hier eher ein Importphänomen aus der britischen Kolonialzeit als eine gewachsene Tradition. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch: Ein kühles Bier zum Essen, gerade zu Siu Mei oder schärferem Streetfood, gehört für viele Hongkonger einfach dazu.
🍷 Wein
Weniger bekannt, aber für Weinliebhaber durchaus relevant: Hongkong hat sich seit der Abschaffung der Weinsteuer 2008 zu einem der wichtigsten Handelsplätze für Wein in Asien entwickelt. Auktionshäuser, Weinmessen und ein spürbar gewachsenes gehobenes Gastronomieangebot haben die Stadt zu einem Umschlagplatz gemacht, über den ein erheblicher Teil des in Asien gehandelten Weins läuft.
Für Reisende bedeutet das vor allem: In gehobenen Restaurants und spezialisierten Weinbars findest du eine überraschend große Auswahl, die dem Preisniveau der Stadt entspricht – günstig ist das in aller Regel nicht.
🥤 Softdrinks & Convenience-Store-Getränke
Was Softdrinks angeht, können wir dagegen aus erster Hand berichten, weil genau das unser Getränke-Alltag in Hongkong war. Cola aus der 500-ml-Flasche für umgerechnet keine zwei Euro, dazu diverse Eistee- und Saftvarianten aus den Kühlregalen der 7-Eleven-Filialen, die in Hongkong buchstäblich an jeder Ecke stehen. Oben auf dem Peak haben wir uns zwischen Sky Terrace und Rückweg gleich zweimal mit Getränken eingedeckt, weil Hitze und viele Treppenstufen durstig gemacht haben.
Die Auswahl an abgepackten Tees ist riesig, von süßem Milchtee aus der Flasche bis zu herbem grünen Tee ganz ohne Zucker – für zwischendurch beim Sightseeing eine unkomplizierte und immer verfügbare Lösung, auch wenn das kulinarisch natürlich weit von einem klassischen Hongkonger Milchtee entfernt ist.
Restauranttipps
Eigene Restauranttipps können wir dir für Hongkong ehrlicherweise kaum geben – wir waren in vier Tagen in keinem einzigen Lokal, das über Fast-Food-Ketten hinausging. Was wir dir an praktischen Infos mitgeben können, haben wir für dich recherchiert.
Ein Cha Chaan Teng erkennst du meist schon von außen an vollen Tischen und schneller Fluktuation – hier wird nicht lange verweilt, ein Essen dauert oft nur 15 bis 20 Minuten, und genau das gehört zum Erlebnis dazu. Bei beliebten Dim-Sum-Restaurants, gerade an Wochenenden zur klassischen Yum-Cha-Zeit am Vormittag, sind Wartezeiten und Nummernsysteme normal – reservieren kannst du bei den meisten dieser Lokale nicht, anstellen schon.
Die Rechnung kommt in den meisten regulären Restaurants inklusive eines automatischen Servicezuschlags von 10 Prozent, ein zusätzliches Trinkgeld ist dann nicht mehr erwartet. In Cha Chaan Tengs und anderen einfachen Schnellrestaurants wird gar kein Trinkgeld erwartet, in gehobeneren Häusern ohne ausgewiesenen Servicezuschlag sind zusätzliche 10 bis 15 Prozent eine übliche Anerkennung für guten Service.
Bezahlt wird in Hongkong an den meisten Orten mit Karte, für kleinere Beträge bei Convenience Stores, Fast-Food-Ketten und Supermärkten hilft eine Octopus Card ungemein – die kontaktlose Chipkarte der Stadt funktioniert nicht nur in der MTR, sondern auch bei 7-Eleven, Starbucks, McDonald’s und den meisten Supermärkten und macht Kleinbeträge unterwegs deutlich unkomplizierter als jedes Mal die Kreditkarte zu zücken.
Touristenfallen gibt es vor allem rund um die großen Sehenswürdigkeiten wie den Peak oder die Strandpromenade in Tsim Sha Tsui – Lokale mit mehrsprachigen Fotomenüs direkt vor der Tür und auffällig hohen Preisen sind meist ein Hinweis, einmal weiterzugehen und stattdessen eine der Nebenstraßen anzusteuern.

Supermärkte & Selbstversorgung
Was Supermärkte und Convenience Stores angeht, können wir aus eigener Erfahrung sprechen, weil das bei uns was Essen in Hongkong angeht, einen guten Teil unserer Versorgung ausgemacht hat. Ketten wie ParknShop oder Wellcome sind in den Wohnvierteln gut vertreten, preislich bewegen sie sich erwartbar auf europäischem Niveau – für ein Territorium, in dem viele Lebensmittel importiert werden müssen, kein Wunder. Günstiger wird es bei lokalen Snacks und abgepackten asiatischen Produkten, während importierte westliche Waren spürbar teurer sind als zuhause.
Richtig aufgefallen ist uns die Dichte an 7-Eleven- und Circle-K-Filialen: In Kowloon und auf Hong Kong Island stehen sie praktisch an jeder Straßenecke, teils im Abstand von wenigen hundert Metern. Für schnelle Snacks, kalte Getränke oder eine Notration zwischen zwei Sightseeing-Punkten war das ideal, gerade oben auf dem Peak, wo wir uns dort mit Getränken für den Rückweg eingedeckt haben.
An einem Abend in Tsim Sha Tsui haben wir das sogar auf die Spitze getrieben und komplett auf ein Restaurant verzichtet – stattdessen ein improvisiertes Abendessen plus Snacks für den nächsten Tag im Supermarkt zusammengekauft, für zusammen keine 20 Euro. Wenn du nach Wochen unterwegs einfach eine Pause vom Restaurantbesuch brauchst oder aufs Budget achtest, ist das in Hongkong eine unkomplizierte Option – die Auswahl an vorbereiteten Sandwiches, Salaten und Fertiggerichten in den größeren Filialen ist überraschend groß.
Kulinarische Erlebnisse
Kochkurse, Streetfood-Touren oder Weinproben haben wir uns in Hongkong nicht gegönnt, dafür war unser Programm zu sehr auf die klassischen Sehenswürdigkeiten ausgerichtet. Trotzdem sind wir an einem kulinarisch interessanten Ort vorbeigekommen, ohne ihn wirklich zu nutzen: Sok Kwu Wan auf Lamma Island.
Wir haben die Fähre von Central nach Sok Kwu Wan genommen und sind auch wieder zurückgefahren – bekannt ist der kleine Ort vor allem für seine Reihe an Fischrestaurants direkt am Wasser, mit Bassins voller lebender Fische und Meeresfrüchte vor der Tür, aus denen sich Gäste ihr Essen quasi selbst aussuchen können. Ein Ort, an dem viele Hongkong-Besucher gezielt zum Essen hinfahren, oft kombiniert mit der beliebten Wanderung von Yung Shue Wan auf der anderen Seite der Insel. Wir sind einfach durchgelaufen, haben uns die Restaurants von außen angeschaut und sind mit der nächsten Fähre wieder zurück in die Stadt.
Praktische Tipps für Essen in Hongkong
- Trinkgeld: In den meisten regulären Restaurants ist ein Servicezuschlag von 10 Prozent bereits automatisch in der Rechnung enthalten, zusätzliches Trinkgeld ist dann nicht erwartet. In Cha Chaan Tengs und anderen einfachen Schnellrestaurants wird generell kein Trinkgeld erwartet. In gehobeneren Häusern ohne ausgewiesenen Servicezuschlag sind zusätzliche 10 bis 15 Prozent für guten Service üblich.
- Leitungswasser: Hongkongs Wasseraufbereitung selbst gilt als modern und entspricht internationalen Standards, das eigentliche Risiko liegt eher in teils veralteten Rohrleitungen in älteren Gebäuden. Zum Trinken raten wir deshalb, wie bei uns selbst durchgehend praktiziert, zu abgefülltem Wasser statt Leitungswasser.
- Allergien: Englisch wird in Hongkong, anders als auf dem chinesischen Festland, sehr verbreitet gesprochen, auch auf Speisekarten – die Verständigung zu Allergien sollte dadurch einfacher sein als in Chengdu oder Chongqing. Garnelen, Erdnüsse und Sojasauce stecken trotzdem in vielen Gerichten, auch dort, wo man es nicht direkt vermutet.
- Vegetarisch/Vegan: Durch die kantonesisch-buddhistische Tradition gibt es in Hongkong eine wachsende Zahl vegetarischer und veganer Restaurants, gerade in größeren Stadtteilen. Vorsicht ist trotzdem geboten: Austernsauce, Fischsauce und Hühnerbrühe stecken oft in scheinbar pflanzlichen Gerichten, am besten fragst du im Zweifel einfach nach.
- Essenszeiten: Dim Sum und Yum Cha gehören traditionell in den Vormittag bis frühen Nachmittag, Siu Mei gibt es dagegen praktisch rund um die Uhr. Cha Chaan Tengs bedienen von frühmorgens bis spätabends jede Tageszeit, oft mit eigenen Frühstücks-, Mittags- und Abendmenüs.
- Reservierungen: Bei beliebten Dim-Sum-Restaurants, vor allem am Wochenende, sind Wartezeiten und Nummernsysteme statt Reservierungen üblich. Bei unserem eher fast-food-lastigen Programm waren gar keine Reservierungen nötig.
- Kartenzahlung: Kreditkarten werden in Hongkong deutlich häufiger akzeptiert als auf dem chinesischen Festland, aber nicht überall. Für Convenience Stores, Fast-Food-Ketten, Supermärkte und den Nahverkehr macht eine Octopus Card, die kontaktlose Chipkarte der Stadt, das Leben spürbar einfacher.
- Hygiene bei Street Food: Uns ist in Hongkong nichts passiert, was wir auf das Essen zurückführen würden, allerdings hatten wir kaum klassisches Streetfood auf dem Programm. Als Faustregel gilt auch hier: Stände mit sichtbar hohem Durchlauf und frisch zubereiteten Speisen sind die sicherere Wahl.

Fragen zum Essen & Trinken in Hongkong
Was solltet ihr in Hongkong unbedingt probieren?
Aus eigener Erfahrung können wir dir das ehrlicherweise nicht sagen, weil wir während unserer vier Tage kaum lokale Küche probiert haben. Nach unserer Recherche für diesen Artikel würden wir dir aber ganz klar zu einem klassischen Dim-Sum-Frühstück raten, am besten mit Har Gow, Siu Mai und Cheung Fun, dazu eine Portion Char Siu oder gebratene Gans aus einer der Siu-Mei-Garküchen. Wer es unkomplizierter mag, findet in jedem Cha Chaan Teng eine Kombination aus Congee, French Toast oder Baked Pork Chop Rice, dazu den charakteristischen Hongkonger Milchtee. Für zwischendurch als süßen Snack eignet sich eine frisch gebackene Eiwaffel vom Straßenstand. Wenn du wie wir nur wenige Tage Zeit hast, würden wir dir raten, mindestens ein bewusstes Restaurantessen fest einzuplanen, statt dich komplett vom Sightseeing-Programm durch die Mahlzeiten hetzen zu lassen.
Ist Essen in Hongkong teuer?
Im Vergleich zum chinesischen Festland ja, deutlich sogar. Nach unserer Recherche liegt ein einfaches Cha-Chaan-Teng-Frühstück bei umgerechnet 5 bis 8 Euro pro Person, ein Business-Lunch-Set mit Suppe, Hauptgericht und Getränk bei 7 bis 10 Euro. Ein klassisches Dim-Sum-Essen für zwei Personen mit mehreren kleinen Gerichten bewegt sich meist zwischen 15 und 30 Euro. Aus eigener Erfahrung können wir dir sagen, dass unsere Fast-Food-Mahlzeiten bei Subway und Shake Shack zwischen umgerechnet 3 und 21 Euro pro Bestellung lagen, ein improvisiertes Supermarkt-Abendessen kam uns auf keine 20 Euro. Deutlich teurer wurde es bei uns nicht beim Essen, sondern bei den großen Attraktionen: Die Ngong Ping 360 Seilbahn hat über 60 Euro gekostet, Peak Tram und Sky Terrace zusammen knapp 40 Euro.
Kann man Street Food in Hongkong bedenkenlos essen?
Wir selbst hatten in Hongkong kaum klassisches Streetfood auf dem Programm und können dir dazu keine eigene Erfahrung mitgeben. Generell gilt für Hongkong aber, dass die Lebensmittelhygiene-Standards deutlich strenger reguliert sind als in vielen anderen Teilen Asiens, Straßenstände unterliegen behördlicher Kontrolle. Als Faustregel, die überall gilt: Stände mit sichtbar hohem Durchlauf, frisch zubereiteten Speisen und einheimischer Kundschaft sind die sicherere Wahl als Angebote, die erkennbar schon länger in der Auslage stehen. Gerade bei beliebten Snacks wie Eiwaffeln oder Fischbällchen, die frisch vor deinen Augen zubereitet werden, würden wir uns nach dem, was wir für diesen Artikel recherchiert haben, keine großen Sorgen machen.
Gibt es in Hongkong vegetarische Gerichte?
Ja, auch wenn die Hongkonger Küche mit ihrem Fokus auf Meeresfrüchte, Siu Mei und Fleischbrühen auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Durch die kantonesisch-buddhistische Tradition gibt es eine eigene Geschichte rein pflanzlicher Küche, und in größeren Stadtteilen wächst die Zahl vegetarischer und veganer Restaurants spürbar. Trotzdem gilt Vorsicht: Austernsauce, Fischsauce oder Hühnerbrühe stecken häufig in Gerichten, die auf den ersten Blick vegetarisch wirken, ohne dass das auf der Karte hervorgehoben wird. Wer streng pflanzlich isst, sollte gezielt nachfragen oder sich an ausgewiesene vegetarische Restaurants halten, statt sich auf die Speisekarte allein zu verlassen. Eigene Erfahrung dazu können wir dir nicht liefern, weil wir in Hongkong durchgehend nicht-vegetarisch unterwegs waren.
Wie viel Trinkgeld ist in Hongkong üblich?
In den meisten regulären Restaurants ist bereits ein automatischer Servicezuschlag von 10 Prozent in der Rechnung enthalten, ein zusätzliches Trinkgeld ist dann nicht mehr erwartet, auch wenn es niemand ablehnen würde. In Cha Chaan Tengs und anderen einfachen Schnellrestaurants, wie sie für Hongkong so typisch sind, wird generell kein Trinkgeld erwartet. Anders sieht es in gehobeneren Restaurants ohne ausgewiesenen Servicezuschlag aus: Dort sind zusätzliche 10 bis 15 Prozent eine übliche Anerkennung für guten Service. Bei uns selbst kam die Frage kaum auf, weil wir überwiegend in internationalen Fast-Food-Ketten gegessen haben, bei denen ohnehin kein Trinkgeld erwartet wird.
Kann man in Hongkong Leitungswasser trinken?
Die Wasseraufbereitung in Hongkong selbst gilt als modern und entspricht nach unserer Recherche internationalen Standards, das eigentliche Risiko liegt eher in teils veralteten Rohrleitungen in älteren Gebäuden, durch die Rückstände ins Wasser gelangen können. Die gängige Empfehlung, auch für Einheimische, lautet deshalb, zum Trinken auf abgefülltes Wasser zurückzugreifen statt auf Leitungswasser, selbst wenn Letzteres zum Zähneputzen unbedenklich ist. Wir haben uns während unserer vier Tage konsequent an abgefülltes Wasser gehalten, das in jedem Supermarkt und jeder 7-Eleven-Filiale günstig zu bekommen ist – bei der Dichte an Convenience Stores in Hongkong nie ein wirkliches Problem.
Welche Getränke sind typisch für Hongkong?
Das mit Abstand bekannteste Getränk ist der Hongkonger Milchtee, cremig durch Kondensmilch und traditionell durch ein feines Stoffsieb gegossen, dazu Yuenyeung, die Mischung aus Milchtee und Kaffee. Bei den alkoholischen Getränken dominiert San Miguel als präsenteste Biermarke, ergänzt um eine wachsende Craft-Beer-Szene. Weniger bekannt, aber durchaus relevant: Hongkong ist seit der Abschaffung der Weinsteuer 2008 einer der wichtigsten Weinhandelsplätze Asiens, was sich in einer überraschend großen Weinauswahl in gehobeneren Restaurants zeigt. Aus eigener Erfahrung können wir dir vor allem von Softdrinks und abgefülltem Eistee aus den überall präsenten Convenience Stores berichten – unser eigener Getränke-Alltag zwischen den Sightseeing-Stationen, auch wenn das kulinarisch weit von einem klassischen Hongkonger Milchtee entfernt ist.

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